Kann ein 114 g leichtes Mini-Schutzblech wirklich verhindern, dass der Hinterreifen euch komplett einmatscht? Das Ass Savers Win Wing MTB verspricht cleveren Schutz ohne Klappern – wir haben getestet, wie gut der kleine Flügel am E-MTB und auf ruppigen Trails wirklich funktioniert.

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Ass Savers Win Wing MTB | Gewicht 114 g | Preis 33 € | Hersteller-Webseite

Was macht den Ass Savers Win Wing MTB aus?

Bevor wir ins Detail gehen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die grundsätzliche Idee hinter solchen Minimal-Schutzblechen: Sie sollen nicht alles blockieren, sondern gezielt den schlimmsten Teil des Spritzfächers entschärfen. Das Win Wing folgt exakt diesem Ansatz – klein, leicht, strategisch platziert.

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Konzept & Funktionsprinzip

Der Clou sitzt im Winkel: Der kleine Kunststoffflügel trifft den Matschfächer genau an seinem Entstehungspunkt, also dort, wo der Reifen das Wasser nach oben katapultiert. Statt den gesamten Spritzstrahl zu blockieren – was nur ein großes Schutzblech könnte – kappt er ihn an der entscheidenden Stelle und nimmt dem Schwall genug Energie, damit er euch nicht mehr mitten auf dem Rücken landet. Richtig montiert berührt der Win Wing nie den Reifen. Dadurch gibt es kein Klappern, kein Schleifen und keine Reibspuren. Ein simpler, aber überraschend wirksamer Ansatz.

Material & Verarbeitung

Der Win Wing besteht aus einer flexiblen Kunststoff-Lamelle, die absolut robust, aber sehr nachgiebig ist. Dadurch ist sie, auch bei Stürzen, praktisch unkaputtbar. Die Flügelblätter gibt es in klassischem Schwarz oder aber in unzähligen bunten Designs. Das Gummi der Befestigungsstraps ist extrem elastisch und reißfest.

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Montage & Kompatibilität

Montiert wird werkzeuglos mit zwei Gummistraps, Rahmenschutzfolien für die beiden Kontaktpunkte sind im Lieferumfang enthalten. Das dauert keine Minute, solange die Sitzstreben nicht zu voluminös sind. Die Straps sind nämlich knapp bemessen und passen bei vielen, aber nicht bei allen E-MTBs. Beispielhaft haben wir unsere aktuellen Test-Bikes damit getestet: Problemlos funktionierte die Montage bei verschiedenen Bikes von Specialized, Orbea und Canyon, während es bei Bikes von YT und einigen motorlosen Mountainbikes wie dem Privateer 161 oder dem GRIN ONE schwierig bis unmöglich war.

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Der Hersteller erklärte uns auf Nachfrage, man habe die Straps bewusst kompakt gehalten, um verschiedene Produkte über dieselbe Lösung bedienen zu können – das System gibt es nämlich auch für Road- und Gravel-Bikes. Sollte sich herausstellen, dass viele Bikes nicht kompatibel sind, wolle man längere Straps entwickeln. Bis dahin gibt es Workarounds: kräftig runterziehen, festhalten, mit Gewalt einfädeln oder im Zweifel sogar mit einer Zange unterstützen. Tatsächlich haben wir die Gummistraps auch bei erhöhter Gewaltanwendung nicht kaputt bekommen. Und ja – wir haben es wirklich versucht.

Gewicht & Packmaß

Mit ermittelten 114 g inklusive Straps ist das Win Wing ein Federgewicht. Das Schutzblech zeigt sich außerdem sehr flach, biegsam und lässt sich daher problemlos im Rucksack verstauen.

Wie schlägt sich der Ass Savers Win Wing MTB auf dem Trail?

Das Win Wing hält den Rücken in vielen Situationen überraschend sauber. Besonders bei Pfützen zeigt der Flügel seine Stärke und blockt den typischen Matschstrahl zuverlässig ab. Bei sehr klebrigem, schwerem Matsch stößt er bauartbedingt an Grenzen – und seitliche Spritzer bekommt ihr weiterhin ab.

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Auf ruppigen Trails hielt das Win Wing erstaunlich gut. Kein Klappern, kein nerviges Scheppern, kein Kontakt zum Reifen – solange die Montage fest genug ist. In Einzelfällen kam es zu leichtem Schleifen, allerdings ohne Schäden. Für den Bikepark oder besonders harte Einsätze reicht die Konstruktion jedoch nicht aus.

Breite Reifen und viel Drehmoment sorgen dafür, dass der Spritzfächer am E-MTB stärker ausfällt als am Bio-Bike. Die Positionierung ist deshalb entscheidend. An Allround-E-MTBs mit moderaten Hinterbauten funktionierte das Win Wing sehr gut. Bei massiven Sitzstreben – etwa bei YT – scheitert das System an der Strap-Länge.

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Für wen ist der Ass Savers Win Wing MTB?

Im Vergleich zu vollwertigen Schutzblechen wirkt der Win Wing wie die minimalistische Zen-Version eines Schutzsystems: deutlich leichter, cleaner und leiser, dafür mit weniger Rundumschutz. Wer bewusst ein reduziertes Setup fährt und keinen Komplettschutz erwartet, findet hier eine angenehm unauffällige Lösung. Gegenüber dem Fahren ganz ohne Schutz spielt der Ass Savers seine größten Stärken aus. Der Rücken bleibt klar erkennbar sauberer, besonders beim Durchfahren von Pfützen, und das ganz ohne Klappern oder Reibspuren. Preislich liegt der Win Wing im mittleren Bereich und überzeugt durch Bedienbarkeit, Gewicht und Verarbeitung. Der einzige echte Schwachpunkt bleibt die Strap-Länge – hier hat Ass Savers noch Verbesserungspotenzial.

Fazit

Das Ass Savers Win Wing MTB ist ein clever einfaches Produkt, das am E-MTB erstaunlich viel Schutz liefert, solange es mit dem Bike kompatibel ist. Für Touren-Fans, Pendler*innen und alle, die ohne großes Schutzblech etwas Spritzschutz wollen, ist der kleine Flügel ein echtes Upgrade. In extremem Matsch, im Bikepark oder an Bikes mit sehr breiten Sitzstreben kommt das System jedoch an seine Grenzen. Unterm Strich: Ein minimalistisch geniales Zubehörteil – aber bitte mit längeren Straps, Ass Savers!

Tops

  • überraschend guter Schutz bei Pfützen
  • sehr leicht und stabil
  • kein Klappern oder Schleifen
  • schnelle und einfache Montage
  • viele bunte Farben verfügbar

Flops

  • weniger Rundumschutz als große Bleche
  • Straps für manche E-MTBs zu kurz

Alle weiteren Infos findet ihr unter ass-savers.com.

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Text: Jonny Grapentin Fotos: Benedikt Schmidt

Wer schreibt hier?

Jonny Grapentin
Editor

Jonny Grapentin ist Redakteur bei 41 Publishing für E-MOUNTAINBIKE und DOWNTOWN. Sein Hintergrund als Verleger in der digitalen Bildung erklärt seine didaktisch fundierte Herangehensweise. Er verantwortet die Rubrik „The MIRROR“ mit Fokus auf Entwicklungslogiken und die langfristige Relevanz von Produkten jenseits bloßer Launch-Zyklen. Seine Expertise liegt in der Bewertung technologischer Innovationen und ihrer Alltagsrelevanz, die er in zahlreichen Einzel- und Vergleichstests unter Beweis stellt. Ob Kids-Bikes, Pizzaöfen oder Siebträgermaschinen – stets prüft er Innovationen auf ihren realen Mehrwert und hinterfragt Markttrends kritisch.

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