Bullig, tief, angriffslustig: Das Lapierre Spicy CF lässt euch zwischen High-Pivot und Low-Pivot wählen und kommt im Mullet-Setup mit 180/174 mm Federweg. Chamäleon oder Kompromiss? Wir haben es auf schnellen, steilen Tracks gequält und verraten, wo es glänzt und wo es Nerven kostet.

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Lapierre Spicy CF Team | 180/174 mm (v/h) | 15,9 kg in Größe L | 10.000 € | Hersteller-Website

Das Lapierre Spicy CF kommt im aggressiven und bulligen Look, das schon im Stand nach Vollgas aussieht. Der Dämpfer ist schwimmend gelagert und weit unten im Rahmen. Das eigentliche Highlight ist jedoch das wandelbare Konzept: Ihr könnt das Chassis vom High-Pivot-Bike auf einen regulären Horst-Link-Viergelenker mit Low-Pivot umbauen. Uns ist kein anderes Bike bekannt, das diesen Trick beherrscht.

Im Mullet-Setup liefert es 180/174 mm Federweg, was nach richtig viel Spielraum für ruppige Lines, große Einschläge und schnelle Bikepark-Tage klingt. Kurzum: Ein Enduro für Leute, die gerne an der Grenze fahren und trotzdem ein Setup wollen, das sich an Strecke und Fahrstil anpassen lässt.

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2026

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Ausstattung und Detaillösungen des Lapierre Spicy CF Team

In der Team-Spec für 10.000 € zählt das Spicy CF zu den teuren Bikes im Test. Zusammen mit dem GHOST ist es eines der wenigen Räder mit RockShox-Fahrwerk: vorn die ZEB Ultimate mit Charger 3.1, das High-End-Modell mit breiter und einfacher Einstellbarkeit. Hinten der Vivid Ultimate mit hydraulischem Bottom-Out – ebenfalls unkompliziert im Setup und performance-seitig ohne offene Wünsche. Weniger stark hingegen: die RockShox Reverb AXS-Sattelstütze in ihrer alten Ausführung und mit nur 170 mm Hub. Sie ist nicht nur die kürzeste Dropper im Test, sondern lässt sich auch nicht komplett im Rahmen versenken – schwach. Das ist ein klares Rahmenproblem und stört in der Abfahrt enorm.

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Geübte Schrauber sollten den Umbau vom regulären zum High-Pivot-Hinterbau in 45 Minuten schaffen.
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Die Reverb AXS-Sattelstütze ist die kürzeste im Test und lässt sich dennoch nicht vollständig im Rahmen versenken – schwach!

Gebremst wird mit der SRAM MAVEN Silver-Vierkolbenbremse. Zwar nicht das Top-Modell, trotz des stolzen Preises, aber ihr verzichtet praktisch nur auf Titan-Schrauben. Die Trail-Performance entspricht der Ultimate-Variante. Die HS2-Scheiben in 200 mm Größe vorne und hinten erledigen ihren Job souverän. Das elektronische SRAM X0 AXS Transmission-Schaltwerk ist direkt am Rahmen verschraubt und liefert gewohnt gute Performance. Am Rahmen findet sich ein großzügiger Sitz- und Kettenstrebenschutz und im High-Pivot-Setup gibt es zusätzlich eine Kettenführung an der Umlenkrolle.

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Wer sich die Arbeit macht, kann die Leitungen auch durch die Cable-Ports am Rahmen verlegen.
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Die teuren Carbon-Laufräder sind nur mit einer pannenanfälligen Karkasse geschützt und wir würden euch dringend zum Wechsel raten, um Schäden zu vermeiden.

Das Cockpit kommt von Renthal: Apex-Vorbau und FatBar Alloy-Lenker mit 800 mm Breite. Cooles Set-up, allerdings laufen alle Leitungen durch den Acros-Steuersatz in den Rahmen, was das Schrauben sehr aufwändig macht. Es gibt aber auch seitliche Cable-Ports, über die man alternativ alles verlegen könnte. Beim Laufradsatz rollt das Spicy auf DT Swiss EXC 1501 Carbon-Felgen. Die sind zwar durchaus gut, aber an einem so aggressiven Enduro-Bike nicht zwingend nötig. Vor allem, weil zu dünne Reifen montiert sind.

Ein Rahmen, zwei Charaktere: Durch den Umbau von High-Pivot auf Low-Pivot könnt ihr den Einsatzbereich spürbar erweitern.

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Durch den Flip-Chip lässt sich die Laufrad-Konfiguration ändern.
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Mehr Werkzeug ist am Spicy CF nicht versteckt. Aber immerhin besser als nichts.

Ohne Upgrade stehen die Chancen gut bzw. schlecht, dass die Felgen schnell zum teuren Totalschaden werden. Denn die Schwalbe Magic Mary vorn in Ultra Soft-Mischung und Big Betty-Reifen hinten in Soft-Mischung passen zwar vom Profil, aber die dünne Super Trail-Karkasse hat an diesem Rad nichts verloren. Unser Rat: sofort tauschen, bevor die teuren Carbon-Laufräder einen Schaden abbekommen. Ein praktisches Detail: In der Steckachse versteckt sich ein Mini-Tool mit 5er Inbus und Torx 25. Das hilft zumindest für ein paar Basics am Trailrand.

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Lapierre Spicy CF Team

10.000 €

Specifications

Fork RockShox ZEB Ultimate Charger 3.1 180 mm
Rear Shock RockShox Vivid Ultimate 174 mm
Seatpost RockShox Reverb AXS *Alt 170 mm
Brakes SRAM MAVEN Silver 200/200 mm
Drivetrain SRAM X0 Eagle AXS Transmission 10-52; 32
Stem Renthal APEX 35 40 mm
Handlebar Renthal FatBar Alloy 800 mm
Wheelset DT Swiss EXC 1501 MX
Tires Schwalbe Magic Mary, Ultra Soft, Super Trail/Schwalbe Big Betty, Soft, Super Trail 2,4/2,4

Technical Data

Size XS, S, M, L, XL

Specific Features

High- und Low-Pivot

Tuning-Tipp: robustere Karkassen montieren

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Helm Giro Tyrant | Brille Coast Optics Nita XL | Shirt DHARCO 3/4 Jersey | Hose DHARCO Gravity Pants | Schuhe Five Ten Freerider Pro

Die Geometrie des Lapierre Spicy CF Team

Das Spicy CF ist in fünf Größen von XS bis XL verfügbar. Die Sitzrohre sind zwar durchweg niedrig, die Einstecktiefe fällt jedoch sehr gering aus. Nicht einmal die kurze RockShox Reverb AXS mit nur 170 mm Hub lässt sich komplett versenken. Lange Dropper sind damit kaum realisierbar. Schade und auch nicht mehr State of the Art. Der Sitzwinkel liegt bei 78°, der Lenkwinkel bei flachen 63,5°. Die Kettenstreben wachsen mit. Ab Größe M verlängern sie sich in 5-mm-Schritten von 440 bis 450 mm, was die Balance über die Größen hinweg stabil halten soll.

Über einen Flip-Chip an der unteren Dämpferanlenkung lässt sich das Bike zudem auf ein 29″-Hinterrad umrüsten. Das größte Feature bleibt aber der Umbau vom High-Pivot zum regulären Horst-Link-Viergelenker mit niedrigem Hauptdrehpunkt. Das ermöglicht kein anderes Bike im Vergleichstest und ist ein großes Alleinstellungsmerkmal des Spicy CF. Die Teile liegen beim Kauf bei, der Umbau ist jedoch recht aufwändig. Nichts für den Parkplatz, sondern eine Sache für die Werkstatt. Geübte Schrauber sollten den Umbau in ca. 45 Minuten schaffen.

Größe XS S M L XL
Oberrohr 543,5 mm 570,4 mm 596,4 mm 617,3 mm 644,2 mm
Sattelrohr 370 mm 370 mm 400 mm 430 mm 460 mm
Steuerrohr 100 mm 110 mm 115 mm 120 mm 130 mm
Lenkwinkel 63,5° 63,5° 63,5° 63,5° 63,5°
Sitzwinkel 78° 78° 78° 78° 78°
Kettenstrebe 440 mm 440 mm 440 mm 445 mm 450 mm
Tretlagerhöhe 335 mm 335 mm 335 mm 335 mm 335 mm
Radstand 1.200 mm 1.229 mm 1.256 mm 1.283 mm 1.318 mm
Reach 410 mm 435 mm 460 mm 480 mm 505 mm
Stack 627 mm 636 mm 641 mm 645 mm 654 mm

Das Lapierre Spicy CF Team auf dem Trail

Für unseren Vergleichstest haben wir das Spicy CF primär im High-Pivot-Setting bewegt, allerdings gehört es damit bergauf zu den schwächsten Bikes im Test. Die sehr kurze Dropper nervt zusätzlich und der Hinterbau wippt deutlich, sodass ohne Lock-out spürbar Kraft verloren geht, selbst auf Forstwegen. Im regulären Setup tritt es sich zwar etwas besser, aber auch damit rollt es maximal im Mittelfeld zum Trail-Start.

Schwer auf dem Papier, auf dem Trail aber superagil, zudem kommt ihr sicher durch Wurzelfelder und der Ride ist verdammt spaßig.

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Das Spicy CF saugt sich in losem Untergrund spürbar fest und liefert viel Traktion.
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Viel Airtime kostet spürbar mehr Kraft, im Vergleich zu anderen Bikes im Test.

Im Downhill fällt sofort der tiefe Stand auf, der extra Sicherheit gibt, aber auch von einem verlangt, dass man ordentlich Gewicht auf die Front bringt, um ein ausgewogenes Handling zu bekommen. So ist eine aktive Fahrweise Pflicht, die aber auch mehr Aufmerksamkeit und Kraft kostet, als andere Bikes im Vergleichstest. Das Fahrwerk ist recht soft und traktionsstark, was in losem und steilem Gelände viel Vertrauen schenkt. In harten Kompressionen verschiebt sich die Balance allerdings leicht nach hinten, sodass man noch weiter auf der Front arbeiten muss, um nicht zu untersteuern.

Je steiler es wird, desto tiefer wird man ins Heck gesaugt und desto aktiver muss man auf die Front arbeiten. Unterm Strich ist das Spicy eine Prügelmaschine mit viel Sicherheit bei hohem Tempo, aber geringer Wendigkeit, wenn es eng oder langsam wird. Der weiche Hinterbau und der tiefe Stand kosten spürbar Kraft, um das Bike um enge Ecken zu ziehen. Kein Allrounder, doch wer das Bike aktiv auf schnellen, ruppigen Strecken bewegt, kann damit richtig Spaß haben.

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Für wen ist das Lapierre Spicy CF Team?

Das Spicy CF ist für Fahrerinnen und Fahrer, die ein Chamäleon suchen, aber mit klaren Kompromissen leben können. Ausstattung und Rahmen haben ihre Schwächen: Sitzrohr und Einstecktiefe sind stark begrenzt und die Reifen sind für den harten Einsatz zu dünn gewählt. Dafür bietet das Spicy viele Optionen: High-Pivot oder Low-Pivot, Mullet oder 29″, und selbst die Kabelführungen kann auf eure Wünsche angepasst werden. Auf dem Trail fühlt es sich auf Bikepark-Tracks am wohlsten: schnell, steil, rough. Enge, langsame oder flowige Strecken liegen ihm hingegen nicht. Lange Uphills ebenfalls nicht. Wenn ihr vor allem abwärts ballert, aktiv fahrt und die Umbau-Optionen gezielt nutzt, dann ist das Lapierre eine coole Option.

FAHREIGENSCHAFTEN

UPHILL

  1. schwerfällig
  2. effizient

AGILITÄT

  1. träge
  2. verspielt

LAUFRUHE

  1. nervös
  2. laufruhig

HANDLING

  1. fordernd
  2. gutmütig

FAHRWERK

  1. unsensibel
  2. feinfühlig

FAHRSPAß

  1. langweilig
  2. lebendig

PREIS-LEISTUNG

  1. schlecht
  2. sehr gut
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Fazit zum Lapierre Spicy CF Team

Viel Bike, wenig Kompromisslust – und das, obwohl das Lapierre Spicy CF mit verstellbarem Hauptdrehpunkt, Mullet oder 29” und seiner flexiblen Kabelführung das Chamäleon im Test ist. In der Praxis glänzt es vor allem dort, wo’s schnell, steil und rough wird: tiefer Stand, viel Traktion, brutale Sicherheit. Schwachstellen? Teure Team-Spec, zu kurze, schlecht versenkbare Dropper, dünne Reifen und ein zäher Uphill. Kein Allrounder – aber ein Brett, wenn es richtig zur Sache geht.

Tops

  • traktionsstarkes Fahrwerk
  • viele Umbaumöglichkeiten

Flops

  • viel zu kurze Einstecktiefe
  • schlechter Kletterer
  • unagil

Mehr Infos findet ihr auf der Website von Lapierre Bikes.


Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2026

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Text & Fotos: Peter Walker

Über den Autor

Peter Walker

Peter ist nicht nur ein Mann der Worte, sondern auch der Taten. Mit ernsthaften Bike- und Schrauber-Skills, seiner Motocross-Historie, diversen EWS-Teilnahmen und über 150 Bikepark-Tagen in Whistler – ja, der Neid der meisten Biker auf diesem Planeten ist ihm gewiss – ist für Peter kein Bike zu kompliziert und kein Trail zu steil. Gravel und Rennrad kann er übrigens auch! Das für unsere redaktionelle Arbeit wichtige Thema Kaufberatung hat Peter in Vancouvers ältestem Bike-Shop von der Pike auf gelernt und setzt sein Know-how auch im journalistischen Alltag um. Wenn er nicht gerade die Stuttgarter Hometrails auf neuen Test-Bikes unsicher macht, genießt er das Vanlife mit seinem selbst ausgebauten VW T5. Dass er dazu noch ausgebildeter Notfallsanitäter ist, beruhigt seine Kollegen bei riskanten Fahrmanövern. Zum Glück mussten wir Peter bislang nie bei seinem Spitznamen „Sani-Peter“ rufen. Wir klopfen auf Holz, dass es dazu auch nie kommen wird!