Das Yeti SB5 war bereits ein phänomenales Trailbike, aber für die neue Saison haben die Amerikaner dem Rad einen neuen Hauptrahmen spendiert und es so noch besser und noch schöner gemacht. Dominiert es damit den Test genauso wie Richie Rude die EWS?

Yeti SB 5C | 8.939 € | 11,97 kg

Die Bikes von Yeti sind legendär! Nicht nur die türkise Lackierung, sondern auch der restliche Look der Räder ist einmalig und wird geprägt von der sehr organischen Formsprache. Beim neuen SB5 TURQ wird diese cleane Optik im Vergleich zu seinem Vorgänger mit innenverlegten Zügen nochmals unterstrichen. Der Rahmen ist in zwei Carbon-Varianten erhältlich. Die Top-Version trägt das Kürzel TURQ und spart im Vergleich zum klassischen Modell ca. 250–300 g Gewicht. Das getestete SB5 TURQ mit X01-Spec geht für satte 8.939 € über den Ladentisch. Die Ausstattung ist durch die Bank hochwertig und extrem funktionell, doch wer glaubt, nur das Feinste vom Feinsten zu erhalten, der irrt! So sucht man Carbon-Laufräder ebenso vergebens wie eine SRAM Guide Ultimate.

Auf dem Trail merkt man davon jedoch wenig und das Yeti zieht den Fahrer direkt in seinen Bann. Die Sitzposition ist absolut stimmig, die Geometrie ausgewogen. Leichtfüßig klettert das 11,97 kg leichte Yeti SB5 bergauf. Je technischer der Uphill, umso mehr brilliert das Yeti. Der Hinterbau arbeitet sehr antriebsneutral und bietet viel Traktion. Ein Griff zum Verstellhebel ist überflüssig! In der Abfahrt begeistert das Rad mit einem ausgesprochen gelungenen Mix aus Laufruhe und Agilität. Das Switch-Infinity-Fahrwerk arbeitet sehr definiert und so fühlt sich das Heck nach deutlich mehr als nur 127 mm Federweg an. Sowohl kurze, harte als auch viele schnelle Schläge filtert der FOX FLOAT Factory-Dämpfer perfekt und vermittelt dennoch viel Feedback. Die Gewichtsverteilung ist perfekt und so lassen sich Kurven mit chirurgischer Präzision durchfahren – vorausgesetzt, man tauscht die MAXXIS Ardent-Reifen. Sowohl dem 2,4″ breiten Vorder- als auch dem 2,25″ schmalen Hinterreifen fehlt es in Kurven an Grip und in roughem Terrain an Pannenschutz.

Helm Troy Lee A1 | Brille 100% Speedcraft | Jersey Race Face Podium | Shorts Race Face Podium | Rucksack USWE AIRBORNE 15 Carbon

Das Yeti SB5 C im Detail

Federgabel: FOX 34 Float Factory
Dämpfer: FOX Float Factory
Bremsen: SRAM Guide RS
Schaltung: SRAM X01 Eagle
Sattelstütze: RaceFace Turbine Dropper Post
Vorbau: Easton Haven 55 mm
Lenker: Yeti Carbon 740 mm
Reifen: MAXXIS Ardent 2.4″ / Ardent 2.25″
Laufräder: Naben: DT Swiss 350; Felgen: DT Swiss XM 421

Virtueller Drehpunkt
Im Grunde ist der Switch-Infinity-Hinterbau ein VPP-System, bei dem anstelle eines zweiten Umlenkhebels die Rails zum Einsatz kommen. Die Funktion des Systems ist überragend und sorgt für enormen Grip und hohe Effizienz.
Unpassend
Der MAXXIS Ardent am Vorderrad mag auf harten, trockenen Böden in Colorado funktionieren, für den Allround-Einsatz fehlt es ihm allerdings an Grip. Wir würden hier eher zum Minion DHR II oder HighRoller II greifen.
Hervorragend
Die FOX 34 FLOAT begeistert mit einer hervorragenden Performance. Sie spricht seidenweich an, steht stabil im Federweg und sackt nicht weg. Top!
Extra leicht
Yeti bietet das SB5 in einer klassischen Carbon- und einer TURQ-Variante an. Letztere spart rund 250–300 g Gewicht am Rahmen und verfügt über das hochwertigere Ausstattungspaket.

Fazit

Das Yeti SB5 TURQ ist ein echtes Kunstobjekt, das auch die Wand eines Museums schmücken könnte. Obendrein besticht es durch seine grandiose Geometrie, das potente Fahrwerk und die herausragende Optik. Bei einem Preis von 8.939 € sollte man allerdings ein perfektes Gesamtpaket erwarten dürfen – und hier gibt es gerade bei der Ausstattung noch Luft nach oben.

Stärken

  • agiles, selbstbewusstes Handling
  • top Fahrwerk
  • geile Optik

    Schwächen

  • Lenker zu schmal
  • Reifen zu wenig Grip
  • teuer

Weitere Informationen findet ihr auf yeticycles.com!

Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr hier: Ein Bike für alle Fälle – 9 der spannendsten Trailbikes 2017 im Vergleich

Alle Bikes im Test: FOCUS JAM C Factory | Giant Trance Advanced 0 | Lapierre Zesty AM 927 Ultimate | ROSE ROOT MILLER 3 | SCOTT Spark Plus 700 Tuned | Specialized Stumpjumper Expert Carbon 29 | Trek Fuel EX 9.9 29 | YT JEFFSY 29 CF Pro

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Text & Fotos: Christoph Bayer