Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Trail-Bike 2026.

15,28 kg in Größe L | 6.424 € | Hersteller-Website
Mehr Bike fürs Geld? Während sich viele High-End-Trailbikes im Test der 10.000-€-Marke nähern oder diese gar deutlich übersteigen, zeigt Propain mit dem Hugene 3 CF Ultimate, dass starke Trail-Performance nicht unbezahlbar sein muss. Mit 6.424 € ist es das günstigste Bike im gesamten Vergleichstest und bietet dank umfangreichem Online-Konfigurator nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, das Bike an die eigenen Vorlieben anzupassen. Mit 140/130 mm Federweg (v/h) und 15,28 kg tritt das Hugene als klassisches Trailbike an. Doch kann es auch auf den Trails mit den deutlich teureren Konkurrenten mithalten?
Ausstattung und Detaillösungen des Propain Hugene 3 CF Ultimate
Das Propain Hugene zählt für uns optisch zu den stimmigsten Bikes im gesamten Testfeld. Die harmonischen Proportionen mit den flach in den Hauptrahmen übergehenden Sitzstreben verleihen dem Bike einen eigenständigen und zugleich aufgeräumten Look. Zusammen mit der schlichten Lackierung und der roten RockShox Lyrik Ultimate entsteht ein besonders gelungener Gesamtauftritt. Auch die Verarbeitungsqualität hinterlässt einen hochwertigen Eindruck.
In Sachen Detaillösungen zeigt sich das Hugene durchdacht. Positiv fallen die aufgedruckten Drehmomentangaben an sämtlichen Hinterbaulagern auf, die Wartungsarbeiten deutlich erleichtern. Das gerade Sitzrohr ist lang genug, um die 200 mm lange Dropper Post vollständig zu versenken – optimal!

Das integrierte Staufach lässt sich einfach bedienen, bietet ausreichend Platz für Tools und Ersatzteile und bleibt dank der sauber geführten Leitungen klapperfrei.

Trotz des günstigen Preises verbaut Propain eine RockShox Reverb AXS-Sattelstütze, die nicht nur kabellos bedient wird, sondern mit 200 mm Hub auch maximale Bewegungsfreiheit bietet.
Das Staufach im Unterrohr gehört ebenfalls zu den gelungenen Lösungen im Testfeld. Es lässt sich auch mit Handschuhen komfortabel öffnen, besitzt sauber entgratete Kanten und bietet mit den zwei robusten Innentaschen ausreichend Platz für Trail-Essentials. Die Leitungen verlaufen im Bereich des Staufachs geschützt in laminierten Carbon-Kanälen und anschließend in Schaumstoffhüllen, wodurch sie während unseres Tests nicht klapperten. Selbst eine OneUp-100cc-Pumpe findet Platz – allerdings nur in einer bestimmten Ausrichtung. Etwas Carbonstaub im Inneren unseres Testrahmens trübte den ansonsten hochwertigen Eindruck.
Auch die Zugführung funktioniert insgesamt gut. Im Bereich des Steuerrohrs verschwinden die Leitungen sauber im Rahmen und bleiben auf dem Trail angenehm ruhig. Weniger gelungen ist allerdings, dass die vordere Bremsleitung unseres Testbikes etwas zu lang ausfiel und dadurch am Steuerrohr scheuerte. Außerdem verzichtet Propain bei den ungenutzten Ports für eine mechanische Schaltung auf Gummistopfen, wodurch die Öffnungen unnötig offen bleiben.

Die Schwalbe Albert-Reifen liefern viel Traktion und passen hervorragend zum verspielten Charakter des Hugene.

Bei einem Hinterbau mit zahlreichen Lagerpunkten sind klare Drehmomentangaben Gold wert. Propain platziert sie direkt an den Schrauben und erleichtert damit Wartung und Service deutlich.
Der Kettenstrebenschutz fällt großzügig aus und verhindert zuverlässig Kettenschlagen. Weniger gelungen ist dagegen die sehr enge Freigängigkeit zwischen hinterer Bremsscheibe und Hinterbau. Während unseres Tests kam es zunächst zu keinen Problemen, im weiteren Verlauf hatte die Bremsscheibe jedoch Kontakt mit dem Rahmen und trug dabei langsam den Lack ab. Eine derart knappe Toleranz ist bei einem hochwertigen Carbon-Rahmen nicht akzeptabel. Ein weiterer Kritikpunkt: Bereits nach wenigen Testabfahrten entwickelte der Steuersatz unseres Testbikes deutliche Knackgeräusche.
Die Ausstattung des Propain Hugene 3 CF Ultimate ist durchweg hochwertig gewählt. An der Front arbeitet eine RockShox Lyrik Ultimate mit Charger-3.1-Dämpfung, die mittlerweile durch die neuere 3.2-Version ersetzt wurde. Am Heck übernimmt ein RockShox Super Deluxe Ultimate die Federungsarbeit. Beide Federelemente harmonieren hervorragend miteinander und überzeugen auf dem Trail mit einer gelungenen Mischung aus Sensibilität, Gegenhalt und Pop.

Die vordere Bremsleitung ist etwas zu lang geraten und scheuert am Steuerrohr – ein Detail, das Propain noch verbessern könnte.
Gebremst wird mit der SRAM MAVEN Silver auf 200-mm-Bremsscheiben vorne und hinten. Die Bremsanlage gehört damit zu den kräftigsten Systemen im gesamten Testfeld. Geschaltet wird über die SRAM X0 Eagle AXS Transmission, die auch unter hoher Last präzise und zuverlässig die Gänge wechselt.
Die RockShox Reverb AXS bietet 200 mm Hub und lässt sich am Hugene vollständig im Rahmen versenken und sorgt somit für ordentlich Bewegungsfreiheit. Eine elektronische Dropper Post ist im Testfeld sonst nur am rund doppelt so teuren Specialized S-Works Stumpjumper 15 EVO zu finden. Am Cockpit kombiniert Propain einen Sixpack Millenium-Vorbau mit dem 800 mm breiten OneUp-Carbonlenker. Das Cockpit überzeugt auf dem Trail mit einer angenehmen Compliance und zählt zu den komfortableren im Testfeld.
Bei den Laufrädern setzt Propain auf einen robusten DT Swiss EX 1700-Aluminium-Laufradsatz. Darauf rollt vorne wie hinten der Schwalbe Albert in Trail-Karkasse mit Radialbauweise – vorne in der griffigen Ultra Soft-, hinten in der Soft-Gummimischung.
Propain Hugene 3 CF Ultimate
6.424 €
Specifications
Fork RockShox Lyrik Ultimate Charger 3.1 140 mm
Rear Shock RockShox Super Deluxe Ultimate 130 mm
Seatpost RockShox Reverb AXS 200 mm
Brakes SRAM MAVEN Silver 200/200 mm
Drivetrain SRAM XO Eagle AXS Transmission 1x12
Stem Sixpack Millenium 45 mm
Handlebar OneUp Carbon 800 mm
Wheelset DT Swiss EX 1700 29"
Tires Schwalbe Albert, Trail, Ultra Soft / Schwalbe Albert, Trail, Soft 2,5"
Technical Data
Size S M L XL
Weight 15,28 kg
Specific Features
Rahmenstaufach
Online-Konfigurator
Tuning-Tipp: Im umfangreichen Konfigurator das Bike auf individuelle Bedürfnisse anpassen.

Die Geometrie des Propain Hugene 3 CF Ultimate
Mit 483 mm Reach in Größe L gehört das Propain Hugene auf dem Papier zu den längeren Bikes im Testfeld, ohne dabei extrem lang auszufallen. Zusammen mit dem 1.255 mm langen Radstand und den 445 mm langen Kettenstreben verspricht die Geometrie viel Stabilität, während der mit 77,5° angenehm steile Sitzwinkel eine zentrale Kletterposition ermöglicht.
Der 64,8° flache Lenkwinkel ordnet sich ebenfalls im modernen Trailbike-Mittelfeld ein und verleiht dem Hugene ausreichend Reserven für anspruchsvolle Abfahrten. Mit 632 mm Stack fällt die Front weder besonders hoch noch besonders niedrig aus und sorgt für eine ausgewogene Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterrad.
Propain zeigt, wie viel Bike man für sein Geld bekommen kann: hochwertige Komponenten, clevere Detaillösungen und ein durchdachtes Gesamtkonzept.
| Größe | S | M | L | XL |
|---|---|---|---|---|
| Oberrohr | 569 mm | 597 mm | 623 mm | 651 mm |
| Sattelrohr | 390 mm | 410 mm | 430 mm | 460 mm |
| Steuerrohr | 100 mm | 110 mm | 120 mm | 130 mm |
| Lenkwinkel | 65° | 65° | 65° | 65° |
| Sitzwinkel | 78° | 78° | 78° | 78° |
| Kettenstrebe | 445 mm | 445 mm | 445 mm | 445 mm |
| Tretlagerabsenkung | 36 mm | 36 mm | 36 mm | 36 mm |
| Radstand | 1197 mm | 1226 mm | 1255 mm | 1285 mm |
| Reach | 433 mm | 458 mm | 483 mm | 508 mm |
| Stack | 612 mm | 621 mm | 632 mm | 639 mm |
Wie fährt sich das Propain Hugene 3 CF Ultimate auf dem Trail?
Propain liefert Dokumentation rund um Rahmen, Komponenten und Kompatibilitäten mit wichtigen Informationen zu Anbauteilen, Montage und technischen Details. Die Daten zum Fahrwerkssetup waren bei uns jedoch schwer auffindbar, da die Links im Download-Bereich nicht funktioniert haben. Das empfohlene Fahrwerks-Setup ist darüber hinaus wenig konsistent. Die empfohlenen SAG-Werte fallen mit 15–20 % an der Gabel und 20–30 % am Dämpfer sehr breit aus und helfen damit bei der Feinabstimmung nur bedingt weiter.
Wie ist die Uphill-Performance des Propain Hugene 3 CF Ultimate?
Das Propain Hugene überzeugt bergauf mit einer gelungenen Sitzposition. Sie fällt weder zu gestreckt noch zu kompakt aus und positioniert den Fahrer angenehm zentral im Bike. Der steile Sitzwinkel unterstützt die Klettereigenschaften zusätzlich, während ausreichend Druck auf dem Vorderrad dafür sorgt, dass die Front selbst in steilen Anstiegen zuverlässig am Boden bleibt.

Der Hinterbau zeigt sich im Gelände ausgesprochen traktionsstark. Auf technischen Uphills, Wurzeln oder hohen Stufen generiert das Fahrwerk viel Grip und hält das Hinterrad lange am Boden. Gleichzeitig arbeitet der Hinterbau vergleichsweise aktiv. Während das im Gelände für Komfort und Traktion sorgt, ist auf glatten Asphaltanstiegen ein leichtes Mitwippen spürbar. Insgesamt bleibt die Antriebseffizienz aber auf einem hohen Niveau vor Cannondale und Trek.
Überraschend: Auf unserem technischen Uphill fehlte dem Hugene trotz seines traktionsstarken Hinterbaus die letzte Souveränität, um Schlüsselstellen zu meistern. Hier drehte das Hinterrad schnell durch. Davon abgesehen, überzeugt das Hugene mit einer komfortablen Sitzposition und einer insgesamt starken Uphill-Performance.
Wie fährt sich das Propain Hugene 3 CF Ultimate bergab?
Das Propain Hugene gehört zu den agilsten Bikes im gesamten Vergleichstest. Es folgt Lenkimpulsen unmittelbar, lässt sich spielerisch von einer Linie auf die nächste werfen und animiert vom ersten Trailmeter an dazu, jede Welle mitzunehmen. Manuals, Scrubs oder kleine Jumps gelingen nahezu intuitiv. Zusammen mit dem Trek Fuel EX zählt das Hugene zu den größten Fahrspaß-Garanten im Testfeld.

Das Hugene liebt einen aktiven Fahrstil und belohnt jede Bewegung mit viel Pop und einem verspielten Handling.
Dazu trägt auch das gelungene Fahrwerk bei. RockShox Lyrik Ultimate und Super Deluxe Ultimate harmonieren hervorragend miteinander und bieten genau die richtige Mischung aus Sensibilität und Gegenhalt. Der Hinterbau spricht feinfühlig an, liefert viel Support im mittleren Federwegsbereich und erzeugt reichlich Pop, wodurch sich aus Anliegern spielerisch Geschwindigkeit generieren lässt. Die Endprogression dürfte für unseren Geschmack aber noch etwas ausgeprägter ausfallen.
Trotz seines verspielten Charakters bleibt das Hugene auch bei höherem Tempo überraschend souverän. Angesichts des vergleichsweise geringen Federwegs von 140 mm vorne und 130 mm hinten ist die Laufruhe auf einem sehr guten Niveau und fällt spürbar höher aus als beim Santa Cruz Tallboy. An die laufruhigsten Bikes im Testfeld wie das Yeti MT oder Cannondale Habit LT reicht das Propain allerdings nicht ganz heran. Verblockte Highspeed-Passagen meistert es dennoch kontrolliert, verlangt dabei aber nach einer aktiven Fahrweise und einer sauberen Linienwahl.
Eine Besonderheit des Hugene ist der vergleichsweise flexible Hinterbau. Die langen Sitzstreben ohne zusätzliche Sitzstrebenbrücke verleihen dem Heck spürbar mehr Nachgiebigkeit als bei vielen Konkurrenten. Das sorgt für zusätzliche Traktion und Komfort und verleiht dem Bike seinen verspielten Charakter mit viel Unterhaltung auf dem Trail. Gleichzeitig hat diese Flexibilität auch eine Kehrseite: Wer mit viel Tempo durch schnelle Anlieger oder enge Kurven fährt, vermisst etwas Präzision. Das Heck kann leicht ausbrechen, was beim spielerischen „Braap-Fahren” zwar Spaß macht, bei einer sauberen und präzisen Linienwahl aber etwas Vertrauen kostet.
Das Hugene macht aus jedem Trail einen Spielplatz – kaum ein anderes Bike im Test animiert so sehr dazu, aktiv zu fahren und jede Welle mitzunehmen.
Genau dieser verspielte Charakter macht das Hugene aber zu einem der spaßigsten Bikes im gesamten Testfeld. Es belohnt mit jeder Menge Pop, intuitivem Handling und einem enorm hohen Spaßfaktor. Wer gerne kreativ fährt und den Trail als Spielplatz versteht, wird auf dem Propain sofort zuhause sein.
Für wen ist das Propain Hugene 3 CF Ultimate?
Das Propain Hugene 3 CF Ultimate richtet sich an Fahrer, die ein agiles Trailbike mit jeder Menge Pop und einem hohen Spaßfaktor suchen. Das intuitive Handling, das ausgewogene Fahrwerk und die gelungene Balance vermitteln vom ersten Trailmeter an Vertrauen und laden dazu ein, den Trail aktiv zu fahren. Wer gerne über Wellen pusht, Absätze als Abzieh-Kanten versteht und spielerisch Geschwindigkeit generiert, findet im Hugene einen der passendsten Begleiter im gesamten Testfeld.
Das richtige Bike für:
Aktive Fahrer
Das Hugene liebt einen aktiven Fahrstil. Manuals, Scrubs und schnelle Richtungswechsel gelingen mühelos, während das Fahrwerk jede Geländekante in Vortrieb umsetzt.
Flow-Sucher
Mit seinem intuitiven Handling, dem satten Pop und der ausgewogenen Gewichtsverteilung fühlt sich das Hugene auf flowigen Trails genauso wohl wie auf natürlichen Singletrails.
Nicht das richtige Bike für:
Präzisions-Fetischisten
Der vergleichsweise flexible Hinterbau sorgt zwar für viel Traktion und Komfort, ist in schnellen Anliegern und engen Kurven aber weniger präzise als das restliche Testfeld.
Highspeed-Racer
Für seine Federwegsklasse bietet das Hugene eine gute Laufruhe, wer jedoch maximale Souveränität in schnellen, verblockten Passagen sucht, findet bei den laufruhigeren Bikes im Testfeld die besseren Reserven.
Fazit zum Propain Hugene 3 CF Ultimate
Das Propain Hugene 3 CF Ultimate zählt zu den spaßigsten Bikes im gesamten Vergleichstest und überzeugt gleichzeitig mit einem außergewöhnlich starken Preis-Leistungs-Verhältnis. Für deutlich weniger Geld als viele High-End-Konkurrenten liefert Propain eine frei konfigurierbare Ausstattung, auf Top-Niveau, ein hervorragendes Fahrwerk und zahlreiche durchdachte Details. Das agile Handling, der ausgeprägte Pop und die ausgewogene Abstimmung machen das Hugene zu einem Bike, das ständig zum Spielen animiert. Gleichzeitig überzeugen die komfortable Sitzposition und die hohe Traktion. Der flexible Hinterbau kostet in schnellen Kurven etwas Präzision und Qualitätsdetails wie der knarzende Steuersatz unseres Testbikes trüben den Gesamteindruck. Wer ein verspieltes, hochwertig ausgestattetes Trail-Bike für einen fairen Preis sucht, liegt mit dem Hugene ziemlich richtig.
Tops
- extrem hoher Fahrspaß dank agilem Handling und viel Pop
- hervorragendes Fahrwerk mit viel Support und Traktion
- sehr starke Ausstattung zu fairem Preis
- durchdachte Detaillösungen wie Staufach und Drehmomentangaben am Hinterbau
Flops
- flexibler Hinterbau kostet in engen Kurven etwas Präzision
- Qualitätsmängel an unserem Testbike (knarzender Steuersatz, schleifen der Scheibe am Hinterbau)
- einige offene Rahmenports und scheuernde Bremsleitung
Mehr Infos findet ihr auf der Website von Propain.
Das Testfeld
Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier:
Das beste Trail-Bike 2026
Alle Bikes im Test: AMFLOW PX Carbon Pro, Atherton A.130.1, Cannondale Bad Habit 1, Pivot Trailcat LT Pro X0, Propain Hugene 3 CF Ultimate, Raymon Tarok Ultimate, Santa Cruz Tallboy, Specialized S-Works Levo R, Specialized S-Works Stumpjumper 15 Evo, Trek Fuel EX 9.9 XO AXS Gen 7, Trek Fuel+ EX 9.8 XT Di2 Gen 2, Yeti MT XO.
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Text: Lars Engmann Fotos: Mike Hunger
