Das Cannondale Jekyll 1 bergauf

Wenn man nicht gerade einen Lift vor der Nase hat, geht es vor der Abfahrt erst mal aus eigener Kraft nach oben. Aufgrund der aufrechten Sitzposition und des relativen leichten Carbonrahmens geht das mit dem Jekyll leichtfüßig. Bei leichten Anstiegen reicht es, den Dämpfer in den Hustle-Modezu stellen, dann kann man das 165-mm-Enduro vergleichweise antriebsneutral bergauf pedalieren. Auf langen und steilen Asphalt-Anstiegen ist ein Wippen des Hinterbaus jedoch nicht zu vermeiden. Deswegen rät es sich, den FOX-Dämpfer entweder auf die zweite Stufe oder auf Lock zu stellen. Mit den Verstellmöglichkeiten des Fahrwerks und den zwölf Gängen der SRAM XX1 Eagle sollte man für die meisten Herausforderungen gewappnet sein. Trotz all der unterstützenden Funktionen bleibt das Jekyll ein Endurorad mit abfahrtsorientierter Geometrie und wird nie ein Freeclimber werden. So merkt man beispielsweise ein leichtes Wegknicken des Vorderrades bei technischen Uphills durch den flachen Lenkwinkel. Außerdem wird die Front des Jekylls aufgrund des kurzen 35-mm-Vorbaus und der kurzen Kettenstreben hin und wieder etwas leicht.

Das Cannondale Jekyll 1 bergab

Sobald man oben angekommen ist, die Aussicht bewundert und einen Schluck aus der Flasche genommen hat, beginnt auch schon das Kitzeln und Kribbeln beim Blick ins Tal. Kurz den Hebel am Lenker in den Flow-Mode drücken und das Jekyll wechselt sein Gesicht und wird zur 165-mm-Downhill-Bestie. Schon ab den ersten Kurven bewegt sich das Rad leichtfüßig im Slalom durch die Bäume. In Anliegern steht man zentral im Rad und fühlt sich so auch in flachen Kurven sicher. Selbst Steinfelder und unerwartete Absätze sind mit dem Cannondale Jekyll durch das überlegene Fahrwerk kein Problem. Dennoch ist hier Vorsicht geboten: Durch die kurzen Kettenstreben bleibt das Rad auch bei hohen Geschwindigkeiten direkt und wendig, was gerade für unerfahrene Fahrer schnell zu unberechenbaren Situationen führen kann.

Wer sich davon jedoch nicht beeindrucken lässt und das Rad mit dem nötigen Selbstvertrauen bewegt, wird reich belohnt. Dann spielt das Jekyll seine Stärken aus und wechselt selbst bei hohen Geschwindigkeiten flink die Richtung – und das dank des steifen Rahmens präzise und ohne unberechenbares Verwinden. Sobald man in flowiges und gebautes Gelände kommt, wechselt man einfach in den Hustle-Mode und das Jekyll wird zum verspielten Trailbike. Abziehen an Wurzeln, maximale Kompression in engen Kurven oder Bodenwellen doubeln ist kein Problem. Auch kurze Gegenanstiege sind für das Jekyll im gezähmten Hustle-Mode keine Herausforderung.

Verfügbarkeit

Alle Cannondale Jekyll Modelle sind ab heute im Handel erhältlich.

Unsere Meinung

In keiner anderen Situation ist Schizophrenie so erwünscht wie beim Mountainbiken. Zwei Bikes in einem geht nicht? Die neue Enduro-Generation beweist das Gegenteil. Cannondale zeigt mit dem Jekyll, dass sich wendiges Spaßbike und ernstzunehmendes Race-Enduro durchaus verbinden lassen. Ganz problemlos funktioniert das aber noch nicht. Fünf mögliche Kombinationen bei der Dämpfereinstellung können im Eifer des Gefechts schnell überfordern. Außerdem schränken sowohl die speziellen AI-Parts als auch das Tuning des Dämpfers durch eine Fachwerkstatt die Individualisierung stark ein.

Mehr Informationen findet ihr unter cannondale.com

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