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Hoch im Himalaya mit Andi Wittmann & Guido Tschugg

Himalaya-High: Das Abenteuer beginnt

Andi Wittmann & Guido Tschugg sind endlich am Himalaya – und mit ihren Bikes auf indischem Boden.

Arne Reh vom Red Bull Bike Channel steht vor dem Abenteuer seines Lebens. Dies ist die Geschichte hinter dem Dreh der ersten Folge.

Ende Juni, Treffpunkt: Flughafen München. Der Fotograf Carlos Blanchard, der Filmer Martin Hanisch, die zwei Bike-Asse Andi Wittmann und Guido Tschugg und ich. Die anschließenden 60 Stunden sind kurzweilig, aufregend und bringen uns so ziemlich an unsere Grenzen. Der Flug nach Neu Delhi – erledigt. Vinay Menon, den einzigen zumindest halbprofessionellen Mountainbiker, sowie Vineet Sharma, den Gründer des ersten MTB-Magazins Indiens und Führer auf unserem Trip treffen und kennenlernen – erledigt.

Dann die Fahrt von Neu Delhi nach Solang mit einem Zwischenstopp in Chandigarh, um die gesamte Bike-Szene zu treffen – alle vier auf einmal. Nach 24 unbequemen Stunden erreichen wir das Wintersportzentrum Indiens. Wir schlafen ganze drei Stunden, bauen dann unsere Bikes zusammen und fahren mit einer der zwei indischen Gondelbahnen den Berg nach oben. Die Gondel ist recht neu, ein französisches Fabrikat. Aber um die Gondelbahn-Station herum erinnert nichts an ein modernes französisches Skiresort. Ein Tandem-Paraglider fliegt über die Menge hinweg und sucht nach dem Einsammeln der antiquierten Ausrüstung sofort nach einem neuen Opfer. Aufgeblähte Ballons mit Leuten innendrin rasen die Berge hinunter – mit Vollgas in die Massen der indischen Touristen. Auf unserem Weg nach oben bewundern wir die Aussicht auf etwa sechstausend Meter hohe Berge – und befinden uns selbst auf einem Dreitausender. Dies ist erst der Anfang eines unglaublichen Freeride-Trips, hoch oben im indischen Himalaya-Gebirge.

Himalaya-High: Auf der anderen Seite

Andi Wittmann & Guido Tschugg erreichen den Himalaya und machen sich auf in die Berge.

Der Schmerz dringt langsam zu mir durch. Ein dumpfer Hammer klopft von innen gegen meine Schläfen und weckt mich wieder auf. Also versuche ich natürlich, mich umzudrehen, um eine bequemere Schlafposition zu finden, aber nach einem 30-minütigen Kampf gebe ich auf. Meine Nase ist verstopft, die trockene Luft ist für meinen Hals eine Qual. Ich will nach Hause. Doch ich will da weitermachen, wo ich letztes Mal aufgehört hatte. Aufmerksamen Lesern ist vielleicht aufgefallen, dass ich in der ersten Folge geschrieben hatte, dass wir 60 ziemlich intensive Stunden auf unserem Trip erlebt haben, und wirklich aufmerksamen Lesern mag aufgefallen sein, dass noch keine 60 Stunden seit der ersten Folge vergangen sind.

Also, nach dem ersten Tag, und ganz ehrlich nur einem Bier pro Kopf in Solang, bekamen wir etwa drei Stunden Schlaf, bevor wir um 3 Uhr Morgens in Richtung trockener grober Erde aufbrachen. Der Rohtang Pass ist bekannt als eine der tödlichsten Straßen der Welt – auch wegen des Verkehrs, den wir unbedingt vermeiden wollten. Übrigens, Rohtang bedeutet leider „das Land der Toten“ – viel Glück.

Der Pass trennt außerdem die feuchten und grünen Bereiche des Himalayas von den trockenen Tälern in Höhenlagen. Deshalb sind wir hergekommen. Wir hielten uns ziemlich konstant oberhalb von 4.000 Metern auf, und nach weiteren 12 Stunden auf dem Bike über Straßen, die oft eher einer Einzelspur ähnelten, erreichten wir unser Lager in Sarchu, einer vom Militär kontrollierten Zone mitten im Nirgendwo, wie Cam McCaul einmal so treffend sagte.

Das Einschlafen war nicht leicht, obwohl wir nun endlich Zeit hatten, um nach unserem ersten Treffen vor 60 Stunden am Frankfurter Flughafen wirklich zu schlafen. Sich in diese Höhen zu begeben, ohne genug Zeit für die Akklimatisierung zu haben, ist hart. Den Morgen danach habe ich am Anfang beschrieben, und ich bin immer noch stolz, dass wir an dem Tag einige Bilder gemacht haben, die es sich lohnt, zu zeigen.

Himalaya-High: Leh und der letzte Aufstieg

Der Abschluss ihres Trips führt Andi Wittmann & Guido Tschugg in die imposanten Berge Kaschmirs.

Wir wachen in Sarchu auf und scheinen uns an die Höhe gewöhnt zu haben, oder vielleicht sind uns die Kopfschmerzen inzwischen einfach vertraut. Wir packen unsere Sachen und fahren zur letzten Station: Leh, der Hauptstadt von Kaschmir.

Nach einer denkwürdigen Fahrt durch den höchsten Bergpass der Welt und einem Fotostopp mit dem Fahrrad erreichen wir abends Leh.

Am nächsten Morgen begrüßt uns der Anblick der endlosen Berge um uns herum. Ein wirklich denkwürdiger Ausblick, und wir können unser Glück gar nicht fassen, dass wir die Ersten sind, die dieses Freeride-Terrain erforschen. Diese Gegend muss in Zukunft eine Rolle beim Freeride Mountainbiken spielen!

Text & Videos: redbull

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Video: Henry Fitzgerald – Sick Day by Hammersaw Films

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