Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Trail-Bike 2026.

15,03 kg in Größe LG | 9.900 € | Hersteller-Website
Ein Yeti kommt selten allein. Zusammen mit dem neuen Enduro LT schicken die Amerikaner aus Colorado nun auch das brandneue MT auf die Trails und positionieren es als vielseitigeren Bruder fürs tägliche Trail-Abenteuer. Dabei klingt die Zutatenliste alles andere als zahm: 160 mm Federweg an der Front treffen auf 140 mm am Heck, zwei große 29″-Laufräder und den charakteristischen Sixfinity-Hinterbau. Damit soll das MT bergauf effizient Höhenmeter vernichten, ohne bergab beim ersten Rock Garden kalte Füße zu bekommen.
Unser XO-bestücktes Test-Bike bringt in Größe L durchschnittliche 15,03 kg auf die Waage und wechselt für 9.900 € den Besitzer. Damit liegt das Yeti MT preislich etwas über dem Durchschnitt unseres Testfelds. Kann das neue MT alle Eigenschaften, die es braucht, um sich gegen 11 starke Konkurrenten durchzusetzen, unter einen türkisfarbenen Hut bringen?
Ausstattung und Detaillösungen des neuen Yeti MT XO
Türkis, dunkelblauer Hinterbau, kleines Logo – mehr braucht Yeti nicht, damit jeder weiß, was hier vor einem steht. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt das neue Yeti deutlich stimmiger proportioniert. Das hat das MT auch dem neuen Sixfinity-Hinterbau zu verdanken, der den Switch Infinity-Link ablöst und so das MT mit markant nach oben gezogenem Unterrohr und schickem Lack punkten lässt. Große, verschraubte Cable-Ports führen die Leitungen sauber in den Rahmen, während Toolmounts unter dem Oberrohr Platz für Trail-Essentials schaffen.
Beim Rahmenschutz fährt Yeti ordentlich auf. Der massive, verschraubte Dual-Compound-Protektor aus zwei unterschiedlich harten Materialien soll Schläge dämpfen und den Rahmen vor Beschädigungen schützen. Clever: Der innere Teil lässt sich mit drei Schrauben lösen und gibt eine Service-Öffnung ins Rahmeninnere frei, in dem sich auch ein Apple AirTag verstecken lässt. Der Kettenstrebenschutz und der kleine verschraubte Fender zwischen Hauptrahmen und Hinterbau sind ebenfalls robust. Zusammen mit den sauber geführten Leitungen sorgt das für Ruhe: Das MT gehört zu den leisesten Bikes im Testfeld und bleibt, selbst wenn es ruppig wird, auffällig unauffällig.

Yetis „Cavity“ schluckt Schlauch, Werkzeug und Trail-Snacks tief im Unterrohr. Der Name passt gut zum 9.900-€-Preisschild.

Während die Kettenstrebe bestens geschützt ist, trägt die ungeschützte Sitzstrebe bereits erste Kampfspuren. Slapper Tape schafft schnell Abhilfe.
Umso unverständlicher ist die ungeschützte Innenseite der antriebsseitigen Sitzstrebe, an der Kettenschläge bereits sichtbare Lackplatzer hinterlassen haben. Bei 9.900 € ärgerlich, hier sollte mit Slapper Tape nachgeholfen werden. Ebenfalls schade: Yeti verzichtet auf Drehmomentangaben an den Schrauben.
Elegant integriert ist dafür das Staufach im Unterrohr. Der tief eingelassene Deckel schließt bündig ab, der Hebel lässt sich einfach bedienen, und dahinter wartet ein sauber verarbeiteter Hohlraum ohne scharfe Kanten oder Carbon-Staub. Eine einzige hochwertige Innentasche liegt bei. Gegenüber Specialized Stumpjumper und Trek Fuel fällt der Stauraum allerdings kleiner aus, zudem passt eine OneUp 100cc EDC-Pumpe nicht in die mitgelieferte Tasche. Etwas mehr Volumen hätte der Tasche gut getan, denn der Kofferraum hat an sich genügend Platz. Weniger elegant ist die Vertiefung an der unteren Dämpferaufnahme, die Dreck und Schlamm sammelt. Eine Ablauföffnung ist vorhanden, fällt aber recht klein aus.

Der massive Unterrohrschutz hält nicht nur Steinschlag fern: Der herausschraubbare Mittelteil öffnet den Weg ins Rahmeninnere und bietet Platz für einen AirTag.

10, 15 oder 20 %: Über den Progression-Chip lässt sich die Kennlinie des Sixfinity-Hinterbaus mit wenigen Handgriffen an Fahrstil und Terrain anpassen.
Bei der Ausstattung greift Yeti ins oberste Regal. Eine FOX 36 Factory-Federgabel mit GRIP X2-Kartusche und 160 mm Federweg trifft auf einen FOX FLOAT X Factory-Dämpfer, der am Sixfinity-Hinterbau 140 mm kontrolliert. Dazu kommen SRAM X0 Eagle AXS Transmission-Schaltung und MAVEN Silver-Bremsen mit 200/180-mm-Scheiben. Dass Yeti am Heck mit einem 180-mm-Rotor auskommt, liegt vor allem an der brachialen Power der MAVEN – mit einer schwächeren Bremse wäre uns die kleine Scheibe an einem derart potenten Trail-Bike zu knapp bemessen.
Die vollständig versenkbare FOX Transfer-Sattelstütze mit 210 mm Hub schafft viel Bewegungsfreiheit. Ein 780 mm breiter Yeti Carbon-Lenker mit sehr angenehmen Griffen und ein 50 mm langer Burgtec Enduro-MK4-Vorbau komplettieren das Cockpit.
Die leichten DT Swiss XMC 1700 EVO-Carbon-Laufräder mit DEG-Freilauf kommen in 29″ und werden mit Schwalbe Albert Trail Pro in Ultra Soft vorne und Romy Trail Pro in Soft hinten kombiniert. Die weiche Front liefert viel Grip, während der Romy einen guten Kompromiss aus Traktion und geringem Rollwiderstand bietet. Nur die weiche Gummimischung lässt den Romy am Hinterrad etwas schneller verschleißen.

Schnell auf Tempo, ordentlich Grip und auf Kommando direkt quer: Der Schwalbe Romy verleiht dem ausgewogenen MT am Heck eine Extraportion Spieltrieb.
Yeti MT XO
9.900 €
Specifications
Fork FOX 36 Factory GRIP X2 160 mm
Rear Shock FOX Float X Factory 140 mm
Seatpost FOX Transfer 210 mm
Brakes SRAM MAVEN Silver 200/180 mm
Drivetrain SRAM XO Eagle AXS Transmission 1x12
Stem Burgtec Enduro MK4 50 mm
Handlebar Yeti Carbon 780 mm
Wheelset DT Swiss XMC 1700 EVO 29"
Tires Schwalbe Albert, Trail Pro, Ultra Soft / Schwalbe Romy, Trail Pro, Soft 2,5"
Technical Data
Size SM MD LG XL
Weight 15,03 kg
Specific Features
Rahmenstaufach
Progression Chip
Tuning-Tipp: Slapper Tape auf die Innenseite der antriebsseitigen Sitzstrebe kleben.

Die Geometrie des neuen Yeti MT XO
Mit 480 mm Reach in Größe L gehört das Yeti MT zu den längeren Bikes im Testfeld. Dazu passt der mit 64,5° angenehm flache Lenkwinkel, während der 77° steile Sitzwinkel eine möglichst effiziente Sitzposition ermöglichen soll. Auffällig: Mit 446 mm fallen auch die Kettenstreben vergleichsweise lang aus, und der Radstand des MTs ist mit 1263 mm der längste unter den analogen Bikes. Damit will Yeti den Fahrern vor allem eine gute Balance im Bike ermöglichen. Trotz des kurzen 111-mm-Steuerrohrs fällt der Stack mit 635 mm durchschnittlich hoch aus. Der Lenker mit 35 mm Rise sorgt zusätzlich für eine höhere Position am Cockpit.
Über drei Positionen lässt sich am MT die Progression des Hinterbaus zwischen 10, 15 und 20 % an den eigenen Fahrstil anpassen und so zwischen linearem Charakter bis hin zu mehr Gegenhalt und Reserven abstimmen. Das lässt sich auch auf dem Trail mit den Progression-Chips in der unteren Dämpferaufnahme erledigen.
Liebe zum Detail statt Feature-Bingo: Beim MT sind die meisten Lösungen nicht nur clever gedacht, sondern auch richtig sauber umgesetzt.
| Größe | SM | MD | LG | XL |
|---|---|---|---|---|
| Oberrohr | 572 mm | 604 mm | 627 mm | 655 mm |
| Sattelrohr | 375 mm | 420 mm | 430 mm | 460 mm |
| Steuerrohr | 91 mm | 100 mm | 111 mm | 127 mm |
| Lenkwinkel | 64,5° | 64,5° | 64,5° | 64,5° |
| Sitzwinkel | 77° | 77° | 77° | 77° |
| Kettenstrebe | 436 mm | 440 mm | 446 mm | 452 mm |
| BB Drop | 44 mm | 44 mm | 44 mm | 44 mm |
| Radstand | 1.195 mm | 1.232 mm | 1.263 mm | 1.301 mm |
| Reach | 430 mm | 460 mm | 480 mm | 505 mm |
| Stack | 617 mm | 625 mm | 635 mm | 650 mm |
Wie fährt sich das neue Yeti MT XO auf dem Trail?
Wie ist die Uphill-Performance des neuen Yeti MT XO?
Bergauf zeigt das Yeti MT erstaunlich wenig Appetit auf eure Körner. Zwar fällt die Sitzposition durch das mit 627 mm zweitlängste Oberrohr in Verbindung mit dem vergleichsweise flachen Sitzwinkel eher gestreckt aus, dennoch sitzt man komfortabel und ausgewogen auf dem Bike. Die Front ist weder auffällig hoch noch besonders tief, und die zentrale Gewichtsverteilung sorgt dafür, dass sich das MT auch auf längeren Anstiegen angenehm pedalieren lässt und bergauf zusammen mit Specialized, Atherton und Santa Cruz zu den Besten im Test zählt.

Das eigentliche Highlight ist aber der Sixfinity-Hinterbau, der zu den antriebsneutralsten im gesamten Testfeld gehört. Selbst unter kräftigem Pedaldruck bleibt er erstaunlich ruhig und setzt die investierte Energie effizient in Vortrieb um. Was ihn von manch straffem Kletterer unterscheidet, ist die Traktion. Auf losem Untergrund, Wurzeln oder technischen Stufen arbeitet das Heck sensibel genug, um den Bodenkontakt zu halten, ohne dabei unnötig im Federweg zu versinken. Diese Kombination aus Effizienz und Grip gelingt nur wenigen Bikes im Test so überzeugend. Auch größere Kanten verlieren bergauf ihren Schrecken und die 29″-Laufräder rollen souverän darüber hinweg.
Wie fährt sich das Yeti MT XO bergab?
Aufsteigen, losfahren, wohlfühlen – beim MT braucht es erstaunlich wenig Eingewöhnungszeit. Man steht hervorragend integriert und zentral zwischen den beiden 29″-Laufrädern, während Front und Heck perfekt ausbalanciert sind. Dadurch gelingt die Linienwahl intuitiv und selbst spontane Richtungswechsel gehen unkompliziert von der Hand. Das MT fordert weder viel Druck auf der Front noch eine besonders aktive Fahrweise, um berechenbar durch den Trail zu ziehen. Dabei ist es kein quirliges Spielzeug. Der lange Reach, die 446 mm langen Kettenstreben und die großen Laufräder machen sich bemerkbar. Im direkten Vergleich zu kompakteren Bikes wie dem Cannondale lässt sich das Yeti etwas weniger leicht herumwerfen. Träge fühlt es sich trotzdem nie an. Auch bei niedrigem Tempo lässt es sich präzise platzieren und aktiv durch Kurven drücken. Das MT trifft einen verdammt guten Mittelweg zwischen Agilität und Laufruhe, ohne für eine der beiden Eigenschaften die andere zu opfern.

Sobald das Tempo steigt, zahlt sich dieses Konzept aus. Die 29″-Laufräder tragen Geschwindigkeit souverän über Wurzelfelder und Steine, während die lange Geometrie viel Ruhe ins Bike bringt. Wo verspieltere Konkurrenten stärker an Hindernissen hängen bleiben oder mehr Input verlangen, hält das MT seine Linie und vor allem seinen Speed. Trotzdem bleibt es jederzeit leicht kontrollierbar – Sicherheit entsteht hier nicht durch Trägheit der Masse, sondern durch Balance und Berechenbarkeit.
Einen großen Anteil daran hat das Fahrwerk. Gabel und Sixfinity-Hinterbau sprechen feinfühlig auf kleine Schläge an, bauen im mittleren Federweg aber ordentlich Gegenhalt auf. Dadurch lässt sich das MT aktiv durch Kompressionen pushen und generiert Geschwindigkeit, ohne schwammig im Federweg zu versinken. Bei größeren Einschlägen steigt die Progression kontrolliert an. Der verfügbare Federweg lässt sich gut nutzen, harte Durchschläge blieben im Test trotzdem aus. Auch der Schwalbe Romy am Heck drückt dem MT seinen Stempel auf. Er rollt verdammt leicht, baut trotzdem viel Traktion auf und lässt sich auf Wunsch kontrolliert querstellen. Das macht das MT einen Tick verspielter, allerdings zeigte die Soft-Mischung in unserem Test bereits früh erste Verschleißspuren.
Der Carbon-Lenker bietet angenehmen Flex, die Griffe kombinieren viel Grip mit Komfort, und die potente Front vermittelt selbst in steilen Passagen viel Sicherheit. Dazu kommt eine Geräuschkulisse, die dem hochwertigen Fahrgefühl gerecht wird. Das MT gehört zu den leisesten Bikes im gesamten Testfeld und selbst wenn es richtig scheppert, meldet sich das Bike lediglich mit sporadischen Kettengeräuschen und bleibt sonst nahezu still.
Das Yeti MT fährt nicht mit Ellbogen, sondern mit sehr ausgewogener Balance an die Spitze des Testfeldes.
Für wen ist das neue Yeti MT XO?
Das MT ist ein Trail-Bike für Fahrer, die sich nicht zwischen Tourentauglichkeit und richtig anspruchsvollen Abfahrten entscheiden wollen. Es klettert außergewöhnlich effizient, bietet bergab jede Menge Reserven und trifft vor allem bei Balance und Handling einen Sweet Spot, der den Fahrspaß auf die Spitze treibt.
Das richtige Bike für:
Alleskönner
Wer morgens Höhenmeter sammeln, nachmittags durchs Steinfeld jagen und auf dem Heimweg noch eine Party Lap mit den Kumpels mitnehmen will, trifft mit dem MT ins Schwarze.
Trail-Puristen
Du willst kein Mini-Enduro, sondern ein Trail-Bike mit Reserven? Das MT kombiniert viel Gegenhalt und Laufruhe mit intuitivem Handling und genügend Agilität, um auch auf flowigen Trails richtig Spaß zu machen.
Nicht das richtige Bike für:
Spieltrieb-Maximierer
Wer bei jedem kleinen Trail-Feature nach Manual, Pop und Airtime sucht, findet mit dem Propain Hugene oder Trek Fuel EX quirligere Partner.
Schnäppchenjäger
9.900 € sind eine Ansage. Das MT liefert dafür eine hochwertige Ausstattung und herausragende Trail-Performance – wer den Fahrspaß pro Euro maximieren will, findet im Testfeld aber günstigere Optionen.
Fazit zum neuen Yeti MT XO
Gipfelmission geglückt: Am Ende ist es gerade die Abwesenheit von Extremen, die das MT so stark macht. Es ist weder das agilste noch das laufruhigste Bike im Test – aber kein Konkurrent verbindet beide Welten auf so einem hohen Niveau so überzeugend wie das Yeti. Dazu kommen ein hervorragendes Fahrwerk, ein enorm intuitives Handling und eine Balance, die vom ersten Trail an Vertrauen schafft. Das MT kann Vollgas, lässt sich aber genauso entspannt durch technische Passagen zirkeln und trifft unabhängig von Tempo und Terrain erstaunlich oft den Sweet Spot. Genau diese Vielseitigkeit sichert dem Yeti MT den Testsieg als bestes Trail-Bike 2026 und hinterlässt verdammt große Fußspuren für die Konkurrenz im nächsten Jahr.
Tops
- herausragende Balance
- extrem effizienter Sixfinity-Hinterbau
- hervorragendes Fahrwerk
- beeindruckender Spagat aus hoher Laufruhe und viel Agilität
- leise auf dem Trail
- hochwertige und clevere Detaillösungen
Flops
- fehlender Schutz an der antriebsseitigen Sitzstrebe
- kein Schnäppchen
Mehr Infos findet ihr auf der Website von Yeti.
Das Testfeld
Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier:
Das beste Trail-Bike 2026
Alle Bikes im Test: AMFLOW PX Carbon Pro, Atherton A.130.1, Cannondale Bad Habit 1, Pivot Trailcat LT Pro X0, Propain Hugene 3 CF Ultimate, Raymon Tarok Ultimate, Santa Cruz Tallboy, Specialized S-Works Levo R, Specialized S-Works Stumpjumper 15 Evo, Trek Fuel EX 9.9 XO AXS Gen 7, Trek Fuel+ EX 9.8 XT Di2 Gen 2, Yeti MT XO.
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Text: Benedikt Schmidt Fotos: Mike Hunger
