Worst Case Szenario: Das Vorderrad bleibt an einem Stein hängen, das Heck steigt, der Abgang über den Lenker ist unausweichlich! In letzter Sekunde reißt man die Arme nach vorn, zieht den Kopf ein und landet einen Sekundenbruchteil später unsanft auf dem Trail. Gut, wenn man in diesem Moment Knieschoner trägt – noch besser, wenn sie auch über eine gute Schutzwirkung verfügen. Wir haben insgesamt 14 Modelle nicht nur in der Praxis, sondern auch im Labor ausführlich getestet.

Dieser Artikel ist der erste Teil unseres Knieschoner Vergleichstests mit leichten Schonern bis 300 g. Werft auch einen Blick in den Test der heavy-duty Knieschoner.

Worauf kommt es bei guten leichten Knieschonern an?

Diese Knieschoner sind dafür gemacht, zu Beginn der Tour angezogen und dann vergessen zu werden. Bei ihnen zählt vor allem hoher Tragekomfort, geringes Gewicht und gute Belüftung. Dennoch sollte natürlich auch ein Mindestmaß an Schutz gewährleistet sein.
Diesen Schutz besitzen dank eines schlagabsorbierenden Schaumpads die Alpinestars Paragon, die IXS FLOW KNEE und mit leichten Einschränkungen auch die SixSixOne Recon Knee. Die Bluegrass Crossbill und die Fox Launch Enduro Knee besitzen lediglich ein sehr dünnes Schaumstoffpad, das im Labor keinerlei nennenswerte dämpfende Wirkung aufweisen konnte. Diese beiden Knieschoner – wenn man sie so überhaupt nennen kann – schützen höchstens vor oberflächlichen Hautabschürfungen, bieten jedoch keinerlei Schutz für die empfindliche Kniescheibe.

Der beste leichte Knieschoner 2016: IXS FLOW KNEE

Kneepad-Review-Comparison

Der IXS FLOW KNEE sichert sich den begehrten Testsieg in der Kategorie der leichten Knieschoner. Der mit 300 g schwerste Protektor im Testfeld lässt sich sein Gewicht auf Tour nicht anmerken und fällt bereits nach wenigen Kurbelumdrehungen nicht mehr auf. Am oberen Rand hält ihn ein Silikonband sicher an Ort und Stelle und unten schützt ein hinten umlaufendes Klettband vor Verrutschen. Dank des durchgehenden Mesh-Materials an der Hinterseite ist der FLOW KNEE gut belüftet und schneidet nicht ein. Aufgrund der guten Dämpfungswerte des X-Matter TM genannten Schaumpaddings steht auch Einsätzen in härterem Gelände nichts im Weg. Der kompakte Knieschoner ist sowohl in grau als auch schwarz in vier Größen (S–XL) zu einem fairen Preis von 69,95 € erhältlich – Testsieg!

Tragekomfort ●●●●○
Sitz ●●●●○
Belüftung ●●●●○
Schutz ●●●●●

Gewicht: 300 g | Preis: 69,95€

Der Verfolger: SixSixOne Recon Knee

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Der SixSixOne Recon Knee bietet trotz seines minimalistischen Designs noch eine solide Schutzwirkung. Das direkt auf den dünnen Lycra-Strumpf genähte XRD-Dämpfungsmaterial bewies am Hauptimpact-Punkt über der Kniescheibe im Labor gute Schutzeigenschaften. Auch ohne einstellbare Klettbänder sitzt der eng geschnittene Knieschoner fest und sicher am Bein und verrutschte während unseres Tests nie. Hier erledigen die Silikon-Applikationen auf der Innenseite der elastischen Saumabschlüsse einen effektiven Job. Das Strap-Band an der Wade schnitt während des Tests jedoch durch die Öffnung in der Rückseite bei fünf der sechs Tester leicht ein. Mit einem Gewicht von lediglich 148 g (Paar) und einer sehr guten Belüftung ist er die perfekte Wahl für alle, die einen möglichst leichten Knieschoner für warme Tage suchen, dafür aber bereit sind, geringe Abstriche in der Schutzwirkung in Kauf zu nehmen.

Tragekomfort ●●●○○
Sitz ●●●●○
Belüftung ●●●●●
Schutz ●●●○○

Gewicht: 148 G | Preis: 74,90 €

Alpinestars Paragon

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Der Alpinestars Paragon bietet ebenfalls ein vollwertiges Pad aus dämpfenden Schaum, das mit soliden Laborergebnissen überzeugen konnte. Leider gelingt es den beiden elastischen Bändern und der Silikon-Applikation an der Oberseite nicht, den überwiegend aus sehr gut belüftetem Mesh-Material gefertigten Protektor sicher an Ort und Stelle zu halten. Nerviges Rutschen war die Folge. Mit einem Preis von 49,90 € ist er das günstigste Modell im Test.

Tragekomfort ●●●○○
Sitz ●●○○○
Belüftung ●●●●○
Schutz ●●○○○

Gewicht: 238 g | Preis: 49,90 €

Bluegrass Crossbill

Kneepad-Review-Bluegrass-Crossbill

Der minimalistische Crossbill ist nicht nur ultra leicht, sondern auch sehr gut belüftet. Leider besitzt er nicht nur eine im Labor kaum messbare Schutzwirkung, sondern sitzt obendrein auch nicht optimal am Knie. Das verhältnismäßig starre, vorgeformte und 8 mm dicke Schaumstoffpad steht leicht vom Knie ab und passt sich den Körperkonturen auch bei Wärme nicht an. Dadurch verrutschen die 64,95 € teuren Knieschoner bei jeder Kurbelumdrehung.

Tragekomfort ●●●○○
Sitz ●●●○○
Belüftung ●●●●●
Schutz ●○○○○

Gewicht: 120 g | Preis: 64,95 €

Fox Launch Enduro Knee Pad

Kneepad-Review-Fox-Launch-Enduro-Knee-Pad

Das Fox Launch Enduro Knee Pad sitzt sehr komfortabel am Bein und wird von einem Silikonstreifen an der Ober- und Unterseite sicher an Ort und Stelle fixiert. Aufgrund seines verhältnismäßig dicken Stretch-Materials ist es der wärmste Knieschoner in diesem Vergleich und hält das Knie so auch an kalten Tagen angenehm warm – im Sommer staut sich hier jedoch die Hitze. Leider schützt es aufgrund seines sehr dünnen Paddings jedoch maximal vor Schürfwunden und besaß im Labor kaum dämpfende Schutzwirkung. Wir empfehlen das Fox Launch Enduro als Knieling mit minimal erhöhter Schutzfunktion.

Tragekomfort ●●●●○
Sitz ●●●○○
Belüftung ●●○○○
Schutz ●○○○○

Gewicht: 156 g | Preis: 59,90€

Dieser Artikel ist der erste Teil unseres Knieschoner Vergleichstests mit leichten Schonern bis 300 g. Werft auch einen Blick in den Test der heavy-duty Knieschoner.

Text und Bilder: Christoph Bayer

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Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für ENDURO. Er kümmert sich federführend um das sechs Mal im Jahr erscheinende Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.