CUBE startet mit einem großen Rundumschlag ins Modelljahr 2027. Statt bestehende Plattformen lediglich mit neuen Farben und Komponenten weiterlaufen zu lassen, greift der Hersteller unter anderem gleich in drei zentralen Kategorien tief ein: Trail, Enduro und Downhill.
Dabei ziehen sich einige Themen wie ein roter Faden durch die neuen Bikes: mehr Integration, mehr Einstellbarkeit und bei dem Enduro- und Downhill-Bike vor allem eine komplett neue Hinterbau-Kinematik. Während das neue Stereo allerdings vergleichsweise konventionell bleibt, machen FRITZZ und TWO15 mit ihren High-Pivot-Systemen einen wesentlich größeren technischen Schritt.
Das neue Line-up besteht unter anderem aus dem Stereo C:62 SLT, dem Stereo HPC RACE, dem FRITZZ C:62 Super TM und dem TWO15 SLX. Das Stereo C:62 SLT bringt laut CUBE 13,6 kg auf die Waage und soll 5.499 € kosten. Das FRITZZ wiegt rund 17,2 kg und wechselt in der Top-Spec-Version für 4.999 € den Besitzer. Das Aluminium-TWO15 kommt auf 19,1 kg und geht für 3.999 € über die Ladentheke. Zur Verfügbarkeit der Bikes hat CUBE bislang noch keine Angaben gemacht.
Das neue CUBE Stereo 2027 – Vom Tourenbike zum Trail-Allrounder?
Beim Stereo bewegt CUBE die Zielmarke mit 150 mm Federweg an der Front und 145 mm am Heck stärker im Trail-Segment. CUBE bietet das Stereo 2027 in zwei Rahmenvarianten an: als Stereo C:62 mit Vollcarbonrahmen und als Stereo HPC mit Carbon-Hauptrahmen und Aluminium-Hinterbau.
Auch bei den Details zieht CUBE nach. Im Unterrohr sitzt ein großes Staufach, in dem Ersatzschlauch, CO₂-Kartusche oder Werkzeug verschwinden können. Dazu kommen Platz für lange Dropper Posts und eine insgesamt sehr cleane Rahmenintegration.
Die Ausstattung des neuen CUBE Stereo C:62 SLT 2027
Am Topmodell arbeitet an der Front des neuen Stereos eine FOX 36 Factory-Federgabel mit GRIP X2-Kartusche und 150 mm Federweg, hinten ein FOX Float X Factory-Dämpfer.
Auch beim Antrieb wird nicht gespart: Das SLT setzt auf die elektronische Shimano XTR Di2 M9250 12-fach-Schaltung. Dazu kommen eine Race Face ERA-Kurbel, XTR-Bremsen und eine FOX Transfer Factory-Dropper. Mit 13,6 kg ist das Stereo C:62 SLT auf dem Papier außerdem erstaunlich leicht und mit 5.499 € für das Topmodell vergleichsweise erschwinglich.
CUBE FRITZZ C:62 2027 – Der Name ist zurück, das Konzept ist neu
Mit dem FRITZZ holt CUBE einen bekannten Namen zurück, doch technisch hat das neue Bike mit einem nostalgischen Comeback wenig zu tun. 170 mm Federweg, Carbonrahmen, hoher Hauptdrehpunkt und Umlenkrolle: Das neue FRITZZ ist klar als abfahrtsorientiertes Enduro-Bike positioniert. Der Rahmen kommt zusätzlich mit einem Flip-Chip an der Dämpferaufnahme, mit dem sich das Fahrwerk auf Luft- oder Stahlfederdämpfer abstimmen lässt. Hinzu kommten auch hier ein Staufach im Unterrohr und eine variable Lösung bei der Leitungsführung: Die Züge können für die cleane Optik durch den Steuersatz oder servicefreundlicher über Cable Ports geführt werden.
Was ist High-Pivot und warum macht es Sinn?
Bei einem High-Pivot-Hinterbau wandert die Hinterradachse beim Einfedern im Vergleich zu vielen konventionellen Hinterbau-Konzepten nach hinten – das Bike wird beim Einfedern länger. Gerade bei harten Schlägen kann das Vorteile bringen: Statt ausschließlich nach oben auszuweichen, kann sich das Hinterrad stärker nach hinten bewegen und so der Richtung der Krafteinwirkung des Hindernisses folgen. Dadurch werden Schläge besser absorbiert, das Bike verliert weniger Geschwindigkeit und behält leichter den Kontakt zum Untergrund.
Der Haken ist die sich stark verändernde Kettenlänge. Deshalb führt CUBE die Kette über eine Umlenkrolle nahe dem Hauptdrehpunkt. Das ist mechanisch aufwendiger, schwerer und wartungsintensiver als klassische Hinterbau-Konzepte. High Pivot ist deshalb nicht automatisch „besser“. Bei einem kompromisslos abfahrtsorientierten 170-mm-Enduro ergibt das Konzept allerdings deutlich mehr Sinn als bei einem leichten Trailbike.
Die Ausstattung des neuen FRITZZ C:62 Super TM
Das FRITZZ C:62 Super TM macht kaum einen Versuch, seine Gravity-Ambitionen zu verstecken. Vorne sitzt eine RockShox ZEB Ultimate-Federgabel mit Charger-3.2-Dämpfungskartusche und 170 mm Federweg, hinten ein RockShox Vivid Ultimate-Dämpfer ebenfalls mit 170 mm Federweg.
Dazu kommen ein SRAM X0 Eagle Transmission-Antrieb und entsprechend robuste Komponenten, die das Gewicht auf eher schwere 17,2 kg bringen. Mit 4.999 € bleibt das FRITZZ dafür preislich überraschend attraktiv.
CUBE TWO15 2027 – High Pivot am Downhill-Bike
Beim neuen TWO15 geht CUBE in die gleiche Richtung und zieht das Konzept noch konsequenter durch. Das Downhill-Bike besitzt weiterhin einen Aluminiumrahmen, bekommt aber einen komplett neuen High-Pivot-Hinterbau mit Umlenkrolle und einer verstellbaren Dämpferprogression.
Das TWO15 kommt mit 200 mm Federweg und lässt sich umfangreich an Strecke und Fahrstil anpassen. Neben der Dämpferprogression können auch die Laufradkonfiguration sowie über entsprechende Steuersatz-Einsätze die Geometrie verändert werden.
Die Ausstattung des CUBE TWO15 SLX 2027
Das TWO15 SLX ist trotz seines Namens kein Shimano-SLX-Bike. Vorne arbeitet eine FOX 40 Factory-Federgabel mit GRIP X2-Kartusche und 203 mm Federweg, hinten arbeitet ein FOX Float X2 Factory-Dämpfer. Der Antrieb besteht aus einer klassischen SRAM GX DH 7-fach-Schaltung mit SRAM Descendant DH-Kurbel und 10–24-T-Kassette.
Gebremst wird mit SRAM Maven Silver, kombiniert mit einer großen 220-mm-Scheibe vorne und 200 mm hinten. Der Newmen Beskar 30-Alu-Laufradsatz kommt in der „strong“-Ausführung zum Einsatz. Passend dazu setzt CUBE vorne auf einen Schwalbe Magic Mary Gravity Pro Ultrasoft und hinten auf einen Schwalbe Tacky Chan Gravity Pro Soft, jeweils in 2,5″. Das Gesamtgewicht liegt bei 19,1 kg und steht mit 3.999 € in der Preisliste.
Die neuen CUBE-Bikes in der Übersicht
| Modell | Kategorie | Federweg | Rahmen | Hinterbau-Konzept | Gewicht |
|---|---|---|---|---|---|
| CUBE Stereo C:62 SLT | Trail | 150/145 mm | Carbon | Viergelenker mit Low Pivot | 13,6 kg |
| CUBE FRITZZ C:62 Super TM | Enduro | 170 mm | Carbon | High Pivot + Idler | 17,2 kg |
| CUBE TWO15 SLX | Downhill | 200 mm | Aluminium | High Pivot + Idler | 19,1 kg |
Ob mehr Technik am Ende auch mehr Performance bedeutet, muss der Trail zeigen. CUBE baut für 2027 drei Bikes im Gravity-Segment mit klar erkennbarer Aufgabe. Ob der Kunde der deutschen Brand dieser Philosophie folgen wird, wird sich zeigen. Wir sind gespannt auf den ersten Test!
Hat dir dieser Artikel gefallen? Dann würde es uns sehr freuen, wenn auch du uns als Supporter mit einem monatlichen Beitrag unterstützt. Als ENDURO-Supporter sicherst du dem hochwertigen Bike-Journalismus eine nachhaltige Zukunft und sorgst dafür, das die Mountainbike-Welt auch weiter ein kostenloses und unabhängiges Leitmedium hat. Jetzt Supporter werden!
Text: Benedikt Schmidt Fotos: CUBE
