Racing Special

Enduro-Ladys und ihre Bikes beim EWS-Finale 2017

Der Saisonabschluss der Enduro World Serie in Finale Ligure ist legendär, denn nach dem Rennen ist in der Altstadt Party pur angesagt. Trotzdem gelang es uns, einen Teil der Enduro-Damen zu einem kurzen Date am Beach zu überreden. Das Resultat unserer Charme-Offensive zeigen wir euch hier.

Das letzte Rennen war in der Woman Pro-Klasse besonders spannend: Während mit Cécile Ravanel bereits vor Rennbeginn die Gewinnerin des Gesamtklassements feststand, hatten die nachfolgenden 6 Fahrerinnen noch die Chance auf den 2. Platz.

Cécile Ravanel – COMMENCAL META AM V4.2

So sehen Sieger aus: Cécile vom COMMENCAL Vallnord Enduro Team hat mit ihrem COMMENCAL META AM V4.2 auch dieses Jahr die Enduro World Series 2017 ganz klar dominiert. Wir haben ihr Sieger-Bike, das COMMENCAL META AM V4.2, einem Bike-Check unterworfen.
Cécile on Fire am ersten Renntag in Finale Ligure.
Hinter jedem großartigen Erfolg steht ein tolles Team! Céciles Eltern, ihr Ehemann Cedric, die Mechaniker des COMMENCAL Vallnord Enduro Teams und Max Commencal stoßen auf den erneuten Gesamtgewinn der Enduro World Series an.

Isabeau Courdurier – SUNN Kern

Gratulation! Auch in diesem Jahr hat die 23-jährige Französin Isabeau den 2. Platz in der Gesamtwertung der Enduro World Series hinter Cécile eingenommen. Der Sieg in Australien und 5 zweite Plätze haben für diesen Erfolg gesorgt.
Das SUNN Kern LT passt Isabeau wie ein Maßanzug: Normalerweise stellt SUNN dieses Bike nur in den Größen S bis L her. Aber für Isabeaus zierliche Statur von 154 cm musste das Tüftlerteam in die Trickkiste greifen und das 27,5″-Bike entsprechend anpassen.
Um die entsprechende Rahmengröße für Isabeau realisieren zu können, musste das Sitzrohr verändert werden. Auch der Einstellhebel für die Druckstufendämpfung des RockShox Monarch Plus-Dämpfers wurde gekürzt, damit Isabeau ihn problemlos bedienen kann.
Isabeau mit Helmkamera am ersten Trainingstag kurz nach dem Start auf Stage 1.

Anita und Carolin Gehring – Ibis Cycle HD4

Seit dem EWS-Rennen auf Madeira heizen Anita und Caro mit dem neuen Ibis HD4 über die Trails. Am Ende der Saison 2017 kam Anita (rechts) zum dritten Mal in Folge auf den etwas undankbaren 4. Platz und Caro auf den 5. Rang der Gesamtwertung.
Ein Wechselbad der Gefühle durchlitten die Twins am Ende des Rennens in Finale, lagen doch Katy Winton und Anita nach einer Gesamt-Rennzeit von 59 min zunächst gleichauf. Erst nach nochmaligem Auslesen des Chips war klar, dass Anita den 3. Platz um 0,05 s verpasst hatte. Eine halbe Stunde später am Strand von Finale waren die Schwestern wieder ausgelassen und gut gelaunt. Die konstant guten Resultate der Twins haben maßgeblich zum Gewinn der Teamwertung der EWS 2017 für das Ibis Cycles Enduro Race Team beigetragen.
Anita vor ihrer Zwillingsschwester Caro auf Stage 1, die mit über 20 min Fahrzeit eine der längsten Stages der EWS war.
Anita holte am zweiten Renntag in Finale einen 40-Sekunden-Rückstand zu Katy Winton auf und verpasste dann wegen fehlender 0,05 s den Sprung aufs Podium.
Caro Gehrig belegte beim letzten EWS-Rennen in Finale Ligure den 5. Platz und zeigte mit der zweitbesten Zeit auf der letzten Stage des Jahres ihr Können.

Ines Thoma – Canyon Strive CF

Ines Thoma wird auch im nächsten Jahr für das Canyon Factory Enduro Team an der EWS teilnehmen. Zum EWS-Rennen in Whistler bekam ihr Canyon Strive CF eine pink dominierte Lackierung. Custom-Designs mit Glitter! Das Canyon Strive ist zwar bereits seit drei Jahren auf dem Markt, gehört aber noch immer zu den potentesten Bikes seiner Klasse.
Was will uns Ines mit diesem Bild sagen? Schaut her, wie stark ich bin? Wie leicht mein Bike ist? Vielleicht wollte sie auch lediglich auf ein wenig beachtetes Detail an ihrem Bike hinweisen, auf den groß dimensionierten Protektor ihres edlen Carbonrahmens. Vermutlich spielt aber auch pure Lebensfreude eine Rolle und die Vorfreude auf eine lange Partynacht!
Ines lag vor dem Rennen in Finale im Gesamtklassement auf dem aussichtsreichen 4. Platz, aber Stage 1 machte alle Träume zunichte: ein Sturz mit weitreichenden Folgen, Felge ramponiert, Reifen platt und Kettenblatt verbogen. Das brachte Ines einen Rückstand von 23 min ein. Obwohl sie dadurch jede realistische Chance verloren hatte, fuhr sie noch ein tolles Rennen mit drittschnellster Zeit auf Stage 3 und 6. Hut ab vor diesem Kämpferherz!

Rae Morrison – Liv Hail Advanced

Die 28-jährige Neuseeländerin Rae fuhr die Enduro World Series für das Giant Factory Off-Road Team mit dem speziell für Ladies entwickelten Liv Hail Advanced.
Ihre dritte Saison in der Enduro World Series beendete die Liv Cycling-Fahrerin Rae Morrison mit einem 10. Platz in der Gesamtwertung.
Rae bevorzugte eine direkte Linienwahl durch das Felsenlabyrinth der Stage 4 in Finale Ligure.

Katherine Sharp – Hope HB 160

Die 23-jährige Engländerin Katherine hat mit ihrem auffälligen Hope HB 160 die gesamte EWS-Saison bestritten und nur in Finale nicht gefinisht. Bereits im letzten Jahr nahmen mehrere Werksfahrer mit einem Prototyp des Hope-Bikes an den EWS-Rennen teil. Katherine hat die Ehre, das vor Kurzem in Serie gegangene Hope HB 160 mit der Nummer 0007 zu fahren.
Das Herzstück des Hope HB 160, der 900 g schwere Carbonrahmen, kommt nicht aus Fernost, sondern wird am Firmensitz in Barnoldswick/Lancashire hergestellt. Anlässlich eines Firmenbesuchs bei Hope haben wir uns die aufwendige Herstellung des Carbonrahmens zeigen lassen.
Katherine hat Hope F20-Flatpedals an die blauen Kurbelarme montiert. Während die hellblaue Farbe sich noch in der Testphase befindet, sind die Hope-Kurbeln mit ihrer 30-mm-Achse bereits seit zwei Jahren auf dem Markt.
Der Hope AM 35-mm-Vorbau ist aus einem Stück Aluminium gefräst.
Das Vorderrad verzögert eine Hope Tech3 E4 mit 180-mm-Bremsscheibe.
Die Hope 11-fach-Kassette 10–44 ist mit einem SRAM XX1-Schaltwerk kombiniert.
Die radiale Bremsaufnahme der Hope Tech3 E4 wirkt sehr elegant.

Casey Brown – Trek Slash 29

Die 27-jährige Casey Brown hat mit ihrem Trek Slash dieses Jahr nur 3 EWS-Rennen beendet und hat dabei mit dem 3. Platz in Aspen/USA ihr bestes Resultat erzielt.
Und hier war Basteln angesagtw! Casey hat an ihr OneUp-Multitool noch ein Dynaplug-Kit angebaut. Sehr schön!
Nach der Besonderheit ihres Bike gefragt, zog die Kanadierin das OneUp EDC-Multitool aus Inneren ihres Steuerrohrs.
Was die Damenwelt in ihrer Handtasche spazieren trägt, ist eines der größten Geheimnisse der Welt. Was Casey in ihrer Bontrager Bib Short stecken hat, zeigte sie uns: Smartphone und Power-Snacks.
Beim Saisonende in Finale Ligure fuhr Casey auf den 6. Rang.

Tanja Naber – Juliana Strega

Tanja aus dem deutschen Bike-Mekka Freiburg nahm in diesem Jahr mit ihrem Juliana Strega an drei Rennen der EWS teil. In Finale erzielte sie mit dem 19. Rang ihre beste Platzierung, wobei sie mit dem 9. Platz auf Stage 3 zeigte, dass noch mehr in ihr steckt. Der absolute Eyecatcher an ihrem Bike ist ihre Upside-Down-Federgabel.
Die Upside-Down-Federgabel Intend Edge in Racing-Blue ist das auffälligste Teil an Tanjas Bike. Seit Tanja den ebenfalls in Freiburg lebenden Konstrukteur der Federgabel, Cornelius Kapfinger, im Bikepark kennenlernte, fährt sie die Intend Edge als Teamrider.
Auch bei den Bremsen setzt Tanja auf ein Freiburger Produkt: Die PICCOLA von Trickstuff ist die angeblich leichteste hydraulische Scheibenbremse der Welt und die kleine Schwester der brachialen Trickstuff DIRETTISSIMA.

Tina Kutschki – GHOST-Prototyp SL AMR 27,5

Tina arbeitet bei GHOST in der Entwicklungsabteilung als Berechnungsingenieurin und ging in Finale mit einem Prototyp an den Start. Ob ihre theoretischen Berechnungen sich in der realen Welt bewährt haben, verriet sie uns leider nicht!
Der seriennahe Prototyp des neuen SL AMR mit 130 mm Federweg und 27,5″-Laufrädern hat die teils sehr ruppigen Trails in Finale Ligure gut überstanden.
Tina fuhr erstmals in Finale bei einem EWS-Rennen mit und wird ihrer tollen Startnummer daheim einen Ehrenplatz einräumen.
Der Umlenkhebel ist die augenfälligste Veränderung gegenüber dem bisherigen GHOST SL AMR.
Der Kriminalist erkennt, dass Tina vor dem EWS-Rennen in Finale mit ihrem Prototyp-Bike an der TrailTrophy am Kronplatz/Südtirol teilgenommen hat. Der teilweise überklebte tt-Sticker ist der Verräter.

Sandra Rübesam – Nukeproof Mega 275

Sandra ist Deutsche Downhill-Meisterin 2015 und 2016 sowie Vizemeisterin 2017 und fährt seit diesem Jahr für Nukeproof. Im Gegensatz zu ihrem Teamgefährten Sam Hill, der mit dem neuen Nukeproof Mega 275 Carbon in Finale fuhr, war Sandra noch mit der Aluversion des Nukeproof Mega 275 unterwegs.
Besonders stolz ist Sandra auf die mit ihrer Signatur versehene Onyx-Hinterradnabe.
Sandra aka Thundercat hat alles für ein Endurorennen Notwendige in ihrem Amplifi Trail 7 Protektor-Rucksack untergebracht.
Sandras Ausflug ins Enduro-Business ging nicht ganz spurlos an ihr vorüber.

Stefanie Thalmann – SCOTT Genius LT 700 Tuned

Die Schweizerin Stefanie legt Wert darauf, dass es sich bei ihr um eine richtige Privatfahrerin handelt. Durchgestylt wie ein Profi kam sie in Finale mit ihrem SCOTT Genius LT 700 Tuned auf den 26. Platz und war damit sehr zufrieden.
Stefanie hat alle ihre Utensilien in der Hüfttasche EVOC Hip Pack Race verstaut.

Text & Fotos: Manne Schmitt