Die Zeit ist umgestellt, draußen ist es bereits vor Feierabend schon stockdunkel – Zeit, die Lampen auszupacken und Licht auf die Trails zu bringen. Wir haben drei aktuelle, hochwertige Helmlampen für euch getestet und sagen euch, für wen sich welche eignet.

Lampentest (1 von 1)

Mit einer guten Helmlampe wir die Nacht zum Tag.

Mit einer Leistung von um die 1.500 Lumen bieten alle drei Lampen ähnlich viel und ausreichend Licht, um so gut wie jeden Trail bis in den letzten Winkel auszuleuchten. Jeder Hersteller bietet zwar gegen Aufpreis oder sogar ab Werk verschiedenste Befestigungsmöglichkeiten an, wir haben uns jedoch auf die Helmbefestigung konzentriert, denn sie bietet für das Setup mit einer einzelnen Lampe den größtmöglichen Nutzen. Hier unterscheiden sich die verschiedenen Modelle nur marginal. So wird jede Lampe prinzipiell mithilfe einer Bodenplatte und Riemen bzw. Klettstreifen am Helm befestigt. Der Akku landet im Rucksack und verbindet sich per Verlängerungskabel mit der Lampe. So ausgestattet haben wir die drei Kandidaten auf den anspruchsvollen, nächtlichen Südtiroler Trails und zu Hause auf unseren Hometrails ausgiebig getestet.

Lupine Piko R 4 SC

Lampentest (1 von 12)

Lupine Piko R 4 SC: Lupine schickt die aktuelle Version der beliebten Piko ins Rennen.

Beim Thema Bedienung und Komfort kommt wohl keiner an der Lupine Piko R 4 SC vorbei. Dank geringem Gewicht und kleinem Formfaktor ist sie auf dem Helm kaum spürbar, die kabellose Bedienung per Bluetooth-Schalter vom Lenker sowie eine spezielle App zur Einstellung und Kontrolle der Lampe sind derzeit konkurrenzlos. Der leichte Akku, dessen Status-LEDs übrigens als Rücklicht verwendet werden können, verfügt im direkten Vergleich über die geringste Kapazität. Lupine bietet hier jedoch auch ein größeres Modell (R 7), das dann noch immer leichter ist als die Akkus der Konkurrenz in diesem Test und außerdem mit der längsten Leuchtdauer (3:30 h) aufwarten kann – dafür aber auch noch teurer ist.

Die Piko zeigt im Vergleich einen eher breiten Lichtkegel und eignet sich daher besonders gut für weniger schnelle, verwinkelte Trails, auf denen Übersicht gefragt ist. Darauf darf man sie allerdings nicht reduzieren: Die 1.500 Lumen sind natürlich immer noch stark genug für so gut wie jeden Highspeed-Trail. Die Bedienung ist intuitiv und die zwei voreingestellten Leuchtstufen sind gut gewählt. Diese lassen sich beliebig erweitern und abändern, mit der kostenlosen Smartphone-App geht das extrem entspannt und ohne verwirrende Tastendrückerei. Dank einer Vielzahl an Nachrüstzubehör ist sie nicht auf den Bike-Einsatz beschränkt und eignet sich dank dem geringen Gewicht und der kleinen Bauform z. B. auch hervorragend zum Laufen, Skitouren oder Klettern.

Der hohe Preis kann abschreckend wirken, lässt sich allerdings durch die extrem hochwertige Verarbeitung und Funktionalität aller Teile rechtfertigen.

Power: 1.500 lm
Preis: 350 €
Leuchtdauer (max. Stufe): 1:45 h
Gewicht: Lampe mit Halterung/Schalter 82 g, Akku mit Verlängerungskabel 197 g, gesamt: 279 g

Mehr Infos auf lupine.de

+ leichteste
+ sehr hochwertige Verarbeitung
+ komfortabelste (Bluetooth-Schalter, App, Lampen kombinierbar, geräumige Aufbewahrungstasche)
mit vergleichbarer Akkuleistung teuer

Lumicycle Summit (Enduro Pack with Helmet Kit)

Lampentest (3 von 12)

Die Lumicycle Summit hebt sich optisch durch den größeren Lampenkopf von ihren Gegnern ab.

Die Lumicycle Summit macht einen sehr massiven und stabilen Eindruck. Das geht allerdings zulasten des Gewichts. Sie wiegt fast doppelt so viel wie die Lupine Piko. Vor allem die Masse des recht hoch bauenden Lampenkopfs kann dabei störend wirken, wird mit der Halterung aber zuverlässig und wackelfrei am Helm fixiert. Die Bedienung der Lumicycle erfolgt klassisch am Lampenkopf per 2-Wege-Wippschalter, eine Status-LED informiert über Akkuladezustand und Leuchtmodus und die Lampe setzt dadurch eine etwas längere Übungsphase voraus, bis man alles verinnerlicht hat. Eine Besonderheit der Lampen von Lumicycle ist das langsame Dimmen beim Herunterschalten der Leuchtstufen – so soll sich das Auge besser an den Unterschied anpassen. Das ist zwar in der Theorie eine gute Idee, in der Praxis aber eher verwirrend, da sich nicht sofort feststellen lässt, ob man den Schalter richtig gedrückt hat und die Lampe ihre Leistung schon reduziert oder nicht.

Sie ist zwar im direkten Vergleich die teuerste Lampe, kann dafür aber auch mit der höchsten Lichtleistung und der längsten Akkulaufzeit aufwarten. Der Leuchtkegel ist eher fokussiert gehalten und erreicht damit auch die größte Leuchtweite – gut für richtig schnelle Trails, die Voraussicht erfordern. Wer noch mehr sehen will, kann die Lumicycle mit einem zweiten Lampenkopf per Master-/Slave-Modus kombinieren, wobei dann beide über den Schalter einer einzelnen gesteuert werden können.

Power: 1.650 lm
Preis: 265 £ (ca. 360 €)
Leuchtdauer (max. Stufe): 3:00 h
Gewicht: Lampe mit Halterung 149 g, Akku mit Verlängerungskabel 318 g, gesamt: 467 g

Mehr Infos auf lumicycle.com

+ sehr hell
+ lange Akkulaufzeit
+ mehrere Lampenköpfe kombinierbar
hoher, schwerer Lampenkopf
Akku ohne direkte Ladezustandsanzeige

Gloworm X2

Lampentest (2 von 12)

Die Gloworm X2 ist die günstigste Lampe im Test – kann sie trotzdem überzeugen?

Etwas gewichtiger als die Lupine, setzt die Gloworm X2 erfolgreich auf deren kompakte Bauform. Außerdem kann sie mit dem aufpreisfreien GoPro-Interface der Helmhalterung und vor allem mit einem deutlich geringeren Preis glänzen. Die Bedienung der X2 erfolgt ausschließlich über einen externen Tastschalter, der per Kabel am Lampenkopf befestigt ist und sich per Klett beliebig am Helm positionieren lässt. Leider ist dieser fest verbaut und lässt sich weder verlängern, kürzen noch austauschen. Generell macht diese Art der Bedienung zwar als Lenkerlampe Sinn, am Helm bietet sie jedoch keinen wirklichen Vorteil – zumal sich die clevere Hinweis-/Warnfunktion (ein zweimaliges kurzes Antippen lässt die Lampe in jeder Stufe kurz blinken) dadurch nicht wirklich gut nutzen lässt. Der Tastschalter selbst fühlt sich recht schwammig an und benötigt außerdem einen vergleichsweise sehr langen Tastendruck zum Abschalten der Lampe.

Das Leuchtbild liegt ziemlich genau zwischen den beiden Lampen der anderen Hersteller. Sie leuchtet den Trail zwar nicht ganz so breit aus wie die Lupine, dafür etwas weiter – wenn auch nicht so weit wie die Lumicycle. Auch die Akkulaufzeit liegt mit 2 h auf der höchsten Stufe genau im Mittel der drei Modelle. So ist die Gloworm X2 ein solider Allrounder zum guten Preis, der jedoch weder an den Bedienungskomfort und die Verarbeitungsqualität der Lupine noch an die Leuchtstärke und Akkulaufzeit der Lumicycle herankommt.

Power: 1.500 lm
Preis: 180 £ (ca. 245 €)
Leuchtdauer (max. Stufe): 2:30 h
Gewicht: Lampe mit Halterung/Schalter 111 g, Akku mit Verlängerungskabel 283 g, gesamt: 394 g

Mehr Infos auf glowormlites.co.nz

+ günstig für gebotene Leistung
+ klein, halbwegs leicht
+ GoPro-Interface der Halterung ab Werk
Bedienungskomfort
vergleichsweise geringe Akkulaufzeit

Lampentest (1 von 1)-3

Mit allen drei Helmlampen kann man sich bedenkenlos auf die Trails begeben.

Fazit & Testsieger

Bei derart hochpreisigen Lampen liegt der Fokus stark auf der Verarbeitungsqualität und dem Langzeitwert. Hier kann die Lupine Piko R vollends überzeugen. Sie bietet außerdem den mit Abstand besten Bedienkomfort, das leichteste Gesamtpaket, eine hohe Akku-Effizienz sowie eine hervorragende Multisport-Tauglichkeit und trägt damit den Sieg nach Hause. Wer etwas mehr auf den Preis schauen muss und trotzdem keine Einbußen in der Leistung hinnehmen möchte, ist mit der Gloworm X2 bestens bedient. Die Lumicycle Summit bietet zwar die meiste Power und längste Akkulaufzeit, ist aber deutlich schwerer, preislich weniger attraktiv und generell besser als Lenkerlampe für Rennen aufgehoben. Die neue Hope R4+ hätte auch sehr gut ins Testfeld gepasst, hat aber leider unserer Redaktion zu spät erreicht. Werft deshalb unbedingt einen Blick auf den Einzeltest der Hope R4+.

Text: Andreas Maschke Foto: Christoph Bayer

Über den Autor

Andreas Maschke

Andi ist die meiste Zeit entweder vor dem Bildschirm zu finden um für euch die nächste Ausgabe zusammenzubauen oder in der Werkstatt um gleiches mit den neuen Bikes zu tun. Ab und an kommt er aber auch zum Testen – und dann auf Herz und Nieren.