
Farbe Ash Purple | Hersteller-Website
ABUS ist schon lange nicht mehr nur für seine Schlösser bekannt, sondern platziert sich seit einiger Zeit erfolgreich im Helmkosmos. Neben den bekannten Fullface-, Light Fullface- und Halbschalen-Helmen wagt sich ABUS jetzt an die konvertierbaren Fullface-Helme. Der ABUS Targon verspricht Modularität durch einen abnehmbaren Kinnbügel, welcher durch das Speedlatch-System mit einer Handbewegung mechanisch an die Halbschale angebracht werden kann. Mit montiertem Kinnbügel erfüllt der Targon die ASTM F1952-22-Norm für Downhill-Helme inklusive Kinnbügelprüfung. Damit gehört er zu den wenigen konvertierbaren Helmen mit echter DH-Zertifizierung.
Schon beim ersten Kontakt fällt die saubere Verarbeitung auf: Spaltmaße, Polster und die Mechanik des Kinnbügels hinterlassen einen hochwertigen Eindruck – zumindest im Testzeitraum gab es keinen Anlass zur Kritik. Mit 527 g in der Größe L ist die Halbschale eher auf der schwereren Seite und mit rund 1.000 g inkl. Kinnbügel bewegt man sich auch hier im Segment der vollwertigen Fullface-Helme, wie zum Beispiel dem Sweet Protection Fixer 2Vi. Zum Vergleich: Ein leichter Fullface-Helm wie in unserem Vergleichstest wog im Schnitt rund 830 g.
MIPS gehört mittlerweile zum guten Ton in dieser Preisklasse und ist beim Targon ebenfalls an Bord. In der MIPS-Version kostet der ABUS Targon 349,99 €. Wer jedoch keinen großen Wert darauf legt, hat die Möglichkeit, sich für 299,99 € seinen Kopf mit dem neuen Targon, ohne MIPS, zu krönen. Der Helm bietet mithilfe seiner vielen Verstellmöglichkeiten für jede Kopfform eine komfortable Passform. Nicht nur die Polster im Kinnbügel sind in drei Positionen verstellbar: Mit dem Zoom-Rapid-Fit-System kann per Drehrad der Helm millimetergenau auf die Kopfform angepasst und per Druck auf das Drehrad in die Ausgangsstellung zurückgebracht werden.



Was nun – Uphill oder Downhill? Der ABUS Targon im Praxistest
Mit 59 cm lagen wir im Test genau in der Mitte der vorgegebenen Größe L und konnten nach kurzem Einstellen eine Position finden, die auch bei Tagestouren den Helm fast vergessen lässt. Der Helm ist mit 15 Belüftungsöffnungen ausgestattet und ausreichend belüftet, sodass wir stets einen kühlen Kopf behalten konnten, selbst bei 30 Grad. Doch natürlich kommt die Belüftung nicht an einen Halbschalen-Helm heran.
Dem ABUS Targon fehlt eine Verstellmöglichkeit der Riemen, jedoch ist dies dem abnehmbaren Kinnbügel geschuldet und störte weiter nicht. Wer eine Goggle passend zum Fullface-Helm verstauen möchte, findet hier problemlos unter dem Visier Platz. Eine Goggle ist nicht euer Ding? Dann könnt ihr auch eure normale Brille unter dem Visier sicher fixieren. Ein designtechnisches Highlight ist der integrierte Action-Cam-Mount – ein toll integriertes Feature.


Der Targon versucht einen schwierigen Spagat: ausreichend luftig für lange Transferetappen und gleichzeitig robust genug für Bikepark-Einsätze. Ob das Konzept aufgeht, entscheidet sich allerdings weniger am Trail als am Rucksack – denn der Kinnbügel will während des Uphills irgendwo verstaut werden.
Spannende Infos zum ABUS Targon
Key Facts
- Fullface-Helm mit abnehmbarem Kinnschutz
- Zertifizierung: ASTM F1952-22 (DH)
- Größen: S (51–55 cm), M (55–58 cm), L (57–61 cm)
- Farben: Velvet Black, Lemon White, Sand Beige, Ash Purple
- Gewicht: 492 g (M), 527 g (L) plus 480 g (Bügel)
- Preis: 349,99 € bzw. 299,99 € (ohne MIPS)
- Besonderheiten: Made in Italy, Magnetverschluss
Am Trailhead angekommen, stellte sich das Anbringen des Kinnbügels mit dem Helm auf dem Kopf zunächst als recht knifflig dar, doch nach zwei, drei Versuchen wird die Bewegung zur Gewohnheit und der Targon verwandelt sich zum Fullface-Helm. Durch die mechanische Verriegelung des Bügels am Helm sitzt alles fest, nichts quietscht, nichts wackelt und man kann voll in den Downhill-Modus schalten. Beim Fahren vermittelt der Helm ein sehr sicheres Gefühl. Mit High-Fives und dickem Grinsen am Ende des Trails lässt sich der Bügel problemlos wieder lösen. Was sich jedoch bei langen Haaren empfiehlt: Den Kinnbügel vor dem Abnehmen zu öffnen, um eingeklemmte Haare zu vermeiden – was jedoch eher an der Frisur des Testers lag als am Design.
Ihr möchtet den nächsten Zahnarztbesuch im Falle eines Sturzes vermeiden, aber ein Light-Fullface schränkt euch im Uphill zu sehr ein, sodass ihr beim Treten nicht auf eine traditionelle Halbschale verzichten wollt? Dann könnte ein konvertierbarer Helm wie der ABUS Targon definitiv ab jetzt in die engere Auswahl eines treuen Begleiters rutschen.
Fazit zum ABUS Targon
ABUS vereint eine hochwertige Verarbeitung und integrierte Designlösungen im neuen Targon-Helm. Das Zoom-Rapid-Fit-System bietet ein angenehmes Tragegefühl und der Kinnbügel sitzt fest. Einmal angebracht, gibt er das extra Selbstvertrauen für die nächste Abfahrt. Eine modulare 2-in-1-Lösung für alle Unentschlossenen, die bergauf einen komfortablen Halbschalenhelm wollen und bergab bereit sein möchten für das Feature, das schon so lange auf der To-do-Liste stand.
Tops
- Kinnbügel ist einfach und schnell montierbar
- Fullface mit Kinnbügel sitzt fest ohne Klappern
- gute Belüftung
- viele Verstellmöglichkeiten der Kopfgrößenanpassung, Pads im Kinnbügel und in den Komfortpolstern
Flops
- recht schwer im Vergleich zu einem Light-Fullface
- Kinnbügel kann lange Haare einklemmen
Tester: Tristan Bulant
Testdauer: 4 Wochen
Einsatzbereich: Bikepark und Trail
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Text & Fotos: Tristan Bulant, Manne Schmitt
