Egal ob XC-Rakete oder Freerider: Wir finden, jedes Bike braucht eine absenkbare Sattelstütze! Wir haben acht der interessantesten Modelle mit interner Zugverlegung getestet und dabei einige Überraschungen und Newcomer entdeckt.

Die erste Generation von absenkbaren Sattelstützen revolutionierte bereits die Art und Weise, Rad zu fahren, indem sie einen nahtlosen Wechsel vom Anstieg zur Abfahrt ermöglichte und der Spaß somit keine Sekunde auf der Strecke blieb.
Die neuste Generation verfügt über eine interne Zugverlegung, ein eindrucksvolles Design und interessante neue Technologien. Im von bekannten Firmen dominierten Markt gibt es inzwischen einige interessante Newcomer. Wird dies womöglich das Jahr der Underdogs? Es war Zeit, acht der besten Modelle zu testen und das herauszufinden.

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Was macht eine gute absenkbare Sattelstütze aus?

Eine gute absenkbare Sattelstütze sollte leicht und verlässlich sein und eine einfache, zuverlässige Höhenverstellung bieten. Der Remote-Hebel sollte ergonomisch geformt und intuitiv zu bedienen sein und eine ausreichende Anzahl an Montage-Positionen ermöglichen. Im täglichen Einsatz verrichten die besten einen laut- und reibungslosen Dienst und besitzen kein oder nur minimales seitliches Spiel.

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Modell Bedienung HUB Sitzhöhe Gewicht Preis
9Point8 Fall Line Kabel 75 • 100 • 125 • 150 58 mm 618 g 499 €
Easton Haven Dropper Kabel 100 • 125 • 150 65 mm 554 g 445 €
KS LEV Intrega Kabel 100 • 125 • 150 51 mm 605 g 450 €
Magura Vyron Drahtlos 150 57 mm 617 g 400 €
Nukeproof Oklo Kabel 125 77 mm 824 g 220 €
RockShox Reverb Stealth Hydraulisch 100 • 125 • 150 • 170 68 mm 621 g 495 €
Specialized Command Post IRCC Kabel 75 • 100 • 125 66 mm 620 g 449 €
Thomson Elite Covert Kabel 100 • 125 66 mm 669 g 450 €

Aufbau einer absenkbaren Sattelstütze

Frei Wählbare Sattelhöhe: Manche Stützen haben vordefinierte Haltepunkte am Ende, in der Mitte und am Anfang ihres Hubes, andere sind durchgehend einstellbar. Eine nicht definierte Verstellung erlaubt es, die Stütze auf jedem Punkt des Hubes zu fixieren, um die für die jeweilige Fahrsituation perfekte Höhe zu wählen.

Remotehebel: Alle Stützen in unserem Test besitzen einen am Lenker montierten Remotehebel, der eine Verstellung der absenkbaren Stütze ermöglicht, ohne den Lenker loszulassen. Manche sind dafür gedacht, auf der Oberseite montiert zu werden, während andere darunter geschützt Platz finden. Die besten Hebel sind an mehreren Orten montierbar und intuitiv zu bedienen.

Sitzhöhe: Unterschiede beim Design der Sattelklemmen führen dazu, dass absenkbare Sattelstützen mit gleichem Hub sich stark in der Sitzhöhe unterscheiden. Kleine Fahrer, deren Bike einen Rahmen mit langem Sitzrohr besitzt, sollten darauf achten, dass die gewählte Sattelstütze nicht zu lang ist.

Sattelklemmung: Nicht alle Sattelklemmungen sind gleich. Bei manchen absenkbaren Stützen erforderte die Montage des Sattels die Fingerfertigkeit eines Chirurgen und mindestens zwölf Finger, was rein anatomisch irgendwie schwer zu leisten ist. Eine gute Sattelklemmung ermöglicht die Montage des Sattels mit minimalem Aufwand bei guter Verstellbarkeit von Neigung und Position.

Sattelstützendurchmesser Fast alle Stützen besitzen einen Außendurchmesser von 30,9 oder 31,6 mm, sodass sie in die meisten aktuellen Rahmen passen. Außerdem gibt es Spacer, die den Einbau in Rahmen mit 34,9-mm-Sitzrohren erlauben.

Hub: absenkbare Sattelstützen gibt es inzwischen mit einem breiten Verstellbereich, von 100 mm bis 200 mm sind je nach Hersteller möglich. Die meisten Modelle besitzen zwischen 125–150 mm Hub, der für die Mehrheit der Fahrer ausreicht. Sehr große Biker bevorzugen Stützen mit viel Hub, kleinere Fahrer benötigen je nach Beinlänge und Sitzrohrhöhe kürzere Modelle.

Gewicht: absenkbare Sattelstützen werden immer leichter, trotzdem gibt es abhängig von der Marke und dem Modell immer noch signifikante Unterschiede. Eine gute Stütze sollte leicht und verlässlich sein.

Einstellbare Ausfahrgeschwindigkeit: Einige der besten absenkbaren Sattelstützen erlauben es, die Ausfahrgeschwindigkeit einzustellen: von schnell bis langsam, von einer Bedrohung für die Familienjuwelen bis zu einer perfekten Anpassung an euren Fahrstil.

Kabel, Hydraulik oder Elektrik?: Absenkbare Sattelstützen, die mit einem Schaltzug angesteuert werden, sind simpel aufgebaut und einfach zu installieren. Hydraulische Stützen haben den Vorteil, dass ihr Übertragungsmedium vor Wind und Wetter geschützt ist, es keine Kabellängung gibt und sie, sind sie einmal montiert, eigentlich wartungsfrei funktionieren. Die neusten, elektronischen Sattelstützen sind zwar kinderleicht zu montieren, dafür aber abhängig von Batterien und müssen regelmäßig geladen werden.

Nachdem wir jedes erdenkliche Maß der Sattelstützen genommen hatten, montierten wir sie an verschiedenen Bikes, um zu sehen, wie einfach bzw. schwer die Montage und Justage vonstattengeht. Nach Monaten des Gebrauchs schauten wir uns dann an, ob es Probleme mit der Performance oder mit Funktionsausfällen gab und ob die Stützen seitliches Spiel aufwiesen.

Auf den weiteren Seiten findet ihr unsere ausführlichen Eindrücke zu den einzelnen Stützen. Klickt einfach auf „Nächste“ oder springt direkt zu den einzelnen Modellen oder dem Fazit.

Über den Autor

Trev Worsey

Seit den frühen 90ern mit dem Bike-Virus infiziert, arbeitete Trev zunächst als Wissenschaftler und Statistiker, bevor ihn Bikes und Berge endgültig zu sich riefen. Nach sieben Jahren als Mountainbike-Guide wechselte er dann zu ENDURO, wo er sich seitdem von unserem UK-Office aus um News, Storys und Testberichte für unsere Website und die Ausgaben kümmert.