Für die Oktober Ausgabe des ENDURO Mountainbike Magazins haben wir uns die Frage gestellt, mit welchem Dämpfer man schneller ist: Luft- oder Stahlfeder? In diesem Blick hinter die Kulissen erfahrt ihr, wie wir es herausgefunden haben.



In Zeiten von neuen, superleichten Stahlfedern sind die besten Stahlfederdämpfer nur noch rund 100 g schwerer als DH-orientierte Luftdämpfer. Doch womit seit ihr schneller? Wir wollten es herausfinden und dazu brauchten wir erst mal einen Luft- und einen Stahlfederdämpfer, vorzugsweise mit ähnlicher Technologie, um eine Verfälschung des Vergleichs durch einen technischen Vorteil auszuschließen. Zum Glück verwendet FOX dieselbe Technologie sowohl bei ihrem führenden Luftfederdämpfer, dem Factory FLOAT X2, als auch beim Factory DHX2-Stahlfederdämpfer. In beiden ist die X2-Dämpfung verbaut, die ähnliche Bauweise der Dämpfer ermöglichte es uns, lediglich die Federtechnik zu vergleichen. Luft- gegen Stahlfeder. Zeit für den Showdown.

Luft gegen Stahlfeder. Der FOX FLOAT X2 und der DHX2 haben ein ähnliches Innenleben und waren somit die perfekten Kandidaten für den großen Showdown.

Auf die harte Tour

Da wir ja Federelemente testen wollten, brauchten wir einen Trail mit Schlägen, die groß genug waren, die Dämpfer an den Rand der Erschöpfung zu bringen – die Art von Trail, die Fahrer und Bike an die Grenzen bringt. Er musste kurz genug sein, dass man ihn schnell einüben und damit erschöpfungsbedingt vermasselte Durchläufe minimieren konnte, aber lang genug, um ausreichend verwertbare Daten zu liefern. Ein Kandidat bot sich klar an: der berüchtigte DH-Trail in Dunkeld, Schottland, der mit Steinbrocken in der Größe von Mikrowellenöfen übersät ist und mehr spitze Kanten hat als ein Sack voll Lego. Es gibt zwei große Schläge die den vollen Federweg ausnutzen und einen großen Sprung gegen Ende mit Landung auf einem Gewirr aus Wurzeln. Der Trail verlangt der Federung also jede Menge Performance und war somit ein ideales Testgelände. Hier könnt ihr euch den Lauf mit GoPro ansehen.

Diese Landung! Der Trail enthält einige große Features mit fiesen Landungen auf Wurzeln.

Die Wahl der Tester

Nicht immer sind es die schnellsten Fahrer, die am meisten von einem Produkt profitieren, deshalb haben wir uns zwei Fahrer mit ganz unterschiedlichen Hintergründen für diesen Test ausgesucht. Einer ist ein sehr erfahrener Alpin-Guide und Racer, der cleane Lines in Serie runterreißen konnte und dem Bike mit seinem aggressiven Fahrstil einiges abverlangte. Unser zweiter Tester war ein Amateur-Racer, begeistert und geübt, aber noch am Lernen, was die Kunst des Racing und der Linienwahl betrifft. Es würde interessant werden, ob einer von beiden (bzw. wer) mehr von den jeweiligen Systemen profitieren würde.

Reifendrücke, Kontaktpunkte und Federgabeln wurden auf die Bedürfnisse der Fahrer angepasst und die Dämpfer wurden zwischen den Bikes ausgetauscht, nicht die Bikes zwischen den Fahrern.
Die Federhärte wurde auf das jeweilige Fahrergewicht angepasst, um dieselben 30 % SAG bei beiden Bikes zu erreichen. Sowohl beim Luft- als auch beim Stahlfederdämpfer wurde ein identischer SAG eingestellt.

Dämpfer-Setup

Ein schlecht eingestellter Dämpfer wird schlechtere Leistung bringen als selbst der billigste, optimal eingestellte Dämpfer. Setup ist alles! Vor dem ersten Durchlauf stellten wir bei beiden Bikes hinten den SAG ein. Beim Stahlfederdämpfer verwendeten wir die korrekte Federhärte und die entsprechende Vorspannung, um 30 % SAG für beide Fahrer zu erreichen. Spacer wurden nach Bedarf eingesetzt. Dann ging der Spaß los. Sowohl der FLOAT X2 als auch der DHX2 verfügen über Low- und Highspeed-Einstellung bei Druckstufe und Zugstufe. Das Setup brauchte also Zeit – einen kompletten Tag, um ehrlich zu sein. Als der SAG eingestellt war, fuhren beide Fahrer Testläufe mit den Basiseinstellungen von FOX, um zu sehen, wie sich das Bike bei unterschiedlichen Arten von Schlägen und den kurzen Zwischenanstiegen anfühlte. Wir machten Notizen und planten Änderungen. Dann markierten wir einen Abschnitt des Trails, der einige große Schläge und wiederholte kleine Stöße bei hohem Tempo enthält, und das Setup konnte beginnen.

Die Teststrecke enthielt High-Speed-Schläge und solche, die den vollen Federweg abrufen.

Zuerst stellten wir die High-Speed-Druckstufe ein, wobei wir uns auf das Verhalten der Bikes bei größeren Schlägen konzentrierten. Wir reduzierten die Druckstufe, wenn den Fahrern nicht mehr genug Federweg zur Verfügung stand, und wir erhöhten sie um ein paar Klicks, falls Durchrauschen auftrat (beim X2-Dämpfer wurden nach Bedarf Tokens verwendet). Indem wir diverse Settings durchprobierten, konnten wir jeweils das finden, das den Fahrern den optimalen Support bot. Nach einigen Durchgängen zur Bestätigung des Setups war die High-Speed-Zugstufe dran, und wir gingen auch hier von den extremen Einstellungen aus, um jeweils das Setting zu finden, bei dem der Dämpfer so schnell wie möglich ausfedern konnte ohne unkontrolliert zu arbeiten. Wir markierten dann ein Stück des Trails, auf dem viele kleine Unebenheiten auftraten, um die Low-Speed-Druckstufe einzustellen – und reduzierten sie, bis wir den besten Kompromiss aus Tritteffizienz und Schluckfreudigkeit bei kleineren Schlägen erreichten. Schließlich kamen wir zum Setup der Low-Speed-Zugstufe, wobei wir uns auf Grip in flachen Kurven und die Erholung nach größeren Gewichtsverlagerungen auf einer langsamen Wurzelsektion konzentrierten. Jedes Mal wurde ein kompletter Durchgang gefahren, um die Settings zu prüfen und Veränderungen zu bestätigen. Dieser Prozess wurde mit beiden Dämpfern durchgeführt, und daher brauchte es eine Menge Durchgänge, über 20! Alle Settings wurden aufgezeichnet, um am nächsten Tag unter Zeitnahme getestet zu werden.

Die Ergebnisse wurden geheim aufgezeichnet, die Fahrer erfuhren ihre Zeiten nicht.

Wiederholung ist alles

Beide Fahrer fuhren die Teststrecke nun konsistent mit einigen Sekunden Abstand zueinander, also begannen wir mit der Zeitnahme. Angesichts so nahe beieinanderliegender Zeiten wussten wir, dass die Ergebnisse nichtssagend sein würden, wenn wir den Durchlauf nicht oft genug wiederholten. Runde für Runde schossen die Fahrer an der Zeitnahmestation vorbei, in einer Geschwindigkeit, die es erlaubte, die gleichen Lines immer wieder ohne Abweichung genau zu treffen. Je besser die Federung arbeitete, desto schneller konnten die Fahrer akkurat fahren.
Den ganzen Tag über wurden die Luft- und Stahlfederdämpfer ausgetauscht, um eine Verzerrung der Ergebnisse durch Lernerfolg und Ermüdung zu vermeiden. Über 30 gezeitete Läufe hinweg wurden die Zeiten gesammelt, schlechte Runs wurden ausgesondert und die Zeitnahme erfolgte komplett blind, sodass die Fahrer ihre Zeiten nicht erfuhren. Nachdem die Daten ausgewertet waren, hatten wir einen Sieger.

Welcher Dämpfer ist nun schneller, Luft- oder Stahlfeder?

Nach 30 Durchläufen war das Ergebnis klar: Mit einem Dämpfer ließen sich bei beiden Fahrern häufig die schnellsten Zeiten verzeichnen. Doch welcher war’s? Findet es heraus und lest die ganze Geschichte mit Ergebnissen und Setup-Daten jetzt in der Oktober Ausgabe des ENDURO Mountainbike Magazins! Bevor ihr nun durchdreht vor Spannung: Das Magazin ist 100 % kostenlos, der Download dauert nur ein paar Minuten – und ihr findet noch jede Menge weitere Artikel im Hammer-Design in unserem digitalen Magazin!


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Text & Fotos: Trev Worsey