Handgemacht, schlank, anders: Das Starling Mega Murmur setzt auf Stahl und Oldschool-Eingelenker-Hinterbau. Dazu gibt’s ein schickes Öhlins-Fahrwerk, Stahlflexleitungen und viele liebevolle Details. Wir haben das Exoten-Enduro im großen Vergleichstest aufgenommen und geschaut, wo es glänzt – und wo sein Charakter klare Grenzen setzt.

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Starling Mega MurMur | 170/165 mm (v/h) | 16,8 kg in Größe L | 6.937 € | Hersteller-Website

Handgemacht, exotisch und verdammt sexy: Das Starling Mega Murmur setzt auf einen filigranen Stahl-Hauptrahmen mit dünnen Rohren und einen ebenso schlanken, handgefertigten Chromoly-Hinterbau. Der Oldschool-Eingelenker lässt einen Coil-Dämpfer arbeiten, während überall kleine Details für das gewisse Extra sorgen: die ausgestanzten Starlings in den Querstreben, der industrielle Look der Dämpferaufnahme und die Verstrebung am Heck. Das Mega im Namen macht übrigens deutlich, dass das Bike ordentlich Federweg besitzt, während das Murmur – im Vergleich zum Twist – für eine 29”-Laufradkonfiguration steht. Sprich: Das Murmur-Modell hätte weniger Federweg mit 29”-Setup, während z. B. das Mega Twist mit wiederum ordentlich Federweg und Mullet-Setup zum Kauf steht.

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2026

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Ausstattung und Detaillösungen des Starling Mega Murmur

Vom Mega Murmur gibt es genau einen Komplettaufbau und zwar so, wie wir ihn gefahren sind. Preis: 6.937 €. Als einziges Bike im Test rollt es mit einem Öhlins-Fahrwerk. Vorn arbeitet die RXF 36 m.2. Diese setzt auf – im Enduro-Bereich untypische – 36-mm-Standrohre statt einem 38er Modell, was allerdings eine smarte Entscheidung von Starling ist und auch besser zum Charakter des Bikes passt.

Die Gabel nutzt zwei getrennte Luftkammern, die beim Setup etwas mehr Aufmerksamkeit verlangen. Am Heck übernimmt der TTX22m.2 Coil-Dämpfer die Arbeit. Achtet beim Kauf aber auf die passende Federrate. Danach belohnt euch der Dämpfer mit vielen sinnvollen Einstellmöglichkeiten und einem sehr kontrollierten Fahrgefühl.

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Starling kombiniert am Mega Murmur einen Stahl-Hauptrahmen mit einem Chromoly-Hinterbau.
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Durch die industriell aussehende Dämpferaufnahme lässt sich ein Dämpfer mit weniger Hub verbauen.

Die BikeYoke REVIVE-Sattelstütze bringt 213 mm Hub, lässt sich vollständig versenken und überzeugt mit einer ergonomischen Remote sowie geringen Bedienkräften. Klassisch UK: Hope Tech 4 E4-Bremsen mit 200 mm schwimmend gelagerten Scheiben und Stahlflexleitungen – sexy. Die Bremse beißt ordentlich zu, ist fein dosierbar und standfest. Das leichte Klappern der schwimmend gelagerten Rotoren – wenn man nicht bremst – und die sehr langen Hebel sind allerdings Geschmackssache.

Kein anderes Bike im Test sticht durch seinen Look so aus dem Feld heraus, wie das Mega Murmur mit seinen dünnen Stahlrohren und den schicken Details.

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Über den ganzen Rahmen hinweg sind kleine Details versteckt, die dem Starling das gewisse Extra im Look verpassen.
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Die Stahlflexleitungen der Hope-Bremse passen schön zum Gesamtbild des Bikes.

Beim Antrieb bleibt Starling bodenständig und setzt auf den bewährten Shimano XT-Antrieb. Oldschool wie der Look des Bikes, aber ein absolut zuverlässiger Antrieb und ein zuverlässiges Arbeitstier, das selten Ärger macht. Der dünn aufgeklebte Kettenstrebenschutz sieht unscheinbar aus, erfüllt seinen Zweck aber sauber. Dazu kommen ein hauseigener Starling Steel-Vorbau im 35-mm-Standard und ein Renthal FatBar Alloy. Die Leitungen laufen außen am Unterrohr, sind sauber geklemmt und wirken aufgeräumt. Das erleichtert viele Servicearbeiten, auch wenn einzelne Passagen an scharfen Kanten vorbeiführen und hier die Leitungen etwas beschädigt werden können.

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Teilweise laufen die Leitungen an recht scharfen Kanten vorbei und ihr tut gut daran, wenn ihr hier ein Auge darauf habt.
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Auch der Vorbau stammt aus dem Hause von Starling und ist mit den dazugehörigen Vögeln gespickt.

Als Laufräder verbaut Starling DT Swiss EX1700 aus Aluminium. Solide, robust und servicefreundlich. Dazu Michelin Wild Enduro MS vorn und hinten. Viel Grip dank sehr weicher Gummimischung und geringem Rebound, was dem Bike viel Traktion verpasst. Serienmäßig sind sogar CushCore Trail-Inserts in den Reifen versteckt. Das schützt die Felgen und bringt Stabilität in die Karkasse, macht das Pedalieren aber etwas zäher. Solltet ihr also viele lange Touren anstreben, würden wir euch hier ein anderes und besser rollendes Reifen-Setup empfehlen. Trotz des robusten Setups bringt das Mega Murmur solide 16,8 kg auf die Waage und liegt damit nur knapp über dem Durchschnitt.

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Starling Mega MurMur

6.937 €

Specifications

Fork Öhlins RXF 36m.2 170 mm
Rear Shock Öhlins TTX.22 Coil 165 mm
Seatpost BikeYoke Revive 213 mm
Brakes Hope Tech 4 E4 200/200 mm
Drivetrain Shimano XT 12-Speed 10-51; 32
Stem Starling Steel 35 mm
Handlebar Renthal FatBar Alloy 780 mm
Wheelset DT Swiss EX1700 29
Tires Michelin Wild Enduro MS/Michelin Wild Enduro MS 2,4/2,4

Technical Data

Size M+, L, XL, XXL

Tuning-Tipp: keine

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Helm Troy Lee Designs D4 | Brille Oakley Airbrake | Shirt Troy Lee Designs Sprint Jersey Fifty-50 | Hose Troy Lee Designs Sprint Ultra | Schuhe Fox Union BOA

Die Geometrie des Starling Mega Murmur

Starling bietet das Mega Murmur in vier Größen an. Allerdings verwenden die Hersteller von Starling auf den ersten Blick etwas ungewöhnliche Bezeichnungen dafür und somit gehen die Größen von Medium-Plus bis XXL. Die Reach-Sprünge liegen je nachdem bei 20 bzw. 30 mm und reichen in XXL bis 545 mm – vor allem große Fahrer werden hier glücklich. Kleinere Fahrerinnen und Fahrer haben beim Mega weniger Optionen, allerdings gibt es das Mega Twist als Mullet-Variante, die schon bei 425 mm Reach startet – was unserer Meinung nach sinnvoll gelöst ist.

Das Sitzrohr ist schön niedrig gehalten und eine lange Dropper lässt sich vollständig versenken. Die Kettenstrebenlänge bleibt über alle Größen gleich. Es gibt keine Flip-Chips oder ähnliche Verstellmöglichkeiten, ganz nach dem Motto: keep it simple. Ein austauschbarer Dämpfer-Mount erlaubt es jedoch, bei Bedarf einen Dämpfer mit weniger Hub, sprich Federweg, zu verbauen.

Größe MediumPlus Large XL XXL
Oberrohr 611 mm 628 mm 663 mm 690 mm
Sattelrohr 430 mm 440 mm 480 mm 510 mm
Steuerrohr 110 mm 110 mm 120 mm 130 mm
Lenkwinkel 64,1° 64,1° 64,1° 64,1°
Sitzwinkel 77,2° 77,2° 77,2° 77,2°
Kettenstrebe 455 mm 455 mm 455 mm 455 mm
BB Drop 28 mm 28 mm 28 mm 28 mm
Radstand 1.257 mm 1.270 mm 1.308 mm 1.338 mm
Reach 465 mm 485 mm 515 mm 545 mm
Stack 647 mm 647 mm 656 mm 656 mm

Das Starling Mega Murmur auf dem Trail

So besonders, wie das Mega Murmur aussieht, fährt es sich auch. Im Sitzen lässt sich das Starling gut pedalieren, im Wiegetritt wippt der Hinterbau aber deutlich, also solltet ihr es im Uphill lieber ruhig angehen lassen. Die Sitzposition ist aber angenehm und taugt auch für lange Touren. Die Michelin-Reifen sind dabei allerdings nicht euer bester Freund und kleben durch ihre sehr weiche Gummimischung spürbar am Boden.

Geht es bergab, ist die Balance des Mega Murmur recht stimmig, allerdings wirkt das Bike auf flachen Trails etwas hecklastig. Wird es jedoch steiler, fühlt sich die hohe Front passender an, vermittelt aber nicht ganz so viel Sicherheit wie einige andere Bikes im Test. Geprägt wird der Charakter des Starling durch die hohe Compliance des Rahmens. Genau deshalb macht auch die Gabel mit 36er Standrohren wieder Sinn, denn eine sehr steife 38er Gabel würde nicht so schön mit dem weichen Hauptrahmen harmonieren und dem Bike ein unstimmiges Handling verpassen.

Wird das Starling auf die richtigen Trails ausgeführt, glänzt es mit viel Traktion und Kontrolle, um die wildesten Linien zu halten.

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Mit keinem anderen Bike im Test lassen sich rutschige Offcamber-Linien so gut halten wie mit dem Mega Murmur.
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Harte Downhill-Strecken und dicke G-Outs liegen dem Starling nicht und hier müsst ihr ordentlich kämpfen, um mit dem hohen Flex die Linie zu halten.

Müsst ihr auf dem Trail für Grip kämpfen – nasse Offcamber-Sektionen, technische Wurzelteppiche, typische UK-Trails –, glänzt das Mega Murmur richtig. Es hält die Linie beeindruckend gut und baut – unter anderem durch seinen Rahmen, den Flex sowie den weichen Reifen – reichlich Traktion auf. Wird es dagegen richtig schnell und rough, wie es bei einigen Downhill-Strecken in Schladming der Fall ist, fühlt sich das Bike schnell undefiniert an und die Compliance ist in harten G-Outs deutlich spürbar. Auch in sehr langsamen Passagen oder wenn viel Bremstraktion am Heck gefordert ist, tut sich das Fahrwerk schwer, aber dank seiner Geometrie bleibt es dennoch recht agil und lässt sich leicht von einer auf die andere Seite werfen.

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Für wen ist das Starling Mega Murmur?

Das Mega Murmur ist ein Bike für Liebhaberinnen und Liebhaber von eher seltenen, abersexy Bikes mit Charakter. Wer die coolen Detaillösungen schätzt und ein Bike sucht, was nur selten anzutreffen ist, der bekommt mit dem Starling viel Charme und Fahrspaß – vorausgesetzt, ihr führt es auf den richtigen Trails aus. Denn das Murmur glänzt bei rutschigen Offcamber-Sektionen, Passagen, in denen es schwer ist, die Linie zu halten sowie bei konstanter, aber nicht zu hoher Geschwindigkeit. Kein Wunder bei einem Bike, das in UK entwickelt wird. Sehr steile Stücke mit viel Bremstraktion oder High-Speed-Bikepark-Gebolze liegen ihm dagegen weniger.

FAHREIGENSCHAFTEN

UPHILL

  1. schwerfällig
  2. effizient

AGILITÄT

  1. träge
  2. verspielt

LAUFRUHE

  1. nervös
  2. laufruhig

HANDLING

  1. fordernd
  2. gutmütig

FAHRWERK

  1. unsensibel
  2. feinfühlig

FAHRSPAß

  1. langweilig
  2. lebendig

PREIS-LEISTUNG

  1. schlecht
  2. sehr gut
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Fazit zum Starling Mega Murmur

Das Starling Mega Murmur verbindet handgemachten Stahl-Charme mit einem Öhlins-Fahrwerk und liefert auf rutschigen Passagen Traktion, Feingefühl und Linien-Sicherheit wie kaum ein anderes Bike im Test. Genau dort kann es all seine Stärken ausspielen, bleibt agil und einfach kontrollierbar. Wird es allerdings richtig schnell und hart, fühlt sich das Bike weniger definiert an und das Starling wird sehr anspruchsvoll zu fahren. Das macht es zu keinem guten Allrounder, wer aber die richtigen Trails vor der Tür hat, wird mit dem Mega Murmur viel Spaß haben.

Tops

  • sexy Look und schöne Handarbeit
  • viel Traktion und Kontrolle in losem Gelände
  • cooler Spec

Flops

  • kein Fan von Highspeed und hartem Gelände

Mehr Infos findet ihr auf der Website von Starling Cycles.


Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2026

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Text & Fotos: Peter Walker

Über den Autor

Peter Walker

Peter ist nicht nur ein Mann der Worte, sondern auch der Taten. Mit ernsthaften Bike- und Schrauber-Skills, seiner Motocross-Historie, diversen EWS-Teilnahmen und über 150 Bikepark-Tagen in Whistler – ja, der Neid der meisten Biker auf diesem Planeten ist ihm gewiss – ist für Peter kein Bike zu kompliziert und kein Trail zu steil. Gravel und Rennrad kann er übrigens auch! Das für unsere redaktionelle Arbeit wichtige Thema Kaufberatung hat Peter in Vancouvers ältestem Bike-Shop von der Pike auf gelernt und setzt sein Know-how auch im journalistischen Alltag um. Wenn er nicht gerade die Stuttgarter Hometrails auf neuen Test-Bikes unsicher macht, genießt er das Vanlife mit seinem selbst ausgebauten VW T5. Dass er dazu noch ausgebildeter Notfallsanitäter ist, beruhigt seine Kollegen bei riskanten Fahrmanövern. Zum Glück mussten wir Peter bislang nie bei seinem Spitznamen „Sani-Peter“ rufen. Wir klopfen auf Holz, dass es dazu auch nie kommen wird!