Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Trail-Bike 2026.

15,32 kg in Größe S4 | 12.499 € | Hersteller-Website
Apple hat das iPhone, Porsche den 911 und Specialized? Das Stumpjumper. Kaum ein anderes Bike hat den Mountainbike-Sport so geprägt wie der Klassiker aus Morgan Hill. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an jede neue Generation. Das S-Works Stumpjumper 15 tritt dabei nicht nur als Titelverteidiger unseres letztjährigen Vergleichstests an, sondern auch mit kleinen Veränderungen: Dank EVO-Ausstattung wächst der Federweg an der Front auf 160 mm und der neue FOX FLOAT X GENIE mit Ausgleichsbehälter soll die Sensibilität und Traktion eines Stahlfederdämpfers mit der Progression und den Reserven eines Luftdämpfers verbinden.
Trotz der edlen S-Works-Ausstattung bringt unser Testbike in Größe S4 mit 15,32 kg lediglich ein durchschnittliches Gewicht im Testfeld auf die Waage. Günstig war ein S-Works noch nie. Mit 12.499 € sprengt das Stumpjumper aber selbst in diesem hochpreisigen Testfeld den finanziellen Rahmen und tritt als teuerstes analoges Bike im Vergleich an. Doch reicht das Rezept aus Kalifornien für den nächsten Testsieg oder haben andere Hersteller inzwischen den besseren Geschmack getroffen?
Ausstattung und Detaillösungen des Specialized S-Works Stumpjumper 15 EVO
Schon auf den ersten Blick zählt das Stumpjumper für uns zu den schönsten Bikes im gesamten Testfeld. Die ausgewogenen Proportionen, die fließenden Rohrformen und die organisch symmetrische Designsprache verleihen dem Bike eine elegante Optik.
Passend dazu überzeugt auch die Verarbeitung. Die intern verlegten Leitungen sind sauber geführt, ungenutzte Kabelports mit Gummistopfen verschlossen und die hochwertigen Kunststoffteile hinterlassen einen robusten Eindruck. Auch eine serienmäßige Kettenführung gehört zur Ausstattung. Specialized zeigt zudem viel Liebe zum Detail beim Rahmenschutz: Großflächige Schutzfolien am Unterrohr und allen steinschlaggefährdeten Bereichen ergänzen den massiven, verschraubten Dual-Compound-Unterrohrschutz, der mit zwei unterschiedlich harten Materialien Schläge dämpft und den Rahmen vor Beschädigungen schützt.

Das SWAT-Tool verschwindet elegant im Gabelschaft und bringt sogar ein Ersatz-Kettenschloss für den Notfall mit.

Auch gelungen ist der verschraubte Flap zwischen Hauptrahmen und Hinterbau, der nicht am Lack reibt und zuverlässig Dreck zwischen Hinterbau und Hauptrahmen fernhält. Auch der Kettenstrebenschutz arbeitet effektiv und schützt zusätzlich Teile der Sitzstrebe. Lediglich auf der Unterseite der Kettenstrebe hätten wir uns noch etwas mehr Schutz gewünscht. Auch Drehmoment-Beschriftungen auf den Schrauben, die den Werkstattalltag erleichtern würden, fehlen leider am Stumpjumper.
Gelungen ist das große SWAT-Staufach im Unterrohr: Die bündig abschließende Klappe fügt sich harmonisch in den Rahmen ein, auch wenn sie nicht wie bei anderen Bikes in Rahmenfarbe lackiert ist. Das Staufach bietet viel Platz für einen Schlauch sowie weiteres Werkzeug und verstaut auch eine herkömmliche OneUp 100cc EDC-Pumpe ohne Probleme. Die Innentasche wirkt wasserdicht und hält Ordnung im Rahmen, auch wenn wir uns eine zweite Tasche für eine bessere Organisation gewünscht hätten. Auch der Hebel zum Öffnen dürfte für unseren Geschmack etwas griffiger ausfallen. Im Inneren unseres Testbikes fanden wir zudem auffällig viel Carbonstaub – das ist nicht so schön. Praktisch ist hingegen das SWAT-Tool im Gabelschaft, das inklusive Kettenschloss stets griffbereit ist und auf Touren unnötiges Suchen im Rucksack erspart.

Das SWAT-Staufach verschlingt Werkzeug, Schlauch und sogar eine OneUp-100cc-Pumpe mühelos.

Über den Flip-Chip in den Kettenstreben lässt sich das Stumpi an Trail und Fahrstil anpassen.
Bei der Ausstattung schöpft Specialized aus dem Vollen. An der Front arbeitet eine FOX 36 Factory-Federgabel mit GRIP X2-Kartusche und 160 mm Federweg, am Heck verwaltet der FOX FLOAT X Factory GENIE-Dämpfer die 145 mm. Beide harmonieren hervorragend und bieten umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Gebremst wird mit Shimano XTR-Bremsen, die vorne wie hinten auf 203-mm-Scheiben zugreifen. Auch das Schaltwerk stammt von Shimano, und Specialized setzt auf das elektrische XTR Di2-Schaltwerk.

Leichte Roval-Carbonlaufräder treffen auf eine stimmige Reifenkombination aus Butcher T9 und Eliminator T7, top!
Die FOX Transfer Neo bietet 200 mm Hub und damit ausreichend Bewegungsfreiheit, auch wenn sie sich nicht ganz im Sitzrohr versenken lässt. Das Cockpit besteht aus einem schicken Race Face Turbine R-Vorbau und einem 800 mm breiten ERA-Carbonlenker. Auf den leichten Roval Traverse SL II-Carbonlaufrädern sitzen zwei 29″-Reifen aus dem eigenen Haus: vorne ein Specialized Butcher in weicher T9-Mischung, hinten ein Eliminator in härterem T7-Gummi, beide in der GRID TRAIL-Karkasse – eine stimmige Kombination für den vorgesehenen Einsatzbereich.
Specialized S-Works Stumpjumper 15 Evo
12.499 €
Specifications
Fork FOX 36 Factory GRIP X2 160 mm
Rear Shock FOX Float X Factory GENIE 145 mm
Seatpost FOX Transfer Neo Factory 200 mm
Brakes Shimano XTR 203/203 mm
Drivetrain Shimano XTR DI2 1x12
Stem RaceFace Turbine R 40 mm
Handlebar RaceFace ERA Carbon 800 mm
Wheelset Roval Traverse SL II 29"
Tires Specialized Butcher, GRID TRAIL, T9 / Specialized Eliminator, GRID TRAIL, T7 2,4"
Technical Data
Size S1 S2 S3 S4 S5 S6
Weight 15,32 kg
Specific Features
Rahmenstaufach
Multitool
Flip-Chip
Tuning-Tipp: Wer mit dem Shimano XTR-Schaltwerk nicht warm wird, sollte zu einer anderen Ausstattungsvariante greifen.

Die Geometrie des Specialized S-Works Stumpjumper 15 EVO
Das Specialized S-Works Stumpjumper 15 EVO wird in sechs Größen von S1 bis S6 angeboten. Der 470 mm Reach in unserer Testgröße S4 fällt etwas kompakter aus als bei vielen Konkurrenten, kombiniert diesen aber hohen Stack von 644 mm. Zusammen mit dem 64° flachen Lenkwinkel und dem 76° steilen Sitzwinkel verfolgt Specialized eine ausgewogene Geometrie.
Typisch Specialized bietet auch das Stumpjumper 15 EVO umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Über austauschbare Steuersatzschalen lässt sich der Lenkwinkel zwischen 63°, 64° und 65° variieren. Ein Flip-Chip in der Kettenstrebe verändert die Tretlagerhöhe und lässt das Bike an unterschiedliche Trails anpassen. Zusätzlich wachsen die 435-mm-Kettenstreben mit der Rahmengröße mit, um eine ausgewogene Gewichtsverteilung über alle Größen hinweg zu gewährleisten. Wir sind das Stumpi mit mittlerem Lenkwinkel und in der Low-Position gefahren.
| Größe | S1 | S2 | S3 | S4 | S5 | S6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Oberrohr | 542 mm | 574 mm | 596 mm | 625 mm | 649 mm | 678 mm |
| Sattelrohr | 385 mm | 385 mm | 405 mm | 425 mm | 445 mm | 465 mm |
| Steuerrohr | 95 mm | 100 mm | 110 mm | 125 mm | 140 mm | 155 mm |
| Lenkwinkel | 64° | 64° | 64° | 64° | 64° | 64° |
| Sitzwinkel | 77,7° | 76,5° | 76,5° | 76° | 76° | 76° |
| Kettenstrebe | 430 mm | 432 mm | 435 mm | 435 mm | 445 mm | 445 mm |
| Tretlagerabsenkung | 38 mm | 35 mm | 35 mm | 35 mm | 35 mm | 35 mm |
| Radstand | 1153 mm | 1186 mm | 1217 mm | 1249 mm | 1290 mm | 1327 mm |
| Reach | 400 mm | 420 mm | 445 mm | 470 mm | 495 mm | 525 mm |
| Stack | 611 mm | 621 mm | 630 mm | 644 mm | 658 mm | 671 mm |
Das Stumpjumper denkt nicht in Extremen, sondern trifft den Sweet Spot aus Agilität und Laufruhe wie kaum ein anderes Bike im Test.
Wie fährt sich das Specialized S-Works Stumpjumper 15 EVO auf dem Trail?
Schon vor der ersten Ausfahrt sammelt das Stumpjumper Pluspunkte. Specialized bietet auf der Website einen ausführlichen Setup-Guide an und trifft dabei den Nagel auf den Kopf. Im Gegensatz zu manch anderem Hersteller mussten wir das Basis-Setup kaum anpassen und fühlten uns auf Anhieb wohl.
Wie ist die Uphill-Performance des Specialized S-Works Stumpjumper 15 EVO?
Bergauf zählt das Stumpjumper zu den stärksten Bikes im Testfeld. Der Hinterbau arbeitet sehr antriebsneutral, bleibt beim Pedalieren fast vollständig ruhig und macht das Stumpi zu den effizientesten Kletterern im Test. Gleichzeitig liefert das Heck auf technischen Anstiegen reichlich Traktion und lässt das Hinterrad sauber über Wurzeln und Stufen klettern.

Trotz der vergleichsweise hohen Front sitzt man angenehm zentral auf dem Bike und bringt viel Druck auf die Pedale. Der Riser-Lenker sorgt zwar für eine etwas aufrechte, komfortablere Position auf dem Bike, verschlechtert die Klettereigenschaften aber kaum. So zählt das Stumpjumper bergauf zusammen mit dem Yeti MT und Atherton A.130.1 zu den besten analogen Bikes im gesamten Testfeld und reiht sich bei der Kletterperformance direkt hinter dem noch stärkeren Santa Cruz Tallboy ein.
Wie fährt sich das Specialized S-Works Stumpjumper 15 EVO bergab?
Das Stumpjumper gehört zu den Bikes, die vom ersten Meter an Vertrauen schaffen und superleicht zu fahren sind. Statt sich mit einem extremen Charakter in den Vordergrund zu drängen, überzeugt es mit seiner Ausgewogenheit. Man steht angenehm tief und zentral zwischen den beiden 29″-Laufrädern, während die hohe Front viel Sicherheit vermittelt. Das Handling ist extrem intuitiv und auf dem Niveau der besten Bikes im Test. Richtungswechsel gelingen mühelos und auch spontane Linienwechsel setzt das Stumpjumper ohne Nachdenken um.

Dabei schafft das Stumpjumper einen beeindruckenden Spagat aus Agilität und Laufruhe. Das Stumpi vermittelt in schnellen und ruppigen High-Speed Passagen ein Maß an Laufruhe, das nur vom Trek Fuel+ EX und dem Cannondale Bad Habit leicht übertroffen wird. Auffällig angenehm ist dabei die Compliance des Carbonrahmens, der verzeihend Vibrationen dämpft. Dadurch ist das Handling eher komfortorientiert als maximal direkt. In flachen Kurven verlangt die hohe Front teilweise nach bewusstem Druck auf dem Vorderrad, vermittelt dafür auf steilen Trails viel Sicherheit.
Mindestens genauso stark präsentiert sich das Fahrwerk, das zu den besten im gesamten Vergleichstest zählt. Gabel und Hinterbau sprechen extrem sensibel an, bieten gleichzeitig viel Gegenhalt im mittleren Federwegsbereich und schöpfen den Federweg ohne harte Durchschläge vollständig aus. Das Bike lässt sich aktiv pushen, generiert viel Pop an Kanten und lädt dazu ein, jede Welle mitzunehmen. Das macht das Stumpjumper zu einem der überzeugendsten Trailbikes im Testfeld. Es fährt sich weder extrem verspielt noch kompromisslos laufruhig, sondern trifft einen extrem spaßigen Sweet Spot dazwischen. Zusammen mit dem intuitiven Handling sorgt das vom ersten Meter an für jede Menge Vertrauen und ein breites Grinsen unter dem Helm.
So stark sich das Stumpjumper auf dem Trail präsentiert, so enttäuschend fällt allerdings die Geräuschkulisse aus. Das Shimano XTR Di2-Schaltwerk macht auf ruppigen Trails permanent auf sich aufmerksam: Beim schnellen Ausfedern des Hinterbaus schlägt die B-Screw hörbar gegen das Schaltauge und erzeugt ein lautes, metallisches Anschlagen, das das Fahrerlebnis dominiert. Für ein Bike dieser Preisklasse ist das nicht akzeptabel.
Beim Stumpjumper steckt der Premiumanspruch nicht nur im S-Works-Schriftzug, sondern in den cleveren Detaillösungen.
Für wen ist das Specialized S-Works Stumpjumper 15 EVO?
Das Stumpjumper richtet sich an Fahrer, die ein möglichst ausgewogenes Trailbike suchen. Es klettert hervorragend, vermittelt bergab enorm viel Vertrauen und kombiniert eines der besten Fahrwerke im Test mit einem intuitiven Handling. Nur die Geräuschkulisse mindert den ansonsten sehr hohen Fahrspaß deutlich.
Das richtige Bike für:
Trail-Connaisseure
Wer hochwertige Details liebt und ein starken Allrounder mit starkem Fahrwerk sucht, findet im Stumpjumper EVO eines der stimmigsten Gesamtpakete im gesamten Testfeld.
Universalisten
Ihr wollt weder ein nervöses Spaßbike noch ein träges Mini-Enduro? Das Stumpjumper trifft genau den Sweet Spot aus Agilität und Laufruhe inklusive einer starken Kletterperformance.
Nicht das richtige Bike für:
Leisetreter
Wer ein möglichst leises Bike erwartet, wird mit der Ausstattungsvariante mit Shimano XTR Di2-Schaltung nicht glücklich. Die störende Geräuschkulisse und die Kettenabwürfe passen schlicht nicht zum Premiumanspruch des teuersten Bikes im Test.
Preis-Leistungs-Rechner
12.499 € sind selbst in dem hochpreisigen Testfeld eine echte Ansage. Wer nicht unbedingt das S-Works-Logo auf dem Unterrohr braucht, findet im Specialized-Portfolio deutlich attraktivere Preis-Leistungs-Alternativen.
Fazit zum Specialized S-Works Stumpjumper 15 EVO
Das Specialized S-Works Stumpjumper 15 EVO gehört zu den komplettesten Trailbikes in diesem Vergleichstest. Es überzeugt mit einem der besten Fahrwerke im Test, einer herausragenden Pedaliereffizienz und einem außergewöhnlich ausgewogenen Handling, das vom ersten Meter an Vertrauen schafft. Umso bitterer sind die inakzeptable Geräuschkulisse der Shimano XTR Di2-Schaltung und die Kettenabwürfe, die den ansonsten überragenden Gesamteindruck trüben. Ohne diesen Patzer hätte das Stumpjumper beste Chancen auf die Titelverteidigung gehabt. So schrammt es hauchdünn am Testsieg vorbei, bleibt aber weiterhin eines der besten Trailbikes des Jahres.
Tops
- extrem ausgewogenes Gesamtpaket mit intuitivem Handling
- sehr effiziente Uphill-Performance mit antriebsneutralem Hinterbau
- herausragendes Fahrwerk mit sehr hohem Fahrspaß
- hochwertige Verarbeitung mit vielen durchdachten Detaillösungen
- starker Mix aus Laufruhe und Agilität
Flops
- inakzeptabel laute Shimano XTR Di2-Schaltung mit mehrfachen Kettenabwürfen
- hoher Preis
Mehr Infos findet ihr auf der Website von Specialized.
Das Testfeld
Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier:
Das beste Trail-Bike 2026
Alle Bikes im Test: AMFLOW PX Carbon Pro, Atherton A.130.1, Cannondale Bad Habit 1, Pivot Trailcat LT Pro X0, Propain Hugene 3 CF Ultimate, Raymon Tarok Ultimate, Santa Cruz Tallboy, Specialized S-Works Levo R, Specialized S-Works Stumpjumper 15 Evo, Trek Fuel EX 9.9 XO AXS Gen 7, Trek Fuel+ EX 9.8 XT Di2 Gen 2, Yeti MT XO.
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Text: Benedikt Schmidt Fotos: Mike Hunger
