„Made For Fun“ steht hinter der Dämpferaufnahme des neuen Marin Rift Zone 3 und verdammt, das ist nicht gelogen. Während sich die Medien auf das polarisierende Äußere des Wolf Ridge konzentrieren, könnte das neue Rift Zone tatsächlich der Diamant im 2018er Marin Lineup sein. Wie ein Audi RS6 versteckt es sich hinter einem unauffälligen Kleid und wartet darauf, seine Reifen qualmen und alle anderen hinter sich zu lassen.

Marin Rift Zone 3 | 130/120 mm (v/h) | 14,00 kg | 2.499 €

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Money Talks, Bullshit Walks: 7 Trailbikes um 3.000 € im Test

Das Rift Zone ist Teil der überarbeiteten Marin Produktpalette für 2018, die für eine Renaissance der bekannten Marke sorgen soll. Der aus 6061 Alu geschmiedete und hydrogeformte Rahmen ist geradlinig, zweckmäßig und verbindet klassisches Design mit moderner Geometrie. Es ist ein Bike, das durch die Zahlen spricht, die zusammengerechnet für Spaß stehen sollen: 780 mm breiter Lenker, 45 mm Vorbau, 460 mm Reach, 29“ Laufräder, 435 mm Kettenstreben und 29 mm breite Felgen. Es ist nicht das längste oder flachste Bike, aber die Summe stimmt. Der Boost-Hinterbau wird gut durch den RockShox Deluxe RT Debonair gebändigt und besitzt straffe 120 mm Federweg. An der Front stehen mit der RockShox Revelation RC 130 mm zur Verfügung.

Der Rest der Komponenten kommt meist aus dem Hause Marin, ist aber qualitativ und mit dem Geschwindigkeitshunger des Rift Zone gut vereinbar. Sie tragen aber auch zu dem etwas stämmigen Gewicht von 14 kg bei. Das Cockpit ist breit und aggressiv, die 120 mm TranzX Teleskopstütze ist simpel, funktioniert aber zuverlässig und besitzt einen ergonomischen Verstellhebeln. Der Verstellbereich ist aber speziell für Fahrer mit langen Beinen zu gering.

Das Marin Rift Zone 3 ist eine Speedmaschine, vielleicht das schnellste Bike im Test, wenn es um Abfahrten auf flowigen, gebauten Trails geht. Die 29”-Laufräder erlauben es mit dem Rift Zone die Trails hoch und runter zu rasen, als wäre der Teufel persönlich hinter einem her. Da kommen Kurven manchmal etwas unerwartet – auch wegen der viel zu kleinen 180/160 mm Bremsscheiben, die deutlich zu schwach sind. Zum Glück manövriert das gut ausbalancierte Rift Zone mit Leichtigkeit auch durch schlecht gewählte Last-Minute-Linien, vor allem dank seiner gelungenen Wendigkeit. Der kurze Radstand steht eher für schnelle Richtungswechsel denn für Stabilität, trotzdem fühlt sich das Rift Zone nie nervös an – nur lebendig.

Helm Fox Metah | Short Endura Singletrack | Jersey Endura Singletrack Print T

Die 29 mm breiten Marin Felgen stützen die WTB Vigilante 2,3“ Reifen gut; die leichten TCS Seitenwände beschleunigen schnell, erfordern aber einen höheren Luftdruck, um nicht ständig mit Platten liegen zu bleiben. Das Heck ist steif und aktiv, allerdings ist die Reifenfreiheit im Hinterbau eher gering. Alles in Allem ist das Marin Rift Zone 3 eine große Überraschung, ein Heidenspaß, ein Wolf im Schafspelz und fast unser Sieger. Es wurde in diesem Test jedoch aufgrund einer geänderten Ausstattung aus der Wertung genommen, da sowohl die Reifen, als auch die Bremsen geupgradet wurden.

Das Marin Rift Zone 3

Federgabel RockShox Revelation RC 130 mm
Dämpfer RockShox Deluxe RT DebonAir 120 mm
Bremsen Shimano Deore
Schaltung Shimano SLX
Sattelstütze TransX Dropper Post
Vorbau Marin 3D Forged Alloy
Lenker Marin Mini-Riser
Reifen WTB Trail Boss
Naben Formula
Felgen Marin
Preis 2.499 €

29er sind die Zukunft
29er werden immer mehr die Laufradgröße der Wahl, wenn man auf Spurtreue und Geschwindigkeit steht. Die besten Bikes besitzen dabei dennoch ausreichend Agilität und ein ausgewogenes Handling.
Tatsächlich für Spaß gebaut
Noch nie war eine Aussage so wahr: das Rift Zone ist ein Diamant im Marin Line-Up, schnell und explosiv.
Ein Bike der Zahlen
Das Rift Zone ist ein Bike der Zahlen, doch sie addieren sich alle zu einer Menge Spaß!

Die Geometrie des Marin Rift Zone 3

Größe S M L XL
Sattelrohr 385 mm 420 mm 450 mm 480 mm
Oberrohr 585 mm 612 mm 636 mm 670 mm
Lenkwinkel 67,5° 67,5° 67,5° 67,5°
Sitzwinkel 74,8° 74,8° 74,8° 74,8°
Kettenstrebe 435 mm 435 mm 435 mm 435 mm
BB Drop 39 mm 39 mm 39 mm 39 mm
Radstand 1134 mm 1156 mm 1178 mm 1209 mm
Reach 420 mm 441 mm 460 mm 490 mm
Stack 609 mm 614 mm 619 mm 623 mm
Laufradgröße 29″ 29″ 29″ 29″
Zehn Sekunden auf dem Mairn Rift Zone 3, dann weiß man, dass es dieses Bike faustdick hinter den Ohren hat.

Fazit

Mit einer Menge eigener Komponenten und ohne viel Schnickschnack muss das Marin Rift Zone 3 durch seine eigene Performance glänzen. Zum Glück für Marin macht es das hervorragend und zündet ein wahres Feuerwerk auf den Trails. Lasst eure Kumpel nicht dieses Bike kaufen, ihr werdet sie nicht mehr einholen!

Stärken

– Super ausgewogenes Handling
– Leicht zu beschleunigen

Schwächen

– Leichte Karkassen kosten Stabilität

Weitere Informationen findet ihr auf marinbikes.com


Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Money Talks, Bullshit Walks: 7 Trailbikes um 3.000 € im Test

Alle Bikes im Test: Canyon Spectral AL 6.0 EX | Marin Rift Zone 3 | MERIDA ONE-TWENTY 7.800 | ROSE Granite Chief 2 | Vitus ESCARPE 29 VRX | Whyte T-130 S | YT JEFFSY AL ONE 27


Text & Fotos: Trev Worsey

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Über den Autor

Trev Worsey

Seit den frühen 90ern mit dem Bike-Virus infiziert, arbeitete Trev zunächst als Wissenschaftler und Statistiker, bevor ihn Bikes und Berge endgültig zu sich riefen. Nach sieben Jahren als Mountainbike-Guide wechselte er dann zu ENDURO, wo er sich seitdem von unserem UK-Office aus um News, Storys und Testberichte für unsere Website und die Ausgaben kümmert.