Sie bringen uns von lungenzerfetzenden Anstiegen zu adrenalingeladenen Abfahrten, und das alles auf Knopfdruck: Teleskopstützen sind ein essenzieller Bestandteil unserer Mountainbikes geworden. Der Markt ist stärker umkämpft als je zuvor und vergibt weder Schwächen noch Fehlkonstruktionen. Perfektion ist der neue Status quo. Wir haben die zehn besten intern verlegten Stützen getestet – und einen klaren Sieger gefunden!

Was macht eine gute Teleskopsattelstütze aus?

Als ein Bauteil, das man einfach nur montieren und dann vergessen will, sollte eine gute Teleskopsattelstütze bei jeder Witterung eine einfache, zuverlässige Funktion bieten. Der Remotehebel sollte ergonomisch geformt und intuitiv zu bedienen sein und eine ausreichende Anzahl an Montagepositionen am Lenker ermöglichen. Im täglichen Einsatz verrichten die besten Teleskopstützen einen laut- und reibungslosen Dienst und funktionieren wartungs- bzw. problemfrei.

New kids on the block

Man könnte sagen, dass 2017 das Jahr der Teleskopsattelstützen ist: Viele Marken haben neue Modelle auf den Markt gebracht. Etablierte Hersteller wie Shimano, KS und E*thirteen haben sich eher auf das untere Preissegment konzentriert, während Neulinge wie BikeYoke mit einem Uppercut in den Ring kamen.

Stromfrei

Die Frage muss gestellt werden: Warum befindet sich keine elektronische Teleskopstütze im Test? Der Grund ist einfach: bisher konnte uns noch kein Modell überzeugen. Kabellose, elektronische Teleskopsattelstützen sind vielleicht die Zukunft, aber eben auch genau das – nicht die Gegenwart. Kabellose Modelle von KS und Shimano sind schon in der Pipeline. Wir werden sehen, ob sie dann die Szene revolutionieren.

Teleskopstützen am E-Mountainbike

Beim E-Mountainbike ist der Platz am Lenker für den Bedienhebel der Teleskopsattelstütze aufgrund der Motor-Bedienung meist stark begrenzt. Für Fahrer von Bosch-Bikes empfiehlt sich ein Verstellhebel auf der linken Seite im Stile eines Schalthebels der unter dem Controller sitzt. Dieser hat jedoch bei einem Shimano Bike keinen Platz, hier greift man besser zu einem schmalen Verstellhebel oder einem, der sich auch auf dem Lenker montieren lässt. Yamaha und Brose-Nutzer haben in der Regel auch Platz für einen Remote im Schalthebelstil. Eines sollte man sich bewusst sein: auf dem Trail nutzt man die Teleskopsattelstütze mehr, als die Motor-Bedienung. Daher sollte man bei der Sattelstütze keine Kompromisse eingehen.

Der Aufbau einer guten Teleskopsattelstütze

Einstellbare Geschwindigkeit
Die besten Stützen erlauben es, die Ausfahrgeschwindigkeit einzustellen, mit der der Sattel nach oben schnellt. Von schnell bis langsam, damit ihr sie genau eurem Fahrstil anpassen könnt.

Seilzug, Hydraulik oder Elektrik
Teleskopsattelstützen, die per Seilzug angesteuert werden, lassen sich einfach montieren, müssen aber im Laufe der Jahre am meisten gewartet werden. Hydraulische Stützen sind durch Dichtungen vor Matsch und Regen geschützt und leiden nicht unter Kabellängung. Die neuesten elektronischen und kabellosen Stützen sind super einfach zu montieren, benötigen aber Batterien und müssen regelmäßig geladen werden.

Frei wählbare Sattelhöhe
Manche Stützen haben vordefinierte Haltepunkte am Ende, in der Mitte und am Anfang ihres Hubes, andere sind durchgehend einstellbar. Eine nicht definierte Verstellung erlaubt es, die Stütze auf jedem Punkt des Hubes zu fixieren und so die perfekte Höhe für die jeweilige Fahrsituation zu wählen.

Remotehebel
Alle Stützen in unserem Test besitzen einen am Lenker montierten Remotehebel, der eine Aktivierung der Stütze ermöglicht, ohne den Lenker loszulassen. Die meisten E-Mountainbikes haben einen Verstellhebel für den Motor auf dem Lenker montiert, die besten Sattelstützen geben euch bei der Positionierung des Remote freie Wahl damit ihr sie optimal integrieren könnt.

Höhe der Klemme
Unterschiede beim Design der Sattelklemmen führen dazu, dass sich Teleskopsattelstützen mit gleichem Hub stark in der Sitzhöhe unterscheiden. Die besten Stützen haben viel Hub bei geringer Einbauhöhe.

Sattelklemmung
Nicht alle Sattelklemmungen sind gleich. Bei manchen absenkbaren Stützen erfordert die Montage des Sattels die Fingerfertigkeit eines Chirurgen und mindestens zwölf Finger, was rein anatomisch irgendwie schwer zu leisten ist. Eine gute Sattelklemmung ermöglicht die Montage des Sattels mit minimalem Aufwand bei guter Verstellbarkeit von Neigung und Position.

Sattelstützendurchmesser
Fast alle Stützen besitzen einen Außendurchmesser von 30,9 oder 31,6 mm, sodass sie in die meisten aktuellen Rahmen passen. Außerdem gibt es Spacer, die den Einbau in Rahmen mit 34,9-mm-Sitzrohren erlauben.

Hub
Teleskopsattelstützen gibt es inzwischen mit einem breiten Verstellbereich, 100 mm bis 200 mm sind je nach Hersteller möglich. Die meisten Modelle besitzen inzwischen 150 mm Hub, was für die Mehrheit der Fahrer ausreicht. Sehr große Biker sollten nach Stützen mit mehr Hub Ausschau halten.

Gewicht
Teleskopsattelstützen werden immer leichter, trotzdem gibt es abhängig von der Marke und dem Modell immer noch signifikante Unterschiede. Eine gute Stütze sollte leicht und verlässlich sein.

Modell Preis Gewicht (Stütze) g Gewicht (Remote) g Minimale Einfügung Bauhöhe Einfache Installation Performance
9Point8 Fall-line 499 € 515 28 230 58 mm ** *****
BikeYoke Revive 369 € 545 23 265 45 mm **** ****
Brand X Ascend 160 € 550 33 190 65 mm ** ****
Crank Brothers Highline 349 € 578 37 285 46 mm **** *****
Easton Haven 445 € 548 17 230 65 mm * *****
E*Thirteen TRS+ 299 € 576 64 280 65 mm *** ****
Fox Transfer Factory 478 € (dropper 399 € + 79 € remote) 588 28 272 60 mm ***** *****
PRO Koryak 199,99 € 530 27 230 70 mm *** ****
KS Lev SI 287 € 562 20 249 50 mm *** ***
RockShox Reverb Stealth 491 € 519 69 245 68 mm ** ****