Das CUBE Stereo 170 SL 29 ist der neueste Spross der Stereo-Familie und soll mit 170 mm Federweg und großen 29”-Laufrädern nicht nur massig Reserven bieten, sondern auch mit einem agilen Handling und guten Klettereigenschaften überzeugen. Wir waren mehr als gespannt, ob dieser Spagat gelingt!

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2020

CUBE Stereo 170 SL 29 | 170/170 mm | 14,66 kg | 3.999 €

Mit einem Preis von 3.999 € ist das CUBE Stereo 170 SL 29 das günstigste Bike in diesem Vergleichstest – und das trotz seiner absoluten Top-Ausstattung. Ein komplettes FOX Factory-Fahrwerk mit GRIP2-Federgabel und X2-Dämpfer, eine zuverlässige Shimano XT-Schaltung und standfeste XT-Vierkolbenbremsen: CUBE verbaut nur edle und bewährte Teile. Eine Ausnahme stellen die viel zu dünnwandigen Schwalbe TLE-Reifen dar, die sich wirklich nur für sehr leichte Fahrer mit gemäßigtem Fahrstil empfehlen. Alle anderen sollten hier schnell Reifen mit Super Gravity-Karkasse nachrüsten. Der Schnäppchenpreis des CUBE Stereo 170 SL 29 erklärt sich zumindest zum Teil, wenn man sich den Rahmen einmal genauer ansieht.

Die geniale Ausstattung zum Knallerpreis erkauft man sich durch einen Rahmen, in den nur wenig Detailarbeit geflossen ist.

Er fällt nämlich eher grobschlächtig aus, Freunde von eleganten Linien und schick integrierten Details werden hier enttäuscht. So wirkt die Dämpferaufnahme, die für Stahl- und Luftdämpfer zwei unterschiedliche Aufnahmen besitzt, eher lieblos aufgesetzt als stimmig ins Gesamtpaket integriert. Auch der Kettenstrebenschutz bietet Raum für Verbesserung. Er besitzt zwar ein sehr gut dämpfendes Material, fällt aber viel zu kurz aus, was zu hässlichen Lackabplatzern führt. Über spezielle Lagerschalen kann der Lenkwinkel des Stereo in zwei Positionen verstellt werden – wir sind das Rad ausschließlich in der flachen 64,4°-Einstellung gefahren.

Netter Versuch
Der Kettenstrebenschutz des CUBE Stereo 170 ist zwar aus gut dämpfendem Material gefertigt, fällt allerdings deutlich zu kurz aus. Unschöne Lackschäden an der Kettenstrebe sind die Folge.
Variabel
Das CUBE Stereo besitzt zwei unterschiedliche Dämpfer-Montagepunkte, wodurch das Rad für Stahl- und Luftdämpfer jeweils eine optimierte Kennlinie besitzen soll.
Überm Limit
Wir können es nicht oft genug sagen – die Schwalbe-Reifen mit leichter TLE-Karkasse haben an einem Enduro-Bike nichts verloren!
Super steif
Der Race Face SixC-Lenker ist sehr steif und reicht so Vibrationen in Kombination mit den harten SDG-Griffen sehr direkt an den Fahrer weiter – wir würden auf andere Modelle wechseln.

Cube Stereo 170 SL 29

3.999 €

Ausstattung

Federgabel FOX 36 Factory GRIP2 170 mm
Dämpfer FOX FLOAT X2 Factory 170 mm
Sattelstütze FOX Transfer Factory 150 mm
Bremsen Shimano XT 4-Kolben 200/180 mm
Schaltung Shimano XT 12-fach 32 - 10/51
Vorbau Race Face Turbine R 35 45 mm
Lenker Race Face Next R 35 Carbon 800 mm
Laufradsatz Newmen Evolution SL A.30 29

Technische Daten

Größe M, L, XL
Gewicht 14,66 kg


Vom Feinsten
Beim Fahrwerk, der Bremse, der Schaltung und den Laufrädern macht CUBE keine Kompromisse und verbaut nur feinste Teile!
Nettes Detail
Bei vielen Bikes reiben die Schuhe nach kurzer Zeit die Kettenstreben blank. Nicht so beim CUBE, denn hier ist ein extra Rahmenprotektor verbaut. Nice!
Variabel
Die Lagerschalen des Steuersatzes lassen sich um 180° drehen, den Lenkwinkel kann man um 0,6° verstellen. Das geht zwar sehr einfach, erfordert aber etwas Zeit und ist daher nichts, was man regelmäßig auf dem Trail ändert. Wir sind das Rad ausschließlich in der flachen Einstellung gefahren.

Geometrie und Größe des CUBE

Die Geometrie des CUBE SL 170 SL 29 ist fast genau so, wie man es sich von einem modernen Enduro-Bike wünscht. Der Reach ist angenehm lang, der Lenkwinkel flach, das Tretlager tief und auch der Sitzwinkel ist angenehm steil. Keiner der Werte ist extrem und so verspricht das Rad auf dem Papier ein sehr ausgewogenes Handling. Störend wirkt nur das sehr lange Sattelrohr, das speziell in Größe XL noch viel länger wird.

Größe M L XL
Sattelrohr 420 mm 470 mm 520 mm
Oberrohr 581 mm 604 mm 631 mm
Steuerrohr 103 mm 113 mm 133 mm
Lenkwinkel 64,4° 64,4° 64,4°
Sitzwinkel 76,7° 76,7° 76,7°
Kettenstrebe 435 mm 435 mm 435 mm
Tretlagerabsenkung 27 mm 27 mm 27 mm
Radstand 1.220 mm 1.244 mm 1.273 mm
Reach 446 mm 466 mm 486 mm
Stack 619 mm 628 mm 646 mm
Helm Giro Tyrant MIPS | Brille Oakley Airbrake PRIZM Trail | Jersey VOID Orbit HS Jersey | Pants VOID Rage Pants | Schuhe Specialized 2FO Cliplite

Das CUBE Stereo 170 SL 29 im Test

Auf dem Papier lesen sich die Geometriedaten des CUBE Stereo 170 sehr vielversprechend und steigt man aufs Bike, sitzt man auch angenehm zentral. Sobald es bergauf geht, sackt der Hinterbau allerdings spürbar weg und man pedaliert leicht von hinten. Auch im Wiegetritt neigt das Heck zum Pumpen und der Griff zum Plattform-Hebel am X2-Dämpfer lohnt sich. Das sorgt auf Forststraßen für Ruhe, allerdings verliert man so im technischen Uphill spürbar an Traktion. Bergab wirkt das CUBE bereits ab den ersten Metern sehr vertraut. Das Rad setzt Richtungswechsel direkt und gutmütig um. Auch weniger erfahrene Fahrer werden hier schnell eine zentrale Position finden und so mit einer guten Gewichtsverteilung in Kurven fahren.

Das CUBE Stereo 170 ist trotz viel Federweg eher ein komfortables Trail- als ein potentes Enduro-Bike.

Enge, verwinkelte Trails sind die bevorzugte Heimat des Stereo 170, denn trotz des massiven Federwegs fehlt es dem Rad auf anspruchsvollen und schnellen Strecken spürbar an Laufruhe. Das liegt sicher zum Teil an den zu leichten Reifen, zum Teil aber auch am Fahrwerk, das nur mittelmäßig anspricht. Der sehr steife Race Face SixC-Lenker und die harten SDG-Griffe dämpfen kaum Vibrationen und wirken auf langen Abfahrten sehr ermüdend. Wer bei einem Reach von 466 mm in Größe L gerne zur längeren Rahmengröße greifen möchte, muss das Sitzrohr im Auge behalten – hier gibt sich CUBE oldschool und verbaut einen nicht enden wollendes Sitzrohr.

Wie fährt sich das CUBE Stereo 170 SL 29 im Vergleich zur Konkurrenz?

Das CUBE Stereo ist eines der agilsten Bikes in diesem Vergleichstest und ähnelt stark dem Orbea Rallon. Letzteres klettert aber nicht nur besser bergauf, sondern besitzt bergab auch den potenteren Hinterbau. Bei hohen Geschwindigkeiten lässt jedes Rad im Test das CUBE hinter sich. Zwischen dem Stereo und dem Specialized Enduro liegen trotz identischem Federweg auf anspruchsvollen Trails Welten!

Tuning Tipp: Reifen gegen ein robusteres Super Gravity-Modell tauschen | Lenker mit mehr Flex und Komfort verbauen

Fahreigenschaften

12

Uphill

1
  1. schwerfällig
  2. effizient

Agilität

2
  1. träge
  2. verspielt

Laufruhe

3
  1. nervös
  2. laufruhig

Handling

4
  1. fordernd
  2. gutmütig

Fahrwerk

5
  1. unsensibel
  2. feinfühlig

Fahrspass

6
  1. langweilig
  2. lebendig

Value for money

7
  1. schlecht
  2. sehr gut

Einsatzbereich

XC

8

Trail

9

Enduro

10

Downhill

11

Fazit

Das CUBE Stereo 170 SL 29 ist trotz seines langen Federwegs eher ein komfortables Trail- als ein potentes Enduro-Bike. Es überzeugt bei gemäßigter Fahrweise mit einem einfachen und intuitiven Handling und punktet mit einem hohen Maß an Agilität. Auf anspruchsvollen Strecken geht dem Rad aber schnell die Luft aus. Hier limitieren nicht nur die Reifen, sondern auch der Hinterbau die Performance des Bikes.

Stärken

  • bis zu einem bestimmten Grundspeed einfach und gutmütig zu fahren
  • sehr hochwertige Ausstattung
  • fairer Preis

Schwächen

  • Rahmendetails lieblos
  • Reifen unterdimensioniert
  • Hinterbau bergauf wie bergab wenig überzeugend

Mehr Informationen zum CUBE Stereo 170 SL 29 findet ihr auf cube.eu

Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2020

Alle Bikes im Test: Canyon Strive CFR 9.0 LTD | CUBE Stereo 170 SL 29 | Giant Reign Advanced 29 0 | Ibis Mojo HD5 | Norco Sight C1 29 | Nukeproof Mega 275C RS | Nukeproof Mega 290C Pro | Orbea Rallon M-LTD | Pole Stamina 180 LE | RAAW Madonna V2 FOX Factory Built | Rocky Mountain Slayer Carbon 90 29 | Santa Cruz Megatower CC X01 Reserve | SCOTT Ransom 900 Tuned | Specialized S-Works Enduro 2020 | Specialized Turbo Kenevo Expert | Trek Slash 9.9 X01 AXS | Yeti SB150 T2 | YT CAPRA 29 CF Pro Race

Text: Christoph Bayer Fotos: Christoph Bayer / Finlay Anderson / Markus Frühmann

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Über den Autor

Christoph Bayer

Wenn sich Arbeit nicht nach Arbeit anfühlt, dann hat man alles richtig gemacht – und das hat Christoph geschafft! Er liebt das Biken, ist ein Fan von Tech-Talk (zum Leidwesen seiner Freundin Toni), hat super viel Spaß an der Fotografie und bereist gerne die Welt. Er ist fast seit Anfang an bei ENDURO dabei und als Chefredakteur mittlerweile dafür verantwortlich, dass ENDURO das progressivste und aufregendste Magazin der Branche ist. Natürlich schreibt er noch jede Menge Storys selbst, testet um die 100 Bikes im Jahr und sitzt nahezu täglich auf dem Rad. Die alpinen Trails rund um seinen Heimatort dienen dabei als perfektes Testgelände. Den klassischen Arbeitstag gibt es für ihn nicht, mal ist er im Office, mal mit dem Laptop im Garten oder arbeitet direkt vom Van aus in einem der Top-Bike-Spots dieser Welt – für Christoph sind die Grenzen fließend und genau das weiß er so zu schätzen.