Was ist das schnellste Endurobike 2018? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir mit den 10 spannendsten Racebikes in Finale Ligure ein eigenes Rennen ausgetragen. Welches Bike gewann, könnt ihr schon jetzt kostenlos in der neuen ENDURO Ausgabe #030 lesen.

Die Racebikes dieses Vergleichs versammelt in Finale Ligure – welches ist das schnellste.

Die Enduro World Series war in diesem Jahr spannender denn je! Das Niveau steigt immer weiter, die Unterschiede zwischen den Fahrern werden immer geringer. Nach über 46 min knallhartem Racing beim 6. Stopp der EWS in den USA trennten Sam Hill und Martin Maes gerade einmal knapp 4 s. Das richtige Material kann hier ganz klar den Unterschied machen! Deshalb wollten wir wissen, welches das schnellste Enduro-Racebike 2018 ist. Um das herauszufinden sind wir mit 10 Bikes im Gepäck nach Finale Ligure gereist und haben sie drei Tage lang in auf einer Rennstage um die Bestzeit kämpfen lassen. Am Ende haben sich bei allen Testern drei Bikes als besonders schnell herausgestellt.

Die Teststrecke

Als Teststrecke wählten wir, wie schon bei unserem EWS-Racebike-Test 2014, den Trail Pino Morto. Er beinhaltet alles, was eine anspruchsvolle Rennstage ausmacht: Steinfelder, verschiedenste Kurven, Flachstücke, Kompressionen, kleine Sprünge – und das Ganze kompakt verpackt auf 170 Tiefenmetern und rund 1 km Länge. Eine noch härtere und längere Teststrecke wäre zwar auf den ersten Blick vielleicht besser, doch dann würde das Risiko von Fahrfehlern steigen und die Ermüdung der Fahrer würde das Ergebnis zu stark beeinflussen.

Auf dem Pino Morto Trail in Finale absolvierten wir über 70 Runs.
Volle Konzentration! Manche Bikes fühlten sich sehr schnell, andere waren es auch tatsächlich.
Jeder Fahrer absolvierte zu Beginn einige Runs um sich an die Strecke zu gewöhnen und sich seine Lines einzuprägen …
… im Anschluss folgten mind. 2 gezeitete Runs pro Bike. Bei Platten oder Fahrfehlern wurden die Läufe wiederholt.
Dank Shuttle-Support ging es schnell wieder nach oben zum Stage Start. Vielen Dank an die Jungs vom Evolve Bike Shop für den klasse Support.
Kurze Verschnaufpause beim Uphill.

Das Timing

In Sachen Zeitnahme war das beste gerade gut genug. Statt uns auf die Strava-Zeiten unserer Smartphones zu verlassen haben wir eine professionelle Transponder-Zeitnahme von Sport Ident aufgebaut. Diese kommt auch bei der EWS und fast allen Enduro-Rennen rund um den Globus zum Einsatz. Ein Sender aktiviert den Transponder in einem Umkreis von 1,5 Meter. Ab dann läuft die Zeit. Der Start erfolgt fliegend mit ausreichend Abstand. Kurz vor Ende der Stage stoppt dann ein zweiter Sensor die Zeitnahme. Anschließend wurden die Daten am Computer ausgewertet.

Bei der Zeitnahme vertrauten wir auf ein hochgenaues Transponder-System von Sport ident.
Noch vor Ort wurden die Transponder ausgelesen. Die Auswertung der Zeiten erfolgte am Ende des Tests.
Die Transponder ermöglichen einen fliegenden Start.

10 Bikes, 4 Fahrer, 3 Tage, 1 Problem

Viele werden sich fragen: Wie ist es möglich, immer konstante Zeiten mit den Bikes zu fahren? Die Antwort ist simpel: Es nicht zu 100 % möglich. Ermüdung und Streckenkenntnis spielen natürlich eine gewisse Rolle. Um das Ergebnis möglichst objektiv und verzerrungsfrei zu ermitteln, ist jeder der erfahrenen Tester den Trail vorher mehrfach abgefahren und hat seine eigenen Linien definiert bzw. sich Stellen zum Treten eingeprägt. Im Anschluss fuhren wir mit jedem Bike zwei gezeitete Runs innerhalb der eigenen Komfortzone in jeweils unterschiedlicher Reihenfolge. So hatte jeder ein anderes erstes bzw. letztes Bike.

Das Test-Team bestand aus drei erfahrenen Fahrern mit unterschiedlichen Speed. Die Räder wurden in einer komplett unterschiedlichen Reihenfolge gefahren.
Alle Bikes wurden penibel auf die eigenen Vorlieben eingestellt.

Die Testbikes

Für diesen Test haben wir die spannendsten Bikes der aktuellen bzw. der kommenden Saison eingeladen. Den Herstellern stand es frei, die Räder nach allen Regeln der Kunst zu pimpen. Ein Angebot, das unter anderem Canyon, SCOTT und Specialized annahmen, und uns mächtig getunte Bikes schickten. Andere Hersteller wie z. B. Nukeproof, Lapierre, Rocky Mountain, Santa Cruz oder YT vertrauten dagegen auf ihr Serienprodukt.

Serienbike oder vollgas Tuning-Programm? Die Hersteller hatten bei diesem Test die Wahl.
Bike Preis (*  +Tuning) Gewicht Federweg Laufradgröße
Canyon Strive CF 9.0 Team 5.499 €* 14,30 kg 170/163 mm 27,5″
Giant Reign Advanced 0 6.999 € 13,56 kg 160/160 mm 27,5″
Lapierre Spicy Team Ultimate 5.299 € 13,71 kg 170/170 mm 27,5″
Nukeproof Mega 275 RS 4.200 € 14,04 kg 170/165 mm 27,5″
Pole EVOLINK 140 29 5.600 € 14,30 kg 150/140 mm 29″
Rocky Mountain Altitude Carbon 90 7.900 € 12,60 kg 160/150 mm 27,5″
Santa Cruz Hightower LT 9.899 € 12,80 kg 150/150 mm 29″
SCOTT Genius 900 Tuned 2018 7.499 €* 12,76 kg 150/150 mm 27,5″
Specialized S-Works Enduro 29 8.699 €* 12,30 kg 160/160 mm 29″
YT JEFFSY 27 CF Pro Race 4.499 € 12,20 kg 160/160 mm 27,5″
Canyon Strive CF 9.0 Team | 170/163 mm (v/h) | 14,30 kg | 5.499 €
Giant Reign Advanced 0 | 160/160 mm (v/h) | 13,56 kg | 6.999 €
Lapierre Spicy Team Ultimate | 170/170 mm (v/h) | 13,71 kg | 5.299 €
Nukeproof Mega 275 RS | 170/165 mm (v/h) | 14,04 kg | 4.200 €
Pole EVOLINK 140 29 | 150/140 mm (v/h) | 14,30 kg | 5.600 €
Rocky Mountain Altitude Carbon 90 | 160/150 mm (v/h) | 12,60 kg | 7.900 €
Santa Cruz Hightower LT | 150/150 mm (v/h) | 12,80 kg | 9.899 €
SCOTT Genius 900 Tuned 2018 | 150/150 mm (v/h) | 12,76 kg | 7.499
Specialized S-Works Enduro 29 | 160/160 mm (v/h) | 12,30 kg | 8.699 €
YT JEFFSY 27 CF Pro Race | 160/160 mm (v/h) | 12,20 kg | 4.499 €

Die Ergebnisse und die Testsieger

Natürlich haben wir in diesem Test nicht nur das schnellste Bike gesucht, sondern wollten auch mehr über das jeweilge Fahrverhalten herausfinden. Aus diesem Grund sind wir die Räder auch auf weiteren Trails in Finale und bei Touren in Deutschland gefahren.

Welches Rad am Ende das schnellste war und welches das beste Overall-Package besitzt, verraten wir euch in der aktuellen ENDURO Mountainbike Magazin Ausgabe Oktober 2017. Alle die, die App bereits besitzen, können die Ausgabe dort kostenlos downloaden, alle anderen finden die App im iOS-Appstore oder Google Play Store.

So viel sei aber bereits verraten, diese drei Bikes hier haben nicht gewonnen.
Immer eine Reise wert, die wunderschöne Region rund um Finale Ligure.

Text & Fotos: Christoph Bayer