„Evolution statt Revolution“ lautet das Motto beim neuen Specialized Enduro 29 Pro. Statt das Rahmendesign komplett über den Haufen zu werfen, setzt das Team von Specialized weiterhin auf sein bewährtes Konzept und verleiht dem Rad einige Detailverbesserungen. Genug, um sich von der Konkurrenz abzuheben?

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Crème de la Crème – 9 Highend-Enduro-Bikes 2018 im Vergleich

Specialized Enduro PRO 29
160/160 mm (v/h) | 13,65 kg | 7.499 €

Normalerweise dauert ein Modellzyklus bei Specialized deutlich länger. Beim Erfolgsmodell Enduro haben die Amerikaner jedoch bereits nach gut einem Jahr eine überarbeitete Version vorgestellt. Im Vergleich zum Vorgänger besitzt das neue Enduro eine minimal längere und flachere Geometrie, die sich neuerdings via Flip-Chip verstellen lässt. Ebenfalls neu ist die Command Post iRcc WU-Sattelstütze, bei der sich der Sattel nicht nur absenkt, sondern auch nach hinten neigt. Leider fällt der Verstellbereich mit 100 mm etwas gering aus, auch wenn das Heck des Sattels deutlich weiter nach unten wandert. Genial sind weiterhin die SWAT-Box im Unterrohr und die verbesserte Tool-Integration im Steuerrohr. Beim Fahrwerk setzt Specialized voll auf Öhlins. Dank Auto-SAG und einer reduzierten Anzahl an Klicks gelingt das Setup am Dämpfer schnell und einfach. Bei der Federgabel dauert es allerdings aufgrund der zwei Luftkammern etwas länger als bei der Konkurrenz. Wir empfehlen sportiven Fahrern einen etwas höheren Druck in der Ramp-up-Chamber, als in der Tabelle angegeben ist, um die Progression der Federgabel zu erhöhen.

Helm POC Tectal | Brille POC Crave | Jersey ION Tee LS Scrub_Amp | Shorts ION Bikeshorts Scrub_Amp | Schuhe ION Rascal

  Die große Stärke des Specialized Enduro 29 ist seine unglaubliche Vielseitigkeit.

Trotz der Updates fällt der erste Kontakt mit dem Enduro noch Specialized-typisch aus. Einmal aufgestiegen, fühlt man sich direkt pudelwohl! Als Fahrer sitzt man angenehm zentral und sportlich leicht gestreckt. Uphills erklimmt man mit dem Rad ohne großen Kraftaufwand. Die zuschaltbare Plattformdämpfung unterdrückt Wippen effektiv, verhärtet den Dämpfer aber nur wenig. Wer bergauf seinen Dämpfer komplett blockieren will, wird hier nicht fündig.
Bergab begeistert das Enduro mit einem sehr lebendigen Handling. Richtungswechsel erledigt das Rad spielerisch, erfordert aber einen aktiveren Fahrstil als sein Vorgänger. Belohnt wird dieser dann jedoch mit einem enormen Maß an Agilität und Fahrspaß. Der Hinterbau arbeitet nicht super satt, spricht aber dennoch gut an und gibt dafür sehr viel Feedback. Er sagt dem Fahrer jederzeit, was gerade unter ihm passiert, wodurch man sehr gut mit dem Gelände spielen kann. Wellen durchsurfen oder an Kanten abziehen? Ja, bitte! Das Rad macht nicht nur auf harten Trails, sondern auch im gemäßigten Einsatz viel Spaß. Wird es anspruchsvoller, hält es souverän die Linie, und eine gute Progression am Heck sorgt für ausreichend Reserven. Einzig die verbauten Reifen können nicht ganz mit der Konkurrenz aus dem Hause MAXXIS mithalten.

Das Specialized Enduro 29 Pro im Detail

Federgabel Öhlins RXF 36 160 mm
Dämpfer Öhlins RXF STX 160 mm
Bremsen SRAM Code R 200/180 mm
Schaltung SRAM X01 Eagle
Sattelstütze Specialized Command Post IRCC WU 100 mm*
Vorbau Specialized Trail 50 mm
Lenker Specialized DH 800 mm
Reifen Specialized Butcher 2,3″
Laufradsatz Roval Traverse Carbon 29
Gewicht 13,65 kg
Preis 7.499 €
* 150mm an Sattelhinterkante durch Neigungsfunktion.

Clever es Feature des Specialized Enduro 29 Pro ist die Teleskopsattelstütze welche ihren Neigungswinkel verstellt.
Gut gedacht, schlecht gemacht
Die Idee ist genial: Senkt man den Sattel ab, neigt sich zusätzlich die Spitze etwas nach oben. Dadurch kann man das Rad sehr gut mit den Beinen steuern. Leider fällt der Verstellbereich etwas zu gering aus und obendrein klappert die Stütze hörbar.
Kofferraum
Wie genial die SWAT-Box eigentlich ist, wird einem erst klar, wenn man eine Zeit lang mit dem Specialized unterwegs ist. Den Ersatzschlauch und die Pumpe schick im Bike zu verstauen und vor Matsch zu schützen, ist einfach super praktisch.
Immer dabei
Dreht man die Klappe, springt einem schon das Minitool entgegen. Nie hatte man sein Werkzeug schneller zur Hand. Leider braucht man es aufgrund der kurzen Sattelstütze relativ häufig.
Einfach ist besser
Ein korrektes Setup ist für die Performance eines Bikes essenziell. Specialized erleichtert den Weg dorthin deutlich mithilfe des Auto-SAG-Ventils und einer reduzierten Anzahl an Klicks.

Die Geometrie des Specialized Enduro 29

Größe S M L XL
Oberrohr 559 mm 584 mm 611 mm 637 mm
Steuerrohr 95 mm 95 mm 110 mm 125 mm
Lenkwinkel 66° 66° 66° 66°
Sitzwinkel 76,7° 76,7° 76,5° 76,3°
Kettenstrebe 433 mm 433 mm 433 mm 433 mm
Tretlager Höhe 354 mm 354 mm 354 mm 354 mm
Radstand 1165 mm 1190 mm 1218 mm 1245 mm
Reach 415 mm 440 mm 462 mm 483 mm
Stack 606 mm 606 mm 619 mm 633 mm
Das Specialized Enduro 29 Pro kann alles, hinauf klettern hinab brettern!

Fazit

Das Specialized Enduro 29 Pro ist nicht das potenteste oder agilste Bike im Test, aber es bietet den mit Abstand besten Kompromiss aus allen Eigenschaften. Wo auch immer man mit ihm unterwegs ist – Fahrspaß ist garantiert! Obendrein klettert es gut bergauf und macht dank innovativer SWAT-Integration den Rucksack auf vielen Touren überflüssig. Unser Testsieger!

Stärken

+ enormer Fahrspaß in jedem Terrain
+ gute Klettereigenschaften
+ geniale Tool-Integration

Schwächen

– Sattelstütze klappert und hat wenig Hub
– Reifen bieten etwas weniger Grip und Dämpfung als die besten im Test

Uphill
Downhill
Laufruhe
Agilität
Preis/Leistung


Mehr Infos findet ihr unter: specialized.com

Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Crème de la Crème – 9 Highend-Enduro-Bikes 2018 im Vergleich

Alle Bikes im Test: Cannondale Jekyll 1 | Canyon Strive CF 9.0 | Evil The Wreckoning X01 | Kona Process 153 CR 27,5 | Merida ONE-SIXTY 8000 | Orbea Rallon M-Team | Santa Cruz Nomad 4 CC XX1 | Trek Slash 9.8


Dieser Artikel ist aus ENDURO Ausgabe #032

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Text: Christoph Bayer Fotos: Christoph Bayer, Valentin Rühl

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