Der neue Fox Proframe-Helm ist der leichteste Fullface-Helm, den die Amerikaner je gebaut haben. Obendrein soll er extrem gut belüftet sein und Trail-Ridern ein neues Level an Protection bieten. Wir haben ihn ausprobiert.

Der brandneue Fox Proframe soll optimalen Schutz mit perfekter Belüftung und geringem Gewicht verbinden.

Die Bikes, mit denen wir alle unterwegs sind, wurden in den letzten Jahren immer besser und das hat eine Folge: Wir sind immer schneller auf den Trails unterwegs. Klar, Geschwindigkeit bringt Sicherheit – aber fliegt man bei Highspeed doch einmal ab, steigt auch das Verletzungsrisiko. Während Downhill-Biker oft mit Fullface-Helmen unterwegs sind, setzen Trailbiker, die selbst bergauf pedalieren, aufgrund der besseren Belüftung und des geringeren Gewichts nach wie vor auf Open-Face-Helme. Fox will das mit dem neuen Proframe-Helm jetzt ändern.

Riesige Belüftungsöffnungen sollen auch im Uphill einen optimalen Luftstrom ermöglichen.

Der Fox Proframe-Helm im Detail

Mit einem Gewicht von 735 g (Gr. Medium) liegt der neue Fox Proframe ziemlich exakt in der Mitte zwischen einem Halbschalenhelm (ca. 350 g) und einem vollwertigen Fullface ( > 1.100 g). Der Kinnbügel ist fest am Helm integriert und kann nicht abgenommen werden, das soll dank der großzügigen Belüftungsöffnungen aber auch nicht nötig sein. Der Helm besteht aus einer EPS-Schale, die über das von Fox „Varizorb“ genannte Multi-Density-Stoßdämpfungssystem verfügt. Hierbei greifen konisch geformte EPS-Schäume ineinander und sollen so eine optimale Absorption garantieren. Ebenfalls mit im Helm integriert ist das bereits bekannte MIPS-System, das Rotationskräfte mindern soll.

Rund um den Helm finden sich große Belüftungsöffnungen für optimalen Air-Flow.
Auch auf der Oberseite kann heiße Luft abfließen. Das große Visier ist nicht verstellbar.
Die markanten Linien prägen die Optik des Helms.

Insgesamt 23 große Belüftungsöffnungen sollen dafür sorgen, dass man mit dem Fox Proframe auch im Uphill oder an heißen Tagen einen kühlen Kopf behält. Die Polsterung im Inneren ist leicht und dünn, im Bereich der Wangen etwas dicker. Am vorderen Teil des Kinnschutzes sucht man Polster vergebens. Das Visier ist fix und nicht verstellbar, ein Magnetverschluss sichert den Helmstrap. Die gesamte Verarbeitung wirkt hochwertig.

Das MIPS-System im Inneren soll den Schutz noch weiter erhöhen.
Dank Magnetverschluss kann man den Helm mit nur einer Hand öffnen und schließen.

First Ride des Fox Proframe-Helms

Schon beim ersten Aufsetzen spürt man das geringe Gewicht und die gute Belüftung des Helms. Wie schon das Gewicht liegt auch das Tragegefühl ziemlich genau in der Mitte zwischen Fullface und Halbschale. Bei gerade rund 10 °C Außentemperatur waren die Ausfahrten, die wir mit dem Helm gemacht haben, sicher keine Härtetests. Trotzdem erlaubten sie einige Rückschlüsse auf die Belüftung. Die ist insgesamt für einen Fullface sehr, sehr gut. Die große, zentrale Öffnung im Kinnbügel lässt Atemluft problemlos zum und vom Mund weg fließen. Auf einem rund 600 Höhenmeter langen Uphill hatten wir nie das Bedürfnis, den Helm aufgrund seiner Belüftung abzunehmen. Warm wird es vor allem am Hinterkopf und hinter den Ohren, also in den Bereichen, wo sich weniger Öffnungen befinden.

Gepaart mit der neuen Attack Pro-Klamottenlinie bietet Fox ein extrem gut belüftetes Gesamtpaket, das vor allem Racer ansprechen wird.

Apropos Ohren: Leute, die gern viel beim Fahren reden, wird der Hall des Helms etwas stören. Bei einem Kopfumfang von rund 58 cm und einer eher etwas länglichen Kopfform sitzt der Helm in Größe Medium sehr satt auf dem Kopf. Ein Verstellrad sucht man vergebens, es ist aber auch nicht nötig. Nach einer längeren Tragedauer von über 30 min kam es zu unangenehmen Druckschmerzen an der vorderen Kante des MIPS-Systems. Sie steht unter dem Schaumstoffpolster hervor – ein bekanntes Problem bei MIPS.

Genauso luftig wie die neuen Klamotten ist auch der Fox Proframe-Helm. Seine Optik und Belüftung überzeugen. Wie gut er wirklich schützt, bleibt aktuell jedoch ein Rätsel.

Die Schutzwirkung des Fox Proframe-Helms

Fox bewirbt den Proframe als Downhill-zertifizierten Helm mit einer Belüftung, die nahezu an Open-Face-Helme ranreicht. Nachdem die Belüftung in der Tat sehr gut ist, bleibt die Frage nach der Schutzwirkung – speziell des Kinnschutzes. Sowohl die EN 1078:2012+A1:2012- als auch die ATSM-Norm geben hier leider keinen Aufschluss, da bei beiden Prüfverfahren der Kinnschutz nicht mitgetestet wird. Leider hatten wir bisher noch nicht die Möglichkeit, den Helm im Labor zu testen. Wie gut die Schutzwirkung also wirklich ist, können wir zu diesem Zeitpunkt nicht beantworten.

Das Fazit zum Fox Proframe-Helm

Der Fox Proframe-Helm besticht wie versprochen mit einer sehr guten Belüftung und geringem Gewicht im Vergleich zu einem waschechten Fullface-Helm. Die Verarbeitung ist gut, der Tragekomfort je nach Kopfform ebenfalls. Das subjektive Schutzgefühl ist hoch – wie gut der Helm jedoch wirklich schützt, können wir aktuell noch nicht beurteilen. Auf längeren Touren mit viel Uphill würden wir persönlich weiterhin einen Halbschalen-Helm bevorzugen und bei Endurorennen und Ausflügen in den Bikepark oder auf eine Downhill-Strecke eher zu einem waschechten Fullface-Helm greifen. Für viele Fahrer, speziell Enduro-Racer, ist der neue Fox Proframe jedoch genau der Helm, auf den sie gewartet haben. Und obendrein sieht er auch noch richtig gut aus.

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Text & Fotos: Christoph Bayer

Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für ENDURO. Er kümmert sich federführend um das sechs Mal im Jahr erscheinende Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.