Das MERIDA ONE-SIXTY 10K kommt mit FOX Podium-Federgabel, elektronischem NEO-Dämpfer und einem Mix aus unterschiedlichsten Komponenten-Herstellern, um das Maximum an Performance herauszukitzeln. Klingt nach Spieltrieb und Speed, doch wie viel Racer steckt wirklich drin und wo fordert das Konzept Kompromisse?

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MERIDA ONE-SIXTY 10K | 170/162 mm (v/h) | 17 kg in Größe Long | 9.999 € | Hersteller-Website

Das MERIDA ONE-SIXTY 10K ist zwar nicht superfrisch auf dem Markt, aber mit einem Spec, der klar an Enduro-Racer und Fanatiker adressiert ist und genau das macht es für diesen Test so interessant. MERIDA war schon oft der Zeit voraus und prägt mit technischen Lösungen wie demGrößensystem oder Flexstay-Hinterbau Trends. Die 10K-Ausstattung zielt auf ambitionierte Fahrerinnen und Fahrer ab und spielt zugleich auf den Preis an: 9.999 €. Dafür gibt es aber auch einen elektronischen FOX NEO-Dämpfer und die neue FOX Podium-Upside-Down-Federgabel.

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2026

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Ausstattung und Detaillösungen des MERIDA ONE-SIXTY 10K

Die 10K-Ausstattung bringt exakt 17,0 kg auf die Waage und rollt auf dem feinsten FOX Factory-Fahrwerk. Vorn die neue FOX Podium-Upside-Down-Gabel mit 170 mm und GRIP X2-Kartusche. Eine Gabel, die durch ihre Bauweise extrem viel Grip aufbaut. Am Heck dämpft der elektronische FOX DHX Coil NEO. Er bringt vor allem im Uphill spürbare Vorteile. Achtet beim Kauf aber auf die passende Federhärte, welche auf die Rahmengröße vorkonfiguriert ist. Wer vom typischen Fahrergewicht abweicht, sollte das im Hinterkopf behalten.

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Die Leitungen verlaufen nicht nur – zum Unmut aller Schrauber – durch den Steuersatz, sondern reiben sich da auch noch ordentlich auf.
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MERIDA ist der einzige Hersteller im Test, der auf die neue TRP EVO Pro-Bremse setzt, die für ordentlich Verzögerung mit feiner Dosierbarkeit sorgt.

Bei den Komponenten mischt MERIDA bewusst unterschiedliche Hersteller, um das beste Paket zu ermöglichen. Die neue TRP EVO Pro-Vierkolbenbremse mit TRP-Scheiben in 220/200 mm verzögert kraftvoll und bleibt dabei fein dosierbar. Weniger erfreulich ist die Steuersatz-Integration der Leitungen. Das macht sowohl die Wartung als auch den Rennalltag zäh und zeigte bereits nach wenigen Tagen spürbare Scheuerstellen – schade. Der elektronische SRAM X0 AXS Transmission-Antrieb mit Direct-Mount läuft zuverlässig. Eine kleine Kettenführung und ein integrierter Bashguard schützen wirkungsvoll und obwohl der Kettenstrebenschutz kein Design-Highlight ist, sorgt er für Ruhe auf dem Trail.

MERIDAS AGILOMETHER-Größenkonzept ermöglicht euch eine recht freie Wahl anhand der Länge des Bikes, da alle Sitzrohre über die Größen hinweg niedrig bleiben.

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Die kleinen Sensoren an den Bremsen senden ihre Daten in Sekundenbruchteilen an den elektronischen NEO-Dämpfer.
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Das versteckte Tool hat alles, was man auf dem Trail braucht, hängt aber leider ständig im Dreck und ist etwas fummelig zu entnehmen.

Ein Kern des MERIDA-Größenkonzepts ist die Möglichkeit, sehr lange Dropper vollständig zu versenken. Verbaut ist die neue FOX Transfer Factory mit 240 mm Hub, die sich in 5-mm-Stufen auf eure Beinlänge anpassen lässt und mit einer FOX-Remote mit guter Ergonomie und geringen Bedienkräften kombiniert ist. Zwar praktisch gedacht, aber nicht perfekt gelöst: Das hauseigene Multitool sitzt hinten am Sattel, bietet viele Werkzeuge, steckt jedoch dauerhaft im Dreck und ist etwas fummelig zu entnehmen. Ein Unterrohrschutz aus robustem Kunststoff und ein integrierter Fender hinter dem Sitzrohr runden das Paket aber sauber ab. MERIDA verzichtet bislang auf ein im Rahmen integriertes Staufach, verbaut dafür aber einen praktischen Tool-Mount an der oberen Dämpferaufnahme.

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Per Flip-Chip lässt sich die Laufradkonfiguration anpassen.
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Die USD-Federgabel sorgt für ordentlich viel Grip auf dem Trail.

Am Cockpit setzt MERIDA auf den Race Face ERA-Carbon-Lenker, der spürbar Compliance mitbringt und lange Abfahrten angenehmer macht. Dazu passt der DT Swiss FR1500-Alu-Laufradsatz, der sich über viele Monate in unserem Office als enorm robust bewährt hat. Bereift ist das Bike mit Continental Kryptotal: Vorn rollt der Kryptotal FR in SuperSoft- und hinten der Kryptotal Re in Soft-Mischung. Beide Reifen kommen in der Enduro-Karkasse, die allerdings für wirklich harte Renn- oder Bikepark-Einsätze nicht sonderlich gut geeignet ist. Unser großer Reifen-Vergleichstest hat hier nochmal deutlich gezeigt, dass vergleichbare Karkassen der Konkurrenz – wie zum Beispiel DoubleDown oder Super Gravity – wesentlich robuster sind und wir deshalb, im Falle von Continental, bereits auf die Downhill-Karkasse setzen würden.

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MERIDA ONE-SIXTY 10K

9.999 €

Specifications

Fork FOX Podium GRIP X2 170 mm
Rear Shock FOX DHX Factory Live Valve NEO 162 mm
Seatpost FOX Transfer Factory 240 mm
Brakes TRP EVO Pro 220/203 mm
Drivetrain SRAM X0 Eagle AXS Transmission 10-52; 32
Stem MERIDA EXPERT eTRII 40 mm
Handlebar RaceFace Era Carbon 40mm Rise 780 mm
Wheelset DT Swis FR1500 29
Tires Continental Kryptotal FR, Super Soft, Enduro Casing/Continental Kryptotal Re, Soft, Enduro Casing 2,4/2,4

Technical Data

Size XS, S, M, L, XL

Specific Features

Satteltool

Tuning-Tipp: Leitungen zusätzlich schützen

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Helm Smith Hardline | Goggle Smith Rythm MTB | Shirt Monserat Trail Jersey (LJ4) | Hose Monserat Trailpants (TP3)

Die Geometrie des MERIDA ONE-SIXTY 10K

Das ONE-SIXTY gibt es in fünf Größen von XS bis XL. Bei MERIDA stehen S und L jedoch für Short bzw. Long. Die Rahmen unterscheiden sich primär in der Länge – während die Sitzrohre durchweg niedrig bleiben – und so habt ihr eine freiere Größenwahl, je nach euren Bedürfnissen. Mit 79° hat das MERIDA den steilsten Sitzwinkel im Test, was wiederum für eine kompakte Sitzposition sorgt. Die Kettenstreben sind mit 437,5 mm auf der sehr kurzen Seite, nur das Instinctiv mit Getriebe-Antrieb kann noch kürzere Streben realisieren.

Sie wachsen mit der Rahmengröße, damit die Balance über alle Größen konsistent bleibt. Zusätzlich steigt die Progression des Hinterbaus mit zunehmender Größe, um ein höheres Fahrergewicht oder eine aggressivere Fahrweise besser abzufangen. Über einen Flip-Chip in der Dämpferanlenkung lässt sich das Bike auf Mullet-Konfiguration umrüsten. Der Flip-Chip sorgt dafür, dass die Geometrie im Mullet-Setup möglichst gleich bleibt wie in der Full-29″-Konfiguration.

Größe XS S M L XL
Oberrohr 535 mm 562 mm 589 mm 621 mm 653 mm
Sattelrohr 400 mm 410 mm 425 mm 445 mm 470 mm
Steuerrohr 95 mm 95 mm 95 mm 105 mm 120 mm
Lenkwinkel 64° 64° 64° 64° 64°
Sitzwinkel 79° 79° 79° 79° 79°
Kettenstrebe 434 mm 434 mm 434 mm 437,5 mm 437,5 mm
Tretlagerabsenkung 7 mm 7 mm 7 mm 27,5 mm 27,5 mm
Radstand 1.188 mm 1.215 mm 1.242 mm 1.275 mm 1.308 mm
Reach 415 mm 442 mm 470 mm 498 mm 525 mm
Stack 615 mm 615 mm 615 mm 625 mm 638 mm

Das MERIDA ONE-SIXTY 10K auf dem Trail

Die Sitzposition auf dem ONE-SIXTY ist sehr sportlich. Der steile Sitzwinkel sorgt für eine kompakte Position mit viel Druck auf dem Lenker, was auf steilen, technischen Climbs zwar hilft, auf langen Touren aber etwas anstrengender ist. Besonders im Uphill glänzt das ONE-SIXTY durch das elektronische Fahrwerk. Der NEO-Dämpfer reagiert blitzschnell und macht den Hinterbau sehr antriebsneutral, dadurch tritt sich das Bike ausgesprochen effizient. Fairerweise müssen wir an dieser Stelle erwähnen: Auch Bikes mit einem antriebsneutralen Hinterbaukonzept – wie zum Beispiel das Pivot Firebird – klettern sehr gut, ganz ohne Elektronik.

Der NEO-Dämpfer liest den Trail, verhärtet im richtigen Moment und sorgt so für maximalen Vortrieb, egal, ob auf dem Trail oder im Uphill.

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Wer mit ordentlich Druck unterwegs ist, kann mit dem MERIDA richtig Speed generieren.
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Vor allem im Uphill muss sich das ONE-SIXTY dank seines elektronischen Fahrwerks nicht verstecken.

Im Downhill fällt die tiefe Front auf, die zum Pushen einlädt, weil man sich aktiv draufhängen muss. Wer das macht, wird mit ordentlich Vortrieb belohnt. Das macht das MERIDA schnell, aber nicht immer einfach zu fahren. Bikes wie das Firebird oder LAST lassen sich ähnlich gut pushen, verzeihen aber auch mehr Fahrfehler oder eine faulere Fahrweise. Durch den steilen Sitzwinkel sitzt zudem der Sattel – selbst im abgesenkten Zustand – relativ weit vorne. Das braucht zwar eine kurze Eingewöhnungszeit, stört später aber nicht.

Auf flacheren Trails zeigt sich das ONE-SIXTY agil, ohne die Laufruhe zu vernachlässigen. Die Podium sorgt für Spurtreue, gleichzeitig lässt sich das Bike sehr direkt umsetzen und willig durch Kurven zirkeln. Auch wenn es nicht unbedingt das agilste und laufruhigste Rad im Feld ist, trifft es einen guten Kompromiss und entpuppt sich als starker Allrounder. Das Fahrwerk generiert – vor allem durch seine Elektronik – krass viel Speed aus Kurven, bleibt dabei aber dennoch traktionsstark und berechenbar. Die Podium-Gabel klebt förmlich am Boden und harmoniert so gut mit dem Coil-Dämpfer. Zudem nutzt der NEO-Dämpfer jede passende Gelegenheit, um sich zu verhärten und verhindert, dass Impulse im Fahrwerk versacken – das gibt zusätzlichen Vortrieb.

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Für wen ist das MERIDA ONE-SIXTY 10K?

Das MERIDA ist für alle, die ein stimmiges Gesamtpaket suchen: ambitionierte Racer, Vielfahrerinnen und Vielfahrer und alle, die ein Rundum-sorglos-Spec mit technischen Raffinessen wollen. Das MERIDA fährt sich schön verspielt, lässt sich richtig nice pushen, aber wirkt bei Highspeed etwas nervöser als die besten Bikes im Test. Dennoch rollt es damit solide in die Top 5 der Bikes und auch wenn es in keinem Bereich die Nase vorne hat, konnte uns das Gesamtbild sehr überzeugen.

FAHREIGENSCHAFTEN

UPHILL

  1. schwerfällig
  2. effizient

AGILITÄT

  1. träge
  2. verspielt

LAUFRUHE

  1. nervös
  2. laufruhig

HANDLING

  1. fordernd
  2. gutmütig

FAHRWERK

  1. unsensibel
  2. feinfühlig

FAHRSPAß

  1. langweilig
  2. lebendig

PREIS-LEISTUNG

  1. schlecht
  2. sehr gut
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Fazit zum MERIDA ONE-SIXTY 10K

Das MERIDA ONE-SIXTY 10K ist zwar nicht mehr das neueste Bike, aber dafür eines der stimmigsten und smartesten Pakete im Test. Es nutzt die Stärken der FOX Podium und des NEO-Dämpfers zu seinen Gunsten und zaubert daraus ein harmonisches Gesamtbild. Agil, verspielt und mit der richtigen Fahrtechnik ist es verdammt schnell. Nur bei richtigem Highspeed wirkt es etwas nervöser als die besten Kandidaten im Test. Abgerundet wird das Paket durch sinnvolle Komponenten wie die starke TRP-Bremse, die voll versenkbare 240-mm-Dropper und die robusten Laufräder.

Tops

  • starker Allrounder
  • supereffizient im Uphill
  • robuster und stimmiger Spec

Flops

  • verbesserungswürdige Zugverlegung

Mehr Infos findet ihr auf der Website von MERIDA.


Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2026

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Text & Fotos: Peter Walker

Über den Autor

Peter Walker

Peter ist nicht nur ein Mann der Worte, sondern auch der Taten. Mit ernsthaften Bike- und Schrauber-Skills, seiner Motocross-Historie, diversen EWS-Teilnahmen und über 150 Bikepark-Tagen in Whistler – ja, der Neid der meisten Biker auf diesem Planeten ist ihm gewiss – ist für Peter kein Bike zu kompliziert und kein Trail zu steil. Gravel und Rennrad kann er übrigens auch! Das für unsere redaktionelle Arbeit wichtige Thema Kaufberatung hat Peter in Vancouvers ältestem Bike-Shop von der Pike auf gelernt und setzt sein Know-how auch im journalistischen Alltag um. Wenn er nicht gerade die Stuttgarter Hometrails auf neuen Test-Bikes unsicher macht, genießt er das Vanlife mit seinem selbst ausgebauten VW T5. Dass er dazu noch ausgebildeter Notfallsanitäter ist, beruhigt seine Kollegen bei riskanten Fahrmanövern. Zum Glück mussten wir Peter bislang nie bei seinem Spitznamen „Sani-Peter“ rufen. Wir klopfen auf Holz, dass es dazu auch nie kommen wird!