Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Trail-Bike 2026.

20,58 kg in Größe L | 8.999 € | Hersteller-Website
Trek schickt gleich zwei Geschwister ins Rennen: das analoge Fuel EX und das elektrische Fuel+ EX. Erst beim genaueren Hinsehen verrät der kompakte TQ HPR60-Motor, dass hier elektrische Unterstützung mitfährt. Genau darin liegt die Philosophie des Fuel+ EX: Statt brachialer Motorleistung und klobiger Optik setzt Trek auf eine schlanke Integration sowie ein möglichst natürliches Fahrgefühl, das näher am klassischen Trailbike als am typischen E-MTB liegen soll.
Mit 150/145 mm Federweg (v/h), FOX Factory-Fahrwerk und 580 Wh Akkukapazität bringt das Fuel+ EX gute Voraussetzungen für lange Trailtage mit. Gleichzeitig bleibt Trek seinem Baukastenprinzip treu: Genau wie das analoge Fuel EX lässt sich auch die elektrische Variante mit anderem Rocker Link sowie Fahrwerk und einer anderen Laufradgröße zum potenteren Bike ausbauen. Mit 20,58 kg zählt das Fuel+ EX zwar zu den schwersten Bikes im gesamten Vergleichstest, ist unter den E-MTBs aber dennoch rund ein Kilogramm leichter als seine direkte Konkurrenz. Überraschend fällt auch der Preis aus: Mit 8.999 € kostet das Fuel+ EX gerade einmal 500 € mehr als das analoge Topmodell. Kauft man sich also für den Aufpreis mehr Höhenmeter oder auch das bessere Trailbike?
Ausstattung und Detaillösungen des Trek Fuel+ EX 9.8 XT Di2 Gen 2
Die größte Designleistung des Fuel+ EX ist die, die man kaum bemerkt. Trotz integriertem Motor ist das Bike erstaunlich schlank und verzichtet auf den klobigen Auftritt vieler E-MTBs. Das Unterrohr fällt zwar etwas kantiger aus als beim AMFLOW oder RAYMON, bleibt aber deutlich eleganter als beim Specialized Levo R. Zusammen mit den metallischen Decals und der dunkelgrünen Lackierung ergibt sich ein hochwertiger Auftritt. Schade nur, dass die Kashima-Beschichtung von Gabel und Dämpfer farblich unterschiedlich ausfällt.
Funktional zeigt Trek größtenteils viel Liebe zum Detail. Die geschraubten Cableports hinterlassen einen hochwertigen Eindruck, Toolmounts und Flaschenhalteraufnahmen lassen eure Trail-Essentials einfach montieren und der hervorragend erreichbare Ladeport auf dem Unterrohr des TQ-Motorsystems überzeugt mit einer wertigen Abdeckung. Eine serienmäßige Kettenführung sowie der clevere Bremsscheibenschutz an der Hinterachse, der beim Laufradausbau Kratzer am Rahmen verhindert, runden das durchdachte Gesamtpaket ab. Weniger gelungen sind dagegen die Ergonomie der Schiebetaste an der TQ-Remote sowie der Kabelaustritt der XT Di2-Schaltung an der Kettenstrebe, bei dem der Schrumpfschlauch nicht elegant wirkt. Lobenswert ist dafür die Beschriftung aller Schrauben am Bike mit passenden Drehmoment-Angaben, nice!

Das Display im Oberrohr liefert alle wichtigen Fahrdaten, ohne vom Trail abzulenken.

Der Ladeport ist gut erreichbar, hochwertig abgedeckt und auch mit Handschuhen problemlos zu bedienen.
Bei den Schutzlösungen hinterlässt das Fuel+ EX gemischte Gefühle: Cool ist, dass der robuste Shuttle Guard verschraubt und zusätzlich verklebt ist. Weniger überzeugend fällt dagegen das Motorcover aus, denn die großen Spaltmaße und die einfache Gummilippe passen optisch wie qualitativ nicht zum restlichen Bike. Auch der lediglich aufgesteckte Kettenstrebenschutz wirkt weniger hochwertig als die übrigen Schutzlösungen, und der Flap zwischen Hauptrahmen und Hinterbau an unserem Testbike hat sich bereits nach kurzer Zeit gelöst. Außerdem kann der Hinterreifen bei starken Kompressionen oder Anliegern an der Innenseite der Sitzstreben streifen.

Während sich der TQ-Antrieb unauffällig integriert, ist das Cover mit seinen großen Spaltmaßen wenig gelungen.

Über den Progression-Chip lässt sich der Hinterbau schnell auf mehr Komfort oder mehr Endprogression abstimmen.
Bei der Ausstattung setzt Trek auf bewährte Komponenten. Die FOX Factory-Kombination aus 36er-Gabel mit GRIP X2-Kartusche und FLOAT X-Dämpfer bietet umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Für zusätzlichen Vortrieb sorgt der kompakte TQ HPR60-Motor, der bis zu 60 Nm Drehmoment und 350 Watt Spitzenleistung liefert. Gespeist wird er von einem fest integrierten 580-Wh-Akku. Über die TQ-App lassen sich Unterstützungsstufen sowie weitere Punkte der Motorcharakteristik individuell anpassen. Während der Fahrt bietet das Display eine Übersicht über die wichtigsten Fahrdaten, während ihr mit der kabelgebundenen Lenker-Remote das Motorsystem steuert.

Die geschraubten Cableports wirken hochwertig, die Leitungen vor dem Cockpit klappern bergab aber deutlich hörbar.
Geschaltet wird elektronisch mit Shimano XT Di2-Schaltwerk, gebremst mit Shimano XT-Vierkolbenbremsen, die vorne wie hinten in 203 mm Bremsscheiben beißen – top! Die Bontrager Line-Dropperpost mit ausreichenden 200 mm Hub überzeugt auch nach über 1.000 Testkilometern, in unserem parallel laufenden Dauertest, mit zuverlässiger Funktion, kaum Spiel und einer ergonomischen Remote. Weniger begeistert haben uns dagegen die Bontrager Line Comp 30-Aluminium-Laufräder: Unser Hinterrad sammelte bereits früh deutliche Dellen, die Langzeithaltbarkeit überzeugt daher nicht. Gut gewählt ist dafür die Bereifung mit MAXXIS DHF in weicher MaxxGrip-Mischung vorne und Minion DHR II in härterem MaxxTerra-Gummi hinten, jeweils in EXO+-Karkasse.
Trek Fuel+ EX 9.8 XT Di2 Gen 2
8.999 €
Specifications
Motor TQ HPR60 60 Nm
Battery TQ 580 Wh
Display TQ LED
Fork FOX 36 Factory GRIP X2 150 mm
Rear Shock FOX Float X Factory 145 mm
Seatpost Bontrager Line Dropper 200 mm
Brakes Shimano XT M8220 203/203 mm
Drivetrain Shimano XT Di2 M8250 1x12
Stem Bontrager Elite 45 mm
Handlebar RaceFace ERA Carbon 800 mm
Wheelset Bontrager Line Comp 30 29"
Tires MAXXIS DHF, EXO+, MaxxGrip / MAXXIS Minion DHR II, EXO+, MaxxTerra 2,5"
Technical Data
Size S M L XL XXL
Weight 20,58 kg
Specific Features
Flip-Chip
Tuning-Tipp: Robusterer Laufradsatz für harte Trail-Einsätze. Die Bontrager Line Comp 30 haben im Test früh Dellen gesammelt.

Die Geometrie des Trek Fuel+ EX 9.8 XT Di2 Gen 2
Die Geometrie des Trek Fuel+ EX orientiert sich eng am analogen Schwestermodell in Größe L und setzt auf moderne Werte. Der Lenkwinkel fällt mit 64,5° angenehm flach aus, während der steile 77,8°-Sitzwinkel für eine zentrale Sitzposition sorgen soll. Mit dem höchsten Reach-Wert im Testfeld von 485 mm in Größe L gehört das Fuel+ EX zu den längeren Bikes im Testfeld, kombiniert diesen aber mit einem angenehm hohen Stack von 638 mm.
Wie schon beim analogen Fuel EX bietet Trek auch hier eine Möglichkeit zur Anpassung der Progression des Hinterbaus. Über das Drehen des Progression-Chip an der unteren Dämpferaufnahme wählt man so zwischen mehr oder weniger Progression. In der „Less Progressive“-Position arbeitet das Fahrwerk linearer. Die „More Progressive“-Einstellung erhöht dagegen die Endprogression und bietet mehr Reserven für harte Schläge oder ruppige Bikepark-Einsätze. Für unseren Test waren wir mit der weniger progressiven Einstellung unterwegs.
| Größe | S | M | L | XL | XXL |
|---|---|---|---|---|---|
| Oberrohr | 559 mm | 589 mm | 613 mm | 651 mm | 680 mm |
| Sattelrohr | 370 mm | 400 mm | 420 mm | 455 mm | 475 mm |
| Steuerrohr | 110 mm | 110 mm | 125 mm | 140 mm | 155 mm |
| Lenkwinkel | 65° | 65° | 65° | 65° | 65° |
| Sitzwinkel | 78° | 78° | 77° | 77° | 76° |
| Kettenstrebe | 441 mm | 444 mm | 444 mm | 447 mm | 452 mm |
| Tretlagerabsenkung | 34 mm | 35 mm | 35 mm | 35 mm | 35 mm |
| Radstand | 1200 mm | 1232 mm | 1258 mm | 1298 mm | 1330 mm |
| Reach | 431 mm | 460 mm | 485 mm | 510 mm | 530 mm |
| Stack | 624 mm | 624 mm | 638 mm | 651 mm | 665 mm |
Der TQ-Antrieb flüstert bergauf, die Integration begeistert – nur einige Details hätten den Premium-Anspruch konsequenter zu Ende denken dürfen.
Wie fährt sich das Trek Fuel+ EX 9.8 XT Di2 Gen 2 auf dem Trail?
Der ausführliche Setup-Guide auf der Trek-Website erleichtert die Fahrwerksabstimmung. Die empfohlenen Luftdrücke würden wir allerdings nicht blind übernehmen, mit etwas weniger Luft funktionierten Gabel und Dämpfer in unserem Test deutlich besser.
Wie ist die Uphill-Performance des Trek Fuel+ EX 9.8 XT Di2 Gen 2?
Bergauf spielt das Fuel+ EX naturgemäß seine größte Stärke aus. Dank des TQ HPR60-Motors klettert es mühelos selbst steile und technische Anstiege und unterstützt dabei mit einem angenehmen Rückenwind, der euch erst nach einiger Zeit selbst ins Schwitzen bringt. Die Sitzposition fällt entspannt aus und ist angenehm zentral und komfortabel. Trotz etwas geringerem Druck auf Vorderrad und Pedalen überzeugt das Trek mit viel Traktion und meistert selbst anspruchsvolle Uphills souverän.

Der Hinterbau arbeitet dabei ähnlich traktionsstark wie am analogen Schwestermodell. Gleichzeitig profitiert er vom gleichmäßigen Kettenzug des Motors: Auf Forststraßen und Asphalt bleibt der Hinterbau beim Pedalieren spürbar ruhiger und wippt weniger als ohne elektrische Unterstützung. Im technischen Gelände fällt zudem die gute Bodenfreiheit positiv auf und Pedalaufsetzer sind selbst in verblockten Uphills selten.
Bei der Motorleistung verfolgt Trek bewusst einen anderen Ansatz als klassische Full-Power-E-MTBs. Der TQ HPR60 unterstützt angenehm natürlich und harmonisch, muss sich mit seinen Leistungseckdaten im direkten Vergleich aber den kräftigeren Antrieben im AMFLOW, RAYMON und Specialized Levo R geschlagen geben.
Wie fährt sich das Trek Fuel+ EX 9.8 XT Di2 Gen 2 bergab?
Motor aus dem Kopf, Trail in den Fokus. Genau das gelingt dem Fuel+ EX erstaunlich schnell und das Bike vermittelt vom ersten Trailmeter an ein vertrautes Fahrgefühl. Trotz über 20 kg auf der Waage ist das Handling intuitiv und es stellt sich schnell ein komfortables und sicheres Fahrgefühl ein. Gegenüber seinem unmotorisierten Schwestermodell fehlt dem Fuel+ EX zwar etwas Spritzigkeit, trotzdem zählt es zusammen mit dem Specialized Levo R zu den agileren E-MTBs im Testfeld.

Das Fuel+ EX lässt sich intuitiv in Anlieger legen und vermittelt vom ersten Meter an viel Vertrauen.
Seine größte Stärke spielt das Fuel+ EX mit seiner extrem hohen Laufruhe in ruppigen Passagen aus, die das analoge Fuel EX und selbst das RAYMON Tarok übertrifft. Das zusätzliche Gewicht verleiht dem Bike spürbar mehr Ruhe und sorgt vor allem in schnellen, ruppigen Passagen für ein hohes Sicherheitsgefühl. Das unterstützt auch das Fahrwerk, das mit dem Charakter des Bikes gut harmoniert. Es spricht sensibel an, bietet ausreichend Gegenhalt und arbeitet insgesamt angenehm kontrolliert.
Statt mit viel Pop über jede Wurzel zu tänzeln, klebt das Fuel+ EX lieber satt am Boden und generiert Sicherheit über viel Grip. Nur die Endprogression der FOX 36-Gabel dürfte etwas ausgeprägter ausfallen – bei vereinzelt harten Schlägen hat die Gabel mit einem deutlich spürbaren metallischen Anschlag das Federwegsende erreicht. Der Hinterbau nutzt seinen Federweg dagegen effizient aus und bleibt selbst bei harten Treffern standhaft.
So zeigt sich das Fuel+ EX als ein ausgesprochen stimmiger Allrounder, der sich weder als verspieltes Spaßbike noch als kompromissloses E-MTB versteht. Stattdessen überzeugt das Fuel+ EX mit einem neutralen, gutmütigen Charakter, das auf vielen Trails funktioniert und als komplettestes E-MTB im Testfeld überzeugt. Schade nur, dass ausgerechnet die Geräuschkulisse das gelungene Gesamtpaket deutlich abstraft. Während der TQ-Motor bergauf mit Abstand zu den akustisch unauffälligsten Motorsystemen am Markt zählt, wird das Bike bergab von klappernden Zügen, einem lauten XT Di2-Schaltwerk, Kettenschlagen und knarzenden Lagern akustisch ausgebremst. Zusammen ergibt das eine der lautesten Geräuschkulissen im gesamten Testfeld und kostet das Fuel+ EX unnötig viele Sympathiepunkte.
Das Fuel+ EX sammelt lieber Höhenmeter als Ausreden und punktet dabei mit viel Komfort, natürlichem Vortrieb und einem angenehmen Rückenwind.
Für wen ist das Trek Fuel+ EX 9.8 XT Di2 Gen 2?
Das Fuel+ EX ist der Allrounder unter den E-MTBs im Test. Sein natürlicher Fahrcharakter, die hohe Laufruhe und das intuitive Handling machen es zum starken Begleiter für lange Touren und anspruchsvolle Trail-Abenteuer.
Das richtige Bike für:
Trail-Allrounder
Das Fuel+ EX kombiniert hohe Laufruhe, intuitives Handling und starke Klettereigenschaften zu einem der ausgewogensten Gesamtpakete im E-MTB-Testfeld.
Feierabendhelden
Wer nach Feierabend noch schnell zwei oder drei Abfahrten mitnehmen oder auf langen Touren entspannte Höhenmeter sammeln will, hat mit dem Fuel+ EX mit TQ HPR60-Motorsystem einen zuverlässigen Begleiter.
Nicht das richtige Bike für:
Geräuschfanatiker
Der nahezu lautlose TQ-Motor macht bergauf vieles richtig. Umso störender ist es, wenn Züge, Schaltwerk und Lager bergab klappern. Wer besonderen Wert auf ein leises Bike legt, dürfte sich daran schnell stören.
Bikepark-Junkies
Wer das Fuel+ EX permanent über große Sprünge schickt und maximale Reserven sucht, wird mit dem Konzept nicht ganz glücklich und sollte hier die Möglichkeit nutzen, das Bike mit mehr Federweg upzugraden.
Fazit zum Trek Fuel+ EX 9.8 XT Di2 Gen 2
Das Fuel+ EX ist kein Bike für Zahlenfetischisten, sondern für Fahrer. Statt mit Rekordwerten bei Motorleistung oder Akkukapazität zu beeindrucken, überzeugt es auf dem Trail mit intuitivem Handling, hoher Laufruhe und einer überraschender Portion Agilität. Damit präsentiert es sich im Klassenvergleich als bester Allrounder unter den E-MTBs im Test und punktet auch bergauf mit natürlichem Fahrcharakter, starken Klettereigenschaften und einem angenehm leisen Antrieb. Den ansonsten starken Fahreindruck trübt jedoch die viel zu laute Geräuschkulisse bergab, die das sonst gelungene Gesamtpaket unnötig ausbremst.
Tops
- natürliches Fahrgefühl dank hervorragend integriertem TQ HPR60-Antrieb
- sehr hohe Laufruhe und intuitives Handling
- hohe Traktion und starke Klettereigenschaften
- clevere Details wie Flip-Chip, Ladeport und Bremsscheibenschutz
- hohe Agilität
Flops
- sehr laute Geräuschkulisse bergab
- Motorcover mit großen Spaltmaßen und einfachem Finish
- Bontrager-Laufräder mit schwacher Haltbarkeit
- Federgabel neigt bei harten Schlägen zum Durchschlagen
Mehr Infos findet ihr auf der Website von Trek.
Das Testfeld
Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier:
Das beste Trail-Bike 2026
Alle Bikes im Test: AMFLOW PX Carbon Pro, Atherton A.130.1, Cannondale Bad Habit 1, Pivot Trailcat LT Pro X0, Propain Hugene 3 CF Ultimate, Raymon Tarok Ultimate, Santa Cruz Tallboy, Specialized S-Works Levo R, Specialized S-Works Stumpjumper 15 Evo, Trek Fuel EX 9.9 XO AXS Gen 7, Trek Fuel+ EX 9.8 XT Di2 Gen 2, Yeti MT XO.
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Text: Benedikt Schmidt Fotos: Mike Hunger
