Wer von uns träumt nicht von dem einen Bike, mit dem er eigentlich immer richtig gerüstet ist, egal ob für eine Tour mit Bekannten, einen langen Alpencross oder einen Tag auf dem Flowtrail? Mit dem SCOTT Contessa Spark Plus hat SCOTT ein Bike geschaffen, dem der Spagat zwischen Vortrieb und Abfahrtsperformance perfekt gelingen soll.

SCOTT Contessa Spark 710 Plus | 130 mm/120 mm (v/h) | 12,9 kg | 4.799 €

Was muss ein Bike können? Für was will ich es nutzen? Diese Fragen stellt sich jeder, der auf der Suche nach dem perfekten neuen Bike ist. Für Frauen, die gerne lange Touren fahren und dennoch ein verspieltes und schnelles Trailbike bergab suchen, hat SCOTT das Contessa Spark Plus im Angebot. Ausgangsbasis ist die XC-Rennmaschine, mit der Jenny Rissveds und Nino Schurter die Goldmedaillen in Rio gewonnen haben. Doch durch das „Plus“ bei den Reifen, dem Federweg und der Geometrie ist aus dem reinrassigen Racebike ein vielseitiges und vor allem leichtes Tourenbike mit guten Traileigenschaften geworden.

Der Charakter des Spark Plus: zuverlässig, sicher und gutmütig.

Das SCOTT Contessa Spark 710 Plus im Detail

Ausgangsbasis ist dabei ein Carbon-Hauptrahmen mit Aluminium-Hinterbau und 120 mm Federweg am Heck. Der Dämpfer des Contessa-Modells ist nicht nur für leichte Fahrerinnen abgestimmt, sondern lässt sich via dreistufiger TwinLoc-Technologie zusammen mit der FOX 34-Federgabel in Front (130 mm) auch vom Lenker aus verhärten. Zusammen mit speziellen Griffen, einem schmaleren Lenker und einem angepassten Sattel wird der Unisex-Rahmen zum Frauenmodell. Doch wie wir alle wissen, sind genau diese drei Bauteile sowieso Geschmackssache – auch bei Frauen. Mit 740 mm Breite ist der Lenker unserer Meinung nach ein wenig zu schmal geraten. Ein breiterer Lenker würde der Fahrerin mehr Sicherheit vermitteln und lässt sich ggf. einfach kürzen. Gebremst wird das Contessa Spark von Shimano XT-Bremsen, bei denen wir während des Testverlaufs leider immer wieder mit einem wandernden Druckpunkt zu kämpfen hatten.

Federgabel FOX 34 Float Performance Elite 130 mm
Dämpfer FOX Nude Trunnion 120 mm
Bremsen Shimano XT
Schaltung Shimano XT 2×11
Sattelstütze FOX Transfer
Vorbau Syncros FL1.5
Lenker Syncros FL1.5 Mini Riser 740 mm
Reifen MAXXIS Rekon+
Laufradsatz Syncros TR2.0/XR2.0

Kabelsalat
Hier fühlt man sich wie beim Entschärfen einer Bombe – welches Kabel nehm ich? Im Zweifelsfall drückt man den falschen Hebel. Der Verzicht auf einen Umwerfer würde für weniger Chaos sorgen.
Schick
Die speziell geformten Spacer wissen zu gefallen und verleihen dem Rad einen futuristischen Look.
Keep on rollin
Die flach profilierten MAXXIS Rekon+ Reifen überzeugen mit geringem Rollwiderstand und viel Komfort, sie könnten aber bergab mehr Grip bieten.
Tourentauglich
Damit man auf langen Ausfahrten nicht verdursten muss, hat SCOTT eine Flaschenhalteraufnahme ins Rahmendreieck integriert.

Die Geometrie des SCOTT Contessa Spark 710 Plus

Größe S M L XL
Sattelrohr 410 mm 440 mm 490 mm 540 mm
Oberrohr 577 mm 607 mm 637 mm 657 mm
Steuerrohr 95 mm 95 mm 105 mm 115 mm
Lenkwinkel 66,9° 66,9° 66,9° 66,9°
Sitzwinkel 73,2° 73,2° 73,2° 73,2°
Kettenstrebe 438 mm 438 mm 438 mm 438 mm
Tretlager Höhe 329 mm 329 mm 329 mm 329 mm
Radstand 1128 mm 1158 mm 1189 mm 1210 mm
Reach 396 mm 426 mm 453 mm 470 mm
Stack 598 mm 598 mm 607 mm 616 mm

Plus-Reifen rollen und rollen und rollen …

In diesem Test konnte das Contessa Spark Plus seine Wurzeln nicht verleugnen, trotz der behäbig wirkenden Reifen und einem Gewicht von 12,9 kg rollt das Bike enorm gut und klettert willig bergauf. Anders, als es die Optik verspricht, ist der Rollwiderstand der Reifen völlig in Ordnung und nicht spürbar höher als bei schmalen Alternativen. Der verbaute Shimano XT 2-fach-Antrieb bringt zwar für steile Uphills einen angenehm leichten Gang, allerdings erkauft man ihn sich mit einigen Nachteilen. Reduziert man den Federweg via Remotehebel, generiert das Spark noch mehr Vortrieb. Die Sitzposition auf dem Bike ist trotz der Race-Gene angenehm aufrecht und sehr komfortabel.

Es geht noch mehr: Race + Trail

Nicht jedes Rad muss knallhart auf Downhill-Performance optimiert sein, um ein gutes Bike zu sein. Das SCOTT Contessa Spark Plus fährt sich genauso, wie man es von ihm erwartet: zuverlässig, sicher und gutmütig. Wenn es darum geht, Spaß auf den Trails zu haben, ist das Bike ganz vorne mit dabei. Auch mit relativ wenig Federweg ist es durch die Plus-Reifen sehr komfortabel zu fahren. Der MAXXIS Rekon+ bietet auf harten Böden guten Grip und Kontrolle. Wer das Potenzial des Bikes bergab aber ausnutzen möchte, sollte zumindest am Vorderrad ein grobstolligeres Modell montieren. In Kurven ist das Contessa Spark Plus leicht zu handeln und lässt sich agil und spielerisch über verwinkelte Wege und Wurzeln steuern. Das FOX-Fahrwerk arbeitet dabei effektiv. Klar spürt man, dass man keine endlosen Federwegsreserven hat, doch in den meisten Situationen ist das Bike völlig ausreichend. Auch kleineren Sprüngen steht nichts im Weg, da das Rad sich leicht abheben und in der Luft gut kontrollieren lässt. Das einzig Störende bergab: das Geklapper des 2-fach-Antriebs und der überladene Lenker.

Helm POC Tectal | Brille Oakley Radar | Jersey Sombrio Pedigree Jersey | Shorts Specialized Women’s Andorra Pro

Fazit

Bikerinnen, die auf der Suche nach einem effizienten Tourenbike sind, das auf Trails viel Sicherheit vermittelt und einen breiten Einsatzbereich abdeckt, werden beim SCOTT Contessa Spark 710 Plus fündig. Es begeistert mit agilem Handling und sehr gutem Vortrieb. Wir würden uns allerdings mindestens ein Modell mit 1-fach-Antrieb und etwas potenterer Ausstattung wünschen.

Stärken

– bergauf sehr effizient
– sicheres, berechenbares Handling
– sehr vielseitiger Einsatzbereich

Schwächen

– zu viele Hebel am Lenker sorgen für Chaos
– Vorderreifen limitiert das Rad bergab


Weitere Informationen findet ihr auf scott-sports.com!

Text: Antonia Buckenlei Fotos: Christoph Bayer Übersetzung: Emmie Collinge

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