Neuer Rahmen, neuer Link, neues Selbstvertrauen? Das Orbea Rallon E-LTD sieht nach Vollgas aus und will auch genau das vermitteln. Mehr Federweg, viele Einstelloptionen und ein paar überraschende Details. Aber wird daraus ein Mini-DH für jeden Tag oder ist das Bike doch nur ein Spezialist für bestimmte Trails?

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Orbea Rallon E-LTD | 180/170 mm (v/h) | 16,7 kg in Größe XL | 8.250 € | Hersteller-Website

Enduro- und Downhill-Bike im selben Rahmen? Das Orbea Rallon E-LTD bringt beides zusammen. Herzstück des erst im Mai 2025 vorgestellten Bikes ist der Gravity-Link, über den sich unzählige Anpassungen vornehmen lassen. Optisch bleibt es klar Orbea, nur frischer, tiefer und aggressiver. Mit 180/170 mm Federweg bietet es mehr Hub als die meisten Bikes in diesem Test und zielt damit klar auf harte Abfahrten mit hohen Geschwindigkeiten.

Praktisch sind auch die vielen durchdachten Features wie das LockR-Staufach im Rahmen. Darüber hinaus lässt sich das Bike im hauseigenen MyO-Konfigurator anpassen. Von Bremsen, Laufrädern, Sattelstütze und Co. bis hin zur Optik stehen euch fast alle Türen offen.

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2026

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Ausstattung und Detaillösungen des Orbea Rallon E-LTD

Die M-LTD ist eine vorkonfigurierte Version im MyO-Konfigurator mit kleinen Anpassungen und bringt 16,7 kg auf die Waage. Beim Fahrwerk setzt Orbea voll auf die FOX Factory. Vorn arbeitet die FOX 38 mit X2-Dämpfungskartusche – vielseitig einstellbar und mit einer super Performance. Hinten ist der FOX X2-Luftdämpfer im simplen Monotube-Design verbaut. Das verspricht unter anderem eine bessere Haltbarkeit bei gleicher Einstellbarkeit und auch der Climb-Switch ist gut erreichbar.

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Der Gravity-Link ist das Herzstück des Rallon und lässt unzählige Verstellmöglichkeiten zu.
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Das kleine FLP-Tool ist schön versteckt im Hauptlager platziert und wird dort magnetisch gehalten – clever!

Gebremst wird mit Shimano XTR-Vierkolben-Bremsen. Es ist zwar noch die alte Version, ergonomisch gefällt sie uns aber sogar besser. Kombiniert mit dicken 203 mm breiten Galfer-Scheiben ergibt das einen knackigen Bremspunkt. Das leichte Pfeifen der Galfer-Scheiben stört uns persönlich nicht. Alle Leitungen laufen sauber intern, sind an Ein- und Ausgang geklemmt und auch im Rahmen sauber geführt.

Zwei unterschiedliche Gravity-Links, vier Flip-Chip-Positionen und spürbare Feinjustierung – das neue Herzstück macht aus dem Rallon kein neues Bike, aber ermöglicht eure persönlichen Präferenzen.

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Leider gehört die OC Mountain Control MC10-Sattelstütze mit lediglich 175 mm Hub zu den kürzesten im Test.
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Das LockR-Staufach bietet ausreichend Platz für Ersatzteile oder Snacks. So habt ihr immer alles dabei.

Die OC Mountain Control MC10-Sattelstütze kommt mit Shimano-Remote, die schön per I-Spec-Klemmung an der Bremse befestigt ist. Das verspricht zwar sowohl eine gute Ergonomie als auch Funktion, allerdings hat die Stütze nur 175 mm Hub. Das ist leider sehr kurz, jedoch könnt ihr im Konfigurator auch längere Varianten auswählen. Gesteuert wird am OC Mountain Control C10-Carbon-Lenker mit hauseigenem Vorbau samt integriertem Garmin-Mount. Wer unterwegs schrauben muss, findet das kleine FLP-Multitool im Hauptlager. Es wird dort magnetisch gehalten – geschickt gelöst.

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Die Galfer-Scheiben fiepen zwar leicht beim Bremsen, holen dafür aber nochmal ordentlich Bremspower aus der XTR-Bremse.
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Der bullige und aggressive Look des Rallon passt gut zu seinen Stärken auf dem Trail.

Antriebsseitig verbaut Orbea ein SRAM X0 Transmission-Schaltwerk – elektronisch und direkt am Rahmen montiert. Der großzügige Kettenstrebenschutz macht das Rad recht leise und nur bei harten Einschlägen ist die Kette leicht zu hören. Eine kleine Kettenführung ist integriert. Die Mountain Control MC32 Team-Laufräder stammen von der Orbea-nahen Marke OQUO. Die Alu-Variante hat im Test einen soliden Job gemacht. Bereift ist das Rallon mit Pneus von MAXXIS. High Roller 3 an der Front in MaxxGrip-Gummimischung, jedoch nur mit EXO+-Karkasse. Hinten kommt hingegen ein DHR II in Doubledown-Karkasse und MaxxTerra-Mischung zum Einsatz. Insgesamt zwar durchaus solide, vorn ist die Karkasse dennoch etwas schwach. Unser Tipp: Beim nächsten Wechsel vorn auf DD gehen. Für den Fall der Fälle gibt es aber noch das LockR-Staufach mit intuitivem Verschluss sowie innen liegenden Taschen mit Fächern, die Kleinteile oder einen Ersatzschlauch sicher verstauen.

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Orbea Rallon E-LTD

8.250 €

Specifications

Fork FOX 38 FLOAT Factory Grip X2 180 mm
Rear Shock FOX FLOAT X2 Factory 170 mm
Seatpost OC Mountain Control MC10 175 mm
Brakes Shimano XTR 4-Kolben *ALT 203/203 mm
Drivetrain SRAM X0 Eagle AXS Transmission 10-52; 32
Stem OC Mountain Control MC11 35 mm
Handlebar OC Mountain Control C10 Carbon 800 mm
Wheelset OQUO Mountain Control MC32 Team 29
Tires MAXXIS HighRoller, 3C MaxxGrip, EXO+/Maxxis DHRII, 3C MaxxTerra, Doubledown 2,4/2,4

Technical Data

Size S, M, L, XL

Specific Features

FLP Multitool
Gravity-Link
Rahmenstaufach

Tuning-Tipp: längere Dropper im Konfigurator wählen

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Helm Troy Lee Designs D4 | Goggle Oakley Airbrake | Shirt Troy Lee Designs Skyline | Hose Troy Lee Desings Ruckus | Schuhe SHIMANO SH-GE900HS

Die Geometrie des Orbea Rallon E-LTD

Orbea bietet nur vier Größen von S bis XL an. Im Vergleich zu anderen großen Marken ist das wenig, die Abstufung passt jedoch. Die Reach-Sprünge von 25 mm sind sinnvoll gewählt. Alle Größen besitzen superniedrige Sitzrohre für viel Bewegungsfreiheit. Unser Test-Bike nutzt das Potenzial allerdings nicht ganz aus, weil nur eine sehr kurze Dropper verbaut ist, die weit aus dem Rahmen gezogen werden muss.

Alle Hauptrahmen wurden über das Carbon-Layout in ihrer Steifigkeit skaliert, um Fahrergrößen und -gewichte auszugleichen und eine möglichst ähnliche Fahrcharakteristik zu bieten. Es gibt zwei Kettenstrebenlängen, die allerdings bereits beim Kauf gewählt werden müssen: 442 mm oder 450 mm. Wir sind das Bike mit 442 mm gefahren und würden das auch für XL empfehlen. Zentrum der Variabilität ist der Gravity-Link. Der goldene Link (27,5″) und der silberne Link (29″) sind beide für die Enduro-Konfiguration gedacht und erlauben zwei Hinterradgrößen, ohne Geometrie oder Kinematik stark zu verändern.

Der Link besitzt einen Flip-Chip mit vier Positionen. Damit lässt sich die Progression um 5 % feintunen oder zwischen Low und High wechseln. Hauptsächlich betrifft das den Lenkwinkel um ±0,5° sowie die Tretlagerhöhe um ±7 mm. Zusätzlich kann ein 395 g schweres Gewicht am Link montiert werden, um den Schwerpunkt zu senken. Per Steuersatzschalen lässt sich der Lenkwinkel außerdem um ±0,75° anpassen.

Größe S M L XL
Sattelrohr 400 mm 405 mm 410 mm 420 mm
Oberrohr 542.6 mm 574.5 mm 603.1 mm 635.3 mm
Steuerrohr 100 mm 110 mm 120 mm 130 mm
Lenkwinkel 64.25° 64.25° 64.25° 64.25°
Sitzwinkel 79.9° 79.4° 79.1° 78.8°
Kettenstreben 442 mm 442 mm 442 mm 442 mm
BB Drop 28 mm 28 mm 28 mm 28 mm
Radstand 1209.9 mm 1239.3 mm 1266.6 mm 1298 mm
Reach 430 mm 455 mm 478 mm 505 mm
Stack 629.2 mm 638.2 mm 647.2 mm 656.2 mm

Das Orbea Rallon E-LTD auf dem Trail

Das Rallon macht es euch bergauf nicht leicht. Ohne Lockout wippt der Hinterbau deutlich und der relativ flache Sitzwinkel rückt euch weit nach hinten über das Hinterrad. Effiziente Tritte verpuffen, die Front wird leicht und ihr müsst in steilen Climbs ordentlich Gewicht auf die Front bringen. Zusammen mit dem Lapierre zählt es zu den schwächsten Kletterern im Test. Wenn ihr allerdings den Climb-Switch konsequent nutzt, ist es okay für Transferstücke. Lust auf kleine Rennen oder Zielsprints kommen im Uphill aber nicht auf.

Wie ein Staubsauger auf Highspeed – das Rallon bügelt alles glatt, klebt am Boden und schenkt euch zusätzliches Selbstvertrauen, um es richtig fliegen zu lassen.

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Je steiler und schneller es wird, desto wohler fühlt man sich auf dem Rallon.
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Flowtrails und Jumps sind zwar nicht seine Stärken, aber das Orbea lässt sich dennoch willig in die Luft befördern.

Bergab zeigt das Rallon E-LTD dann aber seine wahre Natur. Man steht extrem tief und sicher im Bike und schon ab der ersten Kurve fühlt es sich wie ein Mini-Downhill-Bike an. Das Chassis will aktiv gefahren werden. Wer Gewicht auf die Front bringt, das Fahrwerk bewusst belastet und aus Kompressionen heraus pusht, wird spürbar schneller. Das Rallon klebt am Trail wie der Saugroboter an eurem Teppich. Es schluckt harte Schläge gekonnt und vermittelt extrem viel Vertrauen. Das kostet aber auf langsamen und engen Trails etwas Agilität und hier wird viel Kraft benötigt. Der tiefe Schwerpunkt und die DH-DNA animieren euch aber förmlich dazu, auf die nächste Downhill-Strecke abzubiegen und dort Vollgas zu geben.

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Für wen ist das Orbea Rallon E-LTD?

Das Rallon E-LTD ist für alle, die primär bergab unterwegs sind und für die Uphills nur Mittel zum Zweck sind. Das Rallon erweckt sofort Vertrauen, man fühlt sich megasicher im Bike und lässt es laufen wie auf einem Mini-DH-Bike. Zudem bietet es extrem viel Traktion und klebt förmlich am Boden – perfekt für schnelle, raue Strecken und eine hohe Grundgeschwindigkeit. Wer noch dazu Wert auf Individualisierung legt, freut sich über den MyO-Konfigurator, der euch viele Wünsche in Sachen Ausstattung und Optik ermöglicht.

FAHREIGENSCHAFTEN

UPHILL

  1. schwerfällig
  2. effizient

AGILITÄT

  1. träge
  2. verspielt

LAUFRUHE

  1. nervös
  2. laufruhig

HANDLING

  1. fordernd
  2. gutmütig

FAHRWERK

  1. unsensibel
  2. feinfühlig

FAHRSPAß

  1. langweilig
  2. lebendig

PREIS-LEISTUNG

  1. schlecht
  2. sehr gut
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Fazit zum Orbea Rallon E-LTD

Das Orbea Rallon E-LTD ist ein Mini-DH im Enduro-Gewand. Bergauf zählt es zwar zu den schwächsten Enduro-Bikes im Test, bergab dafür zu den souveränsten: tiefer Stand, wahnsinnige Traktion, massig Vertrauen. Der Gravity-Link eröffnet feine Tuning-Optionen, MyO macht die Ausstattung persönlich. Kritik gibt es daher nur wenig und wer es primär richtig knacken lassen will und Uphills nur als Mittel zum Zweck sieht, bekommt ein extrem stabiles, schnell zu fahrendes Bike mit vielen Reserven.

Tops

  • extrem traktionsstark
  • vermittelt viel Selbstvertrauen
  • cooler und praktischer Konfigurator
  • aggressiver und eigenständiger Look

Flops

  • träge im Uphill

Mehr Infos findet ihr auf der Website von Orbea.


Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2026

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Vergleichstest Best Enduro Bike 2026 Test WEB


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Text & Fotos: Peter Walker

Über den Autor

Peter Walker

Peter ist nicht nur ein Mann der Worte, sondern auch der Taten. Mit ernsthaften Bike- und Schrauber-Skills, seiner Motocross-Historie, diversen EWS-Teilnahmen und über 150 Bikepark-Tagen in Whistler – ja, der Neid der meisten Biker auf diesem Planeten ist ihm gewiss – ist für Peter kein Bike zu kompliziert und kein Trail zu steil. Gravel und Rennrad kann er übrigens auch! Das für unsere redaktionelle Arbeit wichtige Thema Kaufberatung hat Peter in Vancouvers ältestem Bike-Shop von der Pike auf gelernt und setzt sein Know-how auch im journalistischen Alltag um. Wenn er nicht gerade die Stuttgarter Hometrails auf neuen Test-Bikes unsicher macht, genießt er das Vanlife mit seinem selbst ausgebauten VW T5. Dass er dazu noch ausgebildeter Notfallsanitäter ist, beruhigt seine Kollegen bei riskanten Fahrmanövern. Zum Glück mussten wir Peter bislang nie bei seinem Spitznamen „Sani-Peter“ rufen. Wir klopfen auf Holz, dass es dazu auch nie kommen wird!