Das AMG ROTWILD Team ist nicht nur mit extrem sportlichen Autos unterwegs, sondern auch auf extrem schnellen Bikes. Das belegen die Erfolge von Sofia Wiedenroth und ihren Kolleginnen und Kollegen. Ob das ROTWILD R.R2 FS 29 Evo genauso satt auf dem Trail liegt wie ein AMG auf der Straße, zeigt dieser Vergleich.

ROTWILD R.R2 FS 29 Evo | 5.999 € | 11,50 kg | Federweg (v/h) 120/115 mm
ROTWILD R.R2 FS 29 Evo | 5.999 € | 11,50 kg | Federweg (v/h) 120/115 mm

Eines hat das ROTWILD R.R2 FS 29 Evo mit den Autos der Edelschmiede schon einmal gemein: Es sieht verdammt heiß aus! Der formschöne Carbonrahmen in schicker schwarz-roter Lackierung weiß zu gefallen. Auch die Ausstattung des 29er, bestehend aus FOX-Factory-Fahrwerk, Shimano XTR-Schaltung und DT-Swiss-Laufrädern, liest sich ähnlich exquisit wie die Sonderausstattung der Affalterbacher Autoexperten. Mit einem Preis von 5.999 € ist das Rad jedoch auch rund 1.000 € teurer als seine Konkurrenz. Doch keine Angst: Das R.R2 FS gibt es auch in einer günstigeren Ausstattungsvariante – sie war zum Testzeitpunkt nur noch nicht verfügbar.

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Einmal auf dem ROTWILD R.R2 FS 29 Evo Platz genommen, herrscht sofort Wohlfühlatmosphäre. Obwohl es sich eigentlich um einen straffen Sportwagen handelt, fühlt es sich eher an wie in einer komfortablen Limousine – und das ist absolut positiv zu verstehen. Uphills meistert das ROTWILD souverän. Egal ob steile Anstiege oder technische Sektionen, die Traktion stimmt. Die Plattformdämpfung am Dämpfer wird höchstens auf längeren Asphalt-Sektionen benötigt, im Gelände ist sie überflüssig. Die 120 mm Federweg in Front und 115 mm am Heck harmonieren sehr gut und nehmen selbst kleinste Unebenheiten souverän auf, ohne bei großen Schlägen überfordert zu sein.

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Schnelle Highspeed-Abschnitte liegen dem ROTWILD R.R2 FS 29 Evo deutlich besser als enge, verwinkelte Sektionen. Dort erfordert das ROTWILD etwas Nachdruck, um schnelle Richtungswechsel umzusetzen. Die serienmäßig verbaute KS-LEV-Sattelstütze verfügt zwar lediglich über 100 mm Hub, diese erwiesen sich in Kombination mit den großen 29″-Laufrädern dennoch als durchaus ausreichend.

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Details des ROTWILD R.R2 FS 29 Evo

Den ROTWILD-Ingenieuren gelang es, einen sowohl äußerst effizienten als auch sehr komfortablen Hinterbau zu entwerfen. Er bietet massig Traktion und neigt auch im Open-Mode des Dämpfers kaum zum Wippen. Einzig auf langen Asphalt-Anstiegen lohnt der Griff zum Verstellhebel.
Effizient und komfortabel: Den ROTWILD-Ingenieuren gelang es, einen sowohl äußerst effizienten als auch sehr komfortablen Hinterbau zu entwerfen. Er bietet massig Traktion und neigt auch im Open-Mode des Dämpfers kaum zum Wippen. Einzig auf langen Asphalt-Anstiegen lohnt der Griff zum Verstellhebel.
ROTWILD hat die Vorteile einer versenkbaren Sattelstütze erkannt und stattet das Evo- und das günstige Pro-Modell serienmäßig mit einer KS LEV Integra aus.
Serienmäßig: ROTWILD hat die Vorteile einer versenkbaren Sattelstütze erkannt und stattet das Evo- und das günstige Pro-Modell serienmäßig mit einer KS LEV Integra aus.
Auch am R.R2 FS ist ein recht langer Vorbau (80 mm) montiert. Ein kürzeres Modell würde deutlich mehr Kontrolle und ein direkteres Fahrverhalten vermitteln, ohne die Uphill-Performance signifikant zu verschlechtern.
Zu lang: Auch am R.R2 FS ist ein recht langer Vorbau (80 mm) montiert. Ein kürzeres Modell würde deutlich mehr Kontrolle und ein direkteres Fahrverhalten vermitteln, ohne die Uphill-Performance signifikant zu verschlechtern.
Das Testmodell verfügt über eine sehr edle und hochwertige Ausstattung. Gemessen an den verbauten Komponenten geht der Mehrpreis von rund 1.000 € in Ordnung. Das günstigere Modell war zum Testzeitpunkt leider nicht verfügbar, wirkt auf dem Papier jedoch auch äußerst stimmig.
Edel: Das Testmodell verfügt über eine sehr edle und hochwertige Ausstattung. Gemessen an den verbauten Komponenten geht der Mehrpreis von rund 1.000 € in Ordnung. Das günstigere Modell war zum Testzeitpunkt leider nicht verfügbar, wirkt auf dem Papier jedoch auch äußerst stimmig.

Ausstattung des ROTWILD R.R2 FS 29 Evo

  • Gabel: FOX 32 Float FIT4 Factory 120 mm
  • Dämpfer: FOX Float DPS Factory
  • Antrieb: Shimano XTR/XT
  • Bremsen: Shimano XT
  • Sattelstütze: Kind Shock LEV Integra 100 mm
  • Vorbau: Crank Brothers Iodine 1 80 mm
  • Lenker: Crank Brothers Cobalt 11 740 mm
  • Reifen:Continental X-King 2,20″
  • Laufradgrößen: 29″
  • Laufradgröße: DT Swiss X1700 Spline Two
  • Gewicht: 11,50 kg
  • Preis: 5.999 €
Geometrie des ROTWILD R.R2 FS 29 Evo
Geometrie des ROTWILD R.R2 FS 29 Evo

Fazit

Das komfortable ROTWILD R.R2 ist ein Bike für lange Stunden im Sattel. Mit seinem ausgewogenen Fahrwerk und gutmütigen Fahrverhalten überzeugt es sowohl im Up- wie auch Downhill. Fahrer, die Wert auf ein agiles Handling legen, werden hier jedoch nur bedingt fündig.

Stärken

  • super komfortabel
  • sinnvolle Ausstattung
  • sehr laufruhig

Schwächen

  • wandernder Druckpunkt der Bremse
  • teuer
  • kein XL-Modell erhältlich

Mehr Information findet ihr auf der Rotwild Website.

Über den XC-Bike Vergleichstest 2016

Als Testrevier dienten die vielfältigen Trails rund um Barcelona. Steile Anstiege, anspruchsvolle Trails bergauf wie bergab und das grandiose Wetter an der Mittelmeerküste boten die perfekten Rahmenbedingungen. Das Test-Team bestand aus vier Fahrern mit verschiedenen Vorlieben und unterschiedlichen Backgrounds, die aber alle eines gemeinsam haben: jahrelange Testkompetenz.

Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr im Übersichtsartikel: XC-Bikes Vergleichstests 2016

Alle Bikes im Test: Canyon Lux CF 9.9 Race | Giant Anthem SX Advanced | Pivot Mach 4 Carbon | ROSE THRILL HILL 3 27,5″ 2016 | ROTWILD R.R2 FS 29 Evo | SCOTT Spark 710 | Specialized Epic Elite Carbon 29 World Cup | Trek Top Fuel 9.8 SL

Text & Bilder: Christoph Bayer

PS: Leserumfrage 2017 - Feedback geben und gewinnen: Unter allen Teilnehmern bei unserer Leserumfrage verlosen wir ein edles Trek Slash 2018 in der Topausstattung! Klicke hier um mitzumachen!

Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für ENDURO. Er kümmert sich federführend um das sechs Mal im Jahr erscheinende Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.