Freeride-Bike mit Enduro-Ambitionen: Das GHOST POACHA FULL PARTY bringt 180 mm Federweg, Mullet-Setup und robuste Parts an den Start. Es ist zwar schwer auf der Waage, aber leicht zu fahren. Agil und laufruhig zugleich, bereit für Highspeed und Hometrails. Und bergauf? Überraschend effizient. Warum es auch im Enduro-Vergleich zu den Favoriten zählt und zu wem es perfekt passt, klären wir im Test.

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GHOST POACHA FULL PARTY | 180/180 mm (v/h) | 17,6 kg in Größe L | 8.000 € | Hersteller-Website

Kantige Carbon-Rohre, ein neuer Look und ein klarer Cut: Mit dem POACHA FULL PARTY läutet GHOST eine neue Ära ein. Das Bike ist als Freerider konzipiert, hat erst vor kurzem unseren Bikepark-Vergleichstest gewonnen und bringt auch überraschend starke Uphill-Skills mit. Mit diesen Eigenschaften und mit robustem Spec passt es hervorragend in diesen Enduro-Vergleichstest: 180 mm Federweg an Front und Heck, Mullet-Laufräder und das TractionLink 3.0-System – ein Dual-Link-Hinterbau mit virtuellem Drehpunkt. Kurz: viel Federweg, viel Reserven, aber nicht eindimensional – Party bergab, ohne bergauf auszusteigen.

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2026

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Ausstattung und Detaillösungen des GHOST POACHA FULL PARTY

In der Full-Party-Variante kommt das POACHA für 8.000 € und bringt in Größe L 17,6 kg auf die Waage – sehr schwer, sogar das schwerste Bike ohne Motor in diesem Test. Beim Fahrwerk gibt’s das volle RockShox Ultimate-Paket: ZEB Ultimate mit Charger 3.1 an der Front – unkompliziert abzustimmen und mit starker Trail-Performance – sowie den Vivid Ultimate am Heck. Auch der Dämpfer bietet eine breite Einstellrange und dank SAG-Linien ist das Grund-Setup schnell gemacht. Ein kleiner Fender am Sitzrohr schützt ihn zusätzlich vor Dreck.

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Weg damit – die montierten Griffe sind viel zu hart und unbequem und sollten sofort ausgetauscht werden.
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Die TranzX Rad+-Stütze hat ordentlich Hub, lässt sich aber nicht vollständig im Rahmen versenken.

Praktisch: Im Steuerrohr steckt ein XLC-Multitool. Es ist nicht das geschickteste Tool der Welt, aber besser als nix – und die Position passt. Dazu gibt’s einen Tool-Mount am Oberrohr, falls ihr z. B. einen Schlauch mitnehmen wollt – ein Staufach existiert nämlich nicht. Der elektronische GX Transmission-Antrieb mit Direct-Mount-Schaltwerk liefert bei SRAM die beste Preis-Leistung und bei Bedarf lassen sich Bash-Guards direkt ans Kettenblatt schrauben. Ein großzügiger Sitz- und Kettenstrebenschutz hält das Rad leise, Der Unterrohrschutz aus Kunststoff zieht sich weit nach oben, überlappt seitlich aber nicht sonderlich weit.

Die FULL-PARTY-Ausstattung lässt fast keine Wünsche offen und ihr könnt einfach draufsitzen und losballern.

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Über den Flip-Chip im Link lässt sich die Geometrie spürbar verändern. Wir bevorzugen das Low-Setting.
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Das XLC-Multitool ist praktisch und gut platziert, allerdings etwas fummelig in der Anwendung und nicht das stabilste, wenn ihr mal ordentlich Drehmoment benötigt.

Am Cockpit verbaut GHOST einen SRAM Descendant-Alu-Lenker – die originalen Griffe gehen allerdings nicht klar. Die haben wir für den Test direkt getauscht, was wir euch auch ans Herz legen würden. Verzögert wird mit fetten SRAM MAVEN Silver-Bremsen – volle Funktion wie bei den Ultimate-Modellen, nur ohne Titan-Schrauben – und 220/200-mm-Scheiben – perfekt. Die Leitungen laufen über Cableports in den Rahmen: Zwar sind sie sauber geklemmt und leise, trotzdem wirken sie nicht ganz so hochwertig wie z. B. bei Pivot oder LAST. Gleiches gilt für die Dropper-Leitung. Die TranzX Rad+-Stütze bietet solide 200 mm Hub, lässt sich aber nicht komplett im Rahmen versenken. Dafür lässt sie sich werkzeuglos in 5-mm-Schritten anpassen.

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Die Cableports klemmen die Leitungen zuverlässig, allerdings gibt es schickere und hochwertigere Lösungen im Testfeld.
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Das kleine und gut versteckte Schutzblech hält den Dreck von eurem Vivid-Dämpfer fern.

Beim Laufradsatz setzt GHOST auf stabile DT Swiss FR1500-Alu-Laufräder – davon sind wir große Fans. Dazu kommen Conti-Reifen: Kryptotal FR mit SuperSoft-Gummimischung vorn und Kryptotal RE mit Soft-Gummimischung hinten. Beide in der robusten Downhill-Karasse – perfekt für dieses Einsatzspektrum.

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GHOST POACHA FULL PARTY

8.000 €

Specifications

Fork RockShox ZEB Ultimate Charger 3.1 180 mm
Rear Shock RockShox Vivid Ultimate 180 mm
Seatpost TranzX Rad+ 200 mm
Brakes SRAM MAVEN Silver 220/200 mm
Drivetrain SRAM GX Eagle AXS Transmission 10-52; 32
Stem Truvativ Descendant 40 mm
Handlebar Truvativ Descendant Riser DH 790 mm
Wheelset DT Swiss FR1500 MX
Tires Continental Kryptotal Fr, Super Soft, Enduro Casing/Continental Kryptotal Re, Soft, Enduro Casing 2,4/2,4

Technical Data

Size S, M, L, XL

Tuning-Tipp: neue Griffe

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Helm Smith Hardline | Brille Oakley FMX | Jersey Fox Ranger | Hose Canyon MTB Pant | Schuhe Fox Union BOA

Die Geometrie des GHOST POACHA FULL PARTY

In Größe L liegt der Reach bei 490 mm bzw. 496 mm, je nach Flip-Chip-Position. Die Größen fallen insgesamt sehr groß aus. GHOST bietet das POACHA in vier Größen von S bis XL. Das Sitzrohr gehört allerdings nicht zu den kürzesten seiner Kategorie und auch wenn GHOST längere Dropper verbaut, lassen sich diese nicht ganz im Rahmen versenken, was die Bewegungsfreiheit einschränkt.

Der Flip-Chip in der Sitzstrebe lässt sich zwischen Low- und High-Setting umstellen und beeinflusst vor allem den Reach, den Lenk- und Sitzwinkel sowie die Tretlagerhöhe. Wichtig: Der Chip muss auf beiden Seiten des Links gedreht werden. Das ist zwar mehr Aufwand, lässt sich mit etwas Übung aber auch auf dem Trail gut erledigen. Am Steuerrohr ist zudem Platz für die im Lieferumfang enthaltenen Reach-Cups. Damit könnt ihr den Reach um jeweils 5 mm verkürzen oder verlängern.

Größe S M L XL
Sattelrohr 415 mm 430 mm 445 mm 475 mm
Oberrohr 570 mm 603 mm 630 mm 652 mm
Steuerrohr 100 mm 105 mm 115 mm 125 mm
Lenkwinkel low/high 63.5°/64° 63.5°/64° 63.5°/64° 63.5°/64°
Sitzwinkel low/high 78°/79° 78°/79° 78°/79° 78°/79°
Kettenstreben 439 mm 439 mm 444 mm 444 mm
BB Drop low/high 14 mm/7 mm 14 mm/7 mm 14 mm/7 mm 14 mm/7 mm
Radstand 1.224 mm 1.256 mm 1.291 mm 1.315 mm
Reach low/high 435 mm/440 mm 466 mm/471 mm 490 mm/496 mm 510 mm/516 mm
Stack 636 mm 640 mm 649 mm 658 mm

Das GHOST POACHA FULL PARTY auf dem Trail

Trotz Full-Party-Attitüde tritt sich das POACHA verdammt gut. Die Sitzposition ist kompakt, aber bequem, und der Hinterbau arbeitet sehr antriebsneutral. Klar, es ist das schwerste analoge Bike im Test. Sobald es aber rollt, relativiert sich das Gewicht und das Bike klettert entspannt und effizient.

Bergab überzeugt das GHOST mit einer sehr guten Balance. Die Front steht niedrig, im Low-Setting spürbar tiefer, wodurch man auch tiefer und sicherer im Bike integriert wird. Das war unser bevorzugtes Setting, weil es intuitiv und einfach zu fahren ist und ein hohes Selbstvertrauen vermittelt. Es bleibt ein kleiner Trade-off: Im tiefen, sehr sicheren Stand muss man aktiver mit der Front arbeiten, sprich, ihr wollt gezielt Gewicht auf euer Vorderrad bringen, um nicht zu untersteuern. Im High-Setting wirkt die Balance ausgeglichener, die Front fühlt sich aber niedriger an und vermittelt etwas weniger Sicherheit als im tiefen Setup.

Schwer auf dem Papier, auf dem Trail aber superagil, zudem kommt ihr sicher durch Wurzelfelder und der Ride ist verdammt spaßig.

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Nur weil Freeride draufsteht, muss nicht Freeride drin sein. Denn das POACHA lässt sich auch entspannt zum Trail-Einstieg pedalieren.
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Das Fahrwerk vom POACHA ist nicht nur straff, um ordentlich Speed zu generieren, sondern klebt auch beim Anbremsen richtig gut am Boden.

Das Heck ist auf der straffen Seite. Dadurch lässt sich das Bike easy in die Luft ziehen und durch Anlieger drücken, ohne Schwung zu verlieren. Trotz 180 mm Federweg und üppigem Gewicht ist es eines der spaßigsten Bikes auf Jump-Trails. Man kann ordentlich Speed generieren, hat aber gleichzeitig genug Traktion, um rechtzeitig wieder zu bremsen. Aber auch in ruppigen Sektionen punktet das POACHA mit einer starken Laufruhe und der tiefe Stand vermittelt viel Vertrauen, wenn es euch durch Wurzel- oder schnelle Steinfelder verschlägt. Harte Einschläge verpuffen sauber, ohne die Sprunggelenke zu zerlegen. Kurzum: Aktiv pushen und sehr schnell fahren, machen genauso Laune wie entspanntes Cruisen.

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Für wen ist das GHOST POACHA FULL PARTY?

Das GHOST POACHA FULL PARTY ist für alle, die einen starken Allrounder wollen. Es ist eines der besten Bikes im Vergleichstest und glänzt mit guten Kompromissen: Es ist agil mit einem straffen Fahrwerk, hat trotzdem viel Traktion und eine gute Laufruhe. Die geile Ausstattung lässt euch sorgenfrei ballern, abgesehen von den Griffen und dem hohen Gewicht.

Dank seiner Allround-Skills ist es für die meisten ein super Bike, zumal ihr zusätzliche Reserven in petto habt. Aber auch lange Touren sind kein Problem und auf den meisten Tracks ist es perfekt aufgehoben – egal, ob fette Jumps, Flowline oder steile DH-Strecke. Auch fürs Shutteln in Finale und Co. ist es top, wenn ihr euch über eine robuste Ausstattung und ein intuitives Handling an langen Tagen freut.

FAHREIGENSCHAFTEN

UPHILL

  1. schwerfällig
  2. effizient

AGILITÄT

  1. träge
  2. verspielt

LAUFRUHE

  1. nervös
  2. laufruhig

HANDLING

  1. fordernd
  2. gutmütig

FAHRWERK

  1. unsensibel
  2. feinfühlig

FAHRSPAß

  1. langweilig
  2. lebendig

PREIS-LEISTUNG

  1. schlecht
  2. sehr gut
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Fazit zum GHOST POACHA FULL PARTY

Vom Park-Sieger zum Enduro-Liebling: Das POACHA FULL PARTY zählt auch in diesem Vergleichstest zu den stärksten Bikes. Es mixt Agilität und Laufruhe zu einem extrem spaßigen, easy zu fahrenden Paket, das auch vor Highspeed-Sektionen nicht zurückschreckt. Trotz viel Federweg und seinem hohen Gewicht pedaliert es gut und deckt einen breiten Einsatzbereich ab. Der Spec ist durchdacht, hochwertig und ihr könnt damit direkt auf die Trails starten.

Tops

  • starker Allrounder
  • durchdachter Spec
  • guter Mix aus Agilität und Laufruhe

Flops

  • hohes Gewicht

Mehr Infos findet ihr auf der Website von GHOST-Bikes.


Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2026

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Text & Fotos: Peter Walker

Über den Autor

Peter Walker

Peter ist nicht nur ein Mann der Worte, sondern auch der Taten. Mit ernsthaften Bike- und Schrauber-Skills, seiner Motocross-Historie, diversen EWS-Teilnahmen und über 150 Bikepark-Tagen in Whistler – ja, der Neid der meisten Biker auf diesem Planeten ist ihm gewiss – ist für Peter kein Bike zu kompliziert und kein Trail zu steil. Gravel und Rennrad kann er übrigens auch! Das für unsere redaktionelle Arbeit wichtige Thema Kaufberatung hat Peter in Vancouvers ältestem Bike-Shop von der Pike auf gelernt und setzt sein Know-how auch im journalistischen Alltag um. Wenn er nicht gerade die Stuttgarter Hometrails auf neuen Test-Bikes unsicher macht, genießt er das Vanlife mit seinem selbst ausgebauten VW T5. Dass er dazu noch ausgebildeter Notfallsanitäter ist, beruhigt seine Kollegen bei riskanten Fahrmanövern. Zum Glück mussten wir Peter bislang nie bei seinem Spitznamen „Sani-Peter“ rufen. Wir klopfen auf Holz, dass es dazu auch nie kommen wird!