Schweißausbrüche, nervöse Zuckungen und ständig mit einem Auge ganz woanders! Wer mit seinem Bike im Gegenwert eines Gebrauchtwagens auf Tour ist, und sich auf einen gemütlichen Einkehrschwung in den Biergarten freut, kennt das Horrorszenario: Das Bike ganz alleine vor der Hütte stehen lassen!!?? Auf keinen Fall! Am liebsten möchte man das gute Stück à la Fort Knox mit Titanketten und Bügelschlössern sichern, an denen sich jeder Seitenschneider die Zähne ausbeißt.

Doch für das 3-Kilo-Monsterschloss ist natürlich kein Platz im Tourenrucksack. Und so ein kleines Drahtschlingenschloss mag vielleicht ein netter Versuch sein, aber ein mulmiges Gefühl bleibt trotzdem hängen, da sich jeder Nagelknipser letzten Endes über dieses Ding schlapp lacht.

      

Wir zeigen euch ein paar Erste Hilfe Tricks, wie sich das Schmuckstück auch ohne Schloss schützen lässt. Es versteht sich von selbst, dass die hier vorgeschlagenen Maßnahmen keine Lösung sind, um das 5.000,- Euro Carbonbike am Frankfurter Hauptbahnhof zu sichern. Vielmehr sollen euch diese Methoden vor dummen Gelegenheitslangfinger bewahren und ein bisschen Ruhe in die Runde bringen.

Grundsätzlich gilt für sämtliche Abstellmaßnahmen, das Baby nach Möglichkeit immer in Sichtweite zu platzieren. Aber das versteht sich von selbst. Mit den folgenden Aktionen geht es darum Zeit zu gewinnen, um den Dieb darauf anzusprechen, dass er sich versehentlich im Bike geirrt hat:

Steckachse raus

Wenn es nicht grade der Wheelie König Danny MacAskill auf euer Bike abgesehen hat, reicht es, wenn ihr die vordere Steckachse mitnehmt. Denn ohne Steckachse ist es ungefähr so angenehm, wie einen Ski ohne Bindung zu fahren. Wer in der Advanced Version seine Achsen hinten und vorne rausnimmt, macht nicht nur das Fahren, sondern auch das Wegtragen zu einer komplizierten Angelegenheit. Nur bitte nicht vergessen, sie vor der Heimtour wieder reinzustecken.

Preis Ranking

Die Idee dahinter ist so simpel wie perfide. Im Prinzip geht es darum, sein kostbares Bike hinter den eher schäbigen Bikes zu verstecken, die bereits dort parken. Mit ein bisschen rangieren, lässt sich so das kostbare Gefährt in dritter Reihe parken. Wenn ihr in der Gruppe unterwegs seid, kann man sich selber arrangieren und die Bikes im Preisranking anordnen. Teuer ist Trumpf!

Schaltung auf den höchsten Gang stellen

Ein Gelegenheitsdieb hat es meist sehr eilig. Schnell aufs Rad und zügig losradeln. Wer seine Gangschaltung im Stehen schon mal ein paar Gänge schwerer geschaltet hat, weiß was passiert, wenn man panisch Kette gibt. Es knattert, rattert, scheppert und ein schnelles Entkommen ist so erst mal nicht möglich. Für den Dieb sicher ein saftiger Schock, der ihn von einer schnellen Flucht erstmal abhält.

Vorderrad mitnehmen

Gehört sicher zu einer der zuverlässigsten Methoden. Ist mit ein paar Handgriffen ab- und wieder drangebaut und zeigt jeden Interessenten schon auf den ersten Blick: Vergiss es! Außerdem hat jeder Wirt Verständnis für ein 29er-Vorderrad, solange nicht haufenweise Kuhmist dran hängt.

Die Bremscheibensperre

Um dem Halunken noch ein paar Extrasteine in den Weg zu legen, empfehlen wir euch, den Schnellverschluss am Helm mit der Bremsscheibe zu vertüdeln. Klar, kann man das easy öffnen, aber je nachdem wie viel Zeit ihr dem Dieb geben wollt, kann das Bändchen von hoch kompliziert bis zu einmal durch die Scheibe geschlungen werden. Durch den Helm an der Stelle wird auf jeden Fall klar, dass dies keine schnelle Hit and Run Nummer wird.

Der Security Typ

Nein ihr müsst nicht extra einen Türsteher von der Diskotür abwerben. Wenn es nur um den kurzen Stop bei einer Bäckerei geht und ihr in der Gruppe unterwegs seid, sollte einfach einer von euch draußen bei den Bikes bleiben – am besten der mit den breitesten Schultern.

Halten wir noch einmal fest: All das sind Tipps und Tricks, die sicher nicht das Bügelschloss am Laternenmast ersetzen, es aber den Spitzbuben immerhin erschweren, mal spontan ein Rad zu klauen. Behalte daher am besten immer Sichtkontakt und geh keinesfalls mit deinem teuren Bike auf Kneipentour im Bahnhofsviertel.

Text: Sven Günzel Fotos: Noah Haxel