Die britische Firma Whyte war schon immer ein Garant für gelungene Geometrien und auch das Whyte T-130C RS macht auf dem Papier einen absolut stimmigen Eindruck. Mit seinen markanten Formen und seinem langen und flachen Hauptrahmen wirkt das Whyte wie ein zusammengekauerter Sprinter kurz vor einem explosionsartigen Start. Doch überzeugt es auch auf dem Trail?

Whyte T-130C RS | 3.499 £ | 12,45 kg | 130mm / 130mm
Whyte T-130C RS | 3.499 £ | 12,45 kg | 130 mm/ 130 mm

Das Whyte T-130C RS ist das aggressive Premium-Trailbike des britischen Herstellers Whyte mit 130 mm Federweg und einer potenten Geometrie, ideal für alle, die es bergab gerne ein wenig krachen lassen. Das in Großbritannien entwickelte T-130C strotzt nur so vor cleveren Design-Lösungen für das raue britische Wetter, von der großen Reifenfreiheit über die genial integrierte Sattelstützenklemme bis hin zu den Abdeckungen für die Lager, um den schlimmsten Schmodder draußen zu halten. Die RS-Variante besitzt SRAM Roam 40-Laufräder, eine RockShox PIKE RC-Federgabel und einen Monarch DebonAir RT3-Dämpfer – unserer Meinung nach allesamt gute Entscheidungen. Der SRAM-X1/X0-11-fach-Antrieb schaltet präzise und die SRAM Guide RS-Bremsen halten die Geschwindigkeit souverän im Zaum. Whyte hat das T-130C RS nur für 1-fach-Antriebe konzipiert, um so die Lager breiter abstützen zu können.

Whyte T-130C ENDURO Trail Bike Group Test Review 2016 --7

Die Geometrie des Whyte T-130C RS ist vor allem eins: lang. Ein Reach von 467 mm und ein niedriger Stack von 594 mm lassen keinen Zweifel daran, wofür dieses Bike konzipiert wurde. Vom ersten Tritt in die Pedale fühlt sich das Bike straff und effizient an und steht weit oben im Federweg, ohne wegzusacken. Es ist zwar definitiv kein unbequemes Bike, doch dieses Fliegender-Teppich-Gefühl, das einige der komfortableren Bikes vermitteln, hat es nicht. Stattdessen hat es ein Setup, das viel Feedback vermittelt und sehr raceorientiert ist. Es ist eben ein Sprinter, kein Cruiser. Auf flowigen Trails zeigt die bewährte Geometrie des Whyte T-130C, was sie ausmacht: Das niedrige Tretlager, das lange Oberrohr, der kurze 50-mm-Vorbau und der 760-mm-Lenker erlauben schnelles und flüssiges Bergabfahren. Durch das lange Oberrohr und die niedrige Überstandshöhe lässt sich das Bike einfach manövrieren und die kurzen Kettenstreben machen Kurven zu einer echten Spielwiese. Das Whyte ist ein raceorientiertes Bike, und sobald das Terrain wirklich ruppig wird, fühlt es sich ein wenig straffer an als manche seiner Konkurrenten und erfordert mehr Kraft und Körpereinsatz, um auf Kurs zu bleiben. Es ist ein sportlicher Vollblüter mit einem straffen Fahrwerk und einer Geometrie, die den Rowdy in euch zum Vorschein bringt.

Helm: 661 EVO | Brille: Oakley Radarlock | Jersey: Loose Riders Team Issue black | Shorts: Alpinestars Drop 2
Helm: 661 EVO | Brille: Oakley Radarlock | Jersey: Loose Riders Team Issue black | Shorts: Alpinestars Drop 2

Ausstattung des Whyte T-130C RS

Federgabel: RockShox Pike RC 130 mm
Dämpfer: RockShox Monarch RT3
Bremse: SRAM Guide RS
Schaltung: SRAM X1/X01
Sattelstütze: RockShox Reverb Stealth
Vorbau: Whyte Gravity Stem
Lenker: Whyte Custom Alloy
Laufradsatz: SRAM Roam 40
Reifen: Maxxis High Roller II/ Ardent Race
Gewicht: 12,45 kg
Preis: 3.499 £ (derzeit keine € Preise verfügbar)

Whyte hat mit dem T-130C in fast jeder Hinsicht den Nagel auf den Kopf getroffen. Einzig die SRAM Roam 40-Laufräder haben bei brutalerer Behandlung häufig an Spannung verloren. Davon abgesehen begeistert das Whyte mit einem rasiermesserscharfen Fahrgefühl.

Klare Linien: Die Optik des Whyte T-130C Carbon-Hauptrahmens überzeugt. Am Hinterbau entschieden sich die Briten für den Werkstoff Aluminium: Eine höhere Steifigkeit und mehr Stabilität stehen auf der Haben-Seite
Klare Linien: Die Optik des Whyte T-130C Carbon-Hauptrahmens überzeugt. Am Hinterbau entschieden sich die Briten für den Werkstoff Aluminium: Eine höhere Steifigkeit und mehr Stabilität stehen auf der Haben-Seite
Große Reifenfreiheit: Das Whyte T-130C kommt aus Großbritannien, dem Land des Dauerregens und des Matschs. Kein Wunder, dass es eine große Reifenfreiheit im Hinterbau besitzt! Finden wir gut!
Große Reifenfreiheit: Das Whyte T-130C kommt aus Großbritannien, dem Land des Dauerregens und des Matschs. Kein Wunder, dass es eine große Reifenfreiheit im Hinterbau besitzt! Finden wir gut!
Lass den Dreck draußen! Die Extra-Abdeckungen der Lager schützen sie vor den schlimmsten Auswüchsen des Wetters. Weniger Verschleiß, weniger Wartung, mehr Spaß – we like!
Lass den Dreck draußen! Die Extra-Abdeckungen der Lager schützen sie vor den schlimmsten Auswüchsen des Wetters. Weniger Verschleiß, weniger Wartung, mehr Spaß – we like!
Geometrie des Whyte T-130C RS
Geometrie des Whyte T-130C RS

Fazit

Das Whyte T-130C RS ist ein hervorragendes Bike, um lange Tage im Sattel zu verbringen. Seine Geometrie entlockt dem Fahrer Fähigkeiten, von denen er gar nicht wusste, dass er sie besitzt. Für alle, die Wert auf ein sehr direktes Handling legen und bei denen der Spaß beim Biken im Vordergrund steht, ist das Whyte T-130C eine super Wahl.

+ moderne, sportliche Geometrie
+ wendig und schnell
– SRAM Roam 40-Laufräder
– braucht im roughen Gelände eine starke Hand

Mehr Informationen zum Bike findet ihr auf der Whyte Website

Über den Trailbike-Test 2016

Wenn es um das perfekte Terrain für einen Trailbike-Test geht, gibt es keinen besseren Ort als Schottland. Von den felsigen Trails in den Highlands rund um Aviemore bis zu den verblockten EWS-Strecken im Tweed Valley testeten wir neun der besten Trailbikes zwischen 130 und 150 mm auf Herz und Nieren. Die Trails umfassten knackige Anstiege, flowige Lines und lange, verblockte Passagen, die das Fahrwerk dem ultimativen Härtetest unterzogen. Unser internationales Testteam bestand aus erfahrenen Testern und Elite-Racern, und nach ein paar kaputten Komponenten und sogar gebrochenen Knochen hatten wir schließlich einen klaren Sieger gefunden.

Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr hier: Trailbike Vergleichstests 2016

Alle Bikes im Test: Canyon Spectral CF 9.0 EX | Cube Stereo 140 C:62 SL | Giant Trance Advanced 1 | Specialized Stumpjumper FSR Expert 650B | Radon Slide Carbon 140 10.0 | Ibis Mojo 3 XT 1X | SCOTT Genius 710 Plus | Yeti SB 4.5c

Text: Trev Worsey Fotos: Trev Worsey, Ross Bell

Über den Autor

Trev Worsey

Seit den frühen 90ern mit dem Bike-Virus infiziert, arbeitete Trev zunächst als Wissenschaftler und Statistiker, bevor ihn Bikes und Berge endgültig zu sich riefen. Nach sieben Jahren als Mountainbike-Guide wechselte er dann zu ENDURO, wo er sich seitdem von unserem UK-Office aus um News, Storys und Testberichte für unsere Website und die Ausgaben kümmert.