Ihr habt das richtige Bike für euer Kind gefunden und seid bereit für den Bikepark? Nicht so schnell! Vorher solltet ihr euren heißgeliebten kleinen Shredder in eine Schützausrüstung packen, die wirklich was aushält. In diesem Artikel erfahrt ihr, welches Sicherheitsequipment für Bikepark-Tage voller strahlender Gesichter und High-Fives sorgt!

Ihr habt Teil 1 unserer Serie schon gelesen und wisst nun, wie man die Kids für den Bikepark begeistert und was ein gutes Kids-Bike ausmacht? Ihr habt es geschafft, ein hochwertiges Bike zu besorgen und eure Crew auf die DH-Action einzustimmen? Glückwunsch! Aber bevor es losgeht, solltet ihr über eine Sache nachdenken: Habt ihr eine angemessene Schutzausrüstung? Euch muss klar sein, dass Stürze kein mögliches Problem sind, sondern ein unvermeidliches. Eure Kinder werden nicht nur stürzen, sie werden auch eine ganze Weile brauchen, bis sie die Warnsignale verstehen, mit denen sich ein Kontrollverlust ankündigt, weshalb der Crash für sie oft überraschend kommen wird. Solche Stürze können dramatisch sein und kleine Fahrer sehr verängstigen, wenn sie gerade erst damit anfangen, sich am Berg wohlzufühlen. Ein Kind, das Angst hat, ist aber auf einem Downhill-Track völlig fehl am Platz, und das wird der Saison ein schnelles Ende setzen, egal wie sehr ihr euch Mühe gebt, ihm Mut zu machen. Mit der richtigen Schutzausrüstung dagegen erhöht ihr die Chance, dass euer Kind nach einem Sturz wieder aufstehen und das Bein über den Sattel schwingen kann und will.

Mit unseren Tipps sind die Kids wirklich bereit für den Bikepark!
Mit unseren Tipps sind die Kids wirklich bereit für den Bikepark!
Fahrrad- und Motocrossfirmen stellen spezielles Equipment für die Kids her.
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Helme

Es steht völlig außer Frage, dass die Kleinen im Bikepark Fullface-Helme tragen sollten. Ihr werdet euch wundern, wie oft sie mit der Vorderseite des Helms im Dreck landen. Normalerweise sind solche Stürze nicht allzu schwer, aber die Kurzen WERDEN aufs Gesicht stürzen und mit dem richtigen Helm hält sich der Schaden in Grenzen. Ihr solltet das Gewicht des Helms berücksichtigen, denn die Nackenmuskulatur der Kids ermüdet schnell, wenn der Helm zu schwer ist. Im Allgemeinen lässt sich sagen: Je mehr Geld ihr für einen Helm ausgebt, desto bequemer und leichter wird er sein. Wenn ihr keinen leichten Fullface-Helm findet oder euch keinen leisten könnt, dann kauft lieber einen schweren, denn der zusätzliche Schutz hat Priorität vor der Gewichtsersparnis.

Die Goggle sollte gut in den Helm passen, das macht das Ganze komfortabler.
Die Goggle sollte gut in den Helm passen, das macht das Ganze komfortabler.

Knie- und Ellenbogenschoner

Knie- und Ellenbogenschoner sind ein Muss. Für die Kids empfehlen wir euch welche mit Hartplastik an der Außenseite. Denn ohne die passenden Schoner führen kleine Steine schnell zu Wunden, die genäht werden müssen, und auch sonst müsst ihr ständig aufpassen, dass sich Kurzen nicht mit den eigenen Pedalen wehtun. Die richtige Passform hat Priorität, achtet also darauf, dass die Schutzausrüstung die Kleinen nicht in ihrer Beweglichkeit oder bei der Kontrolle über ihre Bikes behindert.

Hartplastikschalen schützen hervorragend vor scharfkantigen Pedalen und Steinen.
Hartplastikschalen schützen hervorragend vor scharfkantigen Pedalen und Steinen.

Handschuhe

Viele erwachsene Fahrer verzichten mittlerweile auf Handschuhe, doch Kinder brauchen sie, weil sie dazu tendieren, über den Lenker zu segeln und dann mit den Handflächen nach unten den Trail runter zu rutschen. Dann ist ohne Handschuhe der Ausflug gelaufen, denn ihr verbringt den Rest des Tages damit, Steinchen aus den Händen herauszupfriemeln. Handschuhe online zu bestellen ist keine so gute Idee, denn sie passen oft nicht richtig. Manche Kinder haben kurze, dicke Finger, andere lange und schlanke. Wenn sie die Handschuhe vor dem Kauf nicht anprobieren, verschwendet ihr womöglich euer Geld oder ihr müsst die Finger der Handschuhe vorne abschneiden, damit sie halbwegs passen.

Gut designte Handschuhe sehen genauso gut aus, wie sie sich anfühlen.
Gut designte Handschuhe sehen genauso gut aus, wie sie sich anfühlen.

Rückenprotektoren

Viele Erwachsene tragen keine Rückenprotektoren, doch für die Kleinen ist das nachdrücklich zu empfehlen. Ihre hampelmannartigen Stürze führen häufiger zu Kontakt zwischen Rücken und Boden, als man erwarten würde. Wenn ihr mal einen dieser Stürze gesehen habt, versteht ihr, was gemeint ist, und seid froh, dass die tiefen Kratzer nur im Plastik sind.

Rüstet die Kids für die Schlacht mit dem Berg!
Rüstet die Kids für die Schlacht mit dem Berg!

Goggles

Wer nichts sieht, kann auch nicht Rad fahren, doch aus irgendeinem Grund hält das Kinder nicht zwingend davon ab, es zu versuchen. Auf staubigen Trails kneifen sie gerne mal ein Auge zu. Die beste Lösung für das Problem sind Goggles mit klarem Glas, die gut in den Fullface-Helm passen. Goggles für Motor- oder Wintersport sind anders, da sich die Anforderungen bezüglich Hitze und Belüftung unterscheiden – achtet also darauf, dass ihr welche für den richtigen Sport kauft.

Goggles mit klarer Scheibe halten Staub und Matsch von den Augen fern.
Goggles mit klarer Scheibe halten Staub und Matsch von den Augen fern.

Schuhe und Pedale

Unterschätzt nicht, wie wichtig die Kontaktpunkte mit dem Bike sind. Als Anfänger fahren eure Kids normalerweise mit Flats, also solltet ihr sichergehen, dass ihre Füße nicht herumrutschen oder -hüpfen. Verschiedene Hersteller bieten hochwertige Pedale an, die aus Kunststoff bestehen statt nur aus Metall. Sie sind leicht, stark und es gibt sie in allerlei verrückten Farben, die die Kids lieben. Für den Grip sorgen Zähne oder Pins, die in den Pedalkörper gegossen oder geschraubt sind. Um zu testen, wie effektiv eine bestimmte Pedal-Schuh-Kombination ist, setzt einen Schuh aufs Pedal und dreht ihn nach links und rechts – wenn er rutscht, probiert eine andere Kombi.

Gute Pedale sorgen für viel Grip und verhindern ein Abrutschen.
Gute Pedale sorgen für viel Grip und verhindern ein Abrutschen.

Fazit

Es gibt tonnenweise Produkte, die die Sicherheit im Bikepark verbessern, doch der Grat zwischen verantwortungsvollem Handeln und dem Schaffen zusätzlicher Probleme ist hier oft schmal. Die Ausrüstung muss passen und darf nicht einengen. Wenn man als Fahrer wegen schlecht sitzender Ausrüstung Beweglichkeit oder Konzentration einbüßt, kann das zu gefährlichen Situationen führen. Lasst die Kids das komplette Zeug anziehen und dreht eine Runde in der Umgebung oder auf dem Pumptrack, um herauszufinden, ob irgendwas problematisch ist. Wenn ihr das erst im Bikepark merkt, kann euch das den Tag ruinieren oder zumindest euer Budget, weil ihr das Equipment dort teuer im Laden kaufen müsst. Mietet das Zeug, leiht es oder kauft es, aber wie auch immer ihr es macht, sorgt dafür, dass euer liebster Bike-Buddy wirklich bereit zum Shredden ist, wenn’s in den Bikepark geht!

Text: Valentin Rühl Fotos: Noah Haxel, Valentin Rühl