Vitus ist die Hausmarke des globalen Online-Shops Chain Reaction Cycles und das Trailbike Vitus Escarpe mit 135 mm Federweg hat einiges in petto. Ob das günstigste Rad des Tests mit seiner Konkurrenz mithalten kann?

Vitus Escarpe | 140 / 135 mm | 14,73 kg | 1.750 €
Vitus Escarpe | 140 / 135 mm (v / h) | 14,73 kg | 1.750 €

Das 14,74 kg schwere Biest hat den gleichen modernen und stabilen Rahmen wie seine raceorientierten Premiumbrüder, nur mit einer deutlich günstigeren Ausstattung. Der flache Rahmen mit 66,5° Lenkwinkel strahlt schon im Stand Stabilität aus. Die dicken Schweißnähte und massiven Rohrsätze machen es aber nicht unbedingt zum Laufstegmodel, sondern eher zum kampferprobten Cagefighter, der sich prügeln will. Das Cockpit ist zwar nicht leicht, aber stabil und passt ins Bild: ein 760 mm Nukeproof Warhead-Lenker, gepaart mit einem 50 mm kurzen Zero-Vorbau. Das Fehlen einer Teleskopsattelstütze ist zwar schmerzlich, angesichts der Tatsache, dass es das günstigste Bike im Test ist, aber verkraftbar. Wer mehr will, sollte zum VR-Modell greifen, das deutlich besser ausgestattet ist und immer noch unter 2.000 € liegt.

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Auf dem Trail bestätigte das Escarpe den ersten Eindruck: Es fährt sich agil und verspielt und lässt sich sehr einfach in der Luft bewegen. Der Horst-Link-Hinterbau funktioniert gut und bietet ein sehr aktives und direktes Fahrgefühl, auch wenn der RockShox Monarch RT-Dämpfer seinen Federweg ein wenig zu bereitwillig freigab und wegsackte – Luftspacer helfen hier. Die Fahrerposition ist zentral und verspielt, wodurch man mit dem Escarpe sehr kontrolliert in Kurven driften kann. Manuals und Bunnyhops sind ein Klacks. Obwohl sich der Sitzwinkel flacher anfühlt, als es die 74,5° vermuten lassen, klettert das Vitus immer noch ganz passabel. Es ist aber ein schweres Bike, und das merkt man auch bergauf. Gerade weil das Bike bergab so abgeht, kann die günstige RockShox Sektor-Federgabel nicht ganz mithalten und verhärtet bei gröberen und schnelleren Schlägen.

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Helm 661 EVO AM | Jersey Loose Riders Epic | Short Alpinestars Drop 2
Helm POC Tectal | Jersey Alpinestars | Short Madison Zenith

Ausstattung des Vitus Escarpe

Federgabel: RockShox Sector TK 140 mm
Dämpfer: RockShox Monarch RT 135 mm
Bremsen: Shimano M396
Schaltung: Shimano Deore
Sattelstütze: Vitus Alloy
Vorbau: Vitus Alloy
Lenker: Nukeproof Riser Bar
Laufradsatz: WTB ST i23 TCS
Reifen: WTB Vigilante / Trail Boss TRS
Gewicht: 14,73 kg
Preis: 1.750 €

Aufgepumpt Das breite Cockpit vermittelt viel Sicherheit und ermöglicht gute Kontrolle – mit dem Nukeproof-Lenker kann man immer 100 % geben!
Aufgepumpt
Das breite Cockpit vermittelt viel Sicherheit und ermöglicht gute Kontrolle – mit dem Nukeproof-Lenker kann man immer 100 % geben!
Dämpfungsprobleme Die RockShox Sektor bremst das Potenzial des Bikes und kann bei schnellen und harten Schlägen dem Untergrund nicht ausreichend folgen.
Dämpfungsprobleme
Die RockShox Sektor bremst das Potenzial des Bikes und kann bei schnellen und harten Schlägen dem Untergrund nicht ausreichend folgen.
Schmerzlich vermisst Eine Teleskopsattelstütze fehlt am Vitus Escarpe. Wir empfehlen, ein paar Euro mehr zur Seite zu legen und dann zum Escarpe VR zu greifen!
Schmerzlich vermisst
Eine Teleskopsattelstütze fehlt am Vitus Escarpe. Wir empfehlen, ein paar Euro mehr zur Seite zu legen und dann zum Escarpe VR zu greifen!
Gutes Profil, mieser Gummi Die WTB Trail Boss haben ein gutes Profil, die billige Gummimischung hat aber kaum Grip auf Wurzeln und Steinen.
Gutes Profil, mieser Gummi
Die WTB Trail Boss haben ein gutes Profil, die billige Gummimischung hat aber kaum Grip auf Wurzeln und Steinen.
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Eine bessere Gabel (beim VR findet sich die FOX Performance 34) würde dem Potenzial dieses Bikes deutlich entgegenkommen. Die günstigen Shimano M315-Bremsen erledigen ihre Pflicht, lassen aber etwas an Biss und Standfestigkeit missen, weshalb wir bei höheren Geschwindigkeiten lieber zwei Finger zum Bremsen nutzten. Die Reifen sitzen fest auf den WTB i23-Felgen, die stabil, zuverlässig und den Test über völlig unauffällig funktionierten. Die WTB Vigilante- und Trail Boss-Reifen können mit ihrem Profil überzeugen, der günstigen High Grip-Gummimischung fehlt es aber, insbesondere auf nassen Steinen, an Grip.

Fazit

Das Vitus Escarpe ist dank seines klasse Handlings eine absolute Trailrakete und segelt als solche gern über jeden Jump. Seine günstige Federgabel und die schwachen Bremsen schränken den Spaß auf härteren Trails jedoch ein. Wir empfehlen, etwas mehr Geld zu investieren und das Escarpe VR zu wählen, das aber immer noch ein echtes Schnäppchen ist.

Stärken

  • aggressive Geometrie macht Laune
  • ein Bike, um es krachen zu lassen

Schwächen

  • ein Monster – mit entsprechendem Gewicht
  • keine Teleskopsattelstütze

Mehr Informationen findet ihr auf auf der Vitus Website!

Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr hier: 5 Trailbikes unter 2.000 € im Test – sind das die Bikes für die breite Masse?

Weitere Bikes in diesem Test: Cube Stereo 120 HPA Race | Lapierre Edge AM 527 | Radon Slide 130 8.0 | Trek Fuel EX 29 5.0

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Text & Fotos: Trev Worsey