Die letzten zwei EWS-Saisons waren für Yeti absolut phänomenal! Seit die US-Amerikaner ihre Switch Infinity-Plattform auf den Markt gebracht haben, fahren ihre Fahrer regelmäßig aufs Podium und sichern sich Titel. Das Kürzel SB im Namen des Yeti SB4.5c steht für „Super Bike“ – und es sieht tatsächlich von oben bis unten aus wie ein Supermodel. Doch ist diese Schönheit nur oberflächlich?

Yeti SB4.5c X01 | 8.390 € | 12,30 kg | 140mm / 114mm
Yeti SB4.5c X01 | 8.390 € | 12,30 kg | 140 mm / 114 mm

Das Yeti SB4.5c ist definitiv eines der schönsten Bikes und löst sofort das unstillbare Verlangen aus, es einmal zu fahren. Die elegante Form des sehr klar designten Rahmens umschließt die Switch Infinity-Unit, in der zwei Kashima-Kolben die Position des Schwingenhauptlagers kontrollieren. Die 12,1 kg schwere X01-Variante verfügt über einen SRAM X01-Antrieb, Guide RSC-Bremsen und einen Easton Haven-Lenker mit 740 mm Breite sowie einen 55 mm langen Easton-Vorbau. Bei einem 29er kommt es sehr auf die Laufräder an und so ist es erfreulich, dass beim Yeti eine steife und leichte DT Swiss-Kombination aus 350er-Naben und XM401-Felgen verbaut ist. Außerdem ist eine FOX 34 Factory-Federgabel mit 140 mm und ein FOX FLOAT DPS Factory-Dämpfer Teil der Ausstattung.

Yeti SB4.5 ENDURO Trail Bike Group Test Review 2016 -2837

Auf schnellen, flowigen Trails ist das Yeti SB4.5c voll in seinem Element und als Fahrer fühlt man sich hier nahezu unbesiegbar. Es lässt sich leicht und superschnell über den Trail manövrieren und verspeist Kurven mit Genuss. Man steht tief zwischen den großen Laufrädern und hat dank des langen und tiefgezogenen Oberrohrs (630 mm) viel Bewegungsspielraum. Die Sitzposition ist sehr komfortabel. Das 436 mm kurze Heck erlaubt schnelle, einfache Richtungswechsel und macht selbst enge Kurven zu einem Kinderspiel. Das Rad vermittelt keinerlei Gefühl von Nervosität und klebt förmlich am Boden. Dank des ausgeprägten Anti-Squats der Switch Infinity-Unit und des straffen Fahrwerks sprintet es willig voran und motiviert einen förmlich, immer schneller und schneller zu treten. Mit 12,1 kg ist es für ein 29er dieser Klasse ziemlich leicht. Die steifen DT Swiss-Laufräder halten in Kurven gut die Linie. Das Yeti nutzt seine 140/114 mm Federweg sehr effektiv, es ist eher straff als komfortabel abgestimmt aber dennoch wie geschaffen für epische Tagestouren. Gebremst wird das Rad nur von allzu roughem Terrain. Wo jeder Zentimeter Federweg zählt, geht dem Hinterbau irgendwann die Puste aus. Die Factory FOX FLOAT 34-Federgabel meistert jedoch alle Situationen souverän und hält den Fahrer dennoch auf Kurs. Doch Vollgas durch Steinfelder Ballern geht ohnehin am eigentlichen Einsatzzweck des SB4.5c vorbei, denn es ist ein Bike für große Distanzen, lange Anstiege und berauschende Abfahrten – und in all diesen Dingen ist es ziemlich gut.

Helm: Bluegrass Golden eyes 2015 | Brille: n/a | Jersey: Alpinestars Drop 2 SS | Shorts: Giro CA Ride 2.0
Helm: Bluegrass Golden eyes 2015 | Jersey: Alpinestars Drop 2 SS | Shorts: Giro CA Ride 2.0

Ausstattung des Yeti SB4.5c X01

Federgabel: FOX 34 Factory 140 mm
Dämpfer: FOX Float Factory DPS
Bremsen: SRAM Guide RSC
Schaltung: SRAM X01
Sattelstütze: RockShox Reverb Stealth
Vorbau: Easton Haven 55 mm
Lenker: Easton Haven Carbon 740 mm
Laufradsatz: DT Swiss 350 /XM401 Boost
Reifen: Maxxis Ardent 2.4/Icon 2.2
Gewicht: 12,30 kg
Preis: 8.390 €

Allen, die ein schnelles, potentes 29er suchen, sei das Yeti ans Herz gelegt. Kritik gibt es nur für den flach profilierten MAXXIS IKON-Reifen, der sehr pannenanfällig ist und auf den meisten Untergründen überfordert war.

Supermodel: Die formschönen Linien des Carbonrahmens könnten wir den ganzen Tag lang anstarren. Das Yeti ist eine echte Augenweide!
Supermodel: Die formschönen Linien des Carbonrahmens könnten wir den ganzen Tag lang anstarren. Das Yeti ist eine echte Augenweide!
Zu schmal: Das Easton Haven-Cockpit ist sehr komfortabel, leider war aber bei unserem Testbike der Lenker auf 720 mm gekürzt. Das ist bei einem so potenten Bike deutlich zu schmal
Zu schmal: Das Easton Haven-Cockpit ist sehr komfortabel, leider war aber bei unserem Testbike der Lenker auf 720 mm gekürzt. Das ist bei einem so potenten Bike deutlich zu schmal.
Switch Infinity: Das Switch Infinity-System sorgt für unglaubliche Traktion und sprintet dank sehr guter Anti-Squat-Eigenschaften willig nach vorn
Switch Infinity: Das Switch Infinity-System sorgt für unglaubliche Traktion und sprintet dank sehr guter Anti-Squat-Eigenschaften willig nach vorn.
Geometrie des Yeti SB4.5c X01
Geometrie des Yeti SB4.5c X01

Fazit

Im Yeti SB4.5c schlägt das gleiche Herz wie im bereits bekannten SB6c und SB5c. Der edle Rahmen, die stimmige Geometrie und das geniale Fahrwerk begeistern und machen das effiziente und komfortable Bike zum idealen Begleiter für epische Abenteuer. Wer es bergab jedoch richtig krachen lassen will, sollte sich das SB5.5c einmal genauer ansehen.

+ extrem effizientes Fahrwerk
+ schöner als ein Supermodel
– Hinterbau kann nicht mit der Federgabel mithalten
– sehr teuer

Mehr Informationen zum Bike findet ihr auf der Yeti Website.

Über den Trailbike-Test 2016

Wenn es um das perfekte Terrain für einen Trailbike-Test geht, gibt es keinen besseren Ort als Schottland. Von den felsigen Trails in den Highlands rund um Aviemore bis zu den verblockten EWS-Strecken im Tweed Valley testeten wir neun der besten Trailbikes zwischen 130 und 150 mm auf Herz und Nieren. Die Trails umfassten knackige Anstiege, flowige Lines und lange, verblockte Passagen, die das Fahrwerk dem ultimativen Härtetest unterzogen. Unser internationales Testteam bestand aus erfahrenen Testern und Elite-Racern, und nach ein paar kaputten Komponenten und sogar gebrochenen Knochen hatten wir schließlich einen klaren Sieger gefunden.

Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr hier: Trailbike Vergleichstests 2016

Alle Bikes im Test: Canyon Spectral CF 9.0 EX | Cube Stereo 140 C:62 SL | Giant Trance Advanced 1 | Specialized Stumpjumper FSR Expert 650B | Radon Slide Carbon 140 10.0 | Ibis Mojo 3 XT 1X | SCOTT Genius 710 Plus | Whyte T130c RS

Text & Fotos: Trev Worsey

Über den Autor

Trev Worsey

Seit den frühen 90ern mit dem Bike-Virus infiziert, arbeitete Trev zunächst als Wissenschaftler und Statistiker, bevor ihn Bikes und Berge endgültig zu sich riefen. Nach sieben Jahren als Mountainbike-Guide wechselte er dann zu ENDURO, wo er sich seitdem von unserem UK-Office aus um News, Storys und Testberichte für unsere Website und die Ausgaben kümmert.