Die SRAM CODE ist mittlerweile seit einer gefühlten Ewigkeit auf dem Markt – und das nahezu unverändert. Nun hat sie ein umfassendes Update bekommen. Wir haben die Bremse in den letzten Wochen ausgiebig getestet, um zu checken, ob sie nicht nur besser aussieht, sondern auch besser verzögert als ihre Vorgängerin.

Die SRAM CODE verfügt nicht nur über einen neuen Bremshebel, sondern auch über einen überarbeiteten Bremssattel. Die RSC-Variante kostet 270 € und wiegt 433 g.

Was hat sich bei der SRAM CODE geändert?

Fast alles! Die einzige Ausnahme: Es können nach wie vor die gleichen Bremsbeläge verwendet werden. Der Rest der Bremse wurde im Vergleich zum Vorgänger grundlegend überarbeitet. Dabei wurden viele Technologien der aktuellen SRAM Guide-Modelle angewendet. So besitzt die neue CODE neben dem Bleeding Edge-Anschluss zum leichteren Entlüften auch das Heat Shield für eine erhöhte Standfestigkeit und den SwingLink-Hebel für eine bessere Dosierbarkeit.

Der Bremssattel besitzt vier Bremskolben mit 15 bzw. 16 mm Durchmesser.
Der Bremssattel ist aus einem Teil geschmiedet. Hier im Schnittmuster sind die Kanäle der Bremsflüssigkeit deutlich zu erkennen.
Wie schon die SRAM Guide besitzt auch die CODE das Hitzeschild aus Aluminium und einen vergrößerten Luftspalt für bessere Wärmeableitung.

Die neue CODE verfügt über vier Bremskolben mit 15 bzw. 16 mm Durchmesser (Guide hat 13 bzw. 14 mm). Durch die unterschiedliche Größe der Kolbenpaare soll die Bremse besonders gut zu dosieren sein. Um die Standfestigkeit weiter zu erhöhen, befindet sich im gesamten Bremssystem 30 % mehr Flüssigkeit als in der Guide. Die Bremspower soll um 15 % höher sein.

Praktisch: An der neuen CODE können die Bremsbeläge des Vorgängermodells weiterhin genutzt werden.
Am Topmodell CODE RSC lässt sich sowohl der Druckpunkt als auch die Hebelweite ohne Werkzeug einstellen.

Die neue SRAM CODE wird in zwei Varianten erhältlich sein. Das RSC-Modell mit Hebelweiten- und Druckpunktverstellung wird 270 € kosten und über die SwingLink-Hebel für optimale Dosierung verfügen. Die CODE R ist mit 170 € genau 100 € günstiger, bietet allerdings keine Druckpunktverstellung und keinen SwingLink-Bremshebel. Hebelweiteneinstellung und Bremspower sind bei beiden Modellen dagegen identisch.

Die SRAM CODE RSC auf dem Trail

Über 50.000 Tiefenmeter haben wir mit der neuen SRAM CODE bereits gesammelt, haben sie im nassen deutschen Winter, auf langen alpinen Abfahrten in Südtirol und auf staubigen Tracks in der Toskana schonungslos getestet. Und waren von der Bremsperformance überzeugt. Mit einer 200-mm-Bremsscheibe am Vorderrad hatten wir stets mehr als genug Bremspower zur Verfügung und selbst auf extrem langen und steilen Abfahrten war Fading kein Thema. Schwere Fahrer sollten auch am Heck eine 200-mm-Bremsscheibe montieren. Das 180-mm-Modell war mit dem rund 90 kg schweren Testfahrer zwar nie überfordert, wirkte aber nicht ganz so souverän wie die Vorderradbremse mit großer Scheibe.

Die Bremspower der CODE ist gut, richtig überzeugend ist jedoch ihre Dosierbarkeit!

In Sachen Bremspower und Standfestigkeit konnten wir keinen signifikanten Unterschiede zur SRAM Guide RE (Guide-Hebel mit altem CODE-Sattel) feststellen. Im Vergleich wirkt die CODE minimal weniger kraftvoll als eine Shimano Saint oder MAGURA MT7. Dafür punktet sie mit einer sehr guten Dosierbarkeit und der perfekten Ergonomie des Bremshebels, mit der uns schon die Guide Ultimate überzeugen konnte. Nervig hingegen war ein unregelmäßiges Quietschen, das wir auch nach mehreren Justagen und der Verwendung verschiedener Laufräder mit den originalen Sinter-Bremsbelägen nie ganz beseitigen konnten. Abhilfe schaffen hier vermutlich nur organische Bremsbeläge.

Das Fazit zur neuen SRAM CODE RSC


Die neue SRAM CODE RSC überzeugt mit hoher Bremsleistung und ausreichender Standfestigkeit. Wer maximale Verzögerung sucht, wird bei der Konkurrenz noch etwas mehr finden, muss aber dort auf die sehr gute Dosierbarkeit, den super ergonomischen Bremshebel und smarte Features wie den BleedingEdge-Anschluss der SRAM CODE verzichten.

Mehr Informationen gibt’s auf SRAM.com

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Text & Fotos: Christoph Bayer

Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für ENDURO. Er kümmert sich federführend um das sechs Mal im Jahr erscheinende Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.