Bosch CX-Race-Motor, 800-Wh-Akku und komplexer Sixfinity-Hinterbau: Das LTe T4 ist das teuerste Bike im Test und eines von nur zwei E-Bikes. Doch kann das Highend-E-Enduro mit seiner starken Ausstattung und dem Race-Antrieb bergab wirklich einen Vorteil gegenüber den analogen Top-Contendern herausfahren?

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Yeti LTE T4 | 170/160 mm (v/h) | 23,8 kg in Größe XL | 14.499 € | Hersteller-Website

Das LTe T4 führt die E-Enduro-Linie von Yeti fort und setzt wie sein Vorgänger 160E weiterhin konsequent auf einen markanten Sechsgelenker-Hinterbau, der 160 mm Federweg generiert. Ganz neu ist hingegen der Antrieb: Der bis zu 750 W starke Bosch CX-Race-Motor mit 800-Wh-Akku ersetzt das in die Jahre gekommene Shimano-System des 160E und soll das LTe mit noch mehr Shuttle-Power beflügeln.
Mit 23,8 kg in Größe XL und dem 14.500 € teuren T4-Spec markiert das Full-29”-LTe in puncto Gewicht und Preis das obere Ende des Testfelds. Doch hebt der neue Motor das LTe wirklich auf ein Niveau, das die analogen Bikes im Test unter Druck setzt?

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2026

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Ausstattung und Detaillösungen des Yeti LTe T4

Das 2025 neu lancierte LTe bleibt der typischen Yeti-Formensprache treu: klare Linien, markanter Hinterbau und natürlich die ikonische Turquoise-Lackierung. Für den harten Trail-Einsatz schützt Yeti den Vollcarbon-Rahmen mit einer Horde effektiver Schutzmaßnahmen, wie dem kleinen Fender über dem unteren Link, verschraubten Unterrohr- und Motorprotektoren sowie dem groß dimensionierten Kettenstrebenschutz. Das hochwertige, dreidimensionale Yeti-Logo am Steuerrohr rundet den Premium-Eindruck gemeinsam mit den cleanen, sauber geklemmten Cableports gelungen ab. Letztere ermöglichen die Führung von ein oder zwei Leitungen und verhindern zuverlässig nerviges Klappern auf dem Trail.

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Der Bosch CX-Race ist ein echtes Kraftpaket – im Race-Modus jedoch so impulsiv, dass er geübte Hände verlangt.
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Die FOX PODIUM-Gabel unterstreicht den Race-Anspruch des Yeti und lässt das Vorderrad förmlich am Boden kleben.

Der Carbonrahmen des LTe wirkt bullig und macht keinen Hehl daraus, dass im Unterrohr und Tretlagerbereich ein großer 800-Wh-Akku inklusive Bosch-Motor untergebracht wurde. Der CX-Race-Motor mit Magnesiumgehäuse ist übrigens der Topausstattung T4 vorbehalten. Alle Modelle sind mit dem leichteren 600-Wh-Akku sowie dem Bosch PowerMore 250-Range-Extender kompatibel. Zur Anzeige der wichtigsten Fahr-Parameter dient das Kiox 400 C-Display, welches formschön im Oberrohr eingelassen ist und einen USB-C-Port zum Laden kleiner Geräte bietet. Bedient wird das System mit der unauffälligen, kabellosen Bosch Mini Remote.

Bosch Race-Modus und Yeti-Fahrwerk – nicht nur auf dem Papier eine gefährlich schnelle Kombination.

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Yeti verbaut im LTe das neue Kiox 400 C-Display, das neben allen relevanten Fahrdaten auch einen USB-C Anschluss mitbringt.
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Schmuckstück: Das hochwertige Aluminium-Headbadge sitzt wie eine Signatur auf dem Turquoise-Rahmen des LTe.

Beim Fahrwerk fährt das LTe T4 absolute High-End-Komponenten auf: Die neue FOX Podium GRIP X2 Upside-Down-Gabel an der Front bietet neben maximaler Einstellvielfalt auch viel Kurvengrip und eine hohe Bremssteifigkeit. Ergänzt wird die Federung am Heck durch den passenden FOX FLOAT X2 Factory-Dämpfer im neuen Monotube-Design. In Bremszonen vertraut Yeti auf die edel anmutende SRAM MAVEN Ultimate-Vierkolbenbremse mit 200-mm-Scheiben vorne wie hinten. Geschaltet wird mit der SRAM XX Eagle AXS Transmission, die auch unter der hohen Last des Motors absolut zuverlässig arbeitet.

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Aller guten Dinge sind sechs: Der Sixfinity-Hinterbau ermöglicht hohe Anti-Squat-Werte zu Beginn des Federwegs – und macht das LTe zu einem guten Kletterer.
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Das LTe spart nirgends, außer bei der Trail-Karkasse am Vorderrad.

Das Cockpit besteht aus einem Burgtec-Vorbau und einem Yeti-Carbonlenker mit 800 mm Breite. Die RockShox Reverb AXS-Sattelstütze bietet 200 mm Hub – für die Rahmengröße XL dürfte Yeti gerne noch etwas mehr Bewegungsfreiheit ermöglichen.
Als Laufräder kommen die hochwertigen DT Swiss HXC 1700 aus Carbon zum Einsatz, auf die Yeti vorne einen Schwalbe Magic Mary-Trail-Radialreifen mit Ultra Soft-Gummimischung montiert. Dieser liefert guten Grip, aber die Trail-Karkasse ist für ein E-Enduro dieser Klasse etwas schwach. Am Hinterrad hingegen passt der Schwalbe Albrecht mit Gravity-Karkasse und Soft-Gummimischung deutlich besser zum Einsatzzweck und bietet die notwendige Stabilität für harte Abfahrten.

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Yeti LTE T4

14.499 €

Specifications

Fork FOX Podium GRIP X2 170 mm
Rear Shock FOX FLOAT X2 Factory 160 mm
Seatpost RockShox Reverb AXS 200 mm
Brakes SRAM MAVEN Ultimate 200/200 mm
Drivetrain SRAM XX Eagle AXS Transmission 10-52; 34
Stem Burgtec Enduro MK3 50 mm
Handlebar Yeti Carbon Handlebar 800 mm
Wheelset DT Swiss HXC1700 29
Tires Schwalbe Magic Mary Trail, Ultra Soft, Radial/ Schwalbe Albert Gravity, Soft, Radial 2,5/2,5

Technical Data

Size S, M, L, XL

Tuning-Tipp: Am Vorderrad auf die robustere Gravity-Karkasse wechseln.

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Helm Urge Rascas | Brille Oakley Sutro | Rucksack Evoc Hydro Pro 1.5 | Shirt DHARCO Gravity Jersey | Garigal | Hose DHARCO Gravity Pants | Schuhe SHIMANO SH-GE900HS

Die Geometrie des Yeti LTe T4

Das Yeti LTe T4 ist in den vier Rahmengrößen S, M, L und XL erhältlich und deckt damit Fahrergrößen von etwa 1,55 bis 2,00 m ab. Der Reach von 510 mm in Größe XL ist einer der längsten im gesamten Testfeld. Zusammen mit dem Santa Cruz Bullit besitzt das LTe zudem die längsten Kettenstreben und den zweitlängsten Radstand im Testfeld. Auch der flache Lenkwinkel von 64° ist beim LTe klar auf Abfahrt und Laufruhe ausgelegt.

Das Yeti LTe lässt sich zudem weitreichend anpassen. Mit dem Flip Chip in der Dämpferwippe wird ein Wechsel vom klassischen Full-29”-Setup auf ein Mullet-Setup ermöglicht – ohne dabei die Geometrie zu verändern. Darüber hinaus besitzt das Bike einen Progression-Chip an der unteren Dämpferaufnahme, mit dem sich die Hinterbauprogression mittels drei unterschiedlicher Positionen zwischen 25 %, 30 % und 35 % justieren lässt. So kann das Fahrwerk je nach Fahrstil oder Einsatzgebiet entweder geschmeidiger oder durchschlagsresistenter abgestimmt werden.

Größe S M L XL
Oberrohr 566 mm 598 mm 620 mm 647 mm
Sattelrohr 390 mm 420 mm 440 mm 460 mm
Steuerrohr 92 mm 100 mm 111 mm 122 mm
Lenkwinkel 64° 64° 64° 64°
Sitzwinkel 78° 78° 78° 78°
Kettenstrebe 449 mm 449 mm 449 mm 449 mm
Offset 44 mm 44 mm 44 mm 44 mm
Radstand 1.223 mm 1.257 mm 1.282 mm 1.312 mm
Reach 435 mm 465 mm 485 mm 510 mm
Stack 618 mm 625 mm 635 mm 645 mm

Das Yeti LTe T4 auf dem Trail

Im Uphill profitiert das LTe primär vom kräftigen Bosch CX-Race-Motor, der mit bis zu 100 Nm bereits bei niedriger Kadenz stark nach vorne schiebt. Doch auch die Sitzposition des Yeti LTe ist sehr angenehm und der Sixfinity-Hinterbau arbeitet antriebsneutral, wodurch das Bike insgesamt entspannt und gleichzeitig effizient klettert. Im Race-Modus ist aber Vorsicht geboten, denn hier agiert die Drive-Unit nicht nur extrem reaktiv, sondern schiebt teilweise in unerwarteten Situationen unangenehm nach. Für technische Uphills würden wir daher immer zum feinfühligen und ausgewogenen E-MTB+-Modus raten.

Yeti bleibt Yeti: eigenständig, teuer, aber fahrerisch verdammt überzeugend.

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Auf dem Trail zeigt das Yeti LTe eine beeindruckende Mischung aus Laufruhe und Agilität – egal ob schnell, steil oder ruppig.
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Auch in steilen Sektionen bleibt das LTe ruhig und kontrollierbar – nur die niedrige Front verlangt etwas Aktivität.

Ebenso ausgewogen zeigt sich die Balance des Yeti LTe T4 bergab. Trotz steifem Cockpit und Carbon-Laufrädern wirkt es nicht zu direkt, sondern trifft eine angenehme Balance aus präziser Steifigkeit und spürbarem Komfort. Das Fahrwerk zeigt sich straff und relativ progressiv, filtert kleinere Unebenheiten aber trotzdem sauber heraus und liefert stets genügend Traktion. Zudem verhilft es dem LTe zu einem überraschend spritzigen und wendigen Fahrgefühl in flowigen Passagen. Diese Agilität vereint das Yeti LTe mit einer enormen Laufruhe. Das Bike bleibt hier jederzeit spurtreu und vermittelt auch bei höherem Tempo hohes Vertrauen. Der zentrale Stand im Bike hilft in schnellen und langsamen Passagen gleichermaßen – nur die niedrige Front ist ungewohnt: Sie sorgt für eine sportliche, aktive Haltung, kann in sehr steilen Passagen aber etwas Eingewöhnung verlangen. Stellt man die Front höher ein, verändert sich die Balance in flacheren Abschnitten und man muss die Front dort aktiver belasten.

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Für wen ist das Yeti LTe T4?

Das Yeti LTe T4 richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer, die ein maximal potentes E-Enduro suchen, das sowohl im Enduro-Race-Umfeld als auch auf langen Alpintouren und Bikepark-Trips glänzen kann. Mit ein paar gezielten Änderungen am Spec – etwa robustere Reifen an der Front oder noch größere Bremsscheiben – wird das LTe zu einem echten Race-E-Bike, das technisch anspruchsvolle Abfahrten souverän meistert und gleichzeitig genügend Akku-Reserven für lange Höhenmeter-Tage bietet. Dank seines starken Fahrwerks, der hohen Laufruhe und der intuitiven Handhabung eignet sich das LTe auch hervorragend für alle, die ein starkes Allround-E-Enduro suchen: schnell, stabil, vielseitig und mit genug Reserven für alles zwischen Bikepark, alpinen Abenteuern und steilen Enduro-Stages.

FAHREIGENSCHAFTEN

UPHILL

  1. schwerfällig
  2. effizient

AGILITÄT

  1. träge
  2. verspielt

LAUFRUHE

  1. nervös
  2. laufruhig

HANDLING

  1. fordernd
  2. gutmütig

FAHRWERK

  1. unsensibel
  2. feinfühlig

FAHRSPAß

  1. langweilig
  2. lebendig

PREIS-LEISTUNG

  1. schlecht
  2. sehr gut
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Fazit zum Yeti LTe T4

Unterm Strich ist das Yeti LTe T4 ein potentes, laufruhiges und dennoch überraschend wendiges E-Enduro, das enorm viel Vertrauen schenkt. Es glättet ruppige Trails mühelos, bleibt auch bei hohem Tempo kontrolliert und fährt sich sowohl langsam als auch schnell sehr souverän. Das Fahrwerk liefert starke Traktion und Support, während die tiefe Front im steilen Terrain etwas Eingewöhnung verlangt. Insgesamt ein vielseitiger, hochwertiger Allrounder, der in fast jedem Gelände überzeugt.

Tops

  • toller Mix aus Laufruhe und Agilität
  • straffes, aber traktionsstarkes Fahrwerk
  • gelungene Kombination aus Steifigkeit und Komfort
  • gute Allroundfähigkeiten

Flops

  • Front gewöhnungsbedürftig tief
  • Race-Modus des CX-R-Motors schwer kontrollierbar

Mehr Infos findet ihr auf der Website von Yeti.


Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2026

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Text: Lars Engmann Fotos: Peter Walker