Zwischen Streckengrenze und Tribüne entscheiden Coaches, Marshalls, Filmer und Crews über Hundertstel und Headlines. Sie lesen Linien, sichern die Strecke, fangen den Vibe ein und bringen den Livestream zu euch nach Hause – oft unbeachtet und meist als Selbstverständlichkeit wahrgenommen. Zeit also, die Kamera umzudrehen und die Menschen zu zeigen, die hinter einem World Cup stecken.

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Während die Weltelite auf der Strecke alles gibt und in Les Gets die Kettensägen der Zuschauer für ohrenbetäubenden Lärm sorgen, herrscht im kaum beachteten Streifen zwischen Rennstrecke und Zuschauerbereich reges Treiben. Downhill ist längst kein Einzelsport mehr, sondern Teamarbeit: Teams und Fahrer nutzen jede Gelegenheit abseits des Trails, um weitere Hundertstel aus dem Run zu holen – verständlich, wenn oft nur Sekundenbruchteile über den Sieg entscheiden. Vorbereitung, Warm-up und eine kluge Linienwahl auf einer Strecke, die sich mit jedem Lauf verändert, sind Pflicht, wenn man am Ende neben dem Schampus auf dem Podium stehen will. Parallel füttern Live-Übertragung, Social-Media-Kanäle und Online-Plattformen im Minutentakt euren Feed, damit ihr daheim die wichtigsten Updates bekommt. Gleichzeitig muss für Sicherheit auf der Strecke und einen fairen Ablauf gesorgt werden, um ein solches Event möglich zu machen. Eine Menge unbeachtete Arbeit also und längst Zeit, den Blickwinkel einmal zu vergrößern und hinter die Kulissen des legendären Rennens in Les Gets zu schauen.

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Die Personen im Hintergrund

Fahrerinnen und Fahrer, Coaches, Team-Mitglieder, Professionals aus der Fotografie und dem Film-Business, Track-Marshals und UCI-Officials – sie alle teilen sich dieselbe Adresse: die B-Zone. Dieser schmale Streifen zwischen Strecke und Zuschauerbereich ist während eines World Cups ihr Zuhause und ihr Büro. Hier wird beobachtet, entschieden, getragen, gefilmt – und am Ende das möglich gemacht, was ihr draußen an der Absperrung oder auf dem Sofa feiert.

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Trainer & Coaches

Steve Peat, Nico Vouilloz oder Fabien Barel sind längst nicht mehr im Renndress unterwegs, bringen aber mit Erfahrung und geschultem Blick unbezahlbares Wissen ins Team. Sie helfen bei der besten Linienwahl, checken, wo die Konkurrenz fährt, und schauen genau hin, wie die Rider auf den Bikes stehen. Wer drückt wo? Wer balanciert am Limit? Wer sieht wirklich schnell aus? Genau dieses Gefühl für Tempo und Timing geben sie weiter. Das passiert im direkten Gespräch an der Strecke oder als kurze Nachricht ins Starthaus. Nicht selten teilen Teammitglieder Fotos von Anliegern und Wurzelfeldern, um zu zeigen, welche Linie sich gerade entwickelt und was am schnellsten aussieht. Gleichzeitig sind die Coaches die direkte Hilfe am Track: immer mit offenem Ohr, als zweite Meinung und mit einem klaren Blick fürs Wesentliche. Sie packen an, helfen Bikes wieder hochzuschieben und schonen damit die Fahrerinnen und Fahrer – damit die Körner dort bleiben, wo sie gebraucht werden: im Run.

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Marshalls & Officials

Marshalls und Officials sorgen für Sicherheit auf der Strecke, beobachten das Geschehen und sperren im Notfall die Strecke. Dazu ist die UCI ständig vor Ort und achtet darauf, dass alles mit rechten Dingen zugeht – also nicht beschissen, nicht abgekürzt wird, sondern fair und sauber verläuft. Und im Fall des World Cups in Les Gets gehört auch eine ordentliche Portion Security dazu, um die wilde Masse hinter den Absperrungen zu halten … oder auch nicht.

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Fotografen und Filmer

Ohne sie würden wir kaum mitbekommen, was eigentlich abgeht. Dass jeden Tag hochqualitative Fotos und Videos vom Track eintrudeln, wirkt selbstverständlich – ist es aber nicht. Es geht um das Wann, Wo, Wie: antizipieren, wo die Szene passiert, wann das Licht passt und wie der Shot sitzen muss. Eingefangen wird nicht nur die Action, sondern die ganze Story vom Wochenende. Oft heißt das: schlechtes Licht, wenige Versuche. Hier schiebt keiner für einen extra Clip oder ein zusätzliches Foto noch mal hoch. Nichts verpassen, zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle stehen und den Vibe einfangen – genau darum geht’s. Und danach ist längst nicht Schluss: Der Content wird direkt aufgearbeitet und weitergeschickt, oft bis spät in die Nacht. Parallel läuft die Live-Übertragung mit großen Kameras und Drohnen. Plattformen und Kamerakräne müssen aufgebaut und bedient werden, während Drohnen fast ununterbrochen durch enge Waldpassagen fliegen.

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Die B-Zone ist nicht nur ein Puffer, sondern ein Arbeitsbereich. Hier werden Linien verfeinert, Sicherheit garantiert und Storys erzählt, während auf der Strecke die Action herrscht. Wenn alles funktioniert, wirkt es selbstverständlich, wenn nicht, fällt es sofort auf. Denn Downhill-Racing ist heutzutage ein Team-Sport und die Berichterstattung ein einstudiertes Zusammenspiel, ohne die wir alle unseren geliebten Sport nicht mitbekommen würden.

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Text & Fotos: Peter Walker

Über den Autor

Peter Walker

Peter ist nicht nur ein Mann der Worte, sondern auch der Taten. Mit ernsthaften Bike- und Schrauber-Skills, seiner Motocross-Historie, diversen EWS-Teilnahmen und über 150 Bikepark-Tagen in Whistler – ja, der Neid der meisten Biker auf diesem Planeten ist ihm gewiss – ist für Peter kein Bike zu kompliziert und kein Trail zu steil. Gravel und Rennrad kann er übrigens auch! Das für unsere redaktionelle Arbeit wichtige Thema Kaufberatung hat Peter in Vancouvers ältestem Bike-Shop von der Pike auf gelernt und setzt sein Know-how auch im journalistischen Alltag um. Wenn er nicht gerade die Stuttgarter Hometrails auf neuen Test-Bikes unsicher macht, genießt er das Vanlife mit seinem selbst ausgebauten VW T5. Dass er dazu noch ausgebildeter Notfallsanitäter ist, beruhigt seine Kollegen bei riskanten Fahrmanövern. Zum Glück mussten wir Peter bislang nie bei seinem Spitznamen „Sani-Peter“ rufen. Wir klopfen auf Holz, dass es dazu auch nie kommen wird!