Solid produziert nicht nur Enduro- und Downhillbikes, sondern ist auch der erste Rad-Hersteller, der einen Heavy-Metal-Song auf Platte gepresst hat. „Ride Fucking Downhill“ heißt das Lied mit einer straighten Message. Und auch das Enduro-Modell der Schwarzwälder Bikeschmiede soll dieser Heavy-Metal-Attitüde in nichts nachstehen – wir waren gespannt, ob das Solid Magix Comp hält, was die Jungs versprechen.

Solid Magix Comp action shot

Für echte Hardrock-Fans gibt es nur eine Farbe: schwarz. Und so ist es nicht verwunderlich, dass man bunte Akzente am Magix vergeblich sucht. Die Ausstattung besteht aus einem hochwertigen RockShox-Fahrwerk, SRAM-Bremsen und Reverse-Komponenten.

Solid Magix Comp auf den trails

Die Tester hätten sich an dem potenten Bike mit seinen satten 175 mm Federweg am Heck allerdings einen 1-fach-Antrieb gewünscht. Dieser ist nur bei der mit 3.260 € deutlich teureren Top-Version erhältlich. Trotz des vielen Federwegs lässt es sich mit dem Magix erstaunlich entspannt bergauf pedalieren. Der kurze Hauptrahmen (Reach 433 mm Gr. L) führt zu einer komfortablen, kompakten Sitzposition und selbst technische Uphills meistert man mit dem Rad gelassen. Das hohe Tretlager reduziert im Uphill das Risiko, mit den Pedalen oder der Kurbel an einem Hindernis hängen zu bleiben. Bergab sorgt es in Kombination mit dem weit nach oben gezogenen Oberrohr allerdings dazu, das man gefühlt mehr auf als in dem Bike steht.
So setzt das Magix Richtungswechsel zwar schnell und präzise um, fährt sich aber etwas stelzig. Dennoch wirkt es auch bei Highspeed nicht nervös, was dem flachen Lenkwinkel (65,5°) zuzuschreiben ist. Das Fahrwerk brilliert: Die 175 mm Federweg nutzt das Rad sehr effektiv und vermittelt dadurch ein hohes Maß an Traktion, ohne undefiniert zu wirken. Das Magix klebt förmlich am Boden und steckt selbst härteste Schläge souverän weg.

Details am Solid Magix Comp

Solid Magix Comp Ersatz-Schaltauge

Lebensretter: Ein wirklich smartes Detail hat Solid unter dem Tretlager versteckt: ein Ersatz-Schaltauge. Das Teil stört dort überhaupt nicht und kann im Zweifelsfall die Tour und so den gesamten Bike-Tag retten.

Solid Magix Comp Remote der Sattelstütze

Fragil: Der Remote-Hebel der verbauten Fastace-Teleskopsattelstütze war bereits zu Testbeginn abgebrochen. Die Stütze ließ sich dennoch verwenden, wenn auch nur mit hohen Bedienkräften.

SSolid Magix Comp Hinterbau

Beeindruckend: Der Hinterbau des Magix ist ein echtes Sahnestück. Er ist nicht nur trotz 175 mm Federweg bergauf äußerst antriebsneutral – er spricht auch bergab sehr gut an und gibt ausreichend Feedback.

Solid Magix Comp Cockpit

Überladen: Das Reverse-Cockpit des Solid Magix wirkt überladen und unruhig. Das liegt nicht nur an den vielen Zügen, sondern auch an den vielen Logos der verschiedenen Komponenten. Hier wäre weniger mehr!

Ausstattung: Solid Magix Comp

  • Gabel: RockShox Pike RC 160 mm
  • Dämpfer: RockShox Monarch RT3 (175 mm am Heck)
  • Antrieb: SRAM X9 2×10
  • Bremsen: SRAM Guide RS
  • Sattelstütze: Fastace Hydraulik
  • Vorbau: Reverse S-Trail
  • Lenker: Reverse Blackline
  • Reifen: Schwalbe Hans Dampf
  • Laufradgröße: 27,5″
  • Laufräder: Reverse 650B
  • Gewicht: 14,78 kg
  • Preis: 2.499 €
Geometrie-Solid-Magix

Fazit zum Solid Magix Comp

Das Solid Magix Comp hält, was es optisch verspricht. Es ist echter Heavy Metal: total ehrlich, schnell, aber optisch leider auch etwas in die Jahre gekommen. Die Ausstattung und auch die Geometrie besitzen zwar beide kleinere Schwächen. Dennoch fährt sich das Rad nicht zuletzt dank des top Fahrwerks sehr ausgewogen und berechenbar.

Stärken

  • satter Hinterbau
  • klettert gut
  • vermittelt viel Sicherheit

Schwächen

  • hohes Tretlager
  • 2×10-Antrieb
  • hohes Gewicht

Mehr Informationen zum Solid Magix Comp findet ihr auf der Solid-Website.

Solid Magix Comp action shot 2

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Text: Christoph Bayer Bilder: Christoph Bayer

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Christoph Bayer