Geht es um das Setup unserer Bikes, feilen viele von uns an Details, bis wirklich alles genau passt. Es gibt aber auch immer wieder Bikes, die so katastrophal eingestellt sind, dass sie eigentlich nur im Dunklen zusammengebaut worden sein können – betrunken! Bei wie vielen der folgenden Setup-Fehler erkennt ihr euch wieder?

Der Schweizer-Käse-Effekt – keine Endkappen am Lenker

Ein absolutes No-Go: Nichts sagt so sehr „Ich bin zu faul, um mir Gedanken um neue Löcher in meinem Körper zu machen“ wie fehlende Endkappen am Lenker. Es ist nur ein billiges und kleines Stück Plastik, doch meist das Einzige, das euer Bike bei einem Crash daran hindert, ein Souvenir aus euch herauszustanzen. Wer sie weglässt, könnte eigentlich genauso gut ein Samuraischwert an seinen Lenker tapen. Wenn ihr an eurem Körper hängt und beim Trinken nicht tropfen wollt, solltet ihr euch ein paar dieser Plastikkappen besorgen.

Schiefer Lenker

Sogar Pro-Ridern passiert mal, dass der Lenker schief ist. Ein perfekt eingestellter Lenker ist zu 50 % Glück und zu 50 % Zauberei, das müssen selbst wir zugeben. Aber manche geben sich wirklich gar keine Mühe. Setzt euch auf das Bike eures Kumpels und schaut mal genauer hin! Die Chancen stehen gut, dass der Lenker so gerade ist wie ein Schlachterhaken. Wenn nicht jede Kurve auf eurem Trail nach links geht, solltet ihr darauf achten, dass euer Lenker richtig ausgerichtet ist.

Lange Leitung

Zu lange Leitungen und Kabel schreien geradezu: „Mein Halter kümmert sich nicht um mich!“ Statt eines aufgeräumten Looks bekommt ihr durch den Wust an Leitungen vor eurem Lenker eher den, den man sonst unter seinem Schreibtisch versteckt. In langen Leitungen verfangen sich super einfach Bäume und Äste, wenn ihr mit Vollgas vorbeifliegt. Aber denkt dran: Zu kurze Leitungen sind ebenfalls schlecht, denn sie sehen nur solange gut aus, bis ihr den Lenker drehen müsst!

Schiefe Steuersatzkappen

Schiefe Steuersatzkappen machen wohl nur für die Kontrollzwang-Gruppe das Bike unfahrbar. Für die meisten anderen sind sie schlicht ein Beweis fehlenden Handwerksgeschicks. Zwar ist das kein großes Problem, es wirft aber die Frage auf: Wenn der „Monteur“ sich nicht mal fünf Sekunden Zeit genommen hat, um das Logo auf der Steuersatzkappe auszurichten – hat er dann der Vorbauklemmung mehr Beachtung geschenkt?

Lockerer Steuersatz

Es ist erstaunlich, wie man ein überragendes Bike mit nur einer Inbus-Umdrehung in einen Sack Gerümpel verwandeln kann. Wenn euer Steuersatz nicht anständig festgezogen ist, flippert eure Gabel im Steuerrohr herum wie ein Lachs im Wasserfall und sorgt für einen ganz schönen Radau. Dreht euren Lenker 90° in jede Richtung und drückt die Vorderbremse. Jetzt wackelt nach vorne und nach hinten: Wenn es klappert wie ein Sack voll Knochen, solltet ihr euch um euren Steuersatz kümmern!

Ausgefranste Kabelenden

Das ist der Klassiker der „Wird-schon-passen“-Crew. Wir wissen, dass Kabelendkappen die gleichen Verschwinde-Skills haben wie Houdini, aber ausgefranste Kabelenden sehen an Bikes aus wie ein Pickel an einem Supermodel. Außerdem verhindern sie nicht nur zukünftige Anpassungen der Kabellänge, sondern können auch für Souvenirs in eurer Haut sorgen. Packt eine Kappe drauf!

Vordere Bremsleitung an der Außenseite der Gabel

Ein weiterer Klassiker, der nicht das Ende der Welt, aber definitiv ein No-Go ist: Die Leitung der Vorderbremse außen an der Gabel entlangzulegen sieht nicht nur schlampig aus, es kann euch auch eine spontane Flugstunde einbringen, wenn ein Ast euch die Leitung abgerissen hat. Auf die Innenseite damit also – für ein Maximum an Schutz und Aufgeräumtheit.

Gabel falsch herum montiert – Superfail!

Das ist die Mutter aller Setup-Fails. Aber es passiert immer wieder! Wir haben schon viel zu viele Manitou-Gabeln mit Reverse-Brücken oder auch normale Gabeln einfach falsch herum montiert gesehen. Ingenieure haben sich jahrelang Gedanken über die exakte Position der Gabel gemacht. Sie dann falsch zu montieren ist in etwa so sinnvoll, wie mit dem Fön in die Badewanne zu steigen. Es ist in Ordnung, einen solchen Superfail auszulachen. Wenn ihr genug gelacht habt, solltet ihr der jeweiligen Person aber zurück auf den Weg der korrekten Gabelrichtung helfen.

Reifen falsch herum montiert

Immer wieder ganz großes Kino: Reifenhersteller investieren Tausende von Euros in die Performance ihrer Reifen, um das Optimum an Grip herauszukitzeln – und was machen manche von uns? Sie schießen alle Entwicklungen in den Wind und ziehen den Reifen einfach falsch herum auf! Wir kennen alle diesen fiesen Moment der Erkenntnis, wenn man gerade unter Qualen einen Tubeless-Reifen aufgezogen hat und dann sieht, dass die Laufrichtung nicht stimmt. Aber es gibt einfach keine Ausrede für einen falsch montierten Reifen, den Spott hat man sich verdient.

Reifenlogos nicht ausgerichtet

Pro-Mechaniker richten die Logos der Reifen mit den Ventilen aus, weil die Athleten dadurch bei einem Platten im Rennlauf wertvolle Sekunden bei der Suche des Ventils sparen. Die Logos nicht auszurichten sorgt aber nicht nur bei Mechanikern für Panikattacken, es zeigt auch, dass ihr euch nicht für Details interessiert. Es brandmarkt euch als die Art von Person, die niemals den Ölstand ihres Autos checkt und vielleicht nie ihr Bettzeug wechselt.

Zu kurze Kette – der Antriebsmörder

Wenn eure Kette zu kurz ist, betretet ihr das Reich der lautlosen Antriebskiller, die in den Landungen von großen Jumps und Drops warten. Wenn eure Kette zu kurz ist, habt ihr kaum Probleme – es sei denn, ihr landet einen Sprung mit der Kette auf einem großen Kettenblatt. Wenn das Bike der Kompression nachgibt, längt sich die Kettenlinie und die Kette muss nachgeben. Das Schaltwerk muss dementsprechend auch immer weiter nachgeben, bis es an seine Grenzen kommt und sich in einer Explosion aus sündhaft teuren Schrauben und Röllchen auflöst.

Natürlich könnten wir damit stundenlang weitermachen, aber wir wollen auch eure schlimmsten Fails sehen. Postet einfach ein Bild in die Kommentare!

Text & Fotos: Trev Worsey