Party-Trains im Bikepark, wilde Race-Runs, epische Entdeckungstouren oder mit Vollgas über die Hometrails? Moderne Enduro-Bikes sind für all diese Schandtaten gemacht, doch wohin geht die Entwicklung, was funktioniert wirklich und worauf sollte man beim Kauf achten? Wir haben 14 der spannendsten Enduro-Bikes im Härtetest gegeneinander antreten lassen.

Inhaltsverzeichnis: Das erwartet euch in diesem Test

  1. Was ist ein Enduro-Bike und was muss es können?
  2. Das Testfeld
  3. Wie und wo haben wir getestet?
  4. Die ENDURO-Testcrew
  5. Unsere grosser Enduro-Vergleichstest in Zahlen
  6. Unsere Test- und Bewertungskriterien
  7. Die Tops und Flops unseres Enduro-Bike-Vergleichstests
  8. Das beste Enduro-Bike 2024
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Geil – Enduro-Bikes! Nicht nur bei uns im Office wird das Grinsen noch breiter, wenn es um Enduro-Bikes geht. Auch unsere aktuelle Leserumfrage – mit über 23.000 Teilnehmern – zeigt, dass Enduro-Bikes ganz oben stehen. Egal, ob es um den Besitz, eure Kaufabsichten oder den persönlichen Liebling geht. Denn wird das Enduro-Bike aus der Garage geholt, heißt das, dass es auf dem Trail richtig zur Sache geht. Shuttle-Runs, Bikepark-Besuche, alpine Entdeckungstouren oder einfach mit Vollgas die Hometrails ballern. All das ist mit einem modernen Enduro-Bike kein Problem, denn sie sind zum Ballern konzipiert, robust ausgestattet und vermitteln ordentlich Selbstvertrauen mit den nötigen Reserven, um den Gashahn einfach etwas länger offen zu lassen.

Also war es für uns allerhöchste Zeit, den Van zu laden, in eine geile Location mit fetten Trails und lässigem Vibe zu reisen und die spannendsten Enduro-Bikes einem knallharten Test zu unterziehen. Denn seit unserem letzten Enduro-Vergleichstest hat sich einiges getan und neue Technologien, Fahrwerke und Konzepte sind auf dem Markt erschienen. Doch wie groß sind die Unterschiede zwischen den modernen Enduro-Bikes und welche Entwicklungskurve gibt es?

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Best Enduro 2024 Test Santa Cruz Megatower GX 060 WEB Res 2947 1 1140x760

Was macht ein gutes Enduro-Bike aus?

Klar, gewisse Eckdaten wie Federweg und Geometrie lassen bereits auf Enduro-Gene schließen, aber auch eine passende Ausstattung und vor allem ein stimmiges Gesamtkonzept sind entscheidend, um das gesamte Potenzial zu entlocken und ein waschechtes Enduro-Bike zu bauen. Aber was ist der Unterschied zu einem Trail-Bike? Das lässt sich leicht erklären: Moderne Trail-Bikes sind krasse Alleskönner, denn sie glänzen im Uphill mit starken Touring-Qualitäten und im Downhill mit massivem Fun-Faktor und ordentlich Potenz, was auch unser aktueller Trail-Bike-Vergleichstest gezeigt hat. Enduro-Bikes legen vor allem in der Abfahrt nochmal eine ordentliche Schippe drauf und sollen auch bei einem hohen Grundspeed und in hartem Gelände noch viel Selbstvertrauen und Sicherheit vermitteln. Klar muss man im Uphill dafür ein paar Abstriche in Kauf nehmen, aber denkt nicht, dass Enduro-Bikes deshalb nicht auch starke Kletterer sein können oder lange Touren damit tabu sind. Denn die besten Enduro-Bikes in diesem Vergleichstest glänzen im Bikepark genauso wie auf langen Touren und können mit Downhill- und Trail-Bikes gleichermaßen mithalten. Zudem stecken sie durch ihre robuste Ausstattung einiges weg.

Wer sich dennoch nicht sicher ist, was das richtige Bike für seine individuellen Anforderungen ist, sollte schleunigst unsere interaktive Kaufberatung ausprobieren. Die liefert euch nämlich nicht nur konkrete Empfehlungen für euer nächstes Bike, sondern auch hilfreiche Informationen rund um euer Interessengebiet.

Für diesen Vergleichstest haben wir das perfekte Allround-Enduro-Bike gesucht, das maximalen Fahrspaß auf schnellen und ruppigen bis hin zu engen und steilen Trails liefert. Egal, ob Hochgebirge oder Hometrails, ob Finale Ligure oder A-Line: Das beste Enduro-Bike 2024 muss alle Arten von Trails meistern und die Endorphine sprudeln lassen können! Wir haben die Stoppuhr zu Hause gelassen und den Fokus nicht auf die schnellste, sondern die beste Zeit gelegt!

Best Enduro 2024 Test IBIS HD6 060 WEB Res 4648 1140x760

Welche Enduro-Bikes haben wir im Vergleichstest?

Bei der momentanen Vielfalt und dem immensen Angebot auf dem Markt ist es alles andere als eine leichte Entscheidung, das richtige Enduro-Bike für sich zu finden. Gleiches gilt für die Zusammenstellung des Testfeldes. An oberster Stelle steht euer (Kauf-)Interesse, welches ihr uns jährlich in unserer riesigen Leserumfrage mitteilt. Übrigens: Es ist bereits wieder an der Zeit und wir freuen uns natürlich über euer Feedback und wollen mit euch gemeinsam nicht nur unsere Arbeit, sondern die gesamte Bike-Branche gestalten. Also ran da.

Dementsprechend besteht unser Testfeld aus 14 Enduro-Bikes, zum größten Teil aus euren Lieblingsmarken, aber auch ein paar Geheimtipps aus der Redaktion und spannende neue Bikes, von denen ihr eventuell noch gar nichts wusstet, sind Teil unseres Vergleichstests.

Bike Preis Federweg Gewicht in kg
Bold Unplugged Ultimate (Zum Test) 8.999 € 170/160 mm 15,5
Canyon Strive CFR LTD (Zum Test) 6.999 € 170/160 mm 16,1
GIANT Reign Advanced 1 V2 (Zum Test) 6.999 € 170/160 mm 15,1
Ibis HD6 GX AXS (Zum Test) 8.898 € 180/165 mm 15,2
Norco Sight C1 (Zum Test) 8.499 € 160/150 mm 16,2
Orbea WILD M-LTD (Zum Test) 12.030 € 170/160 mm 22,3
Propain Tyee 6 CF MIX (Zum Test) 6.214 € 170/160 mm 16
RAAW Madonna V3 (Zum Test) 6.500 € 170/160 mm 16,7
Rocky Mountain Altitude C70 (Zum Test) 8.400 € 170/160 mm 16,5
Santa Cruz Megatower GX AXS RSV (Zum Test) 8.299 € 170/165 mm 15,4
SCOTT Ransom 900 RC (Zum Test) 9.999 € 170/160 mm 15,7
Trek Slash 9.8 XT (Zum Test) 7.899 € 170/170 mm 16,1
Yeti SB160 T3 (Zum Test) 10.890 € 170/160 mm 15,6
YT CAPRA CORE 4 (Zum Test) 4.499 € 170/160 mm 17

Die Preisspanne wandert dabei von 4.499 € bis 12.030 €, was allerdings nicht bedeutet, dass das günstigste Bike keine geile Ausstattung hat oder chancenlos in diesem Vergleichstest rollt. Selbstverständlich sind auch vergangene Testsieger wieder mit von der Partie, um die Chance zu bekommen, ihren hart erarbeiteten Titel zu verteidigen. Auch spannende neue Technologien, Exoten und eventuelle Trendsetter – mit High-Pivot-Hinterbau – haben wir dabei. Da wir das beste Enduro-Bike 2024 suchen, haben sich viele Hersteller nicht lumpen lassen und ihre teuersten Ausstattungsvarianten geschickt. Doch oft ist teuer nicht gleich besser und gelegentlich haben wir eingegriffen und uns für günstigere Ausstattungsvarianten entschieden, die aber eine gleichwertige oder sogar eine höhere Trail-Performance abliefern.

Als das beste Enduro-Bike 2023 durfte das YETI SB160 T3 natürlich auch im diesjährigen Vergleichstest nicht fehlen, denn es hat seinen Titel zu verteidigen. Gleiches gilt für das Canyon Strive CFR LTD, was im letzten Vergleichstest den begehrten Kauftipp ergattern konnte. Beide Bikes haben allerdings kleine Änderungen in ihrer Ausstattung – wie z. B. die neue SRAM Transmission-Schaltgruppe – erhalten. Ebenfalls als Testsieger haben wir das Orbea WILD M-LTD eingeladen. Denn es hat den Titel zum besten E-Mountainbike 2024 bei unserem Schwestermagazin abgeräumt und darf als einziges E-Mountainbike dank seiner extrem guten Trail-Performance, der robusten Ausstattung und passenden Geometrie gegen moderne Enduro-Bikes antreten. Aber wie schlägt sich das teuerste Bike und einzige E-Mountainbike im Vergleichstest?

Best Enduro 2024 Test YETI SB160 060 WEB Res 6135 600x400 Best Enduro 2024 Test Canyon Strive CFR 060 WEB Res 6341 600x400

Auf der Gegenseite steht das 4.499 € teure YT CAPRA CORE 4 als günstigstes Bike im Testfeld. Es setzt aber dennoch auf ein High-End-Fahrwerk, eine elektronische Transmission-Schaltgruppe und viele edle Anbauteile. Sehr vielversprechend! Auch das Propain Tyee 6 CF MIX besticht mit einer geilen Ausstattung und einem guten Preis, denn es lässt sich dank Online-Konfigurator ganz einfach auf eure Wünsche anpassen und wird dann direkt zu euch nach Hause geschickt. Aber geht das Konzept auf?

Zum Verwechseln ähnlich sind das Bold Unplugged Ultimate und das SCOTT Ransom 900 RC. Kein Wunder, denn beide Bikes kommen aus demselben Hause und setzen auf ein einzigartiges Design, bei dem der Dämpfer vollständig im Rahmen versteckt wird. Doch im Inneren sind die beiden Enduro-Bikes komplett unterschiedlich und es kommt ja schließlich auf die inneren Werte an, oder?

Best Enduro 2024 Test Orbea Wild 060 WEB Res 6053 1140x760
Best Enduro 2024 Test Propain Tyee CF 060 WEB Res 3265 600x400 Best Enduro 2024 Test SCOTT Ransom 060 WEB Res 5452 600x400

Auch wenn GIANT seinem Namen alle Ehre macht und einer der größten Bike-Hersteller der Welt ist, sieht man das neue GIANT Reign Advanced 1 V2 verhältnismäßig selten auf dem Trail. Das wollen wir ändern, denn das Enduro-Bike besticht nicht nur mit einem guten Preis und guter Ausstattung, sondern hat uns auch auf dem Trail überrascht, aber dazu später mehr.

Das Norco Sight C1 gilt zwar als Trail-Bike, kann aber auch dank seines High-Pivot-Hinterbaus bei hoher Geschwindigkeit glänzen. Somit schlägt es die Brücke zwischen den beiden Kategorien, aber kann es wirklich mit den potenten Kontrahenten im Vergleichstest mithalten? Denn es ist nicht das einzige Bike, das auf einen hohen Drehpunkt setzt. Das Trek Slash 9.8 XT besitzt ebenfalls einen sehr aufwendigen High-Pivot-Hinterbau, der bereits in unserem ersten Test überzeugen konnte, auch wenn er einige Probleme mit sich bringt.

Best Enduro 2024 Test Santa Cruz Megatower GX 060 WEB Res 3440 1140x760

Eines eurer beliebtesten Enduro-Bikes – was natürlich in diesem Vergleichstest nicht fehlen darf – ist das Santa Cruz Megatower GX AXS RSV. Schon von Weitem ist es durch seinen VPP-Hinterbau der Marke zuordenbar, aber macht es Sinn, alle seine Bikes mit demselben Hinterbau-Konzept auszustatten oder bringt das auch seine Nachteile? Nur ein paar Straßen weiter – in einem Städtchen im Norden von Kalifornien – sitzt das HQ von Ibis Cycles, die mit ihrem neuen Ibis HD6 GX AXS am Vergleichstest teilnehmen. Es setzt zwar, wie die meisten Bikes des Herstellers, auf einen DW-Link, sticht aber durch seinen eigenen Look aus dem Portfolio heraus. Als Geheimtipp der Redaktion waren die Erwartungen an das – in Europa eher selten anzutreffende – Bike sehr hoch.

Ein einzigartiges Konzept verfolgt das neue RAAW Madonna V3 mit seinen außen verlegten Leitungen, dem schlichten Alurahmen und den massiven Lagern. Zudem ist es das mit Abstand variabelste Bike im Vergleichstest, denn es lässt unzählige Geometrie- und Kinematik-Verstellungen zu. Findet so jeder sein perfektes Setup? Ganz frisch auf dem Markt ist auch das Rocky Mountain Altitude C70, was ebenfalls einen ganz neuen Look für die kanadische Marke repräsentiert und mit tief liegendem Dämpfer und bewährten RIDE-4-System einiges an Anpassungsmöglichkeiten bietet.

Best Enduro 2024 Test Rocky Mountain Altitude 060 WEB Res 6790 600x400 Best Enduro 2024 Test RAAW Madonna V3 060 WEB Res 4855 600x400

Unsere Enduro-Test-Location in Italien

Das kleine italienische Dörfchen San Romolo ist unter Downhill- und Enduro-Profis berühmt, berüchtigt und eine beliebte Test-Location. Denn hier geht es ordentlich zur Sache. Sandiger Boden, Highspeed und unzählige Steinfelder, durchzogen von fiesen Wurzeln und durch knackige Anlieger verbunden. Hier kommen Mensch und Material an ihre Grenzen und es kristallisiert sich schnell heraus, welche Bikes und Komponenten den Anforderungen gewachsen sind und was sich schon nach wenigen Trail-Kilometern in Sondermüll verwandelt. Perfekt also, um den modernen Enduro-Bikes so richtig auf den Zahn zu fühlen. San Romolo – was übrigens direkt oberhalb der großen Stadt San Remo und nur eine Fahrstunde von Finale Ligure entfernt liegt – gilt vielleicht nicht mehr als Geheimtipp, hat durch seine harten Trails aber dennoch wesentlich weniger Besucher als der Rest der ligurischen Küste und Mountainbiker trifft man hier eher selten auf den Trails – geil!

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Noch einen Ticken weiter im Hinterland liegt dann ein weiteres idyllisches Dörfchen, das auf den Namen Molini di Triora hört und Stück für Stück an Beliebtheit gewinnt. Hier gibt es neben einem sehr idyllischen Vibe dann hochalpine Trails, mehr Erde und einen Trail-Charakter, der sich perfekt mit den roughen Strecken in San Romolo ergänzt. Optimale Bedingungen also, um den 14 Enduro-Bikes in diesem Vergleichstest alles abzuverlangen.

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Selbstverständlich haben wir auch die Dolce Vita mit gutem Kaffee, Aperol Spritz und leckeren Pizzen nicht zu kurz kommen lassen, denn man muss sich schließlich ordentlich erholen zwischen den unzähligen Test-Runs. Bergauf ging es übrigens primär via Land Rover dank unserer Kumpels von Enduro Rides.

Das ENDURO-Test-Team

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Peter
Wenn ich aufs Enduro-Bike springe, will ich meinen Kopf frei bekommen, einfach Spaß haben und mir keine Sorgen machen, ob der Trail zu krass oder der Uphill zu lang ist. Dazu gehören neben starken Allround-Eigenschaften auch eine zuverlässige und passende Ausstattung und durchdachte Detaillösungen.
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Juli
Sexy Bikes mit einem ausgefallenen, aber stimmigen Look sind genau mein Ding. Wenn ich an meinen Bikes schraub, hab ich keinen Stress und der extra Aufwand – den ein cleaner Look meistens mit sich bringt – ist für mich kein Abturner. Auf dem Trail will ich ein direktes und verspieltes Bike, um an jeder Kante abzuziehen und das Maximale an Airtime und Geschwindigkeit zu generieren.
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Benne
Enduro-Bikes sind für mich Gebrauchsgegenstände und werden bei meinen unzähligen Tagen im Bikepark und den Shuttle-Runs ordentlich hergenommen. Dementsprechend will ich kein halbes Vermögen für ein Rad ausgeben und brauche keine fancy Komponenten. Wenn die Trail-Performance stimmt und ich das Bike perfekt auf mich einstellen kann, bin ich happy.
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Simon
Eine gesunde Ernährung, ausgewogene Work-Life-Balance und viel Sport stehen bei mir an oberster Stelle. Kaffee und ungesunde Ernährung sind hingegen ein No-Go. Dementsprechend bin ich mit Enduro-Bikes viel auf langen Touren und zähen Uphills unterwegs, denn das Müsli muss man schließlich verdienen. Trotz starken Uphill-Qualitäten will ich aber nicht auf eine hohe Downhill-Performance und eine zuverlässige Ausstattung verzichten.
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Michi
Ich besitze ein eigenes Shuttle-Unternehmen und bin dementsprechend extrem viel auf dem Bike unterwegs. Das muss zuverlässig funktionieren und mich auch nach einem langen Tag noch sicher ins Tal bringen. Dementsprechend sind mir eine einfache Servicierbarkeit und ein intuitives Handling extrem wichtig. Wenn es dann noch geil aussieht, bin ich überzeugt.

Unsere grosser Enduro-Vergleichstest in Zahlen

V Test in Zahlen Neu00001 1140x643 Best Enduro 2024 Test Intro 060 WEB Res 4171 V Test in Zahlen Neu00002 1140x570 V Test in Zahlen Neu00003 1140x643
Best Enduro 2024 Test TREK Slash 060 WEB Res 3645 600x400 Best Enduro 2024 Test Santa Cruz Megatower GX 060 WEB Res 3145 600x400
V Test in Zahlen Neu00004 1140x760 V Test in Zahlen Neu00005 1140x405
Best Enduro 2024 Test Intro 060 WEB Res 5168 600x400 Best Enduro 2024 Test Intro 060 WEB Res 5179 600x400

Unsere Test- und Bewertungskriterien

Das beste Enduro-Bike 2024 muss für vielerlei Schandtaten bereit sein, ohne Zögern, ohne Murren und ohne Überraschungen. Shuttle-Laps, lange Tage im Bikepark, hochalpine Entdeckungstouren oder die schnelle Hometrail-Runde. Natürlich kommt es dabei auf eine Vielzahl an Faktoren an, die in ihrem Zusammenspiel beurteilt werden müssen: Was kann das Bike, was kann es nicht? Für welchen Einsatzzweck und welchen Fahrertyp eignet es sich und für welchen nicht? Diese Fragen stehen im Zentrum all unserer Vergleichstests. Um den Charakter eines Bikes herauszuarbeiten und euch so die bestmögliche Kaufberatung zu bieten, nutzen wir kein starres Punktebewertungssystem, sondern achten auf unzählige Faktoren, die dem Charakter und den individuellen Features eines jeden Bikes gerecht werden.

Enduro-Bikes sind immer ein Kompromiss, denn sie müssen vollkommen gegensätzliche Eigenschaften in sich vereinen: Das beste Enduro-Bike 2024 begeistert mit enormen Reserven bei Highspeed, ist gleichzeitig aber agil, direkt und spaßig. Auch die Uphill-Performance trägt – zu einem geringeren Teil – zur Gesamtbewertung bei. Außerdem funktioniert das ideale Enduro-Bike nicht nur tadellos, sondern punktet auch in Sachen Verarbeitung, besitzt coole Detaillösungen, Features und Style. Denn wenn man schon mal etwas macht, kann man es auch gleich richtig machen. Die Summe aller vorangehender Punkte ergibt letztlich das übergeordnete und wichtigste Kriterium: Fahrspaß! Laborwertfetischisten mögen sich jetzt stirnrunzelnd fragen, ob man das messen kann, und die Antwort ist ein klares: ja! Im Folgenden haben wir die einzelnen Kriterien zu diesem Zweck aufgeschlüsselt.

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Das Handling eines Enduro-Bikes

Das Handling eines Bikes anhand einzelner Geometrie-Werte zu bestimmen, ist nicht nur falsch, sondern auch gefährlich. Denn trotz mancher Ähnlichkeiten auf dem Papier unterscheiden sich die Bikes auf dem Trail enorm. Das Fahrwerk und die Kinematik, die Verhältnisse von Geometrie-Werten wie Reach und Stack oder das Setup spielen hier eine große Rolle. Ein gutes Enduro-Bike positioniert seinen Fahrer mittig auf dem Bike, lässt sich intuitiv steuern und verzeiht kleine Fahrfehler. Denn egal, ob ihr müde und unkonzentriert nach einem langen Tag auf dem Bike oder einfach nur Anfänger seid: Von einem leicht und intuitiv zu fahrenden Bike profitiert jeder. Im Gegensatz dazu stehen Bikes mit forderndem Handling. Sie müssen aufmerksam sowie mit aktiver und präziser Gewichtsverteilung gefahren werden und benötigen eine sehr gute Fahrtechnik. Passiert euch dann ein Fehler, entsteht aus einem „Uaaah“-Moment schnell ein Crash. Lassen sich dann noch Einstellungen am Bike – wie z. B. ein Flip-Chip oder die Cockpit-Ergonomie – verstellen, ohne die Balance komplett zu verhunzen, habt ihr ein variables Enduro-Bike, mit dem ihr spielen könnt.

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Laufruhe vs. Agilität am Enduro-Bike

Laufruhe und Agilität stehen in einem so großen Widerspruch zueinander wie keine zwei anderen Testkriterien. Dennoch schaffen es die besten Enduro-Bikes in diesem Vergleichstest, beide Eigenschaften miteinander zu vereinen. Zur Laufruhe eines Bikes gehört es nicht nur, mit Vollgas durch ein Steinfeld prügeln zu können. Entscheidend sind auch die Reserven und das Feedback des Fahrwerks im Grenzbereich und ein hohes Sicherheitsempfinden, das einen überhaupt so schnell fahren lässt. Die Agilität beschreibt, wie flink und wendig sich ein Bike durch enge Trails zirkeln und wie einfach es sich von Anlieger zu Spitzkehre und von Seite zu Seite werfen lässt.

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Das Fahrwerk an einem Enduro-Bike

Das Fahrwerk eines Enduro-Bikes wird nicht nur von seinen Komponenten beeinflusst. Das persönliche Setup und der Tune von Gabel und Dämpfer spielen hier ebenfalls eine große Rolle. Kurz gesagt: Ein Fahrwerk lässt sich nur auf dem Trail beurteilen. Das perfekte Fahrwerk vereint eine hohe Traktion und Sensibilität mit ausreichend Gegenhalt, um an Kanten abzuziehen, und mit genügend Reserven, um die dann verpatzte Landung wieder auszubügeln. Bikes wie das Ibis HD6 GX AXS und das Yeti SB160 T3 nehmen Schläge souverän auf und generieren dennoch viel Traktion. So könnt ihr euch voll und ganz auf den Trail konzentrieren. Wenn das Fahrwerk – wie bei den oben genannten Bikes – den Input des Fahrers gut umsetzt, kann man trotz hoher Laufruhe super mit dem Trail spielen und an Kanten abziehen.

Wie gut sollte ein Enduro-Bike im Uphill sein?

Klar, wir suchen ein Enduro-Bike und kein Cross-Country-Race-Bike. Deshalb ist es wichtig, dass die Bikes im Vergleichstest eine bequeme und ausgewogene Sitzposition besitzen, die einem auch längere Touren ermöglicht. Ein gutes Enduro-Bike sollte sich angenehm treten lassen und den Piloten zuverlässig und mit minimalem Kraftaufwand an den Start der Trails bringen. Dafür ist ein traktionsstarkes, aber dennoch effizientes Fahrwerk wichtig, wobei wir mit Enduro-Bikes meist entspannte Schotterwege oder flowige Uphill-Trails wählen.

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Welche Ausstattung braucht ein Enduro-Bike?

Wir alle wollen fahren und nicht den halben Tag an unseren Bikes schrauben, weil schon wieder irgendetwas kaputt ist. Deshalb sollte die Ausstattung eines Bikes auch zu seinem Einsatzgebiet passen. Viele Hersteller mogeln jedoch, um das Gewicht niedrig zu halten oder um auf dem Papier einen bestmöglichen Eindruck zu hinterlassen. Fünf Bikes in unserem Vergleichstest setzen auf leichtere, aber auch wesentlich pannenanfälligere Karkassen, wie z. B. MAXXIS EXO+. Das hat zur Folge, dass ihr einen höheren Luftdruck fahren müsst, um Platten, Durchschläge oder sogar Defekte zu vermeiden. Ein hoher Luftdruck kostet aber Dämpfung und Traktion. Sind diese Karkassen dann noch mit Carbon-Laufrädern kombiniert, kann ein Durchschlag schnell zu richtig teuren Ausfällen und Frustration führen. Besonders auf den steinigen Strecken in San Romolo ist uns das einige Male zum Verhängnis geworden und es gab sowohl Alu- als auch Carbon-Laufräder und eine Menge Reifen, die den Vergleichstest nicht heile überstanden haben.

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Cool zu sehen ist, dass nach vielen Jahren die Hersteller nun durchweg große Bremsscheiben verbauen. Lediglich das Norco Sight – was als Brücke zu den Trail-Bikes im Vergleichstest teilgenommen hat – setzt am Heck auf eine 180-mm-Bremsscheibe, was wir akzeptieren können. Alle anderen Enduro-Bikes im Test verbauen große 200-mm-Scheiben und manche setzen sogar auf 220-mm-Rotoren an der Front – geil! Zudem verbauen alle Hersteller im Test Vierkolbenbremsen. Auch der Trend zu immer längeren Sattelstützen in Kombination mit kurzen Sitzrohren ist deutlich zu spüren. Der Durchschnitt im Test lag hier bei einem Stützen-Hub von 196 mm – top! Ebenfalls auffällig war, dass neun der 14 Bikes auf ein elektronisches Transmission-Schaltwerk von SRAM setzten, was direkt ohne Schaltauge am Rahmen befestigt wird und eine starke Schaltperformance abliefert.

Welchen Einfluss hat das Gewicht auf die Fahr-Performance eines Enduro-Bikes?

Das Thema Gewicht spielt bei vielen Kunden und auch Herstellern eine enorm große Rolle und hat durchaus einen Teil zur Trail-Performance beizutragen. Allerdings hat sowohl ein niedriges als auch ein hohes Gewicht seine Vor- und Nachteile. Wichtiger als das absolute Gewicht ist jedoch die Gewichtsverteilung.

Best Enduro 2024 Test Intro 060 WEB Res 4402 600x400 Best Enduro 2024 Test Norco Sight C1 060 WEB Res 7016 600x400

Im Uphill ist völlig klar, dass ein möglichst geringes Gewicht ordentlich Körner spart und zur Spritzigkeit eines Bikes beiträgt. Ist allerdings die Masse einmal ins Rollen gekommen und ihr haltet die Geschwindigkeit, minimiert sich dieser Vorteil. Im Downhill hingegen liefert eine höhere und gut positionierte Masse ein Plus an Fahrstabilität und sorgt für ein satteres Fahrgefühl, was vor allem das E-Mountainbike im Test deutlich gezeigt hat. Besonders Einsteiger ziehen hier einen Vorteil daraus. Auch bei großen Sprüngen ist die hohe Masse deutlich zu spüren, und wer nicht mit wilden Tricks durch die Luft wirbelt, bekommt dadurch ein großes Plus an Sicherheit. Zu leichte Bikes fühlen sich dagegen häufig instabil, nervös oder zerbrechlich an und trügen das Sicherheitsempfinden. Leichte Bikes sind agiler? Nicht unbedingt, denn hier spielen das Fahrwerk und die Kinematik eine große Rolle, denn was bringt das leichteste Bike, wenn jegliche Impulse einfach im Fahrwerk versacken? Auch das hat das E-Mountainbike im Test deutlich bewiesen, denn das Orbea WILD M-LTD besitzt ein verdammt gutes und straffes Fahrwerk. Gleichzeitig ist es trotz des krassen Mehrgewichts agiler und verspielter als z. B. das Rocky Mountain Altitude C70, das fast sechs kg leichter ist. Aber auch das schwerste analoge Bike – das YT CAPRA CORE 4 – glänzt mit hoher Agilität und kann hier die meisten Bikes im Vergleichstest abhängen, obwohl die einen guten Ticken leichter sind. Obendrein spielt die Gewichtsverteilung am Bike eine große Rolle. Ein tiefer Schwerpunkt, rotierende Masse oder eine Dysbalance zwischen Front und Heck bringen ganz unterschiedliche Vor- bzw. Nachteile mit sich und müssen ebenso zum Gesamtpaket passen, wie die Geometrie, Kinematik und Ausstattung eines Bikes.

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Welche sinnvollen Features und nützlichen Detaillösungen braucht ein Enduro-Bike?

Clevere Features am Enduro-Bike sorgen indirekt für mehr Spaß und weniger Frust. Man kann z. B. dank zusätzlicher Verstaumöglichkeiten am Rad seinen Rucksack oder seine Hip Bag zu Hause lassen. Oder man bekommt in der Werkstatt keine Schweißausbrüche, wenn man doch mal das Tretlager wechseln oder die Lager tauschen muss. Die Montagemöglichkeit für einen Flaschenhalter findet sich an allen Bikes unseres Vergleichstests. Auch die Möglichkeit, Tools oder Taschen an einem Mount zu befestigen, haben acht der Bikes. Zudem besitzen sechs der Bikes ein Staufach. Allerdings werden hier ganz unterschiedliche Deckel, Verschlusssysteme und Positionierungen gewählt. Zunehmend überzeugen hier auch die Verschlusssysteme und immer mehr Hersteller haben inzwischen ein sehr gut funktionierendes System, was sich auch an dreckigen Tagen oder mit Handschuhen noch einfach öffnen und wieder verschließen lässt. Die Staufächer von Bold und SCOTT haben ihre Öffnungen im Tretlagerbereich des Unterrohrs. Das hat vor allem am Bold dafür gesorgt, dass es sich durch den Sand und Dreck auf unserer Teststrecke nicht wieder verschließen lassen konnte und wir haben hier lange putzen und tüfteln müssen, um den Deckel zurück an Ort und Stelle zu bekommen. Denn dieser Bereich liegt einfach dauerhaft unter Dreckbeschuss und Spritzwasser. Kombiniert haben dennoch zwölf von 14 Bikes entweder einen Toolmount oder ein Staufach integriert, was einen deutlichen Trend zeigt. Denn je mehr Möglichkeiten ihr zum Verstauen eurer Trail-Essentials habt, desto weniger müsst ihr am Körper tragen. Das senkt auch das Verletzungsrisiko, denn keiner stürzt gern auf sein Minitool oder gar auf eine CO2-Kartusche oder Pumpe.

Best Enduro 2024 Test YT Capra MX 060 WEB Res 5136 600x400 Best Enduro 2024 Test Rocky Mountain Altitude 060 WEB Res 6920 600x400

Innenverlegte Züge, Rahmenschutzfolien, die Verwendung von leicht erhältlichen Ersatzteilen und zusätzliche Kunststoffabdeckungen, wie z. B. ein integrierter Fender, reduzieren Verschleiß, erhöhen sowohl den Fahrspaß als auch den Wiederverkaufswert und verbessern die Optik. Großzügige Sitz-, Ketten- und Unterrohrschützer sorgen für Ruhe und bewahren euren Rahmen vor Steinschlägen. Dennoch haben einige Bikes in diesem Test – wie z. B. das Trek Slash 9.8 XT und das Rocky Mountain Altitude C70 – für eine enorme Geräuschkulisse auf dem Trail gesorgt, was bei einer solch teuren Anschaffung zu viel Frust führt.

Best Enduro 2024 Test TREK Slash 060 WEB Res 3630

Kann man die Performance eines Enduro-Bikes an der Ausstattungsliste ablesen?

Der Preis spielt in diesem Enduro-Vergleichstest eine untergeordnete Rolle, und zwar nicht, weil uns Geld egal ist, sondern weil er immer im Verhältnis zur Performance des Bikes stehen sollte. Deshalb messen wir das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht anhand der Ausstattung eines Bikes oder möglichst viel Bling-Bling für möglichst wenig Kohle. Uns geht es um die Performance auf dem Trail und die Benefits, die man als Fahrer von einem Bike erhält. Denn was nützen die besten Teile, wenn das Rad am Ende nicht gut fährt? So können auch teure Bikes, die aber nur eine eher günstige Ausstattung haben, eine sehr gute Preis-Leistung besitzen – vorausgesetzt, sie überzeugen im Gelände. Gleichzeitig können vermeintlich preiswerte Bikes mit guten Komponenten hier schlecht bewertet werden, wenn sie auf dem Trail nicht überzeugen. Denn am Ende entscheidet das Zusammenspiel aller Komponenten des Bikes: von Fahrwerk über Geometrie bis hin zur Ausstattung.

Die Tops und Flops in unserem Enduro-Bike-Vergleichstest

Tops:

Best Enduro 2024 Test Intro 060 WEB Res 4427 600x400
Ausstattungswunder
Viele Enduro-Bikes im Vergleichstest können mit tadellosen Ausstattungen glänzen und es gibt nichts zu meckern.
Best Enduro 2024 Test Santa Cruz Megatower GX 060 WEB Res 2647 600x400
Immer alles dabei
Zwölf von 14 Bikes im Test bieten eine Möglichkeit, Trail-Essentials direkt am Rad zu verstauen und so habt ihr alles dabei.
Best Enduro 2024 Test RAAW Madonna V3 060 WEB Res 4575 600x400
Hohes Niveau
Ja, wir meckern, aber auf einem verdammt hohen Niveau, denn auf dem Trail haben fast alle Bikes verdammt gut abgeliefert.
Best Enduro 2024 Test Intro 060 WEB Res 5362 1 600x400
Allround-Qualitäten
Viele der modernen Enduro-Bikes schaffen den Spagat zwischen Agilität und Laufruhe und können so auf einem Großteil der Trails glänzen.

Flops:

Best Enduro 2024 Test Intro 060 WEB Res 5181 600x400
Hohe Ausfallquote
Viele Laufräder und Reifen haben den steinigen Trails in Italien nicht standgehalten und teils zu Totalausfällen geführt. Meist hervorgerufen durch eine zu dünne Karkasse.
Best Enduro 2024 Test Propain Tyee CF 060 WEB Res 2888 600x400
Katapult
Einige wenige Bikes im Test – wie das YT CAPRA oder Propain Tyee – besitzen sehr hohe Sitzrohre mit kurzen Droppern, was die Bewegungsfreiheit in der Abfahrt massiv einschränken kann.
Best Enduro 2024 Test Rocky Mountain Altitude 060 WEB Res 6930 600x400
Lautstärkereduzierung nötig
Moderne Mountainbikes sind verdammt teuer. Umso nerviger, wenn die auf dem Trail laut klappern und eure Kumpels schon von Weitem hören, dass ihr kommt.
Best Enduro 2024 Test Bold Unplugged 060 WEB Res 2776 600x400
Nicht wiederverschließbar
Manche Hersteller positionieren ihre Staufächer unterhalb des Tretlagers, was allerdings dafür sorgt, dass der Deckel unter ständigem Dreckbeschuss liegt. Am Bold Unplugged hatten wir massive Probleme, das Fach wieder zu verschließen.

Der Gewinner, unser Kauftipp und weitere Empfehlungen

First up: Alle Enduro-Bikes in diesem Vergleichstest können auf unserer harten Teststrecke abliefern und wenn gemeckert wird, passiert das auf hohem Niveau. Dennoch sind die Unterschiede zwischen den Bikes deutlich zu spüren, auch für wenig versierte Fahrer oder Einsteiger. Denn besonders das Handling, der Fahrcharakter und die Lösungsansätze der Bikes müssen zu den persönlichen Vorlieben passen. So war das Rennen um das beste Enduro-Bike 2024 wieder verdammt knapp und neben einem verdienten Testsieger und einem begehrten Kauftipp gibt es noch weitere spannende Bike-Empfehlungen.

Best Enduro 2024 Test Bold Unplugged 060 WEB Res 3079 600x400 Best Enduro 2024 Test Bold Unplugged 060 WEB Res 3094 600x400

Zur besseren Übersicht stellen wir euch erst noch einmal das Testfeld vor und fassen euch die Low- und Highlights der Bikes zusammen, die keinen Titel eingefahren haben. Den Einstieg macht Bold mit dem Unplugged Ultimate, das als Integrations-Vorreiter den im Rahmen integrierten Dämpfer initiiert hat. Auch dank des TracLoc-Systems hat es zu einem der besten Bikes im Uphill gehört. In der Abfahrt liefert es eine starke Agilität, muss sich aber auf Highspeed-Passagen vom Großteil des Testfelds abhängen lassen und benötigt durch sein sehr forderndes und direktes Handling eine erfahrene Hand am Lenker.

Best Enduro 2024 Test Canyon Strive CFR 060 WEB Res 6547 600x400 Best Enduro 2024 Test Canyon Strive CFR 060 WEB Res 6185 600x400

Auch das Canyon Strive CFR LTD setzt mit seiner Shapeshifter-Technologie auf eine Uphill-Hilfe, die sich bezahlt macht. Nachdem das Strive im letzten Enduro-Vergleichstest den begehrten Kauftipp einsacken konnte, musste es sich in diesem Jahr geschlagen geben. Es bleibt aber weiterhin ein starker Allrounder, der bergab mit einem guten Mix aus Laufruhe und Agilität überzeugt. So bekommt ihr für einen fairen Preis einen potenten Allrounder, der direkt an eure Haustür geliefert wird.

Best Enduro 2024 Test Giant Reign Advanced 060 WEB Res 5622 600x400 Best Enduro 2024 Test Giant Reign Advanced 060 WEB Res 5538 600x400

Mit einem fairen Preis besticht auch das GIANT Reign Advanced 1 V2 und überzeugt sowohl auf dem Papier – mit einer performanten Ausstattung – als auch auf dem Trail. Das intuitive Handling und der gute Mix zwischen Laufruhe und Agilität sorgen für ein performantes Gesamtpaket für Einsteiger und Experten und machen das Reign zu einem
zuverlässigen Begleiter.

Best Enduro 2024 Test Norco Sight C1 060 WEB Res 6938 600x400 Best Enduro 2024 Test Norco Sight C1 060 WEB Res 6686 600x400

Das Norco Sight C1 mag im Testfeld zwar auf den ersten Blick fehl am Platz wirken, auf dem Trail ist es allerdings deutlich laufruhiger als viele der potenten Enduro-Bikes im Test. Die Kombination aus progressiver Geometrie und dem High-Pivot-Hinterbau tragen hier einen bedeutenden Teil dazu bei. Zudem hilft euch das ausführliche Ride-Aligned-Programm beim Einstellen eures Bikes.

Best Enduro 2024 Test Orbea Wild 060 WEB Res 5748 600x400 Best Enduro 2024 Test Orbea Wild 060 WEB Res 5798 600x400

Als einziges E-Mountainbike im Test ist das Orbea WILD M-LTD nicht nur das teuerste Rad im Test, sondern auch im Uphill konkurrenzlos an der Spitze. Bergab punktet es durch das hohe Gewicht und das sehr starke Fahrwerk zwar mit extrem hoher Laufruhe, büßt aber spürbar an Agilität ein. Durch den umfangreichen Online-Konfigurator habt ihr zudem die Möglichkeit, das WILD ganz nach euren Wünschen anzupassen – sowohl vom Look als auch von der Ausstattung.

Best Enduro 2024 Test Propain Tyee CF 060 WEB Res 2660 600x400 Best Enduro 2024 Test Propain Tyee CF 060 WEB Res 2902 600x400

Auch das Propain Tyee 6 CF lässt sich im ausführlichen Online-Konfigurator ganz nach euren Wünschen anpassen. Kein Wunder also, dass unser Testbike eine superabfahrtslastige Ausstattung an den Tag gelegt hat. Auf dem Trail ist es absolut leise, allerdings vom Handling etwas stelzig und bei hohen Geschwindigkeiten wird viel Konzentration benötigt. Dafür ist es eines der agilsten Bikes im Test und macht auch auf flowigen Trails richtig Laune.

Best Enduro 2024 Test Rocky Mountain Altitude 060 WEB Res 6865 600x400 Best Enduro 2024 Test Rocky Mountain Altitude 060 WEB Res 7028 600x400

Im Sinne einer geraden Bergabfahrt macht das Rocky Mountain Altitude C70 seinem Namen alle Ehre – es kann sehr viel Höhe talwärts in kurzer Zeit überwinden. Sind die Trails eher eng und kurvenreich, verlangt das Bike viel Input vom Fahrer und geht nicht so intuitiv um die Ecke. Damit ist das Altitude ein Spezialist für hartes Gelände, besitzt aber nur wenig Allround-Eigenschaften. Dank der vielen Verstellmöglichkeiten lässt es sich aber gut auf den Trail und Fahrstil anpassen.

Best Enduro 2024 Test Santa Cruz Megatower GX 060 WEB Res 2597 600x400 Best Enduro 2024 Test Santa Cruz Megatower GX 060 WEB Res 2947 600x400

Das Santa Cruz Megatower GX AXS RSV bleibt seinen Idealen treu und zeigt sich mit edlem Look und durchdachten Rahmenfeatures, wie dem der superhandlichen Glovebox. Auf dem Trail zeigt das Megatower ein agiles, ausgewogenes Fahrverhalten in Kombination mit einem sehr starken Fahrwerk. Zusammen mit der gelungenen Uphill-Performance macht es das zu einem starken Allrounder.

Best Enduro 2024 Test SCOTT Ransom 060 WEB Res 5550 600x400 Best Enduro 2024 Test SCOTT Ransom 060 WEB Res 5321 600x400

Die Schweizer Bike-Brand schafft mit der Neuauflage ihres SCOTT Ransom 900 RC ein durchdachtes Enduro-Bike mit einem hohen Maß an Integration, cleveren Detaillösungen und solider Trail-Performance. Wer bergauf dank des TracLoc-Systems neue Bestzeiten erreichen will und auf dem Trail mit einem fordernden und direkten Handling zurechtkommt, findet hier einen agilen, aber nicht sonderlich laufruhigen Gefährten.

Best Enduro 2024 Test TREK Slash 060 WEB Res 4119 600x400 Best Enduro 2024 Test TREK Slash 060 WEB Res 4072 600x400

Durch die auffällige Optik ist das Trek Slash 9.8 XT direkt als High-Pivot-Bike zu erkennen. Wie zu erwarten, liefert es auf dem Trail mit viel Laufruhe und einem traktionsstarken Fahrwerk ab. Wird es eng und langsam, kostet euch das Slash aber viel Kraft. Der hohe Geräuschpegel in Kombination mit der verbesserungswürdigen Ausstattung lässt allerdings Platz nach oben.

Best Enduro 2024 Test YETI SB160 060 WEB Res 6450 600x400 Best Enduro 2024 Test YETI SB160 060 WEB Res 6357 600x400

Als Titelverteidiger lasteten große Hoffnungen auf dem YETI SB160 T3 und es hat keinesfalls enttäuscht. Weiterhin gehört es mit seinem sehr guten Mix aus Agilität und Laufruhe zu den besten Bikes auf dem Trail. Zudem lässt es sich superintuitiv steuern und bietet eines der besten Fahrwerke im Vergleichstest. Dennoch musste es sich in diesem Jahr knapp geschlagen geben.

Best Enduro 2024 Test YT Capra MX 060 WEB Res 5115 600x400 Best Enduro 2024 Test YT Capra MX 060 WEB Res 4843 600x400

Das YT CAPRA CORE 4 vom Direktversender aus Forchheim ist nicht das beste, aber sicherlich eines der besten Bikes im Vergleichstest. Es begeistert durch einen gelungenen Spagat aus Agilität und Laufruhe. Es eignet sich außerdem ideal für Trailsurfer, die mit dem Gelände spielen wollen, und ist durch seinen Hammerpreis ein Top-Einsteiger-Bike, auf dem Anfänger wie Fortgeschrittene mega Spaß haben können.

Das beste Enduro-Bike 2024 – Testsieger

Best Enduro 2024 Test IBIS HD6 060 WEB Res 4454
Ibis HD6 GX AXS | 180/165 mm (v/h)
15,2 kg in Größe 3 | 8.898 € | Hersteller-Website

Mit dem Ibis HD6 GX AXS ist den Kaliforniern die perfekte Mischung aus Tradition und Moderne gelungen. Das Bike ist zwar nicht ganz billig und man muss auf ein Staufach im Unterrohr verzichten, startet man auf die Trails, kommt ihm allerdings kein anderes Bike hinterher. Es hat einerseits brutale Ballerqualitäten und massive Laufruhe, aber dennoch eine extrem hohe Agilität, die zusammen mit dem unglaublichen Fahrwerk nicht aufzuhalten ist. Als Bonus ist es auch eines der besten Bikes im Uphill. Testsieger!

Das beste Enduro-Bike 2024 – Kauftipp

Best Enduro 2024 Test RAAW Madonna V3 060 WEB Res 4926
RAAW Madonna V3 | 170/160 mm (v/h)
16,7 kg in Größe L | 6.500 € | Hersteller-Website

Das RAAW Madonna V3 kommt in einem zeitlosen, schicken Look und bringt ein sehr hohes Maß an Verstellbarkeit von Geometrie und Kinematik. Es ist eins der günstigsten Bikes im Test, legt den Fokus auf Langlebigkeit und Servicebarkeit und gehört dennoch auf dem Trail zu den besten Allroundern mit einem starken Fahrwerk zusammen mit einer gelungenen Kombination aus Laufruhe und Agilität. Zusammen mit dem extrem fairen Preis ist das RAAW Madonna V3 verdient der Kauftipp des Tests!

Best Enduro 2024 Test Intro 060 WEB Res 4156

Die großen Überraschungen, unsere wichtigsten Erkenntnisse und Ausblicke über die Zukunft der Enduro-Bikes findet ihr in einem weiteren Artikel.

Sind euch Enduro-Bikes nicht genug oder sucht ihr etwas für entspanntere Trails?

Dann schaut doch mal bei den anderen Vergleichstests vorbei, die wir in letzter Zeit durchgeführt haben:


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Text: Peter Walker Fotos: Peter Walker

Über den Autor

Peter Walker

Peter ist nicht nur ein Mann der Worte, sondern auch der Taten. Mit ernsthaften Bike- und Schrauber-Skills, seiner Motocross-Historie, diversen EWS-Teilnahmen und über 150 Bikepark-Tagen in Whistler – ja, der Neid der meisten Biker auf diesem Planeten ist ihm gewiss – ist für Peter kein Bike zu kompliziert und kein Trail zu steil. Gravel und Rennrad kann er übrigens auch! Das für unsere redaktionelle Arbeit wichtige Thema Kaufberatung hat Peter in Vancouvers ältestem Bike-Shop von der Pike auf gelernt und setzt sein Know-how auch im journalistischen Alltag um. Wenn er nicht gerade die Stuttgarter Hometrails auf neuen Test-Bikes unsicher macht, genießt er das Vanlife mit seinem selbst ausgebauten VW T5. Dass er dazu noch ausgebildeter Notfallsanitäter ist, beruhigt seine Kollegen bei riskanten Fahrmanövern. Zum Glück mussten wir Peter bislang nie bei seinem Spitznamen „Sani-Peter“ rufen. Wir klopfen auf Holz, dass es dazu auch nie kommen wird!