Für alle, die auch im Winter nicht auf ihr Bike verzichten können bzw. wollen, haben wir hier die sechs besten Reiseziele zusammengestellt. Damit ihr selbst in der kalten Jahreszeit jede Menge Trailspaß haben könnt.

Im Winter muss man sich als Biker entscheiden: Will man mit dem Auto oder dem Flugzeug in den Bikeurlaub starten? Mittlerweile haben sich zwei kleine Inseln im Atlantik zu echten Bike-Top-Spots entwickelt: Madeira und La Palma. Sie werden entweder direkt oder mit einem Zwischenstopp angeflogen. Wer gerne italienisches Flair erleben will, der sollte sich Finale Ligure einmal näher ansehen. Auch lohnenswert ist ein Flug nach Lissabon um von dort die Regionen Sintra und Algarve zu erkunden. Neuseeland eignet sich für alle, die mehr als nur eine Woche Zeit haben und am liebsten den Winter komplett hinter sich lassen wollen. Einen echten Geheimtipp gibt es am Ende des Artikels.

La Palma

Die Vulkaninsel La Palma wird über einen Gebirgskamm in zwei klimatisch unterschiedliche Hälften geteilt. Das Gute daran: Auf einer scheint fast immer die Sonne! Als Biker findet man hier über 2.000 Höhenmeter lange Abfahrten durch verschiedenste Vegetations- und Klimazonen. Nicht selten startet man am Morgen bei Minusgraden am Roque de los Muchachos und kommt mittags bei über 20°C am Meer an. Die Trails sind äußerst abwechslungsreich und durchaus anspruchsvoll. Aufgrund des scharfkantigen Lavagesteins und des feinen Sands empfiehlt es sich, robuste Reifen und Ersatzbremsbeläge ins Reisegepäck zu packen. Nicht umsonst verbringt Bike-Profi Daniel Schäfer die Wintermonate auf La Palma.

Guiding & Hotel: Atlantic Cycling/Magic Bike
Beste Reisezeit: Oktober–April
Zielflughafen: Santa Cruz

Madeira

Madeira hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Geheimtipp für Biker entwickelt. Einer sehr aktiven lokalen Szene ist es zu verdanken, dass es mittlerweile eine große Auswahl verschiedenster Trails auf der Insel gibt. Von schnellen Trails auf feinstem, erdigen Waldboden bis hin zu steinig verblockten Pfaden finden Biker hier alles. Allerdings meist erst oberhalb von 600 Metern, denn die letzten Meter zum Meer sind in der Regel extrem steil. Mit einem 160-mm-Bike seid ihr hier bestens gerüstet. Bergauf geht es aufgrund der steilen Anstiege fast ausschließlich mit dem Shuttlebus.

Guiding & Hotel: Bikulture/Freeride Madeira
Beste Reisezeit: Oktober–April
Zielflughafen: Funchal

Sintra und Algarve in Portugal

Das Meer an der Atlantikküste Portugals ist rau und wild. Ganz anders das Klima in der Region. Konstante Temperaturen weit über 10° und geringer Niederschlag auch im Winter machen die Küste ganzjährig für Biker interessant. In den Regionen Sintra und Algarve finden Biker traumhafte Trails gepaart mit Postkartenstränden und typisch portugiesischem Flair. Eine äußerst engagierte Community baut dort regelmäßig feinste Trails mit massig Spaßfaktor von den Eukalyptuswäldern bis hinunter ans Meer. Sie sind zwar mehr geduldet als legal, Konflikte gibt es aber aufgrund der geringen Anzahl an Wanderern keine. Ausgeschildert sind die Trails allerdings fast nie. Deshalb lohnt es, sich von Local Guides wie Hugo, Joao und Luis Pedro von WERIDE die Highlights zeigen zu lassen.

Guides, Shuttles, Hoteltipps und sehr gute Leihbikes über: weride.pt
Beste Reisezeit: Ganzjährig, am angenehmsten aber im Frühjahr und Herbst. Im September und Oktober ist der Atlantik wärmer als im Frühling.
Zielflughafen: Lissabon oder Faro

Finale Ligure

Gerade dann, wenn der Rennzirkus der Enduro World Series Finale Ligure wieder verlässt, wird der Küstenort für viele Biker interessant, die keinen Bock auf Winter haben. Dank des milden Klimas kann man hier fast ganzjährig bei milden Temperaturen von mind. 10°C optimal biken. Die Trails direkt an der Küste sind anspruchsvoll und steinig, die wahren Perlen befinden sich etwas im Hinterland. Von der Nato-Base aus geht es mit über 1.400 Höhenmeter Differenz über echte Traumtrails zurück ans Meer. In den Gassen von Finale Ligure und Finalborgo genießt man in der Off-Season eine ruhige, entspannte Atmosphäre.

Guiding & Hotel: Finale Ligure Bikeresort
Beste Reisezeit: Oktober–November/April–Oktober
Anreise: am besten mit dem Auto/alternativ Flug nach Genua

Neuseeland

Von Europa aus liegt Neuseeland quasi ziemlich exakt am komplett anderen Ende der Welt. Haben wir Winter, ist dort Sommer – und umgekehrt. Wer also gar keinen Bock auf Schnee hat und die volle Packung Trails erleben will, der begibt sich auf die eintägige Flugreise. Das hat unser Praktikant Daniel mit seinen Kumpels gemacht und es nicht bereut. Auch bei unzähligen Pro-Fahrern sehr beliebt ist die Region rund um Queenstown auf der Südinsel des Landes. Die abwechslungsreichen Trails sind durch unzählige Bike-Filme weltberühmt geworden. Doch auch die Nordinsel hat einiges zu bieten und daher empfiehlt es sich, gleich für mind. einen Monat oder mehr zu kommen.

Reisetipps: Brett Kennedy berichtet über die Trails rund um Wellington.
Beste Reisezeit: Oktober–April
Anreise: Der Flug ans andere Ende der Welt dauert meist über einen Tag.

Hometrails

Es muss nicht immer in die Ferne gehen, auch zu Hause lässt sich im Winter oft wunderbar biken. Die manchmal langweiligen Hometrails bekommen durch etwas Schnee und Dunkelheit einen ganz neuen Anspruch. Biken auf einem Pumptrack schult die Fahrtechnik und das Gefühl, wenn die fast abgefrorenen Zehen unter der heißen Dusche wieder zu kribbeln anfangen, ist einfach unbeschreiblich. Tipps, mit denen ihr beim Biken in der kalten Jahreszeit noch mehr Spaß habt, haben wir euch in unserem Winterspecial zusammengestellt.

hometrail

Beste Reisezeit: ganzjährig

Text: Christoph Bayer Bilder: Christoph Bayer/Trevor Worsey/Victor Lucas/JC Smith

Text & Fotos: Christoph Bayer

Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für ENDURO. Er kümmert sich federführend um das sechs Mal im Jahr erscheinende Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.