Seit nun schon 6 Jahren fliegen wir jeden Sommer nach Schweden um dort ein paar Tage Urlaub im Kreise der Familie zu verbringen. Ein Teil unserer Familie ist schließlich schwedisch/norwegisch und daher läuft dieser Trip stets unter ‚Heimaturlaub‘ im Sommerhaus an der Küste im Norden des Landes. Was wir dieses Jahr elebt haben lest ihr hier.

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Jedes Jahr freue ich mich über die unglaubliche Natur und die schönen Wege auf denen ich bis dahin nur zu Fuß unterwegs war. Meiner Meinung nach aber könnte man hier auch mit dem Mountainbike jede menge Spaß haben. Dieses Jahr nun hat es geklappt und ich konnte mein Bike sogar zum Null-Tarif als Gepäckstück für unseren Sohn mitnehmen. Tolle Sache!

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Nach einem Zwischenstopp in Stockholm werden wir schließlich in Sundsval am Flughafen von der Familie abgeholt. Mit dem Auto geht es nach Härnösand, wo abseits der Zivilisation, ein kleines Sommerhaus auf uns wartet. Bei tollstem Wetter verbringen wir dort ein paar Tage mit Kanu fahren, auf den Küstenfelsen umherwandern und ab und zu kühlen wir uns auch in der doch recht kalten Ostsee ab.

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Wohl wissend um die relativ flache Region habe ich mein Enduro Bike mitgenommen und erkunde die Trails auf der Insel. Trotz der geringen Höhe gibt es einen Skilift in dessen Nähe ein paar Cross Country Trails ausgeschrieben sind. Das sind zwar recht kurze Runden, haben es aber technisch in sich und ich habe eine Menge Spaß. Schließlich stoppt hier der Schwedische XC-Cirkus um eines der nationalen Rennen aus zu tragen.

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Auch in Strandnähe gibt es viele kleine Trails die zwar nicht immer komplett befahrbar sind, dafür aber mit tollen Felsformationen und einem fantastischen Panorama entschädigen.

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Für einen Tag leihe ich mir das Auto meiner Schwiegermutter und mache mich auf den Weg zum Järvsö Bikepark. Die etwa 2,5 Stunden Autofahrt sind sehr entspannt, da der nördliche Teil Schwedens nicht stark besiedelt ist, die Straßen sind für unsere Verhältnisse also leer.

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Der Bikepark ist mit einem 2er Sessellift und etwa 20 Strecken bzw. Streckenabschnitten ziemlich breit aufgestellt. Vor allem für Familien, Kinder und Anfänger hat der Park einiges zu bieten. Das Konzept „ein Park für alle“ geht gut auf.

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Einige der einfachsten Strecken wurden mit hohem Aufwand angelegt und sind daher sehr spaßig und abwechslungsreich zu fahren. Das ist wohl auch der Grund warum alle 160 Leihbikes regelmäßig verliehen sind.

Trailmap Järvsö

Ich habe aber auch auf den roten und schwarzen Strecken meinen Spaß. Steil und technisch geht es hier zur Sache und die Jumpline Strecken sind auch ganz spaßig. Beim Streckenbau waren hier kanadische Trailbauer am Werke, was sich in der Qualität der Streckenführungen auch bemerkbar macht.

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Ein Liftticket kostet hier umgerechnet etwa 30€ und die Lifte laufen von 10 bis 16 Uhr, Freitags auch bis 19.30 Uhr. Das Leihmaterial scheint in gutem Zustand und sehr hochwertig zu sein. Unten an der Bikestation gibt es einen kleinen Bikeshop, ein Restaurant für Verpflegung während der Pausen, und einen ordentlichen Bikewash.

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Außerdem gibt es direkt an der Liftstation einen kleinen Pumptrack und 3 kleine Table Lines mit unterschiedlich großen Sprüngen.

Alles in allem ist der Järvso Bergsycel Park ein sehr schöner Bikepark der tatsächlich alle Könnensstufen vom blutigen Anfänger bis zum Profi zu Frieden stellen kann. Für Familien durchaus für mehrere Tage interessant, hat der erfahrene Biker nach dem ersten Tag eigentlich alles gesehen. Darum fahre ich am Abend noch wieder zurück an die Küste.

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Zum Urlaubsende will ich noch einen zwei tägigen Abstecher in den Are Bikepark machen. Dieser liegt so ziemlich in der Mitte Schwedens und ist der größte, älteste und bekannteste Bikepark des Landes. Also packe ich wieder mein ganzes Bike Equipment in meinen geliehenen Kleinwagen, noch dazu Zelt, Schlafsack und Isomatte.

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Unterwegs mache ich noch einen Halt in Östersund und checke dort die Singletrails. Auch hier gibt es in der Nähe der Schlepplifte auf der Insel Frösön ein paar ausgeschriebene aber auch inoffizielle Biketrails.

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Auf sehr kleinem Gebiet finde ich einige Trails die es technisch in sich haben. Hier haben die Locals ordentlich Hand angelegt und bestimmt 6-8 kurze Trailabschnitte in den Wald gezimmert.

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Am nächsten Morgen geht es dann weiter nach Are. WOW, hier ist so einiges geboten!

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Ich parke direkt an der Gondelstation und auf geht’s die Trails entdecken. Erst einmal versuche ich mich zu orientieren und will natürlich gleich ganz nach oben.

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Trailmap Are

Oben ist auf etwa 1300 Meter und am Vormittag nur umständlich über 2 Sessellifte und eine Gondel zu erreichen. Erst ab 13 Uhr nimmt die große Gondel auch Biker mit und fährt direkt von unten bis zur Bergstation.

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Aber ist man erst einmal dort oben, hat man auch eine ordentliche Abfahrt vor sich. Etwa 1000 HM bergab über verschiedene Trail Kombinationen sind zu bewältigen. Dazu kommt eine fantastische Aussicht! Im oberen Teil ist alles baumfrei und man hat uneingeschränkte Weitsicht. Der blaue Easy Rider Trail ist zwar sehr einfach zu fahren, aber mit etwas Speed kommt hier ordentlich Spaß auf!

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Die schwarzen Strecken hier oben sind vorwiegend steil, mit großen Stufen, felsig und teils mit losem Geröll. Eine ordentliche Herausforderung!

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Im unteren Teil des Parks ist es bewaldet und die Strecken queren immer wieder die Skipisten. Die wohl bekannteste davon ist der Shimano Trail, der im A-Line-Style mit viel Speed und großen Table Sprüngen aufwartet. Nach ein paar Abfahrten kann ich auch in etwas die benötigte Geschwindigkeit für die Sprünge abschätzen und es kommt reichlich Spaß auf.

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Aber vor allem haben es mir die vermeintlich leichten blauen und roten Strecken angetan. Sie sind nicht so steil und sind mit Kurven, kleinen Sprüngen und leicht technischen Passagen gespickt. Mit zunehmender Geschwindigkeit wird es aber auch hier sehr spannend und spaßig.

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Die schwarzen Strecken sind auch hier unten vornehmlich steil, wurzelig aber auch in vielen Passagen recht schmal. Hier sollte man die Strecken gut kennen um richtig Gas zu geben.

Im Ortszentrum gibt es haufenweise Bikeshops die alle auch Leihmaterial zur Verfügung stellen können. Außerdem gibt es einiges an Restaurants und Kneipen wo man für sein leibliches Wohl sorgen kann. Sogar ein mobiler Pumpträck ist auf dem Marktplatz aufgestellt. Hier kommt sogar etwas Whistler Feeling rüber.

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Die Nacht verbringe ich in meinem Zelt auf einer einsamen Wiese. Hier in Schweden – kein Problem. Lediglich die Kurze Nacht macht mir etwas zu schaffen, da es nur für etwa 4-5 Stunden halbwegs dunkel wird.

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Am nächsten Tag versuche ich noch die restlichen Strecken zu sehen und nutze den Tag um noch ein paar Fotos und Gopro Aufnahmen zu machen. Auch in Are schließen die Lifte bereits um 16 Uhr und auch die Liftkarte liegt in etwa bei 30€. Im Vergleich zu Järvsö hat man hier aber deutlich mehr Strecken und Höhenmeter zum runter shredden. Mir gefallen vor allem die langen Abfahrten, denn von ganz oben bis zur Talstation ist man mit 20-25 Minuten Abfahrtszeit lange unterwegs. Und das auch nur wenn man sich beeilt.

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Alles in allem kann ich Schweden als Bikedestination nur empfehlen. Selbst in nicht biketouristischen Gebieten finden sich immer schöne Trails die gut befahrbar sind. Wo Hügel und schöne Natur ist, lässt es sich in aller Regel auch gut Mountainbiken.
Wer mehr abfahrtsorientiert ist, sollte sich eher an die Bikeparks halten. Eine Kombination mit den Norwegischen Bikeparks bietet sich dann natürlich an, denn Hafjell ist schleißlich nur 160km von Are entfernt.

Weitere Informationen

Järvsö Bikepark
Are Bikepark
Ridingstyle- MTB Fahrtechnik

Text & Fotos: Fabian Arzberger