Egal wie geil der Rahmen ist, egal wie perfekt getuned das Fahrwerk und egal wie kraftvoll die Bremse – wenn die Reifen Schrott sind, helfen die besten Komponenten nichts. Worauf es beim Kauf neuer Reifen ankommt und welche Kombination den meisten Fahrspaß liefert, verrät dieser Test.

Reifen sind weit mehr als schwarze Gummiringe mit ein paar Noppen. Sie sind der alles entscheidende Kontaktpunkt zwischen dem Rad und dem Trail und häufig der Grund für Glaubenskriege zwischen befreundeten Bikern. Damit die endlosen Diskussionen mit euren Kumpels nun endlich ein Ende haben, verraten wir euch hier, welche Kombi wirklich die beste ist.

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Vorderrad ≠ Hinterreifen

Die Zeiten, in denen man den abgefahrenen Vorderreifen aufs Hinterrad gezogen hat, sind längst vorbei. Mittlerweile sollte jedem klar sein, dass die Anforderungen an Vorder- und Hinterreifen unterschiedlich sind. In Front zählt maximaler Grip für optimale Lenkpräzision, Bremstraktion und Spurtreue. Am Heck sind ein geringer Rollwiderstand, eine erhöhte Langlebigkeit und ausreichender Pannenschutz die Prämisse. Realisiert wird das von den meisten Herstellern über unterschiedliche Profil-Designs und verschiedene Gummimischungen.

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Die perfekte Reifenkombination: ein Kompromiss

Die einzigen Biker, die ihre Reifen den aktuellen Bedingungen anpassen, sind professionelle Racer. Jeder andere genießt viel lieber die Zeit auf dem Bike, als in der Werkstatt am laufenden Band die Reifen zu wechseln. Die optimale Reifenkombination sollte daher nicht nur den optimalen Kompromiss aus Grip, Pannenschutz und geringem Rollwiderstand bieten, sondern auch auf verschiedensten Untergründen überzeugen – egal ob bei Nässe oder im Trockenen.

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Tubeless war nie leichter!

Schon seit Jahren sind wir von den Vorteilen von Tubeless und damit vom Verzicht auf den Schlauch überzeugt. Mehr Grip, besseres Abrollverhalten, erhöhter Komfort und eine geringere Pannenanfälligkeit stehen auf der Haben-Seite. Kritiker führen häufig die etwas aufwendigere Montage und das Arbeiten mit der Dichtmilch als Kontrapunkt an. Doch die Zeiten von milchig-weiß überfluteten Werkstattböden und versauter Kleidung sind vorbei! Alle Reifen in diesem Testfeld ließen sich problemlos mit hilfe einer Standpumpe bzw. einer sog. Flashpump montieren.

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Ägyptisch für Anfänger

Zugegeben: Auf den Websites der meisten Reifenhersteller kann man ruck-zuck den Überblick verlieren. Nicht nur, dass jedes Modell in verschiedenen Laufradgrößen und Breiten angeboten wird, auch bei der verbauten Karkasse und der Gummimischung hat man oft die Qual der Wahl. Um hier den Überblick zu behalten, sollte man sich einige Zeit mit den Bezeichnungen der Hersteller zu beschäftigen, denn sonst kann es schnell passieren, dass der bestellte Reifen nicht dem Wunschmodell entspricht. Um es euch leichter zu machen, haben wir hier, soweit vorhanden, die offizielle Produktnummer der getesteten Reifen hinterlegt.

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Das Testfeld

Diesmal umfasste das Testfeld einige der spannendsten Reifenhersteller. Jeder von ihnen sollte uns die optimale Enduro-Reifenkombination für den Alltagsgebrauch zusenden. Neben optimalem Grip zählten dabei Vielseitigkeit, Langlebigkeit und ein adäquater Rollwiderstand. Last but not least beeinflusste auch das Gewicht das Testurteil. Dabei feilschten wir jedoch nicht um einzelne Gramm, sondern betrachteten das Gewicht im Gesamtkontext des Handlings der Reifen. Leider waren gleich mehrere Hersteller nicht in der Lage, uns Reifen für den Test zur Verfügung zu stellen. Sie hatten schlicht und einfach keine Produkte auf Lager.

Modelle Preis Gewicht Grip Spurtreue Pannenschutz Rollwidst. Preis / Leistung
Continental Baron Projekt (VR & HR) 67,90 € 931 g ●●●●● ●●●●● ●●●●○ ●●●●○ ●●●●○
Hutchinson Toro Enduro (VR) & Squale Enduro (HR) 61,90 € 1159 g / 1048 g ●●●●○ ●●●○○ ●●●●● ●●○○○ ●●○○○
Mavic Crossmax Charge XL (VR) & Crossmax Quest (HR) 59,00 € 987 g / 921 g ●●●●○ ●●●○○ ●●●●● ●●●○○ ●●●○○
MAXXIS Shorty (VR) & Minion DHF (HR) 69,50 € 948 g / 946 g ●●●●● ●●●●● ●●●●○ ●●●●○ ●●●●○
Schwalbe Magic Mary (VR) & Nobby Nic (HR) 57,90 € 828 g / 722 g ●●●○○ ●●●●○ ●●●○○ ●●●●● ●●●●○
Specialized Butcher (VR) & Slaughter (HR) 39,90 € 903 g / 908 g ●●●○○ ●●●○○ ●●●●● ●●●●○ ●●●●○
WTB Vigilante (VR) & Trail Boss (HR) 59,90 € 908 g / 766 g ●●●●○ ●●●●○ ●●●○○ ●●●●● ●●●●○
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So wurde getestet

Die Reifen mussten sich bei gleich mehreren erfahrenen Testfahrern beweisen und ihr Können auf verschiedensten Untergründen demonstrieren. Von Naturtrails bis zu gebauten Bikepark-Strecken war alles dabei. Obendrein wurden alle Reifen auf den Prüfständen von Continental getestet. Besonders spannend hierbei waren die Ergebnisse der verschiedenen Pannenschutz-Messungen, wohingegen sich die Ergebnisse des Rollwiderstandsprüfstands nur bedingt in die Praxis übertragen lassen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, die einzelnen Messergebnisse nur im Gesamtkontext mit den selbst erfahrenen Testeindrücken in Form der bekannten Stern-Bewertung hier zu veröffentlichen.

 

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