Wenn ein Bike in diesem Test aussieht wie ein Superheld, dann das Ibis – selbst die Farbgebung in rot und blau erinnert uns an Clark Kent in voller Montur. Aber wie ist es um die Superkräfte des Ibis Mojo 3 auf dem Trail bestellt?

Ibis Mojo 3 XT 1X | 6.198 € | 12,41 kg | 140 mm/ 130 mm
Ibis Mojo 3 XT 1x | 6.198 € | 12,41 kg | 140 mm/ 130 mm

Überzogen mit leuchtend rotem Lack sehen die klassischen Linien des Ibis Mojo 3 einfach unglaublich gut aus. Ibis hat jede Menge Erfahrung in der Produktion von Carbonrahmen und die sieht man dem Rad an. Die Lagerung des Hinterbaus ist ebenso wie die Zugführung des Bikes sehr gut durchdacht. Ibis bietet das Mojo 3 in etlichen Ausstattungsvarianten an. Die getestete XT-Variante hat, wie es der Name vermuten lässt, einen Shimano XT 1×11-Antrieb. Die Federgabel und der Hinterbau verfügen über den neuen Boost-Standard, sodass das Mojo 3 in Kombination mit den breiten Easton ARC-Laufrädern problemlos mit Plus-Reifen gefahren werden kann. Getestet haben wir es jedoch mit 2,35″-Nobby Nics. Shimano XT-Bremsen, ein 50 mm langer Thomson-Vorbau und ein 760 mm breiter Carbonlenker von Ibis runden die Ausstattung ab.

Ibis Mojo 3 2016 ENDURO Trail Bike Group Test Review 2016 -3222

Das Ibis Mojo 3 enttäuschte unsere Hoffnungen auf Super-Performance nicht. Auf dem Trail ist das Bike eine echte Rakete. Die enorme Steifigkeit des Rahmens und der DW-Hinterbau liefern eine optimale Balance aus definiertem Handling und butterweicher Fahrwerks-Performance. Die RockShox PIKE mit 140 mm Federweg ist zwar serienmäßig nicht verbaut, harmoniert aber perfekt mit dem FOX FLOAT EVOL-Dämpfer. Auf kurvenreichen Trails kommt das Mojo 3 schnell voran und hält den Speed auch bei wiederholten harten Schlägen sehr gut. Hier überzeugt der progressive Hinterbau, der sehr viel Feedback gibt. Mit einem Gewicht von 12,41 kg ist das Mojo 3 ein guter Kletterer, doch was am meisten beeindruckt, ist das extrem ausgewogene Handling. Die Kombination der 30-mm-Felgen mit dem bulligen Carbonrahmen sorgt für immense Traktion in Kurven. Durch den flachen 66,8°-Lenkwinkel meistert das Mojo 3 auch steiles Gelände souverän. Das Ibis ist ein Bike für alle Könnerstufen: Weniger versierte Biker schätzen das sichere Handling und in den Händen erfahrener Piloten erwacht das Mojo zu einer echten Rakete. Egal was der Trail bereithält, dieses Bike ist ihm gewachsen.

Helm: xxx | Brille: xxx | Jersey: xxx | Shorts: xxx
Helm: 661 EVO AM | Brille: Oakley Radarlock | Jersey: RaceFace Ambush Long-Sleeve | Shorts: Troy Lee Designs Skyline

Ausstattung des Ibis Mojo 3 XT 1x

Federgabel: RockShox Pike RC SoloAir 140 mm
Dämpfer: FOX Float Factory DPS
Bremsen: Shimano XT
Schaltung: Shimano XT 1×11
Sattelstütze: KS LEV Integra
Vorbau: Thomson Elite X4
Lenker: Ibis Carbon 760 mm
Laufradsatz: Easton ARC 30 27,5″
Reifen: Schwalbe Nobby Nic
Gewicht: 12,41 kg
Preis: 6.198 €

Der einzige Kritikpunkt sind die Shimano M8000 XT-Bremsen mit ihrem ständig wandernden Druckpunkt und der Schwalbe Nobby Nic-Hinterreifen in der harten PaceStar-Mischung. Die Superhelden-Ambitionen des Mojo 3 führen dazu, dass sich sein Fahrer schnell in härterem Gelände wiederfindet, als man es einem Bike mit 130 mm Federweg am Heck zutrauen würde.

Super abgestimmt: Der DW-Link-Hinterbau des Ibis Mojo 3 und der verbaute FOX FLOAT-Dämpfer mit EVOL-Luftkammer harmonieren sehr gut zusammen und so begeistert das Rad mit viel Traktion und jeder Menge Feedback
Super abgestimmt: Der DW-Link-Hinterbau und der verbaute FOX FLOAT-Dämpfer mit EVOL-Luftkammer harmonieren sehr gut zusammen und so begeistert das Rad mit viel Traktion und jeder Menge Feedback.
Vielseitigkeit siegt: Das Ibis Mojo 3 kann mit bis zu 2,8" breiten Reifen gefahren werden. So kann jeder selbst entscheiden, ob er lieber normale oder Plus-Reifen fahren möchte, und damit das Rad perfekt an seine Bedürfnisse anpassen
Vielseitigkeit siegt: Das Ibis Mojo 3 kann mit bis zu 2,8″ breiten Reifen gefahren werden. So kann jeder selbst entscheiden, ob er lieber normale oder Plus-Reifen fahren möchte, und damit das Rad perfekt an seine Bedürfnisse anpassen.
Schwer zu dosieren: Die Shimano M8000 XT am Ibis Mojo 3 sind definitiv kraftvoll, doch der ständig wandernde Druckpunkt macht es schwer, sie zu dosieren – ein Phänomen, das bei sämtlichen neuen XT-Bremsen zu beobachten ist
Schwer zu dosieren: Die Shimano M8000 XT sind definitiv kraftvoll, doch der ständig wandernde Druckpunkt macht es schwer, sie zu dosieren – ein Phänomen, das bei sämtlichen neuen XT-Bremsen zu beobachten ist.
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Fazit

Das Ibis Mojo 3 ist ein unverschämt gutes Bike und sichert sich verdient den Testsieg in diesem Vergleichstest. Mit seiner grandiosen Mischung aus perfekt ausbalanciertem, wendigem Kurvenverhalten und souveräner Laufruhe bei hohen Geschwindigkeiten überzeugte es alle! Die Möglichkeit, 2,8″-Reifen auf dem standardmäßig verbauten Easton ARC 30-Laufradsatz zu montieren, macht das Ibis Mojo 3 noch vielseitiger. Brillant!

+ fantastisches Handling
+ Plus-Reifen kompatibel
– PaceStar-Reifen bei Nässe überfordert
– XT-Bremsen unberechenbar

Mehr Informationen zum Bike findet ihr auf der Ibis Website.

Über den Trailbike-Test 2016

Wenn es um das perfekte Terrain für einen Trailbike-Test geht, gibt es keinen besseren Ort als Schottland. Von den felsigen Trails in den Highlands rund um Aviemore bis zu den verblockten EWS-Strecken im Tweed Valley testeten wir neun der besten Trailbikes zwischen 130 und 150 mm auf Herz und Nieren. Die Trails umfassten knackige Anstiege, flowige Lines und lange, verblockte Passagen, die das Fahrwerk dem ultimativen Härtetest unterzogen. Unser internationales Testteam bestand aus erfahrenen Testern und Elite-Racern, und nach ein paar kaputten Komponenten und sogar gebrochenen Knochen hatten wir schließlich einen klaren Sieger gefunden.

Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr hier: Trailbike Vergleichstests 2016

Alle Bikes im Test: Canyon Spectral CF 9.0 EX | Cube Stereo 140 C:62 SL | Giant Trance Advanced 1 | Specialized Stumpjumper FSR Expert 650B | Radon Slide Carbon 140 10.0 | SCOTT Genius 710 Plus | Whyte T130c RS | Yeti SB 4.5c

Text & Fotos: Trev Worsey

Über den Autor

Trev Worsey

Seit den frühen 90ern mit dem Bike-Virus infiziert, arbeitete Trev zunächst als Wissenschaftler und Statistiker, bevor ihn Bikes und Berge endgültig zu sich riefen. Nach sieben Jahren als Mountainbike-Guide wechselte er dann zu ENDURO, wo er sich seitdem von unserem UK-Office aus um News, Storys und Testberichte für unsere Website und die Ausgaben kümmert.