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Trek Bike Attack 2014: Tobis Renntagebuch Tag 1 – Training

Bereits seit 14 Jahren findet in Lenzerheide (Schweiz) die Bike Attack statt. Als einer der ersten Downhill Marathons genießt das dreitägige Event schon lange Kultstatus und ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Besonders der Massenstart mit 777 Fahrern lässt auch dieses Jahr wieder ein spektakuläres Rennen vom Gipfel des Rothorns in Lenzerheide erwarten. Unser Redakteur Tobias ist für euch vor Ort und berichtet am Wochenende täglich von seinen Eindrücken.

Atemberaubender Ausblick vom Startpunkt der Bike Attack

Atemberaubender Ausblick vom Startpunkt der Bike Attack

Auch mit dabei: Das Trek Slash 9 Dauertest Bike.

Auch mit dabei: Das Trek Slash 9 Dauertest Bike.

Verdammt, ich hätte doch länger schlafen sollen. Ich stehe in 2900 m Höhe auf dem Gipfel des Rothorns, ignoriere die wahrscheinlich atemberaubende Fernsicht ringsum und blicke den steilen Hang zum 1700 m tiefer gelegenem Zielort hinab. So langsam bereue ich meine vorabendliche Entscheidung, zwischen Packen und Abfahrt Richtung Lenzerheide nur anderthalb Stunden Schlaf eingeplant zu haben. Schon von hier ist auf den Trails erschreckend viel grobes Geröll zu erkennen. Auch die Tatsache, dass ich mit meinem leichten Enduro zwischen lauter Downhillern in voller Montur stehe, heitert mich nicht gerade auf. Dabei hatten mich die Berichte über die Bike Attack schon als Jugendlicher immer ins Träumen gebracht, und nun habe ich das erste Mal die Chance, mich selber an diesem legendärem Rennen zu versuchen. Doof nur, dass ich Highspeedgerutsche über losen Schotter so gar nicht leiden kann, doch genau das erwartet mich hier anscheinend. Wenigstens startet das Qualirennen erst morgen, vielleicht reicht das ja um mich noch etwas an den losen Untergrund zu gewöhnen.

Übermüdet zum Downhilltraining - What was I thinking?

Übermüdet zum Downhilltraining – What was I thinking?

Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt, genau in dem Moment, in dem ich kurze Zeit später in das erste steile Schotterstück einfahre. Wild im losen Kies umherholpernd versuche ich den fiesen, feststehenden Steinrippen auszuweichen, um mir nicht schon auf den ersten Metern einen Platten einzufangen. Routinierte Fahrtechnik sieht defintiv anders aus. Arks.
Zum Glück münden die Schotterfelder irgendwann in einen Ziehweg der dann in einen schmalen und etwas verblockten Singletrail übergeht. Das könnte eigentlich schon eher mein Terrain sein – wenn nur meine Arme von dem ganzen Rumrutschen im Geröll nicht noch total verkrampft wären. Egal, Pausen wird es im Rennen auch nicht geben und so kämpfe ich mich weiter Richtung Tal.

Helmcam Snippets Tag 1


Schnelle Schotterwege bringen wenigstens etwas Erholung

Schnelle Schotterwege bringen wenigstens etwas Erholung

Der letzte Abschnitt vor der Talsohle führt mich über eine Bikeparkstrecke mit vielen Anliegern und einigen hohen Sprüngen. Hier morgen im Rennfieber etwas zu schnell anfahren könnte leicht mehr Airtime mit sich bringen als mir lieb sein kann.

Dieser massive Drop muss im Rennen nicht gesprungen werden - nichts dagegen einzuwenden

Dieser massive Drop muss im Rennen nicht gesprungen werden – nichts dagegen einzuwenden

Die restlichen Kilometer die Talsohle entlang müssen nur im Finallauf am Sonntag gefahren werden, die Quali ist nach der Bikeparkstrecke zu Ende. Um mir trotzdem schon mal ein Bild zu machen rolle ich weiter bis ins Zielgelände. Viele lange Gegenanstiege unterbrochen von kurzen und steilen Wiesenabfahrten mit tiefen Querrillen werden hier am Sonntag jedes bisschen Rest an verbliebener Energie kosten.

Das Wohin ist klar, die Sorge gilt dem Wie

Das Wohin ist klar, die Sorge gilt dem Wie

Nach etwas Überlegung entscheide ich übermüdet, dass ein weiterer Trainingslauf heute eher schadet als nützt. Den restlichen Tag verbringe ich damit mein Bike auf Tubeless umzubauen und hoffe darauf, mir damit eventuell einen kleinen Vorteil in den Steinfeldern erschaffen zu können.

Was einzeln noch entspannt zu fahren ist, wird im Finallauf für nervenaufreibende  Kopf-an-Kopf-Rennen sorgen

Was einzeln noch entspannt zu fahren ist, wird im Finallauf für nervenaufreibende Kopf-an-Kopf-Rennen sorgen

Update: Hier geht’s zu Teil zwei des Tagebuchs und Tobis Bericht zu seiner Qualifikation!

Text: Tobias Döring Fotos: Aaron Steinke

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