Mehr Halt, weniger Armpump? Die AXESS UNLTD GET A GRIP Bar Ends versprechen genau das. Entwickelt von DH-Pro Joe Breeden, sollen sie euren Griff stabilisieren und auf langen Abfahrten spürbar entlasten. Aber taugen sie auch für den Enduro-Alltag, oder sind sie lediglich für Downhill-Racer gedacht?

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AXESS UNLTD GET A GRIP | Gewicht: 86 g (Halbe-Variante) | Preis: 65 Pfund | Testdauer: 3 Monate | Hersteller-Website

Armpump, ermüdete Unterarme und verkrampfende Hände gehören zu den klassischen Problemen auf langen, ruppigen Abfahrten. Genau hier setzen die AXESS UNLTD GET A GRIP Bar Ends an. Die Idee stammt von Worldcup-Downhill-Racer Joe Breeden, der im Renn-Szenario nach einer Möglichkeit suchte, die Belastung an den Händen zu reduzieren. Nach zahlreichen Versuchen mit anderen Ansätzen entstand zusammen mit seinem Vater und seiner Freundin – beide Ingenieure – schließlich das aktuelle Bar-End-Konzept.

Die GET A GRIP Bar Ends werden in Sheffield, UK, designt und handgefertigt und kosten 65 £. Sie werden zudem weltweit Versand. Die Montage ist schnell erledigt, erfordert jedoch einen kleinen Eingriff in die Griffe: Am äußere Griffende muss ein Loch gebohrt werden, durch das dann das Bar-End von innen verschraubt wird. Wie fest die Konstruktion später sitzt, hängt vom jeweiligen Griffmodell ab – stabile Endkappen sorgen für einen strafferen und verdreh­sicheren Sitz. Wir haben den Test mit BURGTEC Bartender Pro durchgeführt. Erhältlich sind eine volle und eine halbe Version. Wir haben beide getestet, den Fokus aber auf die halbe Ausführung gelegt. Das Material selbst ist relativ weich und flexibel, lässt sich leicht verbiegen, bietet aber genug Widerstand, damit die Hand nicht darüber rutscht.

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Mit diesem Setup sollen Armpump, Ermüdung und Krampfneigung reduziert werden. Ob das in der Praxis funktioniert und welchen Einfluss die Bar Ends wirklich auf das Fahrgefühl haben, klären wir im Test.

Die GET A GRIP Bar Ends im Test

Beim ersten Aufsteigen fühlen sich die Bar-Ends etwas so an, als würde man sich mit der Hand am Lenker „einklicken“, wie bei seinen Pedalen. Die GET A GRIP Bar Ends erzeugen sofort ein spürbar festeren Kontaktpunkt, weil man nicht mehr seitlich verrutschen kann. Das vermittelt Stabilität, kann aber auch etwas einengend wirken. Denn besonders mit größeren Händen bleibt nur noch wenig Griffbreite übrig, was gerade auf langen Ausfahrten die Bewegungsfreiheit der Hand einschränkt. Die zusätzliche Führung sorgt zwar für ein stabileres Gefühl, nimmt euch aber ein Stück Flexibilität in der Positionierung. Wer die Bar-Ends auch am Enduro- oder Trail-Bike verwenden will und regelmäßig lange Touren fährt, wird die reduzierte Beweglichkeit eher als Nachteil wahrnehmen. Denn besonders im Uphill, wenn man normalerweise öfter die Hand verschiebt oder variieren möchte, wirken die Bar Ends störend.

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Dafür steigt das Sicherheitsgefühl deutlich – vor allem ohne Handschuhe oder bei langen Abfahrten, wenn die Hände durch Schweiß rutschiger werden. Der äußere Anschlag verhindert zuverlässig das Abrutschen. Dadurch traut man sich eher, die Hände unterwegs locker zu lassen, ohne Angst, beim kleinsten Schlag den Griff zu verlieren und solange man die Hand nicht komplett öffnet, bleibt man stabil „eingehakt“ und kann so seine Hände etwas ausruhen oder entlasten.

Im Downhill bieten die Bar Ends zudem einen gewissen Schutzfaktor. Streift man Bäume oder Felsen, fängt das flexible Material und das metallene Endstück die Berührung teilweise ab – ein bisschen wie Handguards in Mini-Form. Gleichzeitig kann man beim Kurvenfahren leicht Druck über die Bar-Ends aufbauen, was das Handling minimal leichter macht. Der Effekt ist jedoch nur dann relevant, wenn man die Hände bewusst locker lässt. Mit einer festen Hand am Griff lässt sich derselbe Effekt ohne Bar-Ends erzielen.

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Insgesamt sind die GET A GRIP Bar-Ends klar auf ein spezifisches Einsatzgebiet zugeschnitten: lange, anspruchsvolle Abfahrten, bei denen Armpump und Ermüdung eine Rolle spielen – oder eben Rennsituationen, in denen es wichtig ist kraftsparender zu fahren. Für kurze Hometrails oder Touren mit viel Uphill sind die Bar-Ends dagegen weniger geeignet – aber dafür wurden sie ja auch nicht entwickelt.

Hat man aber die passenden Trails und das richtige Mindset – also lange Abfahrten am Stück und die Bereitschaft, sich an den “festen” Kontaktpunkt zu gewöhnen –, vermitteln die GET A GRIP Bar Ends spürbar mehr Sicherheit und ermöglichen eine entspanntere Handhaltung auf dem Lenker.

Fazit zu den GET A GRIP Bar Ends

Die AXESS UNLTD GET A GRIP Bar Ends sind eine spannende Lösung für lange, anspruchsvolle Abfahrten und Rennsituationen. Sie erhöhen den Halt, vermitteln mehr Sicherheit und können Armpump reduzieren, wenn ihr aktiv eure Hände auf der Fahrt etwas entlastet. Im Uphill und auf langen Touren schränken sie aber etwas eure Bewegungsfreiheit ein und für kurze Hometrails sind sie eher überflüssig. Mit dem richtigen Mindset und den passenden Trails können sie euch aber Vorteile bringen.

Tops

  • verbesserter Halt am Griff
  • zusätzlicher Schutz
  • kann Ermüdung verringern

Flops

  • eingeschränkte Bewegungsfreiheit

Alle weiteren Infos findet ihr auf der Website von AXESS UNLTD.


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Text & Fotos: Peter Walker

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Peter Walker
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