Trailhunde werden mitunter kontrovers diskutiert, aber nur, weil die Leute neidisch sind, die keinen haben. Wie können sie bloß ohne diesen Dauerstress leben – das russische Roulette, wenn er auf einer steilen Abfahrt vor eurem Rad umherrennt, oder die Sorge, ihr könntet ihm zu viel zugemutet haben – nur um ihn im nächsten Moment in Warp-Geschwindigkeit wegflitzen zu sehen, weil irgendwo ein Hase ist. Und dann steht ihr am Ende doch wieder im Wald und ruft euch die Seele aus dem Leib.

Für die Fotos in diesem Artikel wurde keinem Hund Schaden zugefügt, auch wenn einer vielleicht ein ganz klein wenig geärgert wurde.

Du denkst darüber nach, den Schritt ins Leben mit Trailhund zu wagen? Dann kommen hier ein paar Tipps, wie ihr euren Hund in einem tipptopp Zustand haltet.

Auf die Pfoten achten

In den Sommermonaten können die Trails schon mal trocken sein und deshalb die Füße eures kleinen Freundes ziemlich abschmirgeln. Wenn euer Hund es nicht gewohnt ist, länger auf hartem Untergrund zu laufen, sind seine Pfoten so weich wie die Seitenwand eines Plusreifens, und dann leiden sie auf größeren Ausfahrten wirklich. Gewöhnt euren Hund also langsam an längere Ausflüge, denn ihr werdet euch elend fühlen, wenn er humpelnd zu Hause ankommt. Stellt euch bloß den schmerzverzerrten, wehleidigen Hundeblick vor, während ihr versucht, euer Abendessen zu genießen. Das bricht einem das Herz und muss einfach nicht sein.

Diese Pfoten sind zum Rennen da – aber bitte nicht zu viel, bis sie richtig eingelaufen sind.

Von übermäßigem Gebrauch wird abgeraten

Ihr habt jetzt also einen Hund und es ist Zeit, ihn raus auf den Trail zu bringen – aber halt! Genau wie ihr nach einer langen Winterpause auf dem Sofa wird auch euer Hund mit langen Ausfahrten zu kämpfen haben, wenn sie zu plötzlich kommen. Hunde können später im Leben Probleme bekommen, wenn sie in ihrer Jugend überstrapaziert wurden. Es lohnt sich also, sich ein bisschen einzulesen, rauszufinden, wann ihr anfangen solltet und wie viel zu viel ist. Kleine Hunde müssen eine schnellere Schrittfrequenz aufrechterhalten, wobei sie sich oft in Rage rennen, bei größeren Hunden dagegen können alle möglichen Gesundheitsprobleme auftreten, wie z. B. Hüftbeschwerden und pathologische Faulheit. Versucht also, auf vernünftige Weise rauszufinden, wo die Grenzen sind, dann habt ihr zusammen viele glückliche Jahre voller Abenteuer vor euch.

Stets bereit für die „Enduro-Line“ und für Überholmanöver. Hunde sind ziemlich gut darin, einfachere Lines zu finden. Was sie leider nicht so gut können: euch mitteilen, wenn ihnen was weh tut.

Immer gut mit Flüssigkeit versorgen

In den langen, nassen Wintermonaten, wenn die Bäche viel Wasser haben und man sich vielleicht auch nicht allzu weit von zu Hause entfernt, vergisst man schnell, dass der Sommer wieder kommen wird. Dann werden die Tage länger und heißer, die Pfützen trocknen aus und euer Hund wird bald nach Wasser suchen wie eine Wünschelrute, also packt extra Wasser und einen Faltnapf ein. Euer Hund wird es euch danken, indem er einen Haufen auf den Trail macht, den ihr dann entfernen dürft.

Kein Tropfen daneben! Toller Partytrick und Notfallwasserspender, aber effizient ist anders!

Nicht verlieren

Es ist eine ganze Weile her, dass die gerissenen Vorfahren unserer Hunde Elche jagend durch die Wildnis zogen, um sich schließlich jenseits der Tundra in unseren Wohnzimmern niederzulassen. Ein Wechsel des Trails kann euren Hund durcheinanderbringen, weil er vom Buddeln oder Jagen abgelenkt ist oder sich einfach an jemanden dranhängt, den er für einen besseren Jäger und Sammler hält als euch. Das Mindeste, was ihr tun solltet: Schreibt euren Namen und eure Telefonnummer auf sein Halsband und lasst euren Hund chippen. Falls das nicht hilft, könnt ihr es immer noch mit Fährtenlesen probieren oder ihr kauft ihm ein billiges Nokia-Handy, das er aber wirklich nur im Notfall benutzen darf.

Wenn ihr euren Hund nicht verlieren wollt, schreibt euren Namen drauf. Halsband, Anhänger und Halswärmer: Privatbesitz des Models.

Ihr braucht Hilfe bei der Finanzierung eures Hunds? Vielleicht wollt ihr Profi werden?

Alle Eltern müssen irgendwann akzeptieren, dass ihre Kinder eines Tages cooler sind als sie selbst, und dasselbe gilt für Hunde. Wenn ihr eine Social-Media-Sensation werden wollt, dann ist es Zeit, das Hündchen in die wunderbare Welt der Hashtags einzuführen und zu posten, was das Zeug hält. Wenn ihr jemals den Ehrgeiz hattet, als Fahrer gesponsert zu werden, es aber nicht ganz gereicht hat, dann kommt hier eure Möglichkeit, euren Traum stellvertretend durch euren Hund zu leben. Kein Scherz – Hunde haben heute Sponsoren! Schaut euch mal Rubythetraildog auf Instagram an und lasst euch inspirieren, wie man ein Superstar wird.

Rufus setzt hier die Aero-Flügel ein, um sich den Sieg zu holen! Er weiß, dass gutes Aussehen und voller Einsatz die großen Sponsorendeals bringen.

Zwischen den Einsätzen sauber und trocken halten

Langhaarige Exemplare danken euch eure Mühen auf dem Trail vielleicht durch Mitbringsel von Waldboden im Fell, sodass ihr den modrigen Waldgeruch auch zu Hause im Warmen und Trockenen genießen könnt. Um der Umgestaltung eures Zuhauses und eures Autos im trendy Spritzdesign Einhalt zu gebieten, müsst ihr vielleicht geschwind zum Handtuch greifen – nicht unbedingt ein Vergnügen, wenn ihr selbst genauso schmuddelig seid wie der Hund. Ihr könntet natürlich in einen schicken, ergonomisch designten Hundebademantel investieren, oder ihr sucht in der Abstellkammer nach dem Haufen mit den versifften alten Handtüchern, den alle Hundebesitzer nach und nach ansammeln.

Nasser, dreckiger Hund sucht sauberen Fußboden in gemütlichem Zuhause, das er zu seinem machen kann. Mag lange Spaziergänge und matschige Pfützen. Sinn für Humor ist ein Muss. Bitte keine Zuschriften von Veganern.

Text: Catherine Smith Fotos: Trev Worsey