Das neue Canyon Spectral hat es nicht leicht – die Fußstapfen, in die es tritt, sind riesig. Sein Vorgänger war äußerst beliebt und hat einige Testsiege eingeheimst. Dass das neue Bike trotz Erfolgsdruck die hohen Erwartungen erfüllt, zeigt dieser Test.

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Canyon Spectral CF 8.0 | 150/140 mm (v/h) | 13,57 kg | 2.999 €

Canyon hat ganze Arbeit geleistet und dem neuen Spectral nicht nur einen radikal anderen Look verliehen als seinem Vorgänger, sondern ihm auch ein tiefgehendes Update verpasst. Nach über vier Jahren war das aber auch an der Zeit! So wurde der Dämpfer jetzt liegend statt stehend positioniert, gleichzeitig wurde die Kennlinie deutlich überarbeitet. Das neue Spectral soll nun feiner ansprechen und stabiler im Federweg stehen – und das spürt man tatsächlich. In diesem Test ist das Canyon das einzige Bike, das über einen Carbonrahmen verfügt. Der strotzt geradezu vor smarten Detaillösungen wie der Zugführung am Unterrohr, der Impact Protection Unit oder der smarten Steckachse, bei der der Hebel im Inneren verschwindet. Typisch Canyon ist die Ausstattung über jeden Zweifel erhaben. Das RockShox-Fahrwerk mit einer PIKE RC-Federgabel und 150 mm Federweg ist top.

Helm Sweet Protection Bushwhacker | Jersey Fox Indicator Camo | Shorts Troy Lee Skyline Short | Hip Bag CamelBak Palos LR4

Die DT Swiss M1700-Laufräder sind zuverlässig und die RockShox Reverb mit neuem Hebel ist besser denn je. Bei den Bremsen verbaut Canyon günstige SRAM Guide R, die zwar nicht über die Swing-Link-Technologie im Hebel verfügen, sich aber dennoch gut bedienen lassen. Mit einer 200-mm-Scheibe in Front sind sie außerdem ausreichend standfest für lange Abfahrten.

  Punktlandung! Canyon trifft mit dem Spectral voll ins Schwarze!

Bei der Entwicklung des Spectral stand für Canyon der Fahrspaß an oberster Stelle. Aus diesem Grund verzichten die Koblenzer bewusst auf 29” große Laufräder und setzen stattdessen auf 27,5”-Reifen in 2,6” Breite. Zusammen mit der zentralen Sitzposition verleihen sie dem Rad ein sehr hohes Maß an Komfort und viel Traktion. Bergauf klettert man mit dem Spectral zügig und entspannt. Der Hinterbau bleibt auch bei offener Dämpferplattform sehr antriebsneutral. Nur bei sehr ungleichmäßigem Tritt fängt er leicht an zu wippen. Bei schnellen Antritten sprintet das Rad willig nach vorn. Auf dem Trail fährt es sich sehr direkt, setzt Richtungswechsel willig um und lässt sich sehr spielerisch durch enge Sektionen zirkeln. Im Vergleich zum Vorgänger ist es deutlich ausgewogener, man steht dank dem tiefem Tretlager (BB Drop 22 mm) sehr integriert im Bike, der Hinterbau arbeitet feinfühlig und bietet sehr guten Gegenhalt. Das Rad besitzt sehr guten Pop und verleiht den Fahrer ständig dazu, an Kanten abzuspringen oder Manuals zu ziehen. Wird das Gelände anspruchsvoller und werden die Geschwindigkeiten höher, bleibt das Spectral stabil und ist stets gut kontrollierbar. Einzig der MAXXIS Rekon-Hinterreifen gerät sowohl in Sachen Grip als auch Pannenschutz schnell ans Limit.

Das Canyon Spectral CF 8.0 im Detail

Federgabel RockShox Pike RC 150 mm
Dämpfer RockShox Deluxe RT 140 mm
Bremsen SRAM Guide R 200/180 mm
Schaltung SRAM GX Eagle
Sattelstütze RockShox Reverb Stealth 150 mm
Vorbau Race Face Aeffect R
Lenker Race Face Aeffect
Reifen Maxxis Minion DHF / Maxxis Rekon+
Laufradsatz DT Swiss M1700 Spline
Gewicht 13,57 kg
Preis 2.999 €

Langlebig
Um die Lebensdauer der Lager zu erhöhen, hat Canyon sie von außen noch einmal extra gedichtet. Nice! Wir hätten uns allerdings zusätzlich noch ein geschraubtes Tretlager gewünscht.
Schonend
Die Optik des Sitzdoms am Canyon Spectral spaltet zwar die Nation, fest steht aber: Durch die flächige Klemmung wird die Sattelstütze im Inneren geschont. Top!
Einfach sahnig
Die RockShox PIKE ist bei den Trailbikes bis 3.000 € die erste Wahl. Sie spricht feinfühlig an, besitzt eine top Dämpfung und lässt sich mit Tokens schnell an die persönlichen Vorlieben anpassen.
Extra Schutz
Die Impact Protection Unit schützt das Oberrohr vor Beschädigungen durch den Schaltgriff. Anders als beim Knock Block von Trek lässt sich der Lenker weiterhin um 90° drehen.
Aufgeräumt
Die Züge verlaufen am Canyon Spectral in einem Kanal unter dem Unterrohr. Das Cover sorgt für eine cleane Optik, erleichtert den Service und dient als Steinschlagschutz: top!

Die Geometrie des Canyon Spectral CF 8.0

Größe S M L XL
Oberrohr 579 mm 605 mm 633 mm 661 mm
Steuerrohr 92 mm 116 mm 147 mm 170 mm
Lenkwinkel 66° 66° 66° 66°
Sitzwinkel 74,5° 74,5° 74,5° 74,5°
Kettenstrebe 430 mm 430 mm 430 mm 430 mm
BB Drop 27 mm 22 mm 22 mm 22 mm
Radstand 1141 mm 1172 mm 1204 mm 1235 mm
Reach 419 mm 440 mm 460 mm 482 mm
Stack 588 mm 605 mm 634 mm 655 mm

  Tuning-Tipps: Tausch den Maxxis Rekon+ Hinterreifen gegen einen Maxxis Minion DHF

Fazit

Geiles Handling, geiles Fahrwerk, geile Teile, geiler Preis! Das Canyon Spectral CF 8.0 ist ein rundum gelungenes Bike, das trotz seines verspielten Charakters ordentlich Reserven besitzt und gut bergauf klettert. Wer aktuell ein Trailbike sucht, kommt an ihm nicht vorbei. Unser Testsieger!

Stärken

+ super Beschleunigung und agiles Handling
+ klettert stark bergauf
+ super leise
+ Rahmen steckt voller smarter Details
+ beste Ausstattung im Test

Schwächen

– Hinterreifen fehlt es an Grip und Pannenschutz

Uphill
Downhill
Laufruhe
Agilität
Preis/Leistung


Mehr Infos findet ihr unter: canyon.com

Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Fahrspaß inklusive! – 7 Trailbikes bis 3.000 € im Vergleich

Alle Bikes im Test: Ghost SLAMR X 5.9 AL | Giant Trance 1.5 LTD | ROSE ROOT MILLER 2 | Trek Fuel EX 8 29 XT | Whyte T-130 S | YT JEFFSY 29 AL Comp


Dieser Artikel ist aus ENDURO Ausgabe #033

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Text: Christoph Bayer Fotos: Christoph Bayer, Valentin Rühl

Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für ENDURO. Er kümmert sich federführend um das sechs Mal im Jahr erscheinende Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.