Der Absprung kommt rasend schnell näher und katapultiert dich in die Luft, massig Airtime, nur Fliegen ist schöner. Doch dann passiert es, die Landung misslingt und endet in einem heftigen Sturz. Als sich der Staub legt, bleibt die Erkenntnis: Der Helm hat Schlimmeres verhindert und sich aufopferungsvoll zwischen dich und den harten Untergrund geworfen – Glück gehabt. Doch wie findet man den perfekten Schutzengel?

Der Helm-Markt ist riesig und alle Marken-Hersteller haben inzwischen Modelle im Angebot, die für Trail- und Endurofahrer optimiert wurden. Diese Helm-Generation bietet eine größere Abdeckung als klassische Radhelme und soll mit ausgeklügelten Sicherheitsfeatures für den harten Geländeeinsatz punkten. Wir haben uns für diesen Vergleichstest 10 der beliebtesten Modelle herausgepickt und intensiv getestet.

Darauf kommt es beim Helmkauf an

Passform: Das ausgeklügelste Verstellsystem hilft nichts, wenn der Helm nicht zur Kopfform passt oder die falsche Größe hat. Giro, Uvex, IXS und Alpina empfanden die meisten unserer Tester als passend. Die Passform der verbleibenden Modelle ist teils recht speziell, aber damit unter Umständen für gewisse Kopfformen besser geeignet als die „Bestseller“.

Verstellsystem: Passt der Helm grundsätzlich zur eigenen Kopfform, sollte man sich das Verstellsystem genauer anschauen. Generell gibt es 3-Punkt- und 4-Punkt-Systeme, bei denen die Gurte entweder innen oder außen befestigt sind. 3-Punkt-Systeme liegen oft besser am Kopf an, Helme mit 4-Punkt-Gurten wirken dagegen aufgeräumter. Die Riementeiler, die unter den Ohren sitzen, sind entweder fix oder verstellbar, wobei sich letztere besser anpassen lassen. Der Kopfring sorgt dafür, dass der Helm beim Sturz auf dem Kopf bleibt und lässt sich bei guten Helmen sowohl in der Höhe als auch im Umfang verstellen. Alle Features zusammen sorgen für den richtigen Sitz und erhöhen damit auch den Komfort.

Fixer vs. variabler Riementeiler: Während das eine System keine Verstellung erlaubt, dafür jedoch schon ganz passabel sitzt, lassen sich beim anderen die Riemen an den Kopf anpassen. Dies birgt jedoch auch die Gefahr einer falschen Einstellung.

Verarbeitung: Die Helme in diesem Test kosten zwischen 110 € und 220 € und die Verarbeitung liegt daher allgemein auf einem sehr hohen Niveau. Dennoch gibt es einige Unterschiede bei näherer Betrachtung, besonders freiliegender EPS-Schaum lässt den Helm schnell billig wirken. Helme, die auch an der Unterseite mit Kunststoff verkleidet sind, haben generell eine höhere Qualitätsanmutung. Auch bei Gurten und Schnallen gibt es Unterschiede, hier sollte man beim Kauf genau hinschauen.

Belüftung: Die meisten Biker sind am liebsten bei gutem Wetter unterwegs und ein schlecht belüfteter Helm kann einem schnell den Spaß an einem sonnigen Sommertag vermiesen. Umgekehrt kann die Belüftung im Herbst oder in den kühleren Abendstunden auch zu viel des Guten sein. Generell geht es nicht um die Anzahl der Öffnungen, vielmehr entscheiden die innenliegenden Belüftungskanäle über den Durchzug.

Kompatibilität: Neben dem Helm sollte auch eine Brille oder Goggle zur Grundausstattung gehören. Nicht alle Helme vertragen sich gleichermaßen mit Brillen, bei einigen Kombinationen kommen sich die Bügel und das Haltesystem in die Quere oder die Brillen liegen gar an der Unterseite der Helmschale an. Daher bei der Anprobe immer die eigene Brille oder Goggle mitnehmen.

Visier: Ein Visier gehört an jeden MTB-Helm und bietet neben einem coolen Look auch einen gewissen Schutz vor Sonne, Regen und Ästen. Das Visier sollte am besten verstellbar sein, um das Sichtfeld des Fahrers nicht einzuschränken. Wer gerne mit Goggles fahren möchte, sollte zudem ausprobieren, ob diese auch unter dem Visier Platz finden.

Style: Machen wir uns nichts vor, ein Helm muss neben guter Funktion auch in Sachen Optik überzeugen. Wie bei der Passform entscheidet hier vor allem der persönliche Geschmack. Was die Farbwahl angeht, bevorzugen wir meist einen neutralen Look in Schwarz oder Weiß – dann passt der Helm zu allen bunten Trikots und Jacken, die man im Schrank hat.

Über den Autor

Moritz Dittmar