Die Schnürsenkel zu binden nervt! Das fing schon beim Erlernen der Griffe im Kindergarten an und wurde im Laufe der Jahre nicht besser. Gerade beim Biken sind die Schnürsenkel entweder zu fest gezogen oder viel zu lose. Doch es gibt eine Lösung – und es ist nicht wie im Kindergarten der Klettverschluss!

Mittlerweile haben wir uns an den Anblick der kleinen Drehräder an Schuhen gewöhnt. Kein Wunder: Immer mehr Hersteller setzen auf das Boa-System – und das nicht nur an Bikeschuhen. Weit mehr als 80 Millionen der kleinen Verschlusssysteme wurden bereits verbaut. Rein theoretisch ist also jeder Deutsche mit einem Paar Boa-Schuhe unterwegs.

Boa(h) geil!
Weit mehr als 80 Millionen der kleinen Verschlusssysteme wurden bereits verbaut.

Aus der Not geboren – wie alles begann!

Ein robuster Draht hat schon früh eine wichtige Rolle für Gary Hammerslag gespielt. Allerdings nicht, um damit Schuhe zu verschließen, sondern um Menschenleben zu retten. Gemeinsam mit seinem Vater entwickelte der smarte Erfinder einen Führungsdraht aus Edelstahl, der es Kardiologen ermöglicht, in die Blutgefäße rund um das Herz vorzustoßen. Dort können sie dann Verstopfungen beseitigen oder Engstellen weiten, beides Gründe für einen Herzinfarkt. Diese Erfindung war eine echte Revolution und Gary und sein Vater verkauften sie an ein Großunternehmen.

Jahre später, als Gary das Boa System erfand, wollte er keine Menschenleben retten, sondern einfach nur ein lästiges Problem lösen: Die Schnürung seiner Snowboard-Boots machte ihn fast wahnsinnig. Der Schuh drückte, saß mal zu locker, mal zu fest und wollte sich einfach nicht richtig anpassen lassen. Und genau da kam der Draht für die Herzuntersuchung wieder ins Spiel.

Der gewohnte Lauf der Dinge

Ab dann lief alles den klassischen Unternehmer-Lauf. Gary fertigte einen ersten Prototyp an und versuchte, Interessenten für sein System zu finden – es gelang! Jetzt, 16 Jahre später kommt Boa nicht mehr nur an Snowboard-Boots zum Einsatz, sondern an unzähligen Produkten und in den verschiedensten Sportarten und im Arbeitsschutz- sowie im Medizin-Bereich. Von Golfschuhen bis zu Militärstiefeln und von Handschuhen bis zu Helmen, es gibt kaum Produkte, an denen Boa nicht sinnvoll genutzt werden kann. Auch in die Medizin hat es Boa bereits geschafft, es findet bei Prothesen oder an orthopädischen Schuhen Anwendung.

Ständig weiterentwickelt

Das Grundsystem von Boa ist seit Beginn das gleiche. Es besteht aus einem Drehverschluss, dem Seil und mehreren Seilführungen. Jeder Klick am Drehverschluss spannt das Seil um einen Millimeter, wodurch sich der Sitz des Schuhs, des Handschuhs, des Helms oder von whatever perfekt einstellen lässt. Mit den ursprünglichen Teilen von Garys Prototyp haben die heutigen Systeme bis auf das Funktionsprinzip aber nur noch wenig gemein. Über die Jahre hat Boa das Verschlusssystem ständig weiterentwickelt bzw. verschiedene Produkte für verschiedene Anforderungen entwickelt. Hinter kryptischen Namen wie L6, M2 oder H3+ Coiler verbergen sich auf den jeweiligen Einsatzbereich zugeschnittene Systeme: die einen gemacht, um hohe Spannung auf dicken Snowboard-Boots zu erzeugen, die anderen super flach und aerodynamisch, um am Rennradschuh nicht aufzutragen.

Doch was hinter den einzelnen kryptischen Namen steckt, kann dem Kunden eigentlich egal sein. Denn Boa investiert viel Energie darauf, gemeinsam mit dem Hersteller des Produkts den jeweils optimalen Verschluss zu wählen und ihn perfekt ins Gesamtkonzept zu integrieren.

Gemeinsam zum Erfolg

Schuh und Boa-System bilden eine Einheit. Nicht jedes Verschlusssystem passt zu jedem Schuh oder jedem Einsatzzweck. Bei der Wahl ist daher Know-how nötig – und das stellt Boa seinen Kunden zur Verfügung. In eigenen Prototypen-Werkstätten in Denver (USA) und Mondsee (Österreich) können neue Konzepte gefertigt und im Anschluss erprobt werden.

Immer einsatzbereit dank lebenslanger Garantie

Ist das Produkt dann fertig entwickelt und im Handel erhältlich, kann sich jeder von seinen Vorteilen überzeugen. Für uns sind es nach unzähligen Tests vor allem das einfache Handling, die gleichmäßige Spannung und die gute Dosierbarkeit, die Boa so perfekt für den Einsatz im Radsport machen. Defekte hatten wir bisher keine. Das Seil ist extrem reißfest, der Verschlussmechanismus ist langlebig und falls doch etwas kaputtgeht: Boa bietet eine lebenslange Garantie und superschnellen Ersatz. Der Austausch ist kinderleicht und kann von nahezu jedem durchgeführt werden. Voraussetzung dafür ist aber, je nach Verschluss, eine Schlaufe – die sollte man im Kindergarten dann also doch gelernt haben.

Mehr Infos findet ihr unter: theboasystem.com

Die Produkte von Boa kommen bei folgenden Cycling-Marken zum Einsatz


Bont Cycling / Bontrager / Castelli / Catlike / Crono / Diadora / DMT / Five Ten / Fi’zi:k / GAERNE / Garneau / Giant / Giro / Lake / Pearl Izumi / SCOTT / 7iDP / Shimano / SixSixOne / Suplest / Specialized / Spiuk / Uvex / Vaude

Text: Christoph Bayer Fotos: Christoph Bayer, Boa

Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für ENDURO. Er kümmert sich federführend um das sechs Mal im Jahr erscheinende Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.