Kürzlich haben wir die Chance genutzt und Matthias Stonig vom MS-Mondraker Team zu einem kurzen Interview gebeten. Matthias, den die meisten bisher nur vom Downhill kennen machte erst mit einem 5. Rang bei der Specialized SRAM Enduro Series in Riva del Garda und dann mit Platz 2 beim Rennen in Samerberg auf sich aufmerksam.

Specialized SRAM Enduro Series Matthias Stonig Mondraker Dune MS Mondraker Enduro Race Bike Check Samerberg 2014

ENDURO: Grüß dich Matthias, stell dich unserern Lesern doch am besten zu Beginn einmal kurz vor.

Matthias: Servus, mein Name ist Matthias Stonig. Ich wohne in Villach / Östereich, bin 24 Jahre alt und fahre für das MS-Mondraker Team. In den letzten Jahren sah man mich ausschließlich auf dem Downhill Bike, doch nicht zu letzt dank der Überredungskunst meines Teamkollegen Markus Pekoll und Max Stöckl sieht man mich seit dieser Saison nun auch auf dem Enduro.

Mit Rang 5 in Riva und Platz 2 beim Rennen in Samerberg hast du dieses Jahr bereits zwei sehr gute Ergebnisse eingefahren, dir fiel dir Umstieg offensichtlich ziemlich leicht.

Mit dem hab ich ehrlich gesagt selbst nicht gerechnet, immerhin saß ich fast 11 Monate nicht auf dem Rad. Ich hatte mein Bike 3 Tage vor dem Rennen zusammengebaut und bin dann direkt nach Riva gefahren. Eigentlich wollte ich mich dieses Jahr aus dem Renngeschehen raushalten und wirklich nur gechillt ohne die Uhr im Hinterkopf Spaß am Biken haben.
Obwohl ich mich früher immer gegen Enduro gewehrt habe, bin ich jetzt da, wo ich hin gehöre. Man wird mich also auch in Zukunft hauptsächlich auf dem Enduro Bike sehen.

Matthias landete bei seinem zweiten Enduro Rennen der Saison direkt auf dem 2. Rang.
Matthias landete bei seinem zweiten Enduro Rennen der Saison direkt auf dem 2. Rang.

Wenn man deine FB Seite richtig deutet hast du bereits einiges an Verletzungen weggesteckt, was ist passiert?

Puh ja das stimmt, was Verletzungen angeht bin ich wirklich ganz vorne mit dabei. Ich habe mir in den letzten zwei Jahren beide Schultern zerstört und dazwischen noch die Hand gebrochen.

Matthias Stonig mit seinem Mondraker Dune auf dem Weg zu Platz zwei - trotz einiger technischer Probleme.
Matthias Stonig mit seinem Mondraker Dune auf dem Weg zu Platz zwei.

Oh das klingt böse, das Glück scheint ja nicht auf deiner Seite zu sein, denn vor kurzen war ja bereits erneut zu lesen dass du dich verletzt hast. Was ist passiert und wie motivierst du dich jedes mal aufs Neue wieder Vollgas zu geben?

Ja das war wieder ein herber Rückschlag, ich war zum Training im Bikepark in Maribor. Dort hat es mich in einem Rechtsanlieger einfach überschlagen. Ich weiß selbst nicht weshalb. Erst dachte ich mein Lenker ist gebrochen oder das Laufrad sei geknickt, doch da war alles in Ordnung. Dann habe ich gesehen, dass meine linke Hand ziemlich verdreht ist und so ganz klar nicht zu gebrauchen ist.

Also hieß es schnell zurück zum Auto und ab ins Krankenhaus zum Einrenken. Die Schulter war eine Stunde ausgekugelt und dadurch hat sich ziemlich viel Blut im Gelenk gesammelt dazu war noch eine Sehne angerissen.
Ich dachte wirklich ich bin im falschem Film! Jetzt nach dreiwöchiger Pause mit viel Physiotherapie und Training ist alles wieder in Orndung!

Das mit der Motivation kann ich mir selbst oft nicht erklären, aber eine große Rolle spielen auf jeden Fall meine ganzen Freunde und die MS-Mondraker Crew die mich immer wieder aufs neue aufrichten. Letzten Endes denke ich mir, irgendwann muss die Zeit ja kommen wo es läuft, also heißt es einfach dran bleiben!

Der erfahrene Downhiller fühlt sich auf dem leichten Bike auf Anhieb sehr wohl.
Der erfahrene Downhiller fühlt sich auf dem leichten Bike auf Anhieb sehr wohl.

Die Saison ist jetzt ja bereits voll im Gange, in der Gesamtwertung der verschiedenen Rennen hast du kaum mehr eine Chance, hast du noch Ziele für dieses Jahr?

Ja ich habe jetzt durch die Verletzung wieder einiges verloren, es heißt also den alten Speed schnellst möglich wieder zurück zu bekommen. Mein nächstes Rennen wird die European Series am Kronplatz sein. Das große Ziel ist es dann beim letzten Enduro World Series Rennen in Finale Ligure einmal alles richtig zu machen.
Wie gesagt, dieses Jahr dient für mich eigentlich noch nur als Test.

In wie weit lässt sich das Downhill und das Enduro Training vergleichen und wo liegen die größten Unterschiede?

Meiner Einschätzung nach sind Schnelligkeit und Kraft im gleichen Maße gefordert. Am meisten gearbeitet werden muss an der Grundlagen-Ausdauer und der Fähigkeit den ständigen Rythmuswechsel gut wegzustecken.
Das Fahren selbst ist sehr ähnlich, es gilt flüssig und sauber unterwegs zu sein und den Speed zu halten. Dort wo sich die Chance ergibt gilt es dann alle verfügbaren Watt in den Antrieb zu pumpen.

Der Uphill aus eigener Kraft ist noch etwas ungewohnt für Matthias.
Der Uphill aus eigener Kraft ist noch etwas ungewohnt für Matthias.

Trainierst du denn dann viel mit deinem Landsmann und Teamkollegen Markus Pekoll?

Ach ja der Peki und ich, wir trainieren nicht nur viel gemeinsam sondern hatten auch schon Aktionen, bei denen alles am Limit war. Ich würde sagen wir sind ziemlich gute Homies!
Was das Training an geht, machen wir uns viele Gedanken und tauschen uns aus. Man kann also sagen, ja wir sind Trainingspartner.

Sie trainieren nicht nur zusammen: Matthias und sein Teamkollege Markus Peki Pekoll.
Sie trainieren nicht nur zusammen: Matthias und sein Teamkollege Markus Peki Pekoll.

Aktionen am Limit? Erzähl uns mehr davon!

Ich glaube das sollte unter uns bleiben. LACHT

Im Winter ist in Österreich nicht viel mit Mountainbiken, wie hast du dich auf diese Saison vorbereitet?

Um Ehrlich zu sein, gar nicht. Durch die ganzen Verletzungen war ich mehr mit Reha und Physiotherapie beschäftigt und hatte keinen Gedanken ans Bike verschwendet. Ich habe das eine oder andere Langlaufrennen absolviert. Am Ende waren es 10 Rennen und zur Krönung den Vasalauf in Schweden mit 90km im Doppelstock. Danach wusste ich, die Schultern sollten halten.

Egal ob Powder oder Langlauf, Matthias ist auch im Winter voll aktiv.
Ist er gerade nicht verletzt verbringt Matthias auch einige Zeit im Schnee.

Sitzt du denn noch viel auf dem Downhillbike?

Anfang August 2013 war ich das letzte mal mit dem Downhiller unterwegs. Ich werde mich jetzt aber mit dem Enduro Bike auf die Downhill Tracks begeben und dort an meiner Technik und dem Speed arbeiten.
Momentan bin ich noch mit den Gedanken oft noch auf dem schweren Rad unterwegs und Bremse daher einfach viel zu spät in jede Kurve, komme dadurch dann aber nicht mit Speed raus. Das leichte Bike verzeiht einfach viel weniger!

Der Bikesport ermöglicht es dir ja sicher viel zu reisen, welcher Trip war dein Highlight bisher?

Auf jeden Fall Kanada, Whistler-Silverstar-Golden-Mountain

Hast du für uns bei dir zu Hause noch einen Touren Tipp?

Leider ist es bei uns immer noch so eine halb legale Sache. Bei fast jeden Training musst du dich auf ein nettes Gespräch mit Grundstücksbesitzer, Jäger oder Förster freuen.
Mein Tipp ist von Villach auf den Dobratsch Gipfel dann nach Bad Bleiberg runter – 1700 Höhenmeter feinster Trail!

Super, vielen Dank für das Interview, alles gute für die kommenden Rennen und eine verletzungsfreie Zukunft!

Wer noch mehr über Matthias erfahren möchte besucht seine Facebook-Seite oder die Website des MS-Mondraker Teams.

Text: Christoph Bayer Bilder: Axel Brunst / Robin Schmitt / Privat


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